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Mein Vater ist gestorben wie komme ich mit dem Schmerz zurecht

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von smallsadangel, 2. Juni 2010.

  1. smallsadangel

    smallsadangel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Juni 2010
    Beiträge:
    4
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    96050 Bamberg
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    Hallo,
    mein Vater ist am 05.03.2010 nach 14-tägigen Krankenhaus aufenthalt gestorben. Ich komme einfach nicht damit zurecht, es fällt mir so schwer los zu lassen, klar ich weiß da wo er jetzt ist geht es ihm besser aber es gab so viel was uns verbunden hat. Die Ärzte meinten schon bei seiner einlieferung ins Krankenhaus dass er maximal noch 14 Tage hat und falls er die 14 Tage überstehen würde er ein Pflegefall werden würde. Aber in den 14 Tagen wo er im Krankenhaus gelegen war ist nicht wirklich viel passiert ich habe immer so das Gefühl gehabt dass die Ärzte meinen Vater schon aufgegeben haben man konnte auch nicht wirklich mit den Ärzten reden da hatte man so das Gefühl was weißt du schon du bist doch nur so ein kleiner unwichtiger Gnom dazu muss ich sagen habe ich bisher auch kein leichtes Leben gehabt ich habe die hälfte meines Lebens(bin jetzt 24) auch immer wieder im Krankenhaus verbracht da ich schwer Herzkrank war und ich mich vor knapp 6 Jahren zu einer Herztransplantation entscheiden musste. Das lief alles andere als einfach. Aber jetzt wieder zu meinem Vater. Er war für mich wie der Fels in der Brandung klar ich habe noch meine Mutter aber die möchte ich damit jetzt nicht belasten da Sie selbst mit dem Tod meines Vaters zu kämpfen hat und meine Geschwister die ganze Sache irgendwie nicht an sich ran lassen. Ich habe solche Angst oft mal stelle mir immer wieder die Frage warum warum er wir hatten doch noch so viel vor, er hatte am selben Tag wie ich Geburtstag was auch nicht viele behaupten können auch sonst hatten wir sehr viele Gemeinsamkeiten den sturen Kopf aber auch sehr viele gemeinsame Interessen wie Zeitung austragen (haben wir immer wieder mal als Urlaubsvertretung für meinen Onkel gemacht da es bei uns finanziell nicht sehr rosig aussieht und ich auch mittellos zuhause sitze bekomme weder Arbeit noch sonst irgendeine Stütze vom Staat) oder Motorsport, Fussball etc. Aber dieses hat für mich zur Zeit alles keine Bedeutung mehr. Ich fühle mich so leer irgendwie alleine dann wiederrum spüre ich so einen abgrundtiefen hass in mir dass ich einfach den nächst besten eine rein hauen könnte. Es fällt mir auch schwer mit einem aussenstehenden darüber zu reden wie man es vielleicht auch an meiner Schreibweise erkennt da meine Gedanken irgendwie nicht gerade aus laufen sondern alles durcheinander rennt. Was mich noch sehr mit nimmt ist dass die Ärzte im Krankenhaus meinten wir sollen Ihm nicht sagen wie es um Ihn steht da er sonst die letzte Hoffnung aufgibt und sozusagen die Flinte ins Korn schmeißt. Aber gerade das beschäftigt mich sehr hat er gewusst wie es um Ihn steht oder wusste er es nicht hat er darauf gewartet dass wir davon anfangen denn er hat nichts gesagt er hat mich und meine Mutter immer nur so fragend angesehen weiß auch nicht wie ich das beschreiben soll. Und auch die Ärzte sind irgendwie nicht vorangekommen er war eine ganze Woche im Krankenhaus gelegen und es wurde überhaupt nichts gemacht ausser dass Sie Ihm Schmerzmittel und Infusionen (Kochsalzlösung etc.) IV gegeben haben. Es wurde erst was gemacht als es meiner Meinung schon zu spät war. Sie haben meinem Vater da er immer schwerfälliger atmete und fast zu ersticken drohte da er immer mehr Wasser in den Beinen und dem Bauch ansammelte erst am 04.03.2010 zu einer Untersuchung gebracht in der Sie Ihm Wasser aus dem Bauch und der Lunge mit einer Spritze ab gezogen haben. Danach war es wie ein Licht blick der Bauchumfang war kleiner und er bekam auch wieder besser Luft. Aber leider ist er in der Nacht dann doch verstorben als das Telefon in der Nacht geklingelt hat wussten wir alle dass er gegangen war wir sind auch noch mal ins Krankenhaus gefahren um uns von Ihm zu verabschieden das Bild wie er in seinem Bett gelegen hat sehe ich immer noch jedes mal wenn ich die Augen schliese als wenn er "nur" schlafen würde aber er hat nicht mehr geatmet. Dass er alleine und im Krankenhaus sterben musste macht mich auch so fertig da er beides nicht wollte und ich Ihm auch versprochen habe dass er beides nicht muss leider ist es anders gekommen. Er fehlt mir einfach so unendlich ich dieses Gefühl Ihn nie mehr zu sehen nie mehr seine stimme hören ist so unbeschreiblich.
    Vielleicht hat einer ähnliche erfahrungen gemacht oder weiß wie ich besser damit zurecht komme.
    Vielen Dank schon mal im vorraus
    Mit freundlichen Grüßen
    smallsadangel
     
  2. Lampyridae

    Lampyridae Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. Juni 2010
    Beiträge:
    1
    Ich lese eben zufällig Deinen Beitrag bzw. Deine Frage.

    Ich möchte Dir etwas dazu erzählen.
    Vor ziemlich genau einem Jahr ist eine Kollegin und Freundin von mir sehr plötzlich und für alle völlig unerwartet gestorben. Ich habe das überhaupt nicht begreifen und realisieren können. Die Beerdigung und dieser Sarg, in dem sie liegen sollte, waren absolut unwirklich für mich.
    Dazu kam mein schlechtes Gewissen und die Vorwürfe, die ich mir machte, weil es ihr in den letzten Wochen psychisch nicht gut gegangen war und ich das Gefühl hatte, mir einfach nicht genug Zeit für sie genommen zu haben. *Man* kennt das ja, immer gibt es irgend etwas, das gerade so viel wichtiger ist....

    Der Gedanke an sie hat mich nicht losgelassen, auch heute denke ich noch sehr oft an sie, aber anders - ich weiß jetzt, dass es ihr gut geht und alles so in Ordnung ist, wie es ist.
    Diese Umkehr meines Gefühls hat folgendes Erlebnis bewirkt: Ich bin eines Abends im Herbst zu einem Vortrag über Schamanismus gegangen, angeregt durch ein Buch, das ich gelesen hatte (*Das weiße Land der Seele*, von Olga Kharitidi). Ich war einfach nur daran interessiert, etwas mehr über Schamanismus zu erfahren, ging jedoch ohne große Erwartungen dorthin.
    Zum Abschluss des Vortrages sollte dann noch eine kurze schamanische Reise gemacht werden, jedem war es freigestellt zu bleiben oder zu gehen. Ich entschied mich - nach einigem Zögern - zum Bleiben. Ich bin ein sehr rational denkender Mensch, und für mich hatte das Ganze etwas Lächerliches - erwachsene Menschen, die sich zu Trommelschlägen im Kreis versammeln.
    Ich schloss die Augen, zunächst gingen mir tausend Alltagsgedanken durch den Kopf, das Trommeln empfand ich eher als lästig. Doch dann wurde ich langsam ruhiger und merkte, wie mein Körper in eine andere Welt abglitt, bis zu einem Punkt, an dem ich meinen Körper überhaupt nicht mehr spürte.
    Und dann hatte ich dieses nachhaltige Erlebnis. Es war, als ob meine Freundin hinter mir stehen und mich mit ihrer ganzen Energie umfangen würde. Ein bisschen beängstigend zunächst, aber einfach irre und ein Wahnsinnsgefühl von Geborgenheit und Ruhe. Ich bin mir sicher, dass *sie* es war und mir sagen wollte, dass alles gut ist für sie und für mich auch.
    Ich brauchte eine Zeit, bis ich dieses Erlebnis verarbeitet habe. Aber inzwischen ist es ganz ruhig in mir, wenn ich an sie denke.

    An diesem Vortragsabend habe ich mir aus der Literaturauswahl das Buch *Die schamanische Reise* von Sandra Ingermann gekauft. Ein ganz gutes Buch, wie ich finde, obwohl ich nur wenig Vergleichsmöglichkeiten habe. (Enthalten ist auch eine CD mit Trommelklängen). Nur als Tipp, falls Dich das Thema interessiert. Bei diesen Reisen geht es vornehmlich darum, Harmonie und innere Ruhe in Dir selbst zu finden.

    Ich möchte Dir eins sagen, was ich inzwischen für mich erfahren habe: Lass Dir Zeit, versuche nichts zu erzwingen, es wird Zeichen geben, die Dir zeigen, dass es Deinem Vater gut geht.

    Ein solches Zeichen habe ich erst vor wenigen Wochen von meinem Vater erhalten, der bereits vor vier Jahren verstorben ist....

    Liebe Grüße
    L.
     
  3. lichtmama

    lichtmama Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Juni 2010
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    15
    hallo du
    vorerst herzliches beileid für deinen schweren verlust
    als meine liebe omi, bei der ich teilweise aufgewachsen bin, gestorben ist, war die situation ähnlich. ich habe sie so vermisst, denn sie war mein bester freund und hat mich immer verstanden. im spital haben sie damals auch viele fehler gemacht und sie hätte noch weiterleben können - aber das schicksal hatte anderes vor. sie war der liebevollste mensch den ich je kannte und ohne sie kann ich ja gar nicht leben. doch mit der zeit wurde der schmerz etwas weniger, aber verschwunden ist er nie. heute sin 15 jahre vergangen und ihre umarmung fehlt mit noch heute. doch heute denke ich voll liebe an sie nicht voll schmerz. sie besucht mich oft in meinen träumen und das tut gut.versuche deinen vater los zu lassen, damit er friedlich dorthin gehen kann, wo er hin gehört. ich wünsche dir dabei alles liebe und viel kraft
    lichtmama
     
  4. smallsadangel

    smallsadangel Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Juni 2010
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    96050 Bamberg
    Hallo Lampyridae, Hallo lichtmama,

    ich danke euch ganz herzlich für eure Antwort und werde mir eure Tipps zu herzen nehmen. Momentan ist die "Wunde" aber einfach noch zu frisch. Klar ich versuche mein bestes nicht von früh bis spät darüber nach zu denken aber manchmal kommt es einfach unweigerlich. Denn mein Vater hat nicht nur Familieär sondern auch auch wenn es jetzt egoistisch klingt finanziell ein sehr großes Loch hinterlassen. Denn mein Vater konnte ja da er schon Rentner ist/war soviel dazu verdienen wie er wollte da er 66Jahre alt ist/war deswegen haben wir auch immer die Urlaubs- und Krankheitsvertretung von den Zeitungszusteller in unserer Umgebung übernommen zum einen mal damit mein Vater und meine Mutter (auch schon Rentnerin bzw. Frührentnerin) finanziell etwas mehr Luft hatten und zum anderen war es meinem Vater sehr wichtig dass ich auch etwas Geld in der Tasche habe da ich ja wie schon geschrieben weder HartzIV (da noch keine 25) oder sonst eine art vom Stütze vom Staat erhalte. Und da wird der Schmerz um so größer wenn ich sehe wie meine Mutter damit zu kämpfen hat die ganzen Kosten für Haushalt und die anderen notwendigen Ausgaben die man halt so hat zu bewerkstelligen und dazu kommen ja jetzt noch die Beerdigungskosten von meinem Vater und man kann seine Mutter nicht mal finanziell unterstützen sondern liegt Ihr noch zusätzlich auf der Tasche denn mir selbst geht es nicht so ums Geld mir wäre es nur wichtig dass ich meiner Mutter was dazu geben kann oder bzw. die Ausgaben für meine Medikamente und die anderen Ausgaben die wegen meiner Krankheit anfallen selbst tragen könnte. Ich bin selbst schon dran um wenigstens einen 400,-€ Job zu bekommen aber bisher habe ich nur Absagen kassiert und das ist natürlich ein zusätzlicher dämpfer aber mein Vater hat schon gesagt solange man noch Licht am ende des Tunnels sieht soll man die Flinte nicht ins Korn werfen und dieses sprichwort werde ich zu meinem Leitfaden machen ich habe in meinen 24 Lebensjahren schon soviel überstanden da werde ich das hoffentlich auch noch schaffen.Also nochmals vielen vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen
    smallsadangel
     
  5. Jaiden

    Jaiden Mitglied

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    84
    Nun, erst einmal wäre es gut, wenn Du Deine materiellen- und Geldsorgen klärst, bevor man sich für weiteres öffnet. Diese beiden Dinge passen absolut nicht zusammen und jede irdische Last zieht das Bewusstsein herunter.

    Dein Vater, also sein Wesen, ist noch immer genau so vorhanden wie im Leben, nur seine körperliche Hülle hat aufgehört zu funktionieren. Alle Gedanken, Gefühle und die Persönlichkeit bleiben erhalten.
    So wird es jedem von uns gehen, daher gibt es auch keinen echten Grund zu trauern.

    Vor allem solltest Du Deinem Vater kein Schultgefühl "zusenden", nur weil er nun kein Geld mehr in die Familie bringt. Damit würdest Du ihn hier quasi "festhalten".
    Dies materiellen Dinge sind in der geistigen Welt absolut, total und unsagbar unwichtig. Daher sollte man sich auch hier so gut es geht davon abwenden, um sich nicht selber damit zu fesseln. Stattdessen ehr nach neuen Wegen und Möglichkeiten Ausschau halten.

    Dir wünsche ich auf jeden Fall erst einmal etwas Besinnung und Ausgeglichenheit. Dann sieht die ganze Sache schon besser aus :)
    Ich denke Dein Vater wird Dir auch weiterhin auf Deinem Lebensweg zur Seite stehen. Nimm die guten Ratschläge aus Deinem Bauch/Herzgefühl (der inneren Stimme) an, denn da ist er auch zu finden und möchte Dir helfen :)
     
  6. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    seine liebe wird dich weiter halten ...da kannst du sicher sein ...er wird dir eine tiefe offenbaren jetzt ,die du noch gar nicht kanntest ...so war es bei mir ...nur die liebe ist das was zählt ...das hat er mir hinterlassen und wir waren uns weissgott nicht immer einig aber ganz zum schluss ...war es eine schöne versöhnung...davon zehre ich noch heute:)
     
  7. ZAUBERHEXERL

    ZAUBERHEXERL Sehr aktives Mitglied

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    ich kann dich gut verstehen ,denn mein mann ist vor einer woche verstorben und meine gefühle spielen achterbahn.gleich bin ich gut drauf ,denke an lustiges sachen,die mit ihm zusammenhängen und von einem moment zum anderen heule ich.auch mir ist klar ,dass es für ihn das beste war, aber trotzdem auch ,wenn man sich das alles sagt,dauertes ,bis man es realisiert,dass dieser mensch nicht mehr da ist.zumindest nicht körperlich.wobei ich sagen muss, das krankenhauspersonal und die ärzte waren einsame spitze. sie machten alles was nur möglich war,aber wenn sich die seele entschliesst zu gehen,nützt alles nichts.ich habe die silberschnur durchgeschnitten ,obwohl es mir wehtat und ihm gehen gelassen.ich weiss wie schlimm es für den verstorbenen ist,wenn man ihn hält.versuche auch du ihn gehen zu lassen.ein teil seiner seele wird bei dir sein.ich wünsche dir und auch mir, dass wir die trauerzeit ,die wichtig ist und die wir brauchen,uns nehmen können und dann das leben wieder weitergeht,ohne unseren lieben deshalb zu vergessen. für mich ist der kommende dienstag noch ein schlimmer tag, da ist die beerdigung.ich hoffe, dass es dann besser wird. alles liebe für dich,helga
     
  8. Fata

    Fata Mitglied

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    31
    Liebe Smallsadangel,

    es ist normal, lass den Schmerz zu, die Trauer sollte man leben, es ist sicher sehr sehr schwer für dich. Ein Freund von mir, dessen Bruder am Nordpol im Helikopter abstürzte, suchte ein Medium auf, Bill Coller aus Schottland. Der Bruder meldete sich und gab Beweise durch, die nur die Familie kannte, er organisierte sogar seine Beerdigung und die Musik dazu. Ein schönes Buch sehr tröstend war auch "Signale" von Rothschild.
    Traure um deinen Papa, lass dir alle Zeit, die du brauchst. Sei lieb umarmt, Fata
     
  9. Joschy

    Joschy Neues Mitglied

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    27
    So ist das Leben ... geboren werden ... und sterben ... der eine früher, der andere später. Manche werden auch schon tot geboren. Der Tod gehört zum Leben wie die Geburt. So ist das halt einmal ... akzeptieren, auch wenns nicht einfach ist.
    War einer sehr beliebt, dann heulen alle mehr als um einen, der nicht so beliebt war. ... Na das war jetzt wieder ein Geistesblitz.
     
  10. Claudschi

    Claudschi Neues Mitglied

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    @joschy: sorry, aber ich glaub nicht, dass deine pragmatische antwort jemandem in so einer situation hilft.

    Lieber smallsadangel,

    ich weiß zwar nicht, ob du noch hier im Forum unterwegs bist, aber ich möchte dir auch mein herzlichstes Beileid bekunden und dir viel Kraft wünschen. Ich habe mich in so vielen deiner Aussagen wieder erkannt, denn mein Papa ist vor nicht ein mal 3 Wochen ebenfalls gestorben. Er war erst 51, ich bin 23, meine Mama schon seit einigen Jahren wegen Panikattacken in Behandlung, und ich stand bei meiner Geburt auch an der Grenze zum Tod.
    Darf ich fragen, woran dein Papa gestorben ist, bzw. warum er überhaupt ins Spital gekommen ist? Bei meinem ware es so, dass er die ersten 3 1/2 Wochen ohne Diagnose im Spital verbracht hat, und es ihm immer schlechter ging. Dann haben wir erfahren dass er Hautkrebs auf der Hirnhaut (war die Vermutung, man konnte den Krebs zu Lebzeiten nicht genau lokalisieren) und Metastasen rund ums Gehirn hat, und dass er nur mehr ein paar Wochen leben wird. Es hat auch geheißen, wenn wir "Glück" haben, wir er noch ein paar Monate leben, aber auch ein Pflegefall bleiben. Tja, 1 1/2 Wochen später war alles vorbei... Nach der Diagnosestellung habe ich auch gemerkt, dass sich die Ärtze und Schwestern im Umgang mit meinen Papa verändert haben. Denn natürlich wurde er nicht mehr 3x täglich zu Untersuchungen geschleppt, und die Ärtze haben auch bei der Behandlung sehr genau zwischen Nutzen und Belastung für Papa abgewogen. Vielleicht war das auch bei deinem Papa so, nur haben dich die Ärzte eben nicht darüber informiert, so dass du beruhigt sein konntest (soziale Kompetenzen fehlen ja vielen Ärzten, wie du sicher selbst auch schon erlebt hast).

    Und ich glaube, dass er gespürt hat, was mit ihm los ist, auch wenn ihm die Ärzte nichts gesagt haben. Bei meinem Papa war es zB so, dass er Anfangs dachte, es sei nur ein Nerv oder eine "harmlose" Entzüdung die ihm die Schmerzen bereitet (was wir uns übrigens auch gedacht haben). Als sein Zustand aber immer schlimmer wurde, wollte er aber immer vermeiden, dass wir mit den Ärzten sprechen. Im Nachhinein glaube ich, er hat gespürt, dass da irgendwas ganz und gar nicht stimmt, und dass es nicht gut um ihn steht, aber er wollte uns beschützen. Wir wissen nämlich, dass Papa nie die Diagnose direkt von den Ärzten erfahren hat. Also konnte er es eigentlich gar nicht wissen. Und als er schließlich nichts mehr sehen konnte und mit Morphium vollgepumpt wurde, hat man gemerkt, dass er gar nicht mehr über seine Krankheit sprechen möchte, sondern dass er einfach nur froh war, wenn wir da waren... Also ich glaube, dein Papa hat es gewusst. Und er hat euch so angesehen, weil er sicher ein bisschen traurig war, dass er euch alleine zurück lassen muss, und vielleicht auch, weil er nicht genau wusste, wie viel ihr wisst. Und wahrscheinlich hat er nicht mit euch darüber geredet, weil er nicht die letzten Stunden die ihr zusammensein konntet, "zerstören" wollte.

    Und dass dir das weh getan hat, dass er im Spital sterben musste, kann ich auch gut verstehen. Wir wünschen uns doch alle, dass unsere Lieben zu Hause sterben können, wenn es schon sein muss. Und nicht an einem Ort, an dem sie sie sich nicht wohl und geborgen fühlen.

    Vielleicht tröstet dich der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod etwas über diese schwere Zeit hinweg. Rede mit deinem Papa. Und denke ganz fest daran, dass er es auch hören kann. Oder schreibe ihm Briefe. Lass die Liebe zu ihm nicht verblassen, er spürt es. Und er wird dich hören. Und er wird ebenfalls in Liebe an dich denken und wird dich wissen lassen, dass es ihm jetzt gut geht, und dass ihr euch irgendwann wieder sehen werdet.

    Ganz liebe Grüße und alles Gute
    Claudschi
     
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