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mein bester und einziger Freund hat sich das Leben genommen

Dieses Thema im Forum "Trauer" wurde erstellt von annabel2013, 29. Mai 2015.

  1. annabel2013

    annabel2013 Guest

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    Hallo,

    ich habe am 18. Mai erfahren, dass mein bester Freund sich das Leben genommen hat.

    Ich komme damit bis jetzt überhaupt nicht zurecht. Lag eine Woche lang nur im Bett, konnte nicht mehr aufstehen.

    Muss dazu sagen, dass ich diesen Menschen "nur" aus dem Internet kannte, das aber bereits seit über 7 Jahren. Wir hatten auch mal eine ganze Weile keine Kontakt, aber irgendwie war er immer da. Vor allem die letzten Monate. Da hat sich unser Kontakt noch einmal richtig intensiviert. Wir telefonierten fast täglich, er unterstützte mich bei meinen Problemen (Studium :/ ) und ich ihn bei seinen (er hatte Kummer wegen Frauen, wegen der Liebe)....wie es wirklich in ihm aussah, wusste ich icht, wusste keiner.

    Er machte auch keine Andeutungen, jedenfalls keine direkten, dass er sich was antuen will. Er schrieb oft, in der letzten Zeit, dass er traurig ist, wegen einer Frau, ich habe versucht ihm zu helfen, so gut ich konnte. Hatte leider genau zu dem Zeitpunkt, besonders wenig Zeit, da ich irgendwie meine Bachelorarbeit zuende schreiben musste und die Zeit extrem drängte.
    Hinzufügen muss ich auch, dass es mir - unabhängig vom Studium - selbst scheisse geht. Er ist/war also nicht der einzige mit Depressionen.

    Nachdem ich meine Bachelorarbeit abgegeben hatte, war ich erst mal nur fertig, aber auch froh, endlich hatte ich mehr Zeit, schlug ihm sogar vor ihm jeden Abend eine Seite aus einem Buch das ich habe vorzulesen. ( Alles für ein bißchen Liebe von Julia Kathan)....was er ganz witzig fand...

    Die letzten paar Monate in denen wir so intensiven Kontakt hatten, habe ich gemerkt, was es bedeutet einen echten, wahren Freund zu haben. Mir wurde bewusst, dass alles was zuvor war, alle "Freundinnen" nie wirklich richtige, wahre Freundinnen waren.
    Er war ein Mensch, der immer für mich da war und ich immer für ihn. Ich konnte ihn auch nachts anrufen...er meinte auch an dem Tag wo ich meine Bachelorarbeit abgeben muss, wenn es da Probleme gibt, soll ich ihn ruhig aus dem Bett klingeln...

    Sowas kannte ich zuvor nicht.....es gab auch Phasen, wo wir kaum Kontakt hatten, jeder wusste auch, wann der andere mal Ruhe braucht. Vieles war so selbstverständlich. Fast wie eine Art Seelenverwandschaft.

    Da der Kontakt erst jetzt gegen Ende so intensiv war, schlug ich auch mal ein Treffen vor. (War ja auch höchste Zeit nach so vielen Jahren ;) ) und er schlug das auch mal vor.

    Die letzte Nachricht von ihm erhielt ich in Whatsapp. "Danke, dass du in der letzte Zeit für mich da warst"
    Erst einmal dachte ich mir nichts dabei, vor allem weil wir kurz bevor diese Nachricht kam noch telefonierten. Alles war ok, er war wie immer. Er meinte noch, ich solle nicht sauer sein, wenn er sich jetzt die Tage mal nicht so oft bzw so schnell melden kann, wegen Umzug und alles. Er wollte nach Berlin ziehen.

    Daher machte ich mir auch erst mal keine Gedanken die Tage drauf, dass auf meine Nachrichten keine Antworten kamen. Irgendwann stellte ich fest, dass die Nachrichten gar nicht angekommen waren. Man sieht das ja in Whatsapp, wenn hinter der Nachricht nur 1 Haken ist.
    Da wurde ich schon sehr unruhig. Ein paar tage später erhielt ich Post von der Kriminalpolizei....und als ich dann anrief, erfuhr ich es.
    Ich ahnte schon böses, betete, dass er noch lebt, dass es sich alles vll um einen Irrtum handelt.

    Als ich erfuhr was geschehen ist, konnte ich nur noch weinen und lag eine ganze Woche eigentlich nur im Bett rum. Zum Glück habe ich jetzt seit einigen Tagen Kontakt zu einer Frau, mit der er auch sehr gut befreundet war. Sogar noch besser als mit mir. Sich mit ihr auszutauschen bringt mehr wirklich viel,....aber dennoch..

    Ich kann es nicht verstehen, nicht akzeptieren,.....dass er sich das Leben genommen hat. Auch kommen ständig Schuldgefühle hoch. Hätte man ihm helfen können....usw...

    Was mich besonders fertig macht. Mein Bruder starb ja 2009. Wir hatten laaaange Zeit keinen Kontakt. In der Kinheit klar..später ging es dann auseinander, er zog früh von zuhause aus und weiter weg. Vor seinem Tod näherten wir uns ganz langsam wieder an....
    Erst nach seinem Tod gaben mir meine Eltern noch einen Brief von ihm, den er mal an mich geschrieben aber aus welchen Gründen auch immer nie abgeschickt hatte.

    Die Ähnlichkeit zu meinem besten Freund ist die, dass beide zu einer Zeit starben, als es zwischen uns erst "so richtig losging" bzw so richtig losgegangen wäre....beide starben zu einem Zeitpunkt als der Kontakt so richtig intensiv wurde (mein bester Freund) bzw als man sich langsam wieder annäherte (mein Bruder).

    Mal unabhängig davon dass ich eh unglaublich traurig über seinen Tod bin, macht mir auch das schwer zu schaffen...und ich frage mich, ob es vll eine Art Bedeutung hat? Ob es mir etwas sagen soll?

    Verstehen kann ich das alles nicht. Vor allem dass mein bester (und leider auch einziger) Freund sich selbst das Leben genommen hat, ist etwas, dass ich kaum aushalte, wenn ich nur dran denke.

    Mein Leben erscheint mir momentan sehr sinnlos.
    Ich musste auch an eine Kommilitonin aus dem Studium denken, die abgebrochen hat, weil sie schwanger wurde. Sie war eine mit der ich besonders gut klar kam. Wir waren auch außerhalb des Studiums gut befreundet. Das alles hat sich dann aber gelegt...durch die Schwangerschaft...mittlerweile hat sie das zweite Kind.
    Sie ist zwar nicht gestorben aber....ich habe das Gefühl, dass mir immer die Leute genommen werden, die mir viel bedeuten. (ich könnte da auch noch andere Beispiele aufzählen) und das verstehe ich nicht so ganz.

    Kann ich das als Strafe betrachten? Strafe, vll von einem früheren Leben, die ich jetzt verbüßen muss?

    Ich habe zurzeit nichts, was mich dazu treibst morgens aufzustehen...ich sehe gerade gar keinen Sinn mehr und könnte den ganzen Tag nur schlafen.
    Kann das alles nicht begreifen....und dass es Suizid war, macht mich besonders fertig.


    PS: Vll mögen jetzt manche von euch denken, "was hat sie denn, sie kannte ihn nicht mal real".
    Er war für mich trotzdem etwas ganz ganz besonderes und ein richtiger, wahrer Freund, auch wenn das vll der ein oder andere jetzt nicht nachvollziehen kann
     
  2. LynnCarme

    LynnCarme Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Mai 2014
    Beiträge:
    4.327
    Ort:
    deutschsprachig
    Liebe annabel

    Was soll ich sagen - Dein Beitrag berührt mich gerade sehr. Das ist wirklich nicht leicht, was Du jetzt gerade durchmachst, aber ich bin mir ganz sicher, dass es vielen von uns hier im Forum so hätte ergehen können. Viele haben langjährige Internet-Kontakte. Auch ich hatte Kontakt zu suizidgefährdeten Usern, auch mich hat es bedrückt. Allerdings hab ich das schon so extrem erlebt im familiären Kreis, dass ich gerade diese Nähe nicht mehr wollte, weil ich weiß, wie es ist, danebenzustehen und mitzuweinen. Und ja, dadurch entsteht eine viel intensivere Nähe, weil es eine Extremsituation ist, wenn Du sozusagen mit jemandem an der Klippe stehst und versuchst, ihn vom Springen abzubringen.

    Und nein, Du bist nicht verantwortlich. Diese Fragen, warum Du, warum Du es nicht verhindern konntest, das schwingt in Deinen Sätzen mit. Aber nein, Du hast Anteil an seinem Leben genommen, so wie die andere Frau, aber er hat diese Nähe wahrscheinlich auch ganz speziell hergestellt durch seine Todesnähe (und vielleicht auch Todessehnsucht). Das bringt eine ganz spezielle Aura mit sich, die viel Tiefe verleiht, verständlich, es ging ihm eben nicht wirklich gut. Vielleicht hat er das gar nicht so direkt erzählt, aber die Art und Weise des Umgangs wird einfach melancholischer und intensiver, ein symbiotischer Sog, dem man sich nicht entziehen kann. So habe ich es auch erlebt und es läuft immer ähnlich ab.

    Deshalb nein, es liegt nicht an Dir, sondern an diesen psychodynamischen Zusammenhängen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft! Es geht weiter, auch für ihn drüben. Lass ihn gehen, er wollte es so.

    Alles Liebe!
    Lynn
     
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  3. lesemaus9

    lesemaus9 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    7. Januar 2014
    Beiträge:
    17
    Liebe Annabelle,

    wenn jemand stirbt, der uns wichtig ist, ist das immer schlimm. Wir verlieren einen wichtigen Teil in unserem Leben.
    Bei Selbstmord ist es noch schlimmer. Denn der Gedanke nagt, man hätte etwas merken müssen, den Selbstmord verhindern können.

    Ich glaube nicht, dass das so stimmt. Dich trifft keine Schuld. Im Gegenteil, du warst eine gute Freundin und hast wahrscheinlich dafür gesorgt das dein Freund schöne Momente erlebt hat, sich wohlgefühlt hat. Du warst sehr wichtig.

    Jetzt kannst du nichts mehr tun, als die Trauer zu durchleben. Es ist ein kleiner Trost, dass nur wer tief liebt, auch tiefe Trauer empfindet.
    Was dein eigenes Leben angeht: Suche Dinge, die du gerne tust, Dinge, die du für andere tun kannst, versuche deinem Leben einen Sinn zu geben. Das ist in Zeiten, wie du sie gerade durchlebst, sicher sehr schwer, aber glaube fest daran, es ist sehr wichtig, dass es dich gibt:
    Du hilfst dieser anderen Freundin, du berührst Menschen hier im Forum und sicher tust du noch viele andere Dinge, die wichtig sind, auch wenn sie dir vielleicht gar nicht auffallen.

    Eine Strafe sind die Verluste, die du erlebst, sicher nicht, aber vielleicht eine Aufforderung, zu lernen loszulassen, weiterzugehen, und trotz all dem negativen, das Leben zu leben, zu lieben, voll auszuschöpfen.

    Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft und viele neue Erfahrungen, die dir das Leben sympathischer machen.
     
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  4. annabel2013

    annabel2013 Guest

    Danke euch beiden für eure Worte. Momentan ist mir nicht so nach schreiben. Mir geht es ziemlich schlecht....vor ein paar Tagen habe ich erfahren, dass er schon 2011!!!! in Foren für Suizid gelesen hat, also wie man es machen kann. Das hat mich nochmal aufs neue geschockt.....

    Ich sehe momentan wirklich keinen Sinn mehr...aber ich weiß, dass es so auch nicht weitergehen kann. Lernen loszulassen....ja schön und gut, aber zu diesem "Preis"????!!! das kann doch keine Art von Lehre sein...

    Wenn einen Menschen verlassen, (nicht durch den Tod), durch Trennung..was auch immer...dann ist es vll so, wenn es immer nach gleichen Mustern abläuft. Dann erkennt man ja auch (hoffentlich) dass es eine Lernaufgabe ist. Doch der Verlust durch den Tod, und dann auch noch zwei so junge ....also relativ junge Menschen, also mein Bruder und jetzt mein bester Freund, das ist für mich keine "Lehre"...das nehme ich so auch nicht an. Auch wenn ich weiß, dass ich mir damit selbst keinen Gefallen tue. Auch den Tod meines Bruders kann ich bis heute nicht akzeptieren.
     
  5. Sannam

    Sannam Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. April 2013
    Beiträge:
    2.052
    Tja, das ist doch eine Ansage, oder?
    Vielleicht solltest du das mit einem "danke auch dir" stehenlassen, dich verabschieden, und akzeptieren, dass das eben seine Entscheidung gewesen ist.
    Wenn klar ist, dass es ein Selbstmord gewesen ist, und er hoffentlich nicht noch andere Leute mitgenommen hat, würde ich mal sagen: Hätte er dir die Macht geben wollen, an seiner Entscheidung etwas zu ändern, hätte er es wohl getan. Hat er aber nicht.
    Insofern würde ich dir mal dazu raten, freundschaftlich zu akzeptieren, dass er offenkundig nicht mehr wollte.

    Hmm, dass das irgendwas mit dir zu tun hätte?
    Noe, würde ich nicht so sehen.

    Klar kannst du dich hinstellen und darauf bestehen, Tatsachen nicht akzeptieren zu wollen. Wenn sie aber halt passiert sind, hilft dir das auch nicht weiter, sondern hindert dich im Gegenteil bloß daran, zum Hier und Jetzt, wie es nunmal (geworden) ist, in harmonischer Beziehung zu bleiben.

    Sowohl die Entscheidungen anderer Menschen als auch der Verlauf einiger Dinge, wie sie so passieren, liegen nunmal nicht unbedingt in deinem Einflussbereich.

    Ich würde nicht meinen, dass da irgendeine spezielle Lektion für dich sei. Klar ist da ein Hinweis enthalten, dass du offenkundig wenig bereit bist, die Welt so zu nehmen, wie sie ist.
    Das ist in dem Fall sicherlich ein Hindernis.
    In Bezug auf andere Dinge kann es aber eine Stärke sein.

    Sieh einfach zu, dass du ein gesundes Gleichgewicht hältst.
     
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  6. ralrene

    ralrene Sehr aktives Mitglied

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    Hallo Annabel,

    auch mich hat Deine Geschichte sehr berührt, wohl auch, weil ich mir das Gefühl in dem Du Dich gerade befindest, gut vorstellen kann.
    Ich habe ähnliches schon erlebt, & da ist es sehr schwer, einfach wieder ins Tagesbewußtsein über zu gehen.
    Es ist wie ein Schleier den man mit sich trägt, egal was man tut, er drückt ständig auf die Seele, zumal da noch so viele Fragen offen sind, auf die Du gern eine Antwort hättest.
    Doch diese Antworten wirst Du nicht bekommen, nicht bekommen können, solange Dein Schmerz so akkut ist.
    Du darfst traurig sein, Du darfst weinen, lebe Deine Trauer aus, auf Deinem ganz persönlichen Weg, in Deinem ganz persönlichem Tempo.

    Doch wenn ich Dir einen Rat geben darf, dann versuche Deinen Blickwinkel zu verändern.
    Das war für mich persönlich sehr wichtig.
    Ich hörte auf mir Fragen zu stellen, auf die ich eh keine zufriedenstellenden Antworten finden konnte, & statt dessen war ich unendlich dankbar dafür, daß ich diese Menschen in ihrer letzten Zeit begleiten durfte, daß sie mit mir zusammen sein wollten, mir ihr Herz geöffnet haben.
    Das bedeutet mir unendlich viel.
    Das muß natürlich nicht auch für Dich zutreffen, aber vielleicht ist es ein Gedankenanstoß, den ich Dir geben kann.

    & bitte wirf den Gedanken über Bord, daß Du irgendwas hättest verhindern können, oder für etwas bestraft werden sollst.
    Es ist eine Ehre, wenn sich Menschen, die ansonsten vom Leben enttäuscht sind, gerade mit Dir verbinden.


    Ich wünsche Dir alles Gute.
     
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  7. lesemaus9

    lesemaus9 Neues Mitglied

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    Hallo Annabell,

    dass du den Tod geliebter Menschen nicht akzeptieren willst, kann ich sehr gut verstehen. Ich sehe in solchen Todesfällen auch keinen wirklichen Sinn. Aber sie passieren und irgendwie müssen wir damit umgehen lernen. Mir war vor allem wichtig, dass du dir keine Schuld geben sollst, denn die trifft dich sicher nicht. Wenn solche Ereignisse frisch sind, will man am liebsten hinterher. Das ist auch eine Lösung, aber so wie du jetzt um deinen Freund trauerst, würden auch Menschen um dich trauern, ich denke, dass du das nicht wollen würdest. Und du wirkst mit deinen Worten, wie ein Mensch, der für andere wichtig sein kann, daher hoffe ich, dass du noch lange , möglichst glücklich lebst, trotz all den negativen Erfahrungen , denn dein Leben ist wichtig, du bist wichtig. Mir hast du mit deinem Beitrag hier z.B. weitergeholfen, danke dir.
     
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