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Märchen - Werke des Unbewussten?

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von DUCKFACE, 17. Juli 2012.

  1. DUCKFACE

    DUCKFACE Guest

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    Hallo!

    Könnte man die klassischen Märchen wie Schneewittchen, Dornröschen, Aschenputtel und andere als literarische Werke des Unbewussten bezeichnen? Kleiden die Menschen ihre unbewussten Konflikte, Hemmungen, Traumata, Objektbeziehungen und Blockaden in Märchen, Mythen und Geschichten, indem sie selbige nach außen projizieren? Zumindest ist es doch verwunderlich, dass die Inhalte vieler typischer Märchen oft so unverkennbare Parallelen aufweisen.

    Häufig spielt beispielsweise das Blut eine Rolle. Eventuell versinnbildlicht das Symbol des Blutes die erste Periode, die sowohl das biologische als auch das psychologische Erwachsenwerden sichtbar einleitet. Anschließend geht es darum, sich aus dem Zustand der infantilen Passivität herauszuentwickeln, um sogleich aktiv und couragiert auf einen (sexuellen) Partner zuzugehen und eine monogame Beziehung oder Ehe mit ihm zu schließen. Ängste vor emotionaler Nähe, vor dem Verschlungenwerden, vor der Intimität, Selbstwertdefizite, sich auf internalisierte Elternfiguren beziehende Schuldgefühle, pathologischer Narzissmus bilden ein Fatalität verheißendes Dornengestrüpp, das es zu überwinden gilt, um schlussendlich eine intakte Liaison bis zum Lebensende führen zu können.

    Die böse Stiefmutter - handelt es sich bei dieser in Märchen auffallend oft vorkommenden Erscheinung möglicherweise um den negativen, mit enormer Violenz an sich fixierenden Aspekt des Mütterlichen, der die Individuation und die Selbstwerdung eines heranwachsenden Menschen zu verhindern droht? Ja, die Adoleszenzphase wird von allerlei Komplikationen und heftigen Emotionen begleitet. Nicht selten bedarf es der unerschütterlichen Initiative des einen Partners, damit der andere aus seinem Dornröschen- oder Schneewittchenschlaf erwacht und herzlich lieben lernt.

    Viele Grüße

    Duckface
     
  2. ApercuCure

    ApercuCure Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Mai 2012
    Beiträge:
    10.457
    Hallo DUCKFACE,

    ja is so. Auch die Geschichte der Frau Holle mit Goldmarie und Pechmarie beinhaltet das Wiedergeburtsthema und das Karma das man sich erworben hat.

    Die Stiefmutter zwingt Goldmarie in den Brunnen zu springen um die verlorene goldene Spindel heraufzubringen.

    Brunnen ist ja normal das Weibliche. Hier aber das Tor in die Anderswelt.
    Mit der Spindel wurden den Mädchen in früheren Zeiten das Jungfernhäutchen durchstoßen, wenn sie in die Menstr. kamen, hab ich gelesen, damit sie keine Probleme beim ersten Geschlechtsverkehr hätten, wenn sie verheiratet wurden. In dieser Geschichte geht die Spindel aber verloren (?). Vllt. hat sich das Mädchen dem verweigert?

    Die Stiefmutter wird hier interpretiert als "Frau Welt" und als Gegenspielerin der Frau Holle "der großen Muttergöttin Erde".

    Wie würdest du das interpretieren?
     
  3. Rumpelstil

    Rumpelstil Mitglied

    Registriert seit:
    29. Februar 2008
    Beiträge:
    113
    Ort:
    BRD
    Hallo Duckface,

    bei diesem Thema muss ich direkt an das Buch "Die Wolfsfrau" von Clarissa Pinkola Estés denken. Ein tolles Buch übrigens, finde ich ;)

    Die Autorin führt in ihrem Buch viele Märchen an, die eben dazu dienen auf unbewusste Verstrickungen und Muster der vor allem weiblichen Psyche aufmerksam zu machen. Das Märchen von Blaubart, dem Räubercharakter, find ich besonders nachhaltig. Ist mir auch erst in diesem Buch begegnet.

    Der fantasievolle Umgang mit Themen, die schwer in Worte zu fassen sind gelingt mit Märchen ziemlich gut.

    Ich denke auf jeden Fall, dass Märchen empfindliche Konstellationen quasi versinnbildlichen und thematisch viel unbewusstes aufgreifen.


    Gruß
     
  4. herzverstand

    herzverstand Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. November 2006
    Beiträge:
    4.802
    Ort:
    danke für diesen wundervollen thread!

    so etwas gibt es wirklich. bin grade voll in diesem thema. :tomate:
     
  5. Eisfee62

    Eisfee62 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2008
    Beiträge:
    14.667
    Märchen sind Geschichten armen Menschen,die so ihre Wünsche und Vorstellungen lebten,das Gute siegte immer über dem Bösen,Gewalt spielte große rolle,es war früher eben so,der Stärkere war im Vorteil..Viele die Märchen geschrieben haben,haben diese mühsam gesammelt(Brüder Grimm). Ich frage mich jedoch,wie mit diesen Märchen die Heutigen Psychologen klar kommen,es wird doch immer das Gegenteil gepredigt,es sollen Gespräche und Diskussionen geführt werden..wie verträgt es sich denn??
     
  6. Halja

    Halja Neues Mitglied

    Registriert seit:
    17. Juli 2012
    Beiträge:
    7
    Ort:
    NRW
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    Es gab vor einiger Zeit eine interessante Dokumentation über die Märchen der Gebrüder Grimm. Es wurde festgestellt das Märchen auf reale Ereignisse wie auch Mythen basieren.

    Im Sinne von Frau Holle besitze ich bspw. eine andere Meinung als Cayden.

    Die Frau Holle wird als Sinnbild der Frigg ( Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft) als auch der Hel zugeordnet. Wobei meiner Meinung nach letzteres eher zutreffen könnte.

    Hel kommt von helen, also unsichtbar machen. Hel ist die Tochter von Loki und der Riesin Angroba, ihre Brüder sind Fenrir, die Midgardschlange so wie Sleipnir (Halbbruder). Ihr wird die neunte Rune (Hagalaz) zugeordnet. Hagalaz bedeutet übersetzt Hagel und steht für verderben und den daraus stammenden Neubeginn. Bereits als Kind wurde Hel von Odin in die Unterwelt verdammt wo sie über das Totenreich herrscht. Während die im Krieg gefallenen bei Odin in Valhall verweilen, kommen die anderen zu Hel nach Helheim. Helheim erstreckt sich ähnlich wie im griechischen Mythos auf verschiedene Bereiche. So landen jene, welche ehrenhaft lebten am Tische mit Baldur und es wird ihnen an nichts mangeln...andere wiederum werden für ihre Vergehen bestraft, wobei die schlimmsten unter ihnen zur Midgardschlange kommen die sich an deren Knochen labt.

    Hel ist eine gerechte Göttin, die den guten Menschen als freundlich erscheint und diese belohnt, den Bösen erscheint sie als unerbittliche Rächerin und bestraft diese. So lässt sich dies auch auf Frau Holle übertragen.

    Gold- und Pechmarie steigen in den Brunnen hinab, was auch für die Unterwelt stehen kann. Beide werden diversen Prüfungen unterzogen (Apfelbaum und Brote) und arbeiten später für Frau Holle.

    Während Goldmarie alle Arbeiten zur Zufriedenheit erledigt ist die Pechmarie egoistisch und faul. Dafür erhalten sie jeweils ihre Belohnung in Form von Gold oder eben die Bestrafung in Form von Pech.
     
  7. ApercuCure

    ApercuCure Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Mai 2012
    Beiträge:
    10.457
    Täusch dich da mal nicht.:)

    Friggs Ursprung als Göttermutter liegt noch etwas weiter zurück und aus ihr gehen die Göttinnen Freyja und Hel hervor. Freyja is der Aspekt der Liebe und Hel der der Unterweltsgöttin. Somit ist Frigg die "Große Göttin" in ihrem dreifachen Aspekt. Da Frigg ursprünglich die Gattin von Tyr war, der dann von Odin abgelöst wurde, kann man auch zu ihrer früheren ursprünglichen Gestalt die Fjörgyn zählen, welche die urmütterliche Naturgottheit ist und auch Gattin des Tyr war. Ein andere Name der Fjörgyn is auch Hlódyn. Frigg wird auch als Tochter der Fjörgyn bezeichnet. Also stimmt das schon was du sagst und ist auch nichts anders als ich sage.

    Nur schau ich bereits differenzierter und genauer. Denn neben diesen groben Beschreibungen gibbet es in der Geschichte der Frau Holle noch ne Menge anderer Symboliken zu deuten.;)

    :)
     
  8. TaraMaria

    TaraMaria Neues Mitglied

    Registriert seit:
    20. Juli 2012
    Beiträge:
    198
    Ja.


    PS. Schöne Bilder übrigens.
     
  9. Samye

    Samye Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2012
    Beiträge:
    70
    Da es sich um alte französische Sagen handelt, die die Grimms sich von ihrer Hausmagd diktieren ließen und abgewandelt also die "unanständigen Teile gekürzte, verändert oder gelöscht" haben, sind sie nur insofern im Unterbewußtsein als sich seither in jedem Haushalt eine Kopie der Bücher befand. Man kann viel in irgendetwas reininterpretieren, ich glaube aber an keine tiefere Weisheit, ausser dass man Kinder damit schockieren kann denn:

    Märchen sind blutig und grausam.

    Grimm's Splatter nenne man sie auch ;)
     
  10. TaraMaria

    TaraMaria Neues Mitglied

    Registriert seit:
    20. Juli 2012
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    198
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    Andersrum wird ein Schuh draus. Wie alles was vom Menschen kreativ erschaffen wird, sind auch Märchen vom Wahren leben inspiriert
     
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