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Licht und Liebe und was daraus gemacht wird....

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Sabine_Tonke, 30. November 2005.

  1. Sabine_Tonke

    Sabine_Tonke Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2005
    Beiträge:
    9
    Ort:
    Werder
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    Spiritualität beginnt mit Verantwortung und LIEBE!! Der Hund ist austauschbar gegen alte Menschen, Lebenspartner, Eltern oder auch gegen uns selbst.

    Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachtetem Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?"- aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen. Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis ( ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiscrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du ), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete. Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit der Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest. Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hiess ich sie in unserem Heim Willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabys, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von seiner rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattest, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe". Als sie aber grösser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackeligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteitigt, wenn es nötig gewesen wäre. Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus deiner Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge. Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie. Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause für Dich finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequalten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinen Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen. Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?". Sie kümmerten sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnug, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei...oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem Schicksal, zog ich mich in die ferne Ecke zurück und wartete. Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte. Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübten Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?" Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte desshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit meinem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten. Möge Dir ein jeder in deinem Leben so viel Loyalität zeigen. ________________________________________________________________

    Wir möchten Sie dazu ermutigen, "Wie konntest Du nur?" zu Veröffentlichen und so mitzuhelfen, die verbreitete Vorstellung von Tieren als "entsorgbar" zu ändern und vor Augen zu halten, dass der Entschluss, ein Tier in eine Familie aufzunehmen, eine Verpflichtung bedeutet, welche für die Lebensdauer des Tieres anhält!!! Jim Willis
     
  2. Saraswati

    Saraswati Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2005
    Beiträge:
    4.608
    Ort:
    Nähe Stuttgart
    Ein sehr einfühlsamer Text! Obwohl ich noch nie richtig mit Hunden zu tun hatte, fühlte ich mich beim Lesen ganz identifiziert, mit diesem Tier. Hab auch kürzlich mal Leute drüber reden hören, dass Hunde grausam leiden, wenn sie verlassen werden... Danke für die Inspiration,
    lg kalihan
     
  3. HerrHundi

    HerrHundi Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. April 2005
    Beiträge:
    1.336
    Ort:
    Zwinger
    Tun sie. Zumindest meiner.
    Wir mussten mal für 2 Tage wegfliegen und haben den Hund in der Pansion gelassen. Es ging nicht anders.
    Ich bin nicht leicht zu erschüttern, aber als wir ihn abholten, konnte ich ihm an diesem Tag nicht in die Augen schauen. Der Ausdruck darin war wirklich pure Panik und Schmerz. Ich hätte nie gedacht, dass er zu solcher Ausdrucksweise überhaupt fähig ist. Und es war kein schlechtes Gewissen und Projektion. Ich fand es nicht im Geringsten schlimm, dass er mal für 2 Tage weggegeben wird... Umso mehr schockierte er mich dann. :D
    Am nächsten Tag war er wieder der Alte - ein sehr lustiges und unbekümmertes Kerlchen.
    Einen Monat später ergab sich leider das Gleiche, aber das hat er dann problemlos verkraftet. Vermutlich hat er sich erinnert, dass er da schon mal gewesen ist und wir wieder gekommen sind.
     
  4. Lillian

    Lillian Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. August 2005
    Beiträge:
    350
    Ort:
    Linz
    Habe jetzt nur ich geheult, wie ein Schlosshund, oder gehts euch auch so?
    Wie kann man nur so herzlos sein, ein Tier, das einen jahrelang begleitet hat, einfach so wegzugeben (selbst wenn es nicht eingeschläfert würde)?
     
  5. Naivchen

    Naivchen Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    18. September 2005
    Beiträge:
    725
    Ort:
    Thüringen / Deutschland
    Jepp, willkommen im Club. [​IMG]

    Da ja darum gebeten wurde , es zu veröffentlichen, hab ich es gleich ins Tierliebe.at gestellt.

    Ich mußte auch mal einen Hund von mir weggeben, aber, ich hab wenigstens versucht (und auch geschafft) sie in gute Hände zu geben.
    Dort wird sie verwöhnt und geliebt.Und wenn genug Zeit verstrichen ist (ih denke, nächstes Frühjahr, werden wir sie besuchen.

    liebe Grüße Naivchen
     
  6. Balance00

    Balance00 Mitglied

    Registriert seit:
    16. November 2005
    Beiträge:
    130
    Werbung:
    :cry3::cry3::cry3:

    Super Text, wirklich sehr traurig!!!!
    Sowas bringt einem zum nachdenken!!!!


    Ich kenn da auch einen, hab ihn bekommen kurz nachdem mein Hund letztes Jahr gestorben ist.
    Obwohl ich nicht so wirklich religiös bin, finde ich ihn schön.

    ****

    "Ich werde dir für eine Weile diesen Hund leihen", sagte Gott.
    "Damit du ihn liebst, während er lebt und damit du um ihn trauerst, wenn er gegangen ist.
    Vielleicht für zwölf oder vierzehn Jahre,
    oder vielleicht auch nur für zwei oder drei.

    Aber wirst du, bis ich ihn zurückrufe, für ihn sorgen?

    Er wird dich mit all seinem Charme erfreuen.
    Und sollte auch sein Aufenthalt kurz sein,
    wirst du dich immer an ihn erinnern,
    auch in deinem grössten Kummer.

    Ich kann dir nicht versprechen, dass er bleiben wird,
    weil alle von der Erde wieder zurückkehren.

    Aber es gibt Dinge, die hier gelernt werden,
    die dieser Welpe lernen soll.
    Ich habe um die ganze Welt geschaut, um einen geeigneten Lehrer zu finden.
    Und von allem Volk, das sich auf der Erde tummelt,
    habe ich dich gewählt.

    Nun, wirst du ihm all deine Liebe geben,
    nicht das Unvermeidliche scheuen,
    noch mich hassen, wenn ich komme, um ihn zurückzuholen?

    Ich liebte es, wenn sie sagten: "Mein Gott, dein Wille geschehe!"

    Trotz all der Freude, die dieser Welpe dir bringen wird,
    gehst du das Risiko von großem Schmerz ein.

    Wirst du ihn mit Zärtlichkeit aufnehmen,
    wirst du ihn lieben, während du darfst,
    und für das Glück, dass du kennen lernen wirst,
    für immer dankbar sein?

    Aber sollte ich ihn viel früher zurückrufen, als du rechnest,
    bitte trage tapfer den bitteren Schmerz, der kommt
    und versuche zu verstehen.
    Erinnere dich daran, als du ihn mit deiner Liebe umhegen konntest,
    halte jeden Moment eures vertrauten Bandes fest
    und sei sicher: Er liebte dich auch"
     
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