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Laufen

Dieses Thema im Forum "Meditation" wurde erstellt von Trixi Maus, 13. Juni 2011.

  1. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2005
    Beiträge:
    26.439
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    Hier geht es um das meditative Laufen. Oder um das Meditative beim Laufen. Um Laufmeditation vielleicht sogar.

    Ich mache den Anfang, indem ich von meinen Beobachtungen berichte:

    - Kinder, die laufen, ohne daß es einen besonderen Zweck hätte, lachen dabei häufig.
    - Laufen geht schneller als Gehen und man kommt besser voran als im Sitzen.
    - "Am Laufenden Band" war eine Fernsehsendung mit Rudi Carell.
    - Laufen ist mit Saufen, Taufen, Raufen und Kaufen nicht zu verwechseln.

    Ansonsten ist Laufen tatsächlich sehr ähnlich wie Gehen. Und doch anders. Hier in diesem Thread geht es darum.

    lg
     
  2. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Oktober 2005
    Beiträge:
    26.439
    Laufen bringt mich relativ schnell in einen meditativen Zustand. Meist muß ich nur ein paar Schritte laufen, mich dann etwas lockern und dehnen, und dann kann ich laufen. In mir wird's dann ruhig und ich höre meinem Atem und meinen Füssen zu. (tapptapptapp, denn der Atem geht ja leise.)

    Ausgesprochen glücklich macht es mich, schneller zu laufen als nötig. Ich tue das, um mein Herz zu trainieren, daß ich immer mal einige hundert Meter schneller laufe. Ich weiß aus Erfahrung: wenn ich einige hundert Meter sehr schnell laufen kann, ohne aus der Puste zu kommen, dann fühle ich mich fit. Und wenn ich zwei Kilometer durchlaufen kann in einem schnellen Tempo, dann fühle ich mich gut. Und wenn ich 5 Kilometer zügig laufen kann, dann bin ich auch noch stolz auf mich und fühle mich prima.

    Mein Ding ist also weniger das Laufen zu zweit, um sich zu unterhalten. Das mache ich gehend. Sondern ich führe es durchaus bewußt aus, um eine andere Leistung bringen zu müssen als im Gehen, Stehen oder Sitzen, gar liegend. Aber: natürlich will ich das Laufen nicht unbewußter tun, drohen doch durch es auch diverse Gefahren. (So könnte man umknicken, oder gar einfach so tot umfallen, oder sich in Luft auflösen. An Spontanverbrennung gar nicht zu denken...)


    btw:
     
  3. urany

    urany Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. Juli 2008
    Beiträge:
    11.111
    Schöne Idee, deine thread-Folge, Trixi Maus. :)

    Zum Laufen hab ich mal ziemlich viel geschrieben. Und im Moment ist mir nicht so danach, was Persönliches zu schreiben. Hier aber ein kleiner Ausschnitt aus dem zweiten Teil meiner Arbeit:



    Einer, der sich intensiv mit dem Laufen auseinandergesetzt hat, war George Sheehan. Er hat sich das Zitat "First be a good animal" von Ralph Waldo Emerson , dem berühmten amerikanischen Philosophen des vorletzten Jahrhunderts, zum Lebensmotto gemacht und seine Bücher sind ein Vermächtnis von ganzheitlichen Betrachtungsweisen des Laufens.
    Sheehan betrachtete das Laufen als ein Spiel. Aus der folgenden Aussage von ihm sind Parallelen zu einem wichtigen Aspekt in der Feldenkraisarbeit erkennbar:
    “Jede Meile, die ich laufe, ist meine erste. Jede Stunde auf der Laufstrecke ist ein neuer Beginn. An jedem Tag, an dem ich meine Laufsachen anziehe, werde ich neu geboren. Ich sehe Dinge so, als sähe ich sie zum ersten Mal, sehe das Gewohnte als ungewohnt, das Übliche als unüblich. Es so zu tun, wie Goethe sagte, war das Schwierigste von allem: mit meinen eigenen Augen das zu betrachten, was vor mir ausgebreitet ist. Dieses auf das Laufen zu übertragen, auf das Spiel, in der Haltung des Kindes, aus der Sichtweise eines Poeten. Ein Anfänger sein mit dem Geist eines Anfängers, dem Körper eines Anfängers...”

    Sheehan versuchte nicht, andere zu belehren, er verordnete das Laufen nicht als Medikament und verteilte keine Rezepte. Er versuchte vielmehr durch sein eigenes Beispiel zu lehren. Jeder solle sein eigener Lehrer werden, indem er seine eigenen Erfahrungen mache, sagte Sheehan. Er beschrieb, wie das Laufen auf ihn und sein Leben wirkte und wie es für uns zu einem Werkzeug werden kann, um zu uns selbst zu finden, indem wir auf unseren eigenen Körper hören. Sheehan sagte, er habe in sehr kurzer Zeit die erste und wichtigste Vorschrift in Sachen Fitness gelernt, und die sei: "Horch in deinen Körper!"
    Diese Aussage Sheehans ist zu einem wichtigen Leitsatz der "Lauftherapie" (Paderborner Modell) geworden. Durch Sheehan hat die Laufbewegung eine neue, andere Betrachtungsweise und Dimension erhalten.
    George Sheehan lebte von 1918 bis 1993 in Amerika. Er hatte Humanmedizin studiert und wurde praktizierender Kardiologe. Aber in seinem Beruf war er nicht zufrieden. Trotz Erfolg und Sicherheit, die ihm die kardiologische Praxis gewährten, wollte er ein neues Leben beginnen. Er hat sich intensiv mit Philosophie befasst und mit grossen Denkern der Weltliteratur und immer wieder mit seinem Lieblingsautor R.W. Emerson, den er später bevorzugt in seinen Vorträgen und Publikationen zitierte.

    Mit dem Laufen begann Sheehan im Alter von 45 Jahren, und bereits ein Jahr später hat er am Boston Marathon teilgenommen. Diesen hat er in der Folge 21 mal absolviert und ausserdem an vielen anderen Wettkämpfen teilgenommen. Die Atmosphäre von Wettkämpfen hat ihn fasziniert und die Teilnahme an diesen Veranstaltungen immer wieder inspiriert. Das Laufen war zu einem festen Bestandteil seines Lebens geworden und dieses hatte sich merklich geändert. Dadurch, dass sich mit dem Laufen auch seine Persönlichkeit zu verändern begann, fühlte er sich innerlich dazu getrieben, seinen Gedanken, Gefühlen und Ideen Ausdruck zu verleihen und er begann zu schreiben. Er hielt Vorträge über das Laufen, verfasste Bücher und wurde in kurzer Zeit auch über Läuferkreise hinaus sehr bekannt. Sein erstes Buch erschien 1975 und ihm folgten sieben weitere.

    Sheehan zeigte in seinen Büchern und Vorträgen die Wege auf, wie man laufen als Werkzeug benutzen kann, um einen Lebensstil zu finden, der einem wirklich gemäss ist. Er war davon überzeugt, dass wer sich verändern wolle, beim Körper ansetzen müsse. “Ich glaube nicht, dass man sich verändern kann, ohne dass man seinen Körper ändert” sagte er. Mit seinen eigenen Erfahrungen wollte er die Wege weisen, wie Menschen zum "guten Tier", dem "good animal" werden können."


    Ich war heute auch, aber walken, ohne Stöcke. Und zwischendrin kurze Jogging-Einlagen.

    :)
     
  4. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    ist für heute noch aufn programm- mal raus zum gehen
    obs zum laufen kommt weiss ich nicht
    wenns fürs gehen reicht
    wär mir schon lieb
     
  5. PT 1976

    PT 1976 Aktives Mitglied

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    Wien
    hi ..

    so läuft also die meditation! ..

    lg
    PT
     
  6. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    mit heidegger auf den lauschern wirds poetisch:D
    da kommt man in schwung
     
  7. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    26.439
    Seeehr inspirierend, Eure Beiträge. Hallo alle! Und willkommen. :welle:

    Vielen Dank für den Ausschnitt aus Deiner Arbeit, Malve. Das ist ja ein kleiner Schatz für das Thema, das Du da vorgestellt hast.


    http://www.youtube.com/results?search_query=George+Sheehan&aq=f
     
  8. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    26.439
    Ja, also "Thougts On The Run"...

    was denke ich eigentlich, wenn ich laufe? Im Moment noch meistens nichts, was nicht mit dem Laufen zu tun hat. Ich fange ja erst wieder damit an - wenn es auch schon ziemlich gut klappt, wie ich persönlich finde. Man muß wissen, daß ich einige Jahre ganz einfach nicht die Konstitution hatte zum Laufen, wegen gravierender Wirbelsäulen- und daraus resultierenden Haltungsschäden. Ich war phasenweise froh, ohne allzu viele Schmerzen von Bett zum Klo zu kommen und habe meine Runden dann nach und nach erweitern müssen. Über Monate, rückblickend über Jahre hinweg.

    Und heute laufe ich wieder !!! *mal kurz heil, ääh, heul. Ein freudscher Verschreiber.*

    Ich habe eine Schmerzskala in der Küche liegen, die ich täglich bediene. Oft nicht manuell, sondern geistig. Lange Zeit habe ich die Skala nicht herausgeholt, weil ich sie stets in der oberen Hälfte eingestellt hätte und damit einfach nicht klar kam, das dann immer zu sehen. Man konnte es nämlich nicht von jetzt auf gleich ändern, leider.

    Und es ist ein jahrelanges Lernen gewesen, mich wieder bewegen zu können. Seit 2 Tagen hängt die Schmerzskala jetzt wieder an der Wand, und ich bewege mich im unteren Drittel. Das ist so dermaßen toll für mich, weil ich mich damit abgefunden hatte, daß ich vermutlich nicht mehr schmerzfrei werde in meinem Leben. Aber in den letzten 2 Tagen habe ich eine Idee bekommen, was das heissen könnte: schmerzfrei leben.

    wowwww.... :)

    .... und das Laufen hat da einen profunden Anteil dran. Aber: wenn ich einfach so losliefe, hätte ich nicht diesen Effekt, den ich erlebe. Durch das Laufen wird der Körper nur dann wirklich gut aktiviert, wenn man "richtig" läuft und den Bewegungsablauf möglichst akkurat ausführt. Ich gehe morgens ab und zu am Rheinufer in Bonn entlang, vor 7 Uhr. Da treffe ich immer viele Jogger und mache dann Bewegungsstudien. Tageweise vergleiche ich die Läufer mit Tieren: die Eine läuft wie ne Kuh, der andere eiert wie ein Marabuh vom rechten auf das linke Bein. Und so weiter. Oder ich analysiere die Gelenkschwächen oder die Bereiche der Muskulatur, die nicht beim Laufen mitarbeiten und daher auch vom Laufen nichts haben. Liefe der Mensch anders, hätte er das Zehnfache vom Laufen.


    Daher ist Laufen für mich wie Sitzmediation - nur eben in Bewegung. Ich muß erst mal in meinen Körper wirklich reinkommen, muß in der Lage sein, ihn wirklich von oben bis unten zu spüren in seinen tierischen Regionen. Und dann kann ich versuchen, diese Wundermaschine in einen flüssigen Lauf zu bekommen, in dem meine Knie keinen Schlag bei jedem Schritt abbekommen, weil ich "rund" laufe. Es fühlt sich für mich dann manchmal so an, als ob eine Kugel über die Straße rollt, es gibt kein Auf und kein Ab, sondern ein Vorwärts, das läuft. Ist der Boden holprig, fühlt es sich eher an wie eine Spinne, die auf 8 Beinen läuft. Dann ist mein Becken das Steuer, der Oberkörper das Steuerruder und die Beine führen aus, was das Auge sieht. Sie drücken die Füsse auf den Platz zwischen den Steinen und Wurzeln, sicher.

    Dafür, für dieses Ganzheitsgefühl beim Laufen, bin ich beim Laufen immer in einer möglichst vollkommenen Spannung. Von den Finger- bis zu den Fußspitzen. Ist es nicht so, dann fällt mir ein Arm, ein Bein, die Hüfte oder gar eine Seite aus der "Kugel" heraus und beginnt zu schlackern. Und dann eiere ich, bekomme Seitenstiche, und muß gehen. Oder das Knie tut weh, oder die Luft reicht nicht, weil die Schultern verkrampft sind. Oder ich spüre Druck, weil der Nacken nicht frei ist. Ich muß eben alles immer möglichst optimal nutzen - ist vielleicht auch ein Tick von mir, aber auch ein notgedrungener.

    Und genau so ist das beim Sitzen ebenfalls. Vom Grundsatz her. Auch da ist höchste Achtsamkeit auf das, was ist. Vor-Mich-Hindenken kann ich persönlich besser bei der Hausarbeit.

    (Aber ich nehme mir hiermit vor, sobald ich soweit bin, während des Laufens über Arbeit nachzudenken und fiktive Gespräche mit anderen Personen zu führen - wie ich es beim Fernsehen manchmal mache. Oder bleib ich vielleicht doch lieber bewußt? Ich glaub doch, ja.:rolleyes:)
     
  9. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

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    Vorgestern konnte ich beim Laufen eine Weile meine Gedanken zulassen und sie beobachten. Sonst muß ich immer so auf meinen Körper achten, daß ich nicht dazu komme. Oder es geht über Stock und Stein und Denken wäre lebensgefährlich...

    ... aber vorgestern ging es mal ganz flüssig und ich dachte berufliche Gedanken. Nachhall des Tages. Aber: das Faszinosum, den laufenden Körper zu beobachten und ihn zu steuern, er zu sein, hat mich dann doch bald wieder gefangen genommen.
     
  10. Trixi Maus

    Trixi Maus Sehr aktives Mitglied

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    Mittlerweile bin ich nach diversen kleineren Knie- und Fußpausen wirklich in eine Art Meditation beim Laufen geraten. Es setzt so nach 1 oder 2 Kilometern ein, daß ich kaum mehr etwas tue, daß mein Geist leer wird und daß ich "einfach" laufe. Ich denke dann das, was gerade ansteht bezüglich dem, was mir beim Laufen begegnet oder auffällt. Aber ansonsten denke ich nicht mehr, z.B. nicht mehr über die Arbeit.

    Interessant finde ich, wie nach einigen Kilometern das Interesse am Aufhören, am Stehenbleiben verschwindet. Ich weiß noch genau, wie ich als Kind oft aufgebrochen bin um zu laufen. Aber nach einigen hundert Metern hatte ich keine Lust mehr, sah jetzt auch den Zweck nicht, warum ich laufen und nicht gehen sollte. Und also ging ich viel und wurde nie ein guter Dauerläufer.

    Jetzt, wo ich geistig reifer bin und gelernt habe durchzuhalten, obwohl es sich in mir nach Aufhören anhört, kann ich diese Schwelle überwinden. Ich atme ganz einfach so, wie ich es in der Meditation beim Sitzen und im Taichi gelernt habe. Und schon sind die Seitenstiche weg, die ich als Kind hatte und die Erschöpfung tritt gar nicht erst ein. Erst, wenn die Muskulatur natürlich ermüdet, was bei mir so nach einer Stunde lockerem Laufen zur Zeit der Fall ist. Ich will aber auf mehrere Stunden kommen, mein Ziel ist, einmal an einem Tag durch das ganze Tal zu laufen, in dem ich wohne, das dürften etwa 40 Kilometer sein. Aber dafür muß ich noch üben, Muskulatur aufbauen und die Gelenke stärken, damit ich das durchhalte. Und auch das Herz darf dafür noch etwas wachsen.

    lg
     
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