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Lao Tse & TAOISMUS

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von woELFin, 29. August 2002.

  1. woELFin

    woELFin Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. August 2002
    Beiträge:
    398
    Ort:
    Diariania/Wien
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    es wäre müßig, mein gesammeltes material hier rein zu pasten
    daher der einfach heit halber der link dazu,
    den thread möchte ich natürlich in nächster zeit noch mit inhalten ausbauen, in deutsch und englisch
    alles liebe
    woelfin :winken2:
    http://www.crazymartin.at/phpBB_2/viewtopic.php?t=164

    Nicht-Streiten – Laotse betrachte Gewalt und Konflikt, so streng sie auch kontrolliert sein mögen, als nicht sinnvoll, sie haben negative Auswirkungen. Das taoistische Bestreben ist es, Probleme durch friedliche Mittel zu lösen.

    · Nicht-Handeln - Einfältige Menschen verschwenden viel Energie und Zeit im Versuch, alles zu tun, und letztendlich nichts zu erreichen. Andererseits scheinen die wahren Weisen überhaupt nicht viel zu tun, erreichen jedoch alles, was sie wollen. Diese Magie ist möglich, ja sogar unvermeidbar, wenn man in Einklang mit dem Tao lebt.

    · Absichtslosigkeit - Wir vollbringen oft tugendhafte Taten in der Hoffnung auf Lob und Anerkennung. Darin liegt keinerlei Tugendhaftigkeit. Wahre Tugendhaftigkeit besteht darin, solche Handlungen natürlich fließen zu lassen, ohne dass dazu ein bewusster Gedanke oder Anstrengung möglich wäre.

    · Einfachheit – Die Grundlage unserer Realität und Existenz ist elementar und unkompliziert. Menschen verursachen sich selbst viele Probleme, indem sie alles komplizierter gestalten, als es in Wirklichkeit ist. Wenn wir lernen, unser Leben einfacher zu gestalten, können wir eine tiefe Erfüllung erfahren, die so viel mehr Bedeutung hat als die Belohnungen der materiellen Welt.

    · Weisheit – Die Logik hat ihren Platz im menschlichen Denken, doch sie ist nicht alles. Das, was wir durch vernüftiges Begründen verstehen können, ist begrenzt. Um uns über diese Beschränkung hinwegsetzen zu können, müssen wir unsere ganze Intuition einsetzen. Dies ist der Schlüssel zur Einsicht im Gegensatz zum Wissen, und der Unterschied zwischen Tao leben und über Tao lesen.

    · Bescheidenheit – Je mehr du lernst, desto mehr bemerkst du, wieviel noch zu lernen ist. Dadurch wirst du bescheiden. Arroganz und Egoismus wurzeln in Ignoranz – wenig zu wissen und so zu tun, als wüsste man viel.

    · Dualität – Laotse strich hervor, dass alle Eigenschaften in der Welt ihre Bedeutung nur als der Existenz ihres Gegenteils beziehen. Etwas kann nur groß sein, wenn es etwas anderes gibt, das im Vergleich dazu klein ist. “Gut” existiert in der Welt, solange auch “böse” existiert. Das eine kann nicht ohne das andere sein.
     
  2. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    16. September 2001
    Beiträge:
    15.201
    Ort:
    Oberösterreich
    Grundsätzlich empfinde ich alle Punkte als richtig, zu zweien habe ich aber Fragen.

    Natürlich ja zum letzten Satz, aber wie definierst Du Konflikt? Nicht jedem Konflikt kann man ausweichen, Konflikte sind ja auch dazu da Dich selber weiterzubringen. Oder bezieht sich obiges rein auf das gewaltsame Austragen von Konflikten?

    Was ist der Unterschied zwischen Nicht-Handeln, Nichts-Tun und Treiben-Lassen? Natürlich hat jeder von uns schon erlebt dass sich Dinge von selbst positiv erledigt haben nachdem man sich vorher verzweifelt aber vergebens darum bemühte, trotzdem bin ich noch nicht weise genug obigen Absatz zu verstehen. Hast Du hier noch andere Quellen oder ausführlichere Texte?
     
  3. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
    Doller Thread , scheinbar war die Zeit reif dafür..!? :)


    Also: nicht gleich wieder aufhören ! *hechelsabbergier* :D
     
  4. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
    Quelle: www.zen-power.de
    (E-Mail Responder: Zen Power-Tipps, Ralf Hiltmann, Vervielfältigung unter Quellangabe erlaubt & erwünscht)

    ================[ Impulse zur Selbstermächtigung ]=================

    >>> Wer bin ich, und wie will ich leben? <<<

    Der * TaoCoaching-Tipp für´s Wochenende * 27/2002

    ===================================================================




    * HIER UND JETZT


    Als wir geboren wurden, waren wir völlig wach und präsent. Dann
    haben wir gelernt, in der Vergangenheit und in der Zukunft zu leben.
    Wenn du kleine Kinder beobachtest, verstehst du, von was ich
    spreche. Sie sind sehr präsent, bis sie es verlernen. Vielleicht ist
    das der Grund, weshalb die Zeit langsamer verging, als wir jung
    waren und uns davon zu rasen droht, wenn wir älter werden.
    Es scheint, dass je älter wir werden, umso mehr Vergangenheit und
    Zukunft unseren Kopf füllt und die Gegenwart verdrängt.

    Bist du in diesem Augenblick gegenwärtig und präsent? Halte einen
    Augenblick inne und werde dir deiner Gedanken und Gefühle bewusst.
    An was denkst du gerade? Denkst du daran, dies hier schnell hinter
    dich zu bringen, damit du dich anderen wichtigen Dingen zuwenden
    kannst? Oder denkst du gerade an etwas, das irgendwann vorhin
    geschehen ist, vielleicht ein Gespräch bei der Arbeit mit einem
    Kollegen? Wenn du genau hinschaust, wirst du bemerken, dass du dich
    überwiegend in der Zukunft oder Vergangenheit aufhältst.

    Achte auch einmal auf deinen Körper. Was fühlst du? Fühlt sich dein
    Körper leicht und entspannt an? Oder eher angespannt und unter
    Druck? Wenn du irgendetwas anderes als Leichtigkeit und Entspannung
    empfindest, bist du nicht in der Gegenwart! Dein Körper ist ein
    wunderbares Barometer deiner Gedanken. Er spiegelt dir wider, was in
    deinem Kopf vor sich geht.


    Zwei wichtige Schlüssel, um in die Gegenwart zu kommen, sind:

    1. Deinen Verstand beruhigen und

    2. jeglichen Widerstand aufgeben.

    Indem du deinen Verstand zur Ruhe bringst, unterbrichst du das
    ununterbrochene Plappern in deinem Kopf. Und indem du den Widerstand
    gegen das, was ist, aufgibst, erlaubst du dir, völlig präsent im
    Fluß des Lebens mitzufließen.

    Interessanterweise beendest du damit auch den ständigen inneren
    Kampf und hörst auf, dich und andere zu bewerten und zu beurteilen.
    Du wirst dich weniger sorgen und ängstigen und mehr inneren Frieden
    finden.

    Fühle, wie es sich anfühlt, völlig wach und präsent zu sein und
    genieße :)




    +----------------------------------------------------------------+



    "Lebe leidenschaftlich! Es ist der Grad deiner Intensität, deiner
    Hingabe und Leidenschaft, der jeden Augenblick deines Lebens
    erweckt."

    -- aus dem eBook "Funken der Erleuchtung" - das gibt´s jetzt
    kostenlos:
    http://www.one-tao.com/ebooks/erleuchtung.htm



    +----------------------------------------------------------------+



    * TOTALE VERANTWORTUNG


    Bist du gestresst? Bist du so damit beschäftigt, in die Zukunft zu
    gelangen, dass die Gegenwart zum reinen Mittel geworden ist, dort
    anzukommen? Stress wird verursacht, wenn du "hier" bist, aber "dort"
    sein willst, wenn du in der Gegenwart bist, aber in der Zukunft sein
    willst. Das ist eine Spaltung, die dich innerlich zerreißt. Eine
    solche Spaltung zu schaffen und mit ihr zu leben ist verrückt. Die
    Tatsache, dass jeder es tut, läßt es nicht weniger verrückt sein.

    Wenn es nötig ist, dann kannst du dich schnell bewegen, schnell
    arbeiten oder sogar rennen, ohne an die Zukunft zu denken und ohne
    der Gegenwart Widerstand zu leisten. Wenn du dich bewegst,
    arbeitest, rennst - dann tue es total. Genieße den Energiefluss, die
    enorme Energie des Moments. Nun bist du nicht mehr gestresst, nicht
    mehr gespalten.

    Du bewegst dich, rennst, arbeitest - und genießt es. Oder du läßt
    das alles los und setzt dich auf eine Parkbank. Beobachte dabei aber
    deinen Verstand. Er sagt vielleicht: "Du solltest jetzt aber
    arbeiten. Du vergeudest deine Zeit." Beobachte den Verstand. Lächle
    über ihn.

    Widmest du der Vergangenheit einen großen Teil deiner
    Aufmerksamkeit? Sprichst du häufig darüber? Denkst du oft darüber
    nach, positiv oder negativ? Was du erreicht hast, die Dinge, die man
    dir angetan hat oder das, was du anderen angetan hast? Entstehen aus
    deinen Gedankenprozessen Gefühle wie Schuld, Stolz, Groll, Wut,
    Bedauern oder Selbstmitleid?

    Lass die Vergangenheit jeden Moment los. Du brauchst sie nicht.
    Beziehe dich auf sie nur, wenn es für die Gegenwart absolut
    notwendig ist. Fühle die Kraft des Moments und die Fülle des Seins.
    Fühle deine Gegenwärtigkeit.


    -- aus: JETZT. Die Kraft der Gegenwart. Ein Leitfaden zum spirituellen
    Erwachen; von Eckhard Tolle:
    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3933496535/zenpowerseminber



    +----------------------------------------------------------------+



    * TIPPS ZUR INTEGRATION


    ° Achte auf deinen Atem. Wenn du dich innerlich aufgewühlt fühlst,
    atme einige Male tief ein und aus und richte deine Aufmerksamkeit
    auf die Atembewegung.


    ° Beobachte deinen Verstand und deinen Körper, deine Gedanken,
    Empfindungen und Gefühle. Einfach nur beobachten, ohne sie zu
    bewerten. Laß´ sie einfach kommen, sie gehen von allein wieder,
    wenn du sie läßt.


    ° Eine weitere gute Möglichkeit, innerlich zur Ruhe zu kommen, ist,
    alles aufzuschreiben, was dir gerade durch den Kopf geht und so
    unglaublich wichtig zu sein scheint - schütte deinen Verstand auf
    ein Blatt Papier.


    ° Nimm dir über den Tag verteilt immer wieder ein paar Minuten Zeit,
    um so richtig in der Zukunft und der Vergangenheit zu schwelgen.
    Tue dies ganz bewusst und absichtsvoll. Und wenn zwischendurch
    Gedanken an Zukunft oder Vergangenheit auftauchen, verschiebe sie
    auf diese Auszeiten.


    ° Mache inneren Frieden zu deinem größten Ziel. Am besten
    schriftlich!


    ° Ein Vielzahl hilfreicher und wirkungsvoller Übungen für ein waches
    und präsentes Leben findest du im ReSurfacing-Arbeitsbuch:
    http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3933496225/zenpowerseminber


    ... mit dem auch im ReSurfacing-Workshop gearbeitet wird:
    http://www.zenpower.de/workshops/resurfacing.htm



    ================================================================



    *** Wenn Ihnen der TaoCoaching-Tipp gefallen hat und Sie andere
    Menschen kennen, die ebenfalls einen Nutzen davon haben könnten,
    dann empfehlen Sie ihn doch bitte weiter ... einfach auf
    <Weiterleiten> drücken ... E-mail-Adresse eingeben ... und ab die
    Post - Dankeschön :)
     
  5. Isis

    Isis Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Mai 2002
    Beiträge:
    1.003
    Ort:
    Saarland
    Gut, also zu den Taoisten:

    In diesem Zusammenhang ist es sehr hilfreich, sich einmal mit dem I Ging, eines der ältesten chinesichen Dokumente, zu befassen. Man schätzt sein Alter auf ca 5000 Jahre. Konfuzius ergänzte diese Texte um wertvolle Kommentare. Der Einfluß der Texte auf die Philosophie, Mathematik, Polititk, Strategie, auf die Lehre von der Malerei, der Musik und der Kunst war so grundlegend, daß es unmöglich war, diese Bereiche zu verstehen, ohne Kenntnisse des I Ging. Auch heute noch ist es ein bedeutender Teil der chinesischen Kultur und in gebildeten Kreisen, müssen die Menschen es sogar auswendig lernen.
    Das I Ging ist mit dem Konfuzianismus, dem Taoismus und indirekt mit dem Zen-Buddhismus verbunden worden. Laotses Buch „Tao te king“ wurde zur Grundlage der taoistischen Philosophie, deren grundlegende Gedanken wiederum im I Ging enthalten sind. Das I Ging erklärt das Tao te king, so wie das Tao te king das I Ging erklärt. Das I Ging hat seine Bedeutung bis heute bewahrt, obwohl die weltweite Beachtung immer noch in den Anfängen ist.

    Der Name I (ursprünglich Chamäleon) umfaßt drei Bedeutungen: Das Leichte, die Wandlung und das Stetige.
    Das heißt: Was wir mit Klarheit erkennen, ist leicht auszuführen. Das wiederum führt zu Dauerhaftigkeit des Charakters und Entwicklung der eigenen Willensstärke, die man als Geschenk in den Dienst dessen stellt, was höher ist als das eigene Selbst – ein Dienst, in dem sich der Sinn unseres Lebens erfüllt,

    Richard Wilhelm (Übersetzter des I Ging) beschreibt das „Leichte“ als eine unkomplizierte Einfachheit des Herzens, die Voraussetzung ist für das Verstehen und das Erreichen von Klarheit.
    Den Wandel beschreibt er als einen äußerlich dynamischen Vorgang, der dem Menschen dazu dient, seine Lebensperspektive zu entwickeln und den Sinn des Lebens zu erkennen. Sich der Bewegung, dem natürlichen Fluß zu widersetzen, hieße, die Chance zum Wachstum und zur Entwicklung in ein höheres Wesen zu versäumen. Im Strom dieser Entwicklung zu stehen, ist natürliche Gegebenheit; ihn zu erkennen und ihm zu folgen, ist Verantwortung und freie Wahl.
    Das Dritte, das „Stetige“ schließt auch das Sichere mit ein. Sicherheit, das ist das klare Wissen des rechtens Stands, die Geborgenheit im recht-sinnigen Verlauf des Geschehens. Solche Sicherheit kommt von der menschlichen Tugend der Zuverlässigkeit. Tatsächlich gibt es keine größere Macht als die, die sich auf Beständigkeit gründet – beständig mit Einklang mit den Kosmos auszuharren.

    Während das Wort I das natürliche Gesetz des Wandels symbolisiert, impliziert das I auch die Mittel, sich dem Wandel anzupassen: es sind Einfachheit und Beständigkeit; es bezieht sich auch auf die Macht, das Gute zu wirken, die demjenigen zuwächst, der seine Geheimnisse erlernt und seinem Weg folgt.

    Der Ursprung aller Dinge, T’ai chi, bedeutet Einssein und Ureinheit. Dieser Urspung wird auch das Leere oder das Behältnis des Universums genannt. Es wird als unwandelbar, zeitlos und universal und als leerer Raum betrachtet. Es „arbeitet“ in einer Weise, die analog ist zur Arbeit des menschlichen Geistes, und es wird immer impliziert, daß der Ursprung aller Dinge der Kosmische Geist ist. Im menschlichen Geist entsteht ein Gedanke im leeren Raum; dieser Gedanke führt zu einer Handlung. Im kosmischen Geist entsteht das Bild; es wird Yang oder die Schöpferische Kraft genannt; seine Gegenwart erweckt sein Gegenüber, das Yin oder das Empfangende, welches ihm auf halben Wege entgegenkommt. Durch die ernährende Tätigkeit des Yin wird das Bild in die Erscheinung gebracht. Diese beiden Kräfte, das Yang und das Yin, sind die Ur-Gegensätze, ihr Einwirken aufeinander erschafft alle Dinge. Nach westlicher Vorstellung würden wir sagen, Gegensätze löschen sich gegenseitig aus, nach östlicher Vorstellung aber erwecken und ergänzen sie einander und schaffen so das ewige Rad des Wandels. Im menschlichen Geist entsteht das schöpferische Bild aus der intuitiven (Yang-) Fähigkeit; dieses Bild wird vom Verstand genährt und in die Wirklichkeit geboren. Der Verstand ist nach östlichem Verständnis eine Yin-Fähigkeit.
    Dies ist die Art und Weise, wie alle Dinge in die Erscheinung treten – alle Dinge, Ereignisse und Folgen von Ereignissen. So stellen das Yang und das Yin – das Schöpferische und das Empfangende – Kräfte dar, die einen Kreislauf bilden innerhalb der Leere, die ihrerseits bewegungslos, zeitlos, ewig und unwandelbar ist. Auf diese Weise enthält und bestimmt die Leere oder das T’ai Chi alle Dinge. Sie ist Ursprung und das eigentliche Behältnis aller Dinge in ihrer Ganzheit. Die Struktur des Atoms liefert wohl das beste Beispiel für ein wandelbares System innerhalb des Unwandelbaren. Elektronen kreisen um einen Kern von Teilchen innerhalb einer Hülle leeren Raumes. Der leere Raum ist ein integraler Bestandteil der Struktur des Atoms, genauso wie das Tai Chi ein integraler Bestandteil der Struktur des Daseins ist.

    Indem wir Yang und Yin in uns verkörpern, ist uns die freie Wahl gegeben, uns entweder für den inneren Weg des Himmels – unsere höhere Natur – oder aber für den Weg der Erde – unsere niedere Natur – zu entscheiden. Das Schöpferische erklärt, unser letztes Ziel bestehe darin, daß wir unsere Lebensspanne dazu nutzen, durch die Entfaltung des Selbst unser wahres und höchstes Bild, wie es im Geist der Gottheit aufbewahrt ist, zu vollenden. So ist dieses Leben mit all seinen Gegensätzen ein Ort, indem wir unser Wesen bis zur Vollkommenheit entwickeln. Als unser höchstes Ziel heißt es auch unser persönliches Tao.

    Das Tao ist ein Wort, für das es keine geeignete westliche Entsprechung gibt. Das Wechselspiel zwischen den beiden Urkräften Yin und Yang wird als „Das große Tao des Universums“ bezeichnet. Tao heißt auch „Der Firstbalken des Universums“ und „Das Vereinigende Prinzip“. Es ist der Firstbalken, weil es feststeht – es ist das unwandelbare Gesetz, das dem Wandel innewohnt. Der kosmische Wille. Auf mikrokosmischer Ebene äußert sich das Tao in den Menschen als menschlicher Wille. Der Firstbalken stellt unseren Willen dar, dem zu folgen, was groß ist in uns – unser ursprüngliches, wahres, höchstes Wesen – und unseren Lebensweg bis zum Ende in bewußtem Wollen und in Annahmebereitschaft zu gehen. Bewußtes Wollen heißt auch, dem Guten in Zeiten größter Belastung treu zu bleiben und nicht Zweifeln und Gefühlen der Hoffnungslosigkeit Raum geben.
    Das große Tao wird als der vollendete Wille betrachtet, der frei ist von Zweifeln, fest in seinen Grundsätzen, unwandelbar, der stets die Kräfte der Erneuerung, des Lebens, des Wandels, des Lichts, weitertreibt. Es ist Teil unseres persönlichen Tao oder Schicksals, diesen großen Willen untrüglich widerzuspiegeln, zu antworten; dadurch erzielen wir unseren höchsten Lebenssinn und Erfüllung.
    Das Tao heißt auch Das Vereinigende Prinzip, weil es die verstreuten Elemente zu sinnvollen Dingen formt, Ordnung aus dem Chaos, Harmonie aus dissonanten Elementen schafft und auseinander strebende Handlungsrichtlinien zusammenführt. Als solche ist das Tao der tiefere Sinn, der allen scheinbar unverbundenen Ereignissen zugrunde liegt.
    Wenn wir irgendwann einmal im Leben die Beschäftigung gefunden haben, die uns am meisten zusagt, blicken wir zurück auf scheinbar unzusammenhängende Dinge, die wir getan haben, die aber genau zu dem passen, was wir heute tun. An jedem Punkt unserer Entwicklung hätten wir sagen können, mein Leben führt zu nichts Bestimmtem! Und doch gab es einen tieferen Sinn. Das TAO als Vereinigendes Prinzip gibt unserem Leben einen Sinn.

    Es geht dabei nicht um Vorbestimmung; es ist eher die einzigartige Fähigkeit des Tao , allem, was wir getan haben, eine Einheit zu verleihen, sobald wir seine unwandelbaren Gesetze beachten und uns an ihnen ausrichten. Das Tao als Zimmermann vereint verschiedene Formen und Größen zu einer Gestalt. Alles was wir tun, kann vom Tao sinnvoll für höhere Zwecke verwendet werden. Wir müssen nur wahrnehmen. Immer ist alles vorhanden.
    In einem Kommentar heißt es:
    .....jedermann, der guten Willens ist, kann irgendwie ankommen. Wenn man noch so niedrig ist, wenn man nur bereit ist, sich zu reinigen, so wird man angenommen. Man kommt in eine Lage, da man sich fruchtbar an Leistungen erweisen kann und infolge davon Anerkennung findet.
    Das Tao weiß alles zum Erfolg zu bringen.

    Obwohl wir in der äußeren Welt leben, in der die Dinge ausgewogen und festgelegt werden können, stammt das Tao, das den Wandel in dieser Welt beherrscht, aus der verborgenen Welt und entzieht sich jeder Festlegung. Wir können uns ihm annähern, aber unsere Annäherungen sind begrenzt. Wir können das Tao in den tiefsten Tiefen unseres inneren Wesens wahrnehmen, in unserer Bewußtheit und in unserem undifferenzierten Wissen von allen Dingen. Wenn wir das I Ging für die Entfaltung unseres Selbst benutzten, heben wir unser intuitives Wissen um das Tao, das Vereinigende Prinzip, in unser Bewußtsein. Das geschieht, indem wir in unseren inneren leeren Raum hören, wo wir unsere Gedanken im Keim wahrnehmen können. Wir müssen am Wesentlichen festhalten und das Nebensächliche fahren lassen bzw. uns an das halten, was von Dauer ist. Wir müssen bis zu dem Quellen unseres Wesens hinabsteigen, um Antwort zu finden, so daß wir die Keime des Handelns erkennen. Durch Stillhalten finden wir den inneren leeren Raum, wo Keime unseres Handelns angelegt sind. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als nach innen zu horchen.

    Laotse hat gesagt:
    Die Belehrung ohne Worte, den Wert des Nicht-Handelns, erreichen nur wenige auf Erden.
    Und weiter führte er aus:
    Dreißig Speichen umgeben eine Nabe: In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
    Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen: In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
    Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werden: In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.
    Darum: Was ist, dient zum Besitz. Was nicht ist, dient zum Werk.

    Alles alles Liebe
    Isis
     
  6. woELFin

    woELFin Aktives Mitglied

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    Diariania/Wien
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    vorab allen danke für die umfangreichen reaktionen
    walter @ konflikt
    wie du weisst kann ich nicht umfassend auf alles eingehen, werde die konfliktfrage in diesem sinn baldestmöglich zu behandeln versuchen
    @ wu wei
    das ist eine uralte frage ich hab sie gelöst mit
    man soll dem schicksal zumindest die chance geben, zu passieren
    nicht handeln ist nicht-eingreifen in den lauf der dinge

    anbei ein weiterer text:
    Das Tao, das sich nennen lässt, ist nicht das wahre Tao.
    Diese unvergänglichen Worte sind eine Quelle der Inspiration für viele, doch sie können ebenso gut Verwirrung auslösen. Das Wesentliche ihrer Bedeutung scheint offensichtlich genug: Das Tao ist erhaben über bloße Worte, da Worte Bedeutung definieren und begrenzen. Die Kernaussage des Tao ist unbegrenzt und kann nicht adäquat durch die eingeschränkte Bedeutung von geschriebenen oder gesprochenen Worten transportiert werden; es kann nur direkt erfahren werden, durch unsere Intuition und Gefühle. Das ist die grundlegendste Wahrheit über das Tao, die Laotse auf prägnante Weise von Laotse als die passendste Einleitung zum Tao Te King ausgedrückt hat.
    ws. :winken2:
     
  7. Isis

    Isis Aktives Mitglied

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    Zum Beenden des Konfliktes, des Leides und der Angst führt eigentlich nur Selbsterkenntnis. Aber damit es zu einem Ende kommen kann, muß man zuerst ganz still stehen können.

    Kannst du deinen Konflikt ansehen, aus völliger Stille heraus?

    Das ist die Bedingung, das Gesetz: Mit dem Leiden total zusammen bleiben zu lernen, ohne eine Bewegung davon weg zu machen. Sonst gibt es keine Wandlung, keine Transformation, keine Lösung. Und das mit dem ganzen Strom der Gedanken, dem ganzen Strom des Leidens, dem ganzen Strom der Selbstsucht, der das menschliche Bewußtsein ausmacht. Das bedeutet, das ganze Bewußtsein der Welt in sich zu halten, zu tragen, mit ihm still sein zu können, ohne Ausflüchte, ohne den Versuch, es vermeiden zu wollen, ohne eine Veränderung zu wollen, annahmebereit sein. Still zu stehen bei dem, was ist, bei der Realität, die der Mensch geschaffen hat, sie zu sehen, wie sie ist, ohne Selbstmitleid, ohne Hader, sondern sie einfach zu sehen, mit Anteilnahme, mit Mitgefühl, mit Liebe.
    Dann erlebst zu zuerst die ganze Hoffnunglosigkeit unserer gemeinsamen Situationen, die ganze Aussichtslosigkeit und Ausweglosigkeit, die Tatsache, daß wir die Liebe verloren haben. In einem solchen Schauen finden alles Leid , das Altbekannte und das Denken ein Ende. Es gibt keine Hoffnung darin. Es gibt nur das Ende davon. Das ist eine Zustandsänderung, bei der du Abschied nimmst von allem Bekannten, in der zu beginnst, das Fremde zu sein, das Unverstandene, das, was ganz für sich steht. Das ist das Ende, ein Sterben in die Einsamkeit hinein.

    Darin liegt ein neuer Anfang. Daraus wird etwas Neues geboren, ein neuer Raum erschließt sich, eine neue Dimension. Und das Alte hat keinen Bezug zum Neuen. Sein Ende ist das Neue.
    Wenn der Schmerz im Herzen ganz geworden ist, rund geworden, dann ist die Liebe da. Aus vollkommenem Schmerz, bei dem du still stehst, entsteht die Flamme der Leidenschaft, die in einem Mitgefühl die ganze Welt umfassen kann. Schmerz ist Widerstand gegen die Liebe. Schmerz ist Liebe, die nicht ganz Platz hat in dir. Und du wirst geboren in eine andere Dimension des Seins, die kein Leiden kennt, keine Gefühle, keine Gedanken, keine Konflikte.
    Darin findest du die rechte Art des Denkens, frei von Angst. In diesem Zustand lebt man mit dem Alten, geht mit ihm um, umfasst es, hat Beziehung zu dem, was zu ihm keine haben kann. Dieser Zustand ist fühlen, aber er kennt kein Gefühl. Er kennt nur d a s Gefühl und d a s Gefühl ist Liebe und Erbarmen.

    Wenn das Leid ein Ende findet, bist du die Welt.

    Alles Liebe
    Isis
     
  8. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

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    Oberösterreich
    Danke, Isis, ein sehr schönes Posting! :)
     
  9. Wauuu, Isis.
     
  10. Isis

    Isis Aktives Mitglied

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    Die Kunst des Nichthandelns oder Richtiges Handeln

    Vor lauter Nichts-Tun hab ich doch das Nichts-Tun vergessen. ;)

    Unser ganzer Ausdruck ist normalerweise ein Zeichen unserer Flucht vor Einsamkeit. Unsere Handlungen gründen immer auf Wissen, auf Gedanken, auf Zeit. Deshalb sind wir Gefangene der Vergangenheit und leben in Vorschriften, Pflichten, Moral, Traditionen etc. Unsere Reaktion auf die immer neue Herausforderung des Jetzt, des Augenblicks, kommt immer aus dem Gedächtnis, aus dem, was wir schon wissen. Nie ist sie neu, nie unmittelbar.

    Nur Liebe kann diesem Neuen begegnen, weil sie es selber ist. Ohne sie macht Handlung keinen Sinn.
    Liebe und tu, was du willst. Ein oft mißverstandener Satz. Wenn Liebe da ist, ist die Handlung immer richtig. Aber solange uns die Liebe nicht gefunden hat, schafft Handlung nur Verwirrung und neues Leid. Und sie kann uns finden, wenn wir uns in der Haltung des Lauschens, des Schauens, der Wahrnehmung, der Selbsterkenntnis, des Nichts-Tuns im Herzen wie im Kopf, befinden. In der Meditation findet uns die Stille. Wir nehmen jede Handlung, jeden Ausdruck, zurück, weil wir wissen, daß alles Tun falsch ist, nicht wahr ist. Die Negation der inkompletten Handlung ist totale Handlung.

    Wahrhafte Handlung hat kein Motiv, keinen Anlaß. Es ist eine unmittelbare Antwort auf die aktuelle Herausforderung. Da gibt es keine Wahl. Liebe hat keine Wahl; deshalb macht sie uns ja auch Angst. Wenn sie da ist, übernimmt sie die Führung. Sie lebt uns, nicht wir sie. Die Reaktionen der Liebe kommen aus einer völligen Leere und gründet sich auf nichts, keine Absicht, kein Motiv. Sie kommen aus dem Urgrund der Intelligenz; es ist intelligent, es kümmert sich um das Ganze und wendet sich immer in Richtung aufzunehmender Unordnung.
    Da gibt es keine Gewohnheit, alles ist unberechenbar. Aber die Liebe schafft Ordnung und tut in jedem Moment das Richtige, auch wenn sie nicht perfekt ist. Sie kann immer wieder neu beginnen.

    Die Liebe ist reine leere Wahrnehmung. Sie sieht dich, sonst nichts, keine psychologischen Momente, die verschleiern, stehen zwischen dir und deiner Handlung.

    Liebe Grüße
    Isis
     
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