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Inzest - und wie nach der Aufstellung realer Umgang mit den Leuten..

Dieses Thema im Forum "Familienaufstellung" wurde erstellt von tinamaria, 6. März 2008.

  1. tinamaria

    tinamaria Mitglied

    Registriert seit:
    11. Mai 2006
    Beiträge:
    32
    Ort:
    Berlin
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    Hallo Ihr Lieben,

    letztes Jahr buchte ich eine Familienaufstellung - für mich selbst.
    In der AUfstellung kam heraus dass ich ein Kuckukskind bin - von meinem Onkel. Ich selbst bin mir zu 1000 prozent sicher als kleinkind von eben diesem onkel und meinem vater missbraucht worden zu sein. in der aufstellung war der vater "unschuldig" und ich konnte ihm vor lauter schamgefühl nicht in die augen sehen als ich dazugestellt wurde...

    die aufstellungsleiterin meinte zum schluss als ich allen "die ehre gab" dass ich nun meinen eltern ja wieder begegnen könne.. (muss dazu sagen dass ich zu der zeit jeglichen kontakt abgebrochen hatte). naiv und harmoniesüchtig wie ich war, habe ich den kontakt wieder aufgenommen - und sie waren "die alten". mir wird nach wie vor der missbrauch ausgeredet und ich frage mich schön langsam was dass dann alles gebracht hat....

    meine frage, wie gehe ich in "ECHT" mit den leuten um???????

    liebe grüsse von tina
     
  2. believe

    believe Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2008
    Beiträge:
    12.428
    Ort:
    Ungefähr .... hm .... hier
    Hallo, Tinamaria!

    Ob das wohl schon alles verarbeitet ist? Ich glaube, es braucht lange, bis man alle Facetten einer solchen Erfahrung verdaut hat. Eine Aufstellung genügt da GARANTIERT nicht! Wirst Du denn nachbetreut?
    Also, ich würde von Deiner Familie erst mal wegbleiben, schon weil sich ja gezeigt hat, dass bei den Betreffenden noch nichts "angekommen" ist!

    Liebe Grüße und viel Kraft!

    believe
     
  3. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Hallo Tinamaria,

    1. Das ist ein Problem bei Aufstellungen : sie zeigen ein Bild, das historisch richtig sein KANN - aber es nicht sein MUSS. Gerade die in der FA eine Zeit lang "modernen" Kuckuckskinder erwiesen sich manchmal als irreführend, wenn man sie als "historische Wahrheit" nahm. Eine FA ersetzt keinen biologischen Vaterschaftstest. Auch können in einer Aufstellung die Zeit- und Generationenbenen verschwimmen. Man stellt zB. den Vater auf - und plötzlich steht in Wirklichkeit der Großvater da.

    2. Das ist der Schmarrn mit künstlich herbeiführten, aufgesetzten "Lösungen", die nicht natürlich in einer Aufstellung wachsen. Solange etwas nicht wirklich aus dem Herzen kommt und persönlich stimmig ist, ist so etwas wie "den Eltern die Ehre geben " etc. einfach ein wirkungsloses Abspulen von Leerformeln.

    Hinzu kommt : in einer Aufstellung geschieht eine Entwicklung, die oft in der äusseren Realität erst nachvollzogen werden muss - die Zeit braucht, um sich auch in der Realität ausserhalb des Seminars zu verwirklichen. ZB. eine Versöhnung mit den Eltern am Ende einer Aufstellung heißt nicht, dass jetzt alles anders ist, wenn man heimkommt. Es kann sein, dass es in der Realität Monate und Jahre braucht, bis das Bild des Aufstellungsendes auch in der äusseren Realität sich verwirklicht. Es ist ein Bild (eine Möglichkeit, ein Hinweis) auf die es keine Garantie gibt, dass es sich genau so auch im Realleben einstellt.

    Das Verhältnis Aufstellung zu realem Leben ist eben oft nicht simpel 1:1.

    Gawyrd
     
  4. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Was bedeutet, zu "1000 Prozent" sicher zu sein ? Wenn man sich erinnern kann, ist man zu 100% sicher. Wenn man keine Erinnerung hat, bleibt Unsicherheit. Da Du vom Kleinkindalter sprichst - heißt das, dass Du keine Erinnerung hast ? Worauf stützt sich Deine Sicherheit ?

    Das mit dem Missbrauchsverdacht ist eine therapeutische Gradwanderung : einerseits soll man keine Hinweise übersehen - andererseits besteht die Gefahr, dass eine Familie durch einen Verdacht zerstört wird : und dann stellt sich manchmal heraus, dass alles ganz anders war. (Ich meine damit nicht real erinnerte Missbräuche - sondern Verdächtigungen in diese Richtung !).

    Es kann auch passieren, dass der Missbrauchsvorwurf in einer Familie weitergegeben wird - dass er in einer Generation geschehen ist, und dann in einer späteren Generation (gegen die falschen Männer) erhoben wird. Ich habe das einmal bei einer Frau erlebt, die ihrem Vater diesen Vorwurf machte - in Wirklichkeit dürfte ihre Mutter von deren Vater missbraucht worden sein.

    Gawyrd
     
  5. believe

    believe Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2008
    Beiträge:
    12.428
    Ort:
    Ungefähr .... hm .... hier
    Eine Familie, in der so ein Verdacht überhaupt MÖGLICH ist, ist schon zerstört!
    Auch, wenn man den Missbrauch "nur" für einen Ahnen weiterträgt, ist das Gefühl des Missbrauchs doch real und die Familienstruktur ist dementsprechend. Eine Klärung kann immer nur durch Konfrontation erfolgen, nicht durch Schweigen! Auch, wenn es lange dauert, bis die Konfrontation angenommen wird, also GEHÖRT und nicht abgewehrt!
    Manchmal ist es nicht möglich, das man gehört wird und man muss es dann halt mit sich selbst auf der Seelenebene ausmachen. Aber es ist in jedem Fall OK, wenn man es zunächst direkt versucht!

    LG

    believe
     
  6. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    Ja, wenn man/frau die Augen ganz fest vor der Realität verschließt und einfach an dem festhalten möchte, was zum Erklärungsmodell für eigene Befindlichkeiten geworden ist. Da kann dann der bloße Verdacht tatsächlich sehr viel zerstören ... aber das Konstrukt, dass etwas schon zerstört ist, WEIL dort so ein Verdacht aufkommen kann, ist hanebüchen.

    Erst mal gilt die Unschuldsvermutung wie überall - und eine Aufstellung liefert keine Beweise für stattgefundene Vergehen, sondern kann durchaus auch, wenn Aufstellende und Aufsteller auf die gleichen Projektionsebenen "geeicht" sind und lieber vorgefasste innere Konzepte inszenieren statt sich selbst von der Aufstellung auch verunsichern zu lassen, ein Zerrbild von Wirklichkeit ergeben. Und auch bei Vaterschaften hab ich das selbst schon erlebt in Aufstellungen, dass da Festlegungen getroffen wurden, die nur dann so ausfallen konnten, wenn man das dort stehende Bild und die Äußerungen der RepräsentantInnen mit einem massiven Filter wahrnahm.

    Ich habe den Eindruck, es war eine Zeitlang ziemlich in, Aufstellungen als Quasi-Beleg für den eigenen Opferstatus zu zelebrieren, vor allem dann, wenn es keine realen Anhaltspunkte für eine Viktimisierung gab. Ich habe auch an Aufstellungen teilgenommen, in denen die verborgene Vaterschaft oder ein Kindesmissbrauch verbürgt waren, und ich kann sagen, dass sich das energetisch ziemlich deutlich unterschied von Fällen, in denen ein möglicher (!) Missbrauch einfach als Erklärungsmodell für das Hier & Jetzt angenommen wurde.

    Alles Liebe,
    Jake
     
  7. believe

    believe Aktives Mitglied

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    Wieso ist das hanebüchen? Wenn ein Mensch sich missbraucht fühlt, muss das doch eine Ursache haben? Selbst, wenn es nicht sexuell war, aber IRGENDETWAS muss dann doch vorgefallen sein in dieser Familie und nicht nur einmal! Fällt denn so ein Gefühl vom Himmel?

    Es geht doch bei Aufstellungen nicht darum, einen Täter dingfest zu machen, sondern darum, Strukturen aufzudecken und zu heilen! Und das geht nur, wenn man sich der Wahrheit stellt. Gerade das VERHEIMLICHEN und ZUDECKEN verhindert doch, dass Heilung stattfinden kann!

    Wenn es so gehandhabt wird, bringt es natürlich keine Heilung! Aber einem Opfer muss einfach zugestanden werden, erstmal zu fühlen und auszudrücken, was das Opfersein so mit sich bringt.Ein Opfer will gesehen und anerkannt werden. Sowas nennt man LOSLASSEN! Man kann den 2. Schritt, die Vergebung, nun mal nicht vor dem 1. tun!
    Ich hoffe, dass das Missverständnis jetzt geklärt ist!

    Liebe Grüße

    believe
     
  8. ChrisTina

    ChrisTina Sehr aktives Mitglied

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    Im Himmelreich des Ortes, wo die Götter Schach spi
    Wobei sich mir persönlich jetzt grad die Frage stellt, wie Vergebung - im systemischen Sinn und Kontext - "heilbar" sein könnte :daisy:
     
  9. believe

    believe Aktives Mitglied

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    Ungefähr .... hm .... hier
    Hab ich was falsch ausgedrückt? Die Heilung IST die Vergebung und die Vergebung ist die Heilung. Man kann das aber nicht willentlich beschließen, sondern man gelangt durch innere Prozesse dahin. Und die beinhalten, dass man sich der inneren Wahrheit stellt.

    LG

    believe
     
  10. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    Einverstanden, soweit es das "Täter dingfest machen" betrifft. Dass es allerdings bei Aufstellungen darum ginge, "Strukturen aufzudecken und zu heilen", dabei kann ich überhaupt nicht mit. Der Begriff des "Systems" ist sehr viel weiter gefasst und vor allem eher an Beziehungen orientiert, als es Strukturen jemals sein könnten. Matthias Varga von Kibed, einer der Väter der Systemischen Strukturaufstellungen (SySt), betont da ganz ausdrücklich die systemische Komponente und sagt, was zum Beispiel kausale Zusammenhänge betrifft, nach denen immer wieder gern gesucht wird: "Ich kann das Wort systemisch nicht wirklich definieren, aber ich kann es über den Komparativ erklären: Eine Lösung ist umso systemischer, je mehr sie auf kausale Erklärungsmodelle verzichten kann."

    "Strukturen aufdecken" klingt mir schon sehr nach dem Suchen von von Kausalzusammenhängen... und ich hab auch mit dem Wort "Heilen" meine Probleme. In meiner Sicht geht es darum, einem Klienten Lösungswege oder zumindest Schritte zu zeigen, die Lösungswege ergeben können, wenn er die Schritte riskiert. Im Falles eines tatsächlichen Missbrauchs wäre das der Umgang mit diesem Faktum. Im Falle eines vermuteten Missbrauchs wäre das der Umgang mit einer unklaren Vermutung - und da kann das einzige der Wirklichkeit entsprechende Hinschauen nur darin liegen, eben genau das Unklare zu sehen und zu schauen, welche guten Möglichkeiten, damit zu leben, gefunden werden können. Das hat aber schon gar nichts mit Wegschauen oder Vertuschen zu tun, das wäre eher dann der Fall, wenn die reale Unklarheit durch eine scheinbar aus einer Aufstellung gewonnene Klarheit verdeckt würde, die so tut, als wäre sie die Wirklichkeit.

    Was eine Aufstellung leisten kann, ist zum Beispiel (wirklich nur zum Beispiel, denn da gibt es keine generellen Lösungen) angesichts eines unklaren Opfergefühls, mehr innere Klarheit zu gewinnen und zu sehen, dass ein selbstbestimmtes, autonomes Leben sich nicht zwangsläufig an solche Vermutungen binden muss - sich abkoppeln und befreien, das wäre meine Idee für ein mögliches "Loslassen" auch dann, wenn reale Klärung nicht möglich erscheint. Das hat auch nichts mit dem (immer die eigene Position etwas überhebenden) Verzeihen oder Vergeben zu tun - da genügt es schon, einfach von einem vielleicht über lange Zeit gehätschelten Vorwurf Abstand zu nehmen und die Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu richten, auf dass die Energie ihr folgen möge... schwer genug, aber ich habe in Aufstellungen erlebt, dass das möglich ist.

    Alles Liebe,
    Jake
     
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