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informelle institutionelle Kommunikation

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Michelles, 11. Oktober 2014.

  1. Michelles

    Michelles Mitglied

    Registriert seit:
    21. März 2011
    Beiträge:
    69
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    …klingt wie ein Seminar. Eigentlich wollte ich den Thread "Der ganz normale Wahnsinn" nennen, hoffte aber auf mehr "Reichweite" durch diesen Titel.

    Was ist los in der Verwaltung? In der Bürokratie? Das ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

    Es gibt einen beträchtlichen Anteil an "wissen, was los ist" welcher aber direkt auf "wissen wie der Hase läuft" aufbaut. Wobei sich "wissen wie der Hase läuft" auf interne hierarchische Strukturen bezieht, während "wissen was los ist" sich auf organisatorische Abläufe und die Funktionalität der Gesamtheit bezieht.

    "Wissen was los ist" ist für Eingesessene, es setzt eine gewisse Kenntnis der Abläufe und Akten voraus, ein intuitives Einschätzen, einen spielerischen Umgang mit den "Inputs" des Verwaltungsprozesses bzw im Fachjargon eine Kenntnis der 'Pappenheimer' wobei sich 'Pappenheimer' ausschließlich auf das Klientel bezieht und sich gänzlich von betriebsinternen Dynamiken unterscheidet, voraus.

    "wie der Hase läuft" und "wissen was los ist" sind beides jedoch höchst dynamische Teilbereiche die keineswegs als jeweils voraussetzend oder aufeinander aufbauend betrachtet werden können. Jedoch sollte es zugunsten der Qualitätssicherung tunlichst vermieden werden daß der eine Bereich auf den anderen Einfluss nimmt. Das scheint jedoch nicht immer so einfach zu sein.

    Gehen wir zurück zu den Anfängen unserer Kultur. Schon der erste bärtige in Lehmtafeln kritzelnde Gelehrte sah sich in seiner Gottgegebenen Mission Ordnung zu bringen tendentiell anarchischen und wirren Strukturen gegenübergestellt. Als Beispiel war etwa die Dynamik auf antiken Marktplätzen mit sämtlichen Händlern, Scharlatanen und Dieben gewissermaßen eine Herausforderung für den auserkorenen Beauftragten.

    Es scheint in der gesamten Entwicklung von damals über die ersten Lochkarten bis zur modernen Informationsgesellschaft einen Sprung gegeben zu haben. Es ist als hätte jemand festgestellt daß man das typisch Menschliche nicht zugunsten perfekter Ordnung abschalten kann. Jemand dessen nächster "mehr" hat als der andere wird immer Murren - analog zu feilschenden Händlern oder allfälligen Scharlatanen oder Dieben auf antiken Marktplätzen. Weiters scheint es aber daß durch eine Art "Mastermind" diese zutiefst menschlichen Eigenschaften manchmal mit eiskalter Berechnung zum Baustein einer funktionierenden Bürokratie wurden. Als hätte der "Architekt" heutiger bürokratischer Strukturen quasi diese Dynamik mit berücksichtigt.

    Wer meinen Worten folgen kann wird feststellen daß hier das Thema "wie der Hase läuft" in Augenschein genommen wird. Wir unterscheiden in den internen Strukturen verschiedene Archetypen.

    -) Der "Arschkriecher" etwa schwört darauf daß ihn sein Schutzpatron, also ein (austauschbarer) Vorgesetzter nie verlassen würde sofern die Gegenseitigkeit in dieser Beziehung gewährleistet ist.

    -) Der Draufgänger schwört darauf daß er solange er "frischen Wind" einbringt und immer wieder einen Weg findet zum Wohlgefallen mancher den Deckmantel des Althergebrachten anhebt und geradezu provokativ verbesserungswürdige Zustände aufdeckt, immer unentbehrlich bleibt.

    Beide sind in einer gewissen Stresssituation die es nicht zulässt sich einen Überblick zu verschaffen. Wenn ich hier jedoch erneut auf die oben genannten Bausteine einer funktionierenden Bürokratie bezug nehmen darf: der "Weg nach Oben" ist ja trotz allem beschränkt. Jemand mit Matura etwa hat (oder hatte bislang) immer noch mehr Aufstiegschancen als jemand ohne. Selbiges gilt für Studiumabsolventen etc... Jedoch ist der Grad der Vorbildung nicht alleine ausschlaggebend um den bestmöglichen Beitrag zum funktionieren des Ganzen zu gewährleisten - es scheint ab dem Abschluss des jeweiligen Bildungsgrades in der Praxis dennoch das tief in unserer Seele verankerte wilde durcheinanderbrüllen der antiken Marktplatzbetreiber vorzuherrschen - nicht jedoch ohne einen Vorteil zu erzielen:

    Ich erläutere als Beispiel das Gesundheitswesen: Sollte sich etwa ein Arzt sofern er im klinischen Bereich tätig ist zusehr in seinem Elfenbeinturm verirren und sein Wirken seiner Profession verschreiben, jedoch dabei allzuviele "bodenständige" Aspekte aus den Augen verlieren gibt es eine gewisse Informelle Kommnunikation. Pflege-, und sonnstiges therapeutisches oder administratives Personal wirken zusammen und können durch informelle interdisziplinäre Kommunikation unter umständen eine für die berufliche Laufbahn des Arztes maßgebliche Entscheidung herbeiführen - ein Wirken das durchaus ohne formelle Dokumentation von statten gehen kann.

    Jedoch: in diesem (aus dem Gesundheitswesen gegriffenen) Szenario könnte sich das möglicherweise negativ auf die Qualität der Erfahrung eines Krankenhaus-Aufenthalts aus Sicht der Patienten auswirken, was ein sehr heikles Thema ist denn unsere Gesundheit ist uns bekanntlich lieb und Teuer. Der Grundgedanke einer inhärenten und Bildungsunabhängigen weil auf zu tiefst menschlichen Antiker-Marktplatz-Instinkten basierenden Kontrollinstanz ist wie es scheint manchmal "gut gemeint", was wiederum unter Umständen als das Gegenteil zu "gut" aufgefasst wird.

    Wie dem auch sei, das oben beschriebene Modell scheint mir nicht perfekt und in gewisser Weise Fehleranfällig, da die informelle Kommunikation von der Willkür von möglicherweise überarbeiteten und nicht ausreichend informierten Fachkräften abhängt. Das bedingt eine Verdrängung der menschlichen Komponente, da das Fehlen eines Gesamtüberblickes eine scheinbare Austauschbarkeit der Ideale zur folge hat, für welche man sich dem Bereich verschreibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2014
  2. winnetou

    winnetou Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. August 2008
    Beiträge:
    2.551
    Ort:
    n.ö.
    zu den archetypen fallen mir noch die schmiergeldnehmer ein, die sand im getriebe sind.
    die scheinen zu wissen wie der hase läuft und auch was los ist. sie entziehen sich jeder kommunikation.
    aber abgesehen davon bin ich der meinung, dass allzuviel kontrolle ein destruktives verhalten gebiert.
    nachhaltig ist nur eine profunde vertrauensbasis, an der ständig gearbeitet werden muss, um zu bestehen.
    kommunikation basiert auf vertrauen, das sieht man ganz deutlich im internet, mit allen höhen und tiefen.

    lg winnetou:)
     
  3. Michelles

    Michelles Mitglied

    Registriert seit:
    21. März 2011
    Beiträge:
    69
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    Der von dir genannte Archetypus beschreibt meiner Ansicht nach eine Art resistente Hybridform die ich nicht der Verwaltung zuschreiben würde. Viel eher wäre diese dem Getümmel am Marktplatz, im speziellen den Scharlatanen oder Dieben zuzuordnen, was sogesehen eine Bekräftigung der von mir thematisierten Problematik wäre.

    Der Ruf nach Kontrolle war wohl in diesen Zeilen implizit ausformuliert, jedoch nicht beabsichtigt. Vielmehr würde ich vorschlagen sich vom Getümmel auf antiken Markplätzen als Maß für die (menschliche) Natur zu distanzieren.

    Wie dem auch sei, ich bedanke mich für die wie's scheint eingehende Befassung mit dem Thread, ich werde mich vorerst zurückziehen um nochmal über das ganze zu meditieren - möglicherweise habe ich hier ja noch mehr Ungewolltes kolportiert.

    Gute Nacht
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2014

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