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Horoskop-Analyse und Deutungstext

Dieses Thema im Forum "Astrologie" wurde erstellt von Energeia, 27. Mai 2006.

  1. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
    Beiträge:
    3.288
    Ort:
    Milchstraße
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    Hallo,

    ich würde gerne einmal beschreiben, wie ich mich methodisch ganz allgemein dem Radix nähere und wie ich dann methodisch in einem zweiten Schritt den Deutungstext verfasse.


    1. Schau-Logik-Verstehen

    Die Hermeneutik ist die Wissenschaft vom Verstehen und zentral seit ihrer Begründung ist der sogenannte hermeneutische Zirkel. Damit ist nicht etwas Negatives gemeint, kein logischer Zirkel, sondern etwas Produktives: der Verstehensprozess zwischen dem Ganzen und den Teilen gemeint.

    Ich betrachte zunächst die Planeten in den Zeichen, dann die Häuser, die Planeten in den Häusern und Zeichen, die Elementaufteilung, und schließlich die Aspekte. Dann blicke ich noch einmal länger auf die Grafik, um all das, was ich gerade gesehen habe noch einmal visuell und verstehend als Ganzes zu sehen. Von Beginn an entwickelt sich hierbei parallel ein Bild des Ganzen, obwohl ich von einem einzelnen Schritt zum nächsten fortschreite. Schließlich kehre ich immer wieder zurück, betrachte noch einmal eine Struktur des Horoskops, vielleicht noch ein Aspekt, noch einmal ein Haus in Verbindung mit einem Planeten und einem Zeichen, etc. etc. .
    Ich entwickle ein Gefühl, für die Person, die ich hinter diesem Radix vorstelle, für ihre Stärken, für ihre Schwächen.
    Anhand des Alters und der gesamten Entwicklungsanlage des Radix versuche ich auch die Entwicklungsfähigkeit der Persönlichkeit zu verstehen, was also eine frühe und was eine reife Form dieses Radix darstellen könnte, mit welchen Schwierigkeiten sie zu Beginn zu kämpfen hat und was sich später als entwickelte Person präsentiert.

    Wenn es möglich ist, dann nehme ich an diesem Punkt mit der Person Kontakt auf, um noch einmal nachzufragen, ob es bestimmte Schicksalsschläge im Leben gab, die das Radix eventuell stark beeinflussen könnten und ich mach mir in diesem Gespräch ein Bild der Reife/Entwicklung dieser Person.

    Nun gehe ich zum Verfassen der Deutung über:


    2. Text-Hermeneutik

    Mein Ziel bei der Deutung ist es, dem Leser nicht eine Liste von Deutungstexten zu präsentieren, wie das auch ein Computerprogramm vermag. Es geht mir vielmehr einerseits um das Haupt- und Endziel, dem Leser am Ende des Textes ein Bild seiner „ganzen Persönlichkeit, mit ihren Entwicklungspotentialen“ zu präsentieren, und andererseits darum, dem Leser einen „Weg des Verstehens zu diesem Ganzen“ anhand der Deutung zu ermöglichen.

    Ich beginne daher, anhand von Aszendent, Sonne und Mond (Mars und Merkur) mit den entsprechenden Häusern, eine Art „Kern der Persönlichkeit“ (Individualität) zu beschreiben, mit welcher der Leser sich identifizieren und sinnhaft und identifiziert in die Deutung eintauchen kann. Dabei gehe ich auch auf eventuelle Aspekte, die diese Planeten bzw. den Aszendenten betreffen , ein.
    Ich betone jedoch dabei ausdrücklich, dass dies nicht seine gesamte Persönlichkeit darstellt – und betone das um so mehr, desto mehr mir durch die vorhergehende Analyse bewusst ist, dass die weiteren Planeten, Häuser, etc. das Ganze noch sehr verändern werden.

    Anschließend füge ich nun die fehlenden Planeten, Häuser, Zeichen zu diesem Kern hinzu, schließlich auch Mondknoten und MC, beschreibe jeweils, was sich nun an dem Gesamtbild verändert und welche Potentiale oder Aufgaben, schließlich auch Lebensaufgaben hierdurch entstehen.

    Am Ende reformuliere ich noch einmal „das Ganze der Persönlichkeit“, indem ich die Hauptstrukturen, Aufgaben, Potentiale, etc. erneut als ausführliches Gesamtbild darstelle.
    Wiederholungen und Verweise auf die vorhergehenden Deutungs-Texte sind hierbei bewusst intendiert, da hierdurch ein Satz/Abschnitt, in welchem auf eine Hauptstruktur hingewiesen wird, durch das nochmalige Lesen eines vorhergehenden Text-Abschnitts explizit repräsentiert wird und noch einmal zum tieferen Verständnis nachgelesen werden kann.

    Rückblick:

    Sowohl bei der Analyse, dem kognitiv-emotional-verstehenden Eintauchen in den Radix, als auch bei der sprachlichen Wiedergabe des Ganzen (Persönlichkeit) anhand eines Deutungstextes, bemühe ich mich folglich darum, den hermeneutischen Zirkel (Ganze-Teil) methodisch zu integrieren.
    Dem Leser soll nicht die Deutungsaufgabe anhand von Text-Bausteinen übergeben werden, sondern er soll einen verständlichen Deutungstext erhalten, so dass das Lesen ihn in den hermeneutischen Zirkel hineinführt und ihm schließlich das Ganze präsentiert.


    Wie geht ihr methodisch vor ? Und was haltet ihr von dieser Vorgehensweise ?

    Liebe Grüße,
    E.
     
  2. Arnold

    Arnold Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    13. Januar 2005
    Beiträge:
    4.970
    Ort:
    Kirchseeon/München
    Hallo E.

    Da hast du sicher Recht, es macht schon einen Unterschied ob man einen Deutungstext für den Computer erstellt, oder ob man dies selbst für einen Klienten macht. Deine Herangehensweise finde ich sehr gut, ich nehme an, sie klingt ein wenig nach dem DAV, der ebenso eine solide Astrologie lehrt und propagiert. Mir ist es natürlich am liebsten, sobald ich ein persönliches Horoskopgespräch durchführen kann, da man den "lebendigen Menschen" vor sich hat und auch mehr mitbekommt, wie er sein Radix lebt oder erlebt. Aber ich kenne viele Klienten, welche lieber eine schriftliche Analyse haben wollen. Man kann halt nur in der Trinität schreiben, in Entsprechungen, da ein Mensch sich auf einer Art Entwicklungspfad im Leben befindet. Gut verfasste Deutungstexte können jedenfalls Lust auf mehr machen, sobald man es vermag eine spezielle Lebensmotivation aus dem Horoskop herauszuarbeiten.

    Ich komme von der Huberschule, lach, will hier nicht den ganzen Deutungschlüssel auflisten. Im Prinzip fange ich mit dem Aspektbild an, also von innen nach außen gehend. Ohne einen Planeten anzusehen, kann man durch das Aspektbild, seine Farbigkeit und Lagerung die Lebensmotivation eines Menschen erkennen, da das Aspektbild seiner innersten Struktur entspricht. Inzwischen gibt es gut 50 erforschte Aspektfiguren mit Aspekten der 30 Gradordnung. Alle wurden sie inzwischen detailiert beschrieben. Mit dem Herrschersystem arbeite ich nur sekundär, vielmehr unterscheide ich Planeten in ihrer Zeichenstellung in unterschiedliche Kategorien, sowie Planeten in den Hauszonen. So bekommt man Anlage - Zeichen und Forderung der Umwelt - Häuser gut in den Blickwinkel.

    Jedenfalls mag es unterschiedliche astrologische Methoden geben, jedoch ergibt sich wie bei einem Puzzle ein gleiches Gesamtbild. Danke für deinen anregenden Beitrag!

    Arnold
     
  3. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
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    3.288
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    Milchstraße
    Hallo Arnold,

    ja, das klingt in meinen Ohren sehr interessant. Wenn Du mit dem Aspektbild beginnst, dann beginnst Du gleich zu Anfang mit „dem Ganzen“ phänomenologisch auf einer Gestalt-Ebene und integrierst dann im Verlauf der Analyse immer mehr die individuellen Elemente.
    Mit diesem Vorgehen gehst Du, wenn ich das richtig sehe, noch konsequenter hermeneutisch-ganzheitlich vor als ich.

    Du hast hier http://www.astrocontent.net/forum/v...previous&sid=eec5da39f4f7c85a24ae9aefe76c6816

    verschiedene Aspektfiguren beschrieben. Ist das individuell von Fall zu Fall wie komplex Du die Aspektfigur betrachtest, bzw. wie viele Aspekte nimmst Du in die erste Figur auf ?

    Das ist also dein „Zugang“ zur Analyse des Radix. Wenn ich jetzt von der Differenz von „Zugang“ und „Präsentation“ ausgehe, dann frage ich mich noch, wie Du die Analyse präsentierst.
    Wenn Du also ein persönliches Gespräch führst oder einen Deutungstext für eine Persönlichkeitsanalyse schreibst, gehst Du dann auch so vor, dass Du zunächst das Aspektbild einführst ?

    Danke.

    Liebe Grüße,
    E.
     
  4. °²²°

    °²²° Mitglied

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    27. Mai 2006
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    im Auto
    hallo

    ein festgelegtes Schema X funktioniert manchmal nicht, habe ich oft festgestellt. die ART der Frage bestimmt das MITTEL der Wahl, oder so ähnlich.

    natürlich ist es zum Erlernen der Astrologie immens wichtig, eine Art Bauplan zu haben, an dem man sich entlangarbeitet, aber früher oder später stößt man doch immer wieder an Grenzen und ist herausgefordert, seine Methodik zu überdenken... zumindest ging mir das schon des öfteren so.
    dazu kommt auch noch, dass sich manche Horoskope leichter erschliessen, manche sind schwerer "zu knacken".

    langer Rede kurzer Sinn: ich versuch mir im Sinne der Effizienz, möglichst genau zu überlegen, wo ich das finde, um das es gehen soll, wenn jemand ständig Probleme in seinem Job hat, brauch ich i.d.R. nicht unbedingt wissen, wie die Beziehung zu den Geschwistern ist.

    um das Beispiel gleich zu nehmen:
    -- Identifikation der Zuständigkeiten im Horoskop und dann
    -- genaue Untersuchung auf der Häuserebene, hier Haus 10, 6 und 2
    -- Inspektion :) der thematisch wichtigen Hausspitzen, sind die durch schwierige Aspekte belastet?
    -- wie sind deren jeweiligen Häuserherrscher gestellt, wo stehen sie und machen sie zu Planeten in anderen Häusern bzw. anderen Häuserspitzen Aspekte.
    -- wie sind die Häuser 2 6 10 gestellt, stehen Planeten drin und werden die aspektiert.

    -- Zusammenfassung, was sich da so alles an Konstellationen angesammelt hat, um Schwerpunkte zu kristallisieren

    -- überprüfung mittels verschiedener Verfahren, ob im jetzigen Moment Konstellationen ausgelöst sind, die eine der Horoskopkomponenten besonders hervorhebt.

    so ungefähr, als eine von verschiedenen Möglichkeiten... wobei das natürlich längst nicht alles ist, was es da zu sagen gäbe.
     
  5. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

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    Hallo °²²°,

    ich meine das jetzt nicht als Kritik, ich fand deinen Beitrag hilfreich, vielleicht habe ich das oben auch nicht klar genug formuliert: Ich hatte als Fragestellung "Deutungstext für eine Persönlichkeits-Analyse" im Sinn.

    Wenn sich durch Rücksprache etc. ganz spezielle Fragen auftun, dann entstehen auch ganz andere Aufgabe und man muss und sollte dann vielleicht nicht erst eine Persönlichkeits-Analyse durchführen.

    Ich will auch noch einmal auf die Differenz von "Aneignung" und "Präsentation" hinweisen, die im Beratungs-Gespräch nicht klar gegeben íst. Die Frage bleibt zumindest für den Fall ohne Gespräch, ob in der Aneignungsphase nicht auch für spezielle Fragen eine bestimmte methodische Erschließung der gesamten Persönlichkeit sinnvoll ist.

    Liebe Grüße :liebe1:
    E.
     
  6. Arnold

    Arnold Sehr aktives Mitglied

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    Hallo Energeia,

    Zunächst unterscheidet man bei den Aspektfiguren drei Gruppen: Strichfiguren, Dreiecke und Vierecke. Im Grunde genommen ist es einfach, man nimmt die Planeten- und Aspektzuordnung von Ptolemäus. Jedenfalls sieht man auf dieser Tafel Sonne und Mond gleichermaßen als Konjunktion ausgehend. Der nächste Planet ist Merkur im Abstand von dreißig Grad, daher ist er ein Denkaspekt. Das Sextil entspricht der Venus, das Quadrat Mars usw. Bei API wurde die Psychosynthese von Roberto Assagioli zugrunde gelegt, wurde ebenso in die Astrologische Psychologie integriert. Dabei geht es um die Ganzheitsschau und ebenso um die Details, man kann also hin und herzoomen auf diesen Ebenen. Wesentlich beim Detail ist, dass man eben die Gesamtschau im Auge behält, weil diese letztlich den Sinn und den Lernauftrag für einen Menschen bereithält.

    Bei einer Deutung kommt es auch auf das jeweilige Horoskop an. In der Regel steige ich mit dem Alterspunkt ein, da man den Menschen damit in jeden Fall in seiner erlebten Zeitqualität erfassen kann und auch die Bestätigung dafür bekommt. Der Mensch wird immer mit diesen entsprechenden Häuserthemen mit dem Alterspunkt konfrontiert. Man sieht, durch welches Zeichen er derzeit läuft und damit wie er dem Hausthema begegnet. Logisch ist auch, dass sich ein etwaiger Planet in einem Haus ebenso bemerkbar macht. Planeten gelten bei API als Funktionsorgane, mit dem Mond ist man in einem Haus sicher mehr reflektierend, auf Kontakte aus, während man mit seiner Sonne sicher dynamischer vorgeht, willentlich.

    Ich persönlich rate den Klienten jedoch immer zunächst zu einem persönlichen Gespräch, weil auch der Kostenaufwand entsprechend geringer ist. Bei einer sorgfältigen schriftlichen Analyse sind schnell drei oder mehr Stunden beisammen. Im persönlichen Gespräch hat man die Gelegenheit sofort zu hinterfragen. Bei Unklarheiten geht somit hinterher der Schriftwechsel erst los, weil die Klienten natürlich noch Fragen offen haben. Leider gibt es auch inzwischen so viele Tonträgersysteme, früher habe ich auf Cassette das Gespräch aufgezeichnet und hinterher dem Klienten ausgehändigt. Auf der andreren Seite vergisst das Unterbewusstsein nicht das Gesagte, aber man müsste drei oder vier unterschiedliche Aufnahmegeräte zur Hand haben, um jeweils das richtige für den Klienten zur Verfügung stellen zu können.

    Bei einer schriftlichen Deutung spielt sicher das Alter eine große Rolle. Zumindest kann man vorsichtig einen gewissen Reifegrad annehmen und entsprechend forumulieren. Das ganze soll so verfasst sein, dass der Horoskopeigner keinen Ereigniszwang ausgesetzt wird, ein Bild seiner Situation oder Fragestellung gemalt bekommt, in welchen er sich wieder erkennt und selbst frei entscheiden kann.

    Alles liebe!

    Arnold
     
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