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[ Herr Von Dermenheim I ]

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Hamied, 8. April 2007.

  1. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2005
    Beiträge:
    11.580
    Ort:
    Uguc
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    der lausige versuch der etwas anderen art zu tippeln und zu schreiben ;)

    ~[ herr von dermenheim I ]~

    da stand er also, ottokar von dermenheim.
    seine gesichtszüge gar finster wie die nacht.
    die haare streng zur seite gekämmt, so wie er es immer tut.
    mit etwas spucke und dem braunen kamm.
    sie glänzen immer.
    ich weiß nicht, ob es von seiner spucke kommt oder ob er sie nie wäscht oder vielleicht zu viel pflegt.
    keinesfalls sehen sie gesund aus.
    selbst unsere nachbarin, die frau reinhart sagte schon, dass ottokar´s frisur verboten gehört.
    aber das sagte sie vielleicht auch nur, weil sie ein friseurladen besitzt.
    die brille mit dem dicken schwarzen rahmen lassen seine augen winzigklein erscheinen.
    so als hätten sie in wirklichkeit gerade die größe eines stecknadelkopfes, eines blauen stecknadelkopfes versteht sich.
    denn ottokar von dermenheim´s augen sind blau und dazu noch recht weit ausseinander.
    und irgendwie sieht genau genommen der ganze kopf von ottokar komisch aus.
    die brauen sind wild und weniger streng zurecht gemacht, als es seine haare sind.
    vielmehr sind sie buschig, kreuz und quer und an der nasenwurzel zusammengewachsen.
    er hat eine narbe an der linken backe, ich würde sagen bestimmt 30cm ist sie groß.
    wie lang sie ist weiß ich garnicht, aber jedenfalls ist sie lang und sieht ungewöhnlich aus.
    sie besteht aus fünf teilen und zieht sich nicht am stück durch.
    ottokar von dermenheim erzählte einst wie sie entstanden war.
    mit der heugabel stieß ihm sein cousin eduard entgegen.
    dabei wäre es kein ausversehen gewesen, vielmehr hätten sie einen kampf abgehalten, um margret.
    ottokar hatte die freundin von seinem cousin ausgespannt und deshalb sei dieser mit der heugabel auf ihn los.
    "beinahe hätten sie mir ein glasauge gegeben, beinahe" sagte er damals und zog sich den rotz die nase hoch.
    "ich war der schönste bursche von allen, margret stand von anfang an auf mich" ergänzte er mit einem erneuten hochziehen.
    das er der schönste der stadt war konnte ich ihm nicht so ganz glauben.
    das war bestimmt eine lüge, so komisch wie der heute aussieht.
    meine oma sagt ja immer, man müsse auf den charakter sehen, schönheit wäre nämlich vergänglich.
    aber das sie so schnell vergeht, ottokar ist ja noch garnicht so alt.
    ohnehin konnte man ottokar schon von weitem erkennen, selbst im dunkeln würde man ihn aus tausenden von menschen herausfinden.
    wenn es nicht das ständig wiederholende hochziehen des rotzes wäre, an welchem man seine identität ausfündig machen könnte, so wäre es sein schleifender gang.
    birke sagte mir einmal als sie noch kleiner war, sie hatte immer geglaubt dass ottokar in hausschlappen unterwegs sei.
    tatsächlich gibt er beim gehen diese ähnlich anmutenden geräusche ab.
    ich habe mich schon oft gefragt wie viel paar schuhe er bisher besessen haben muss, denn meine mutter sagt immer, ich solle richtig und nicht so schleifend gehen, da ginge die sohle meiner schuhe kaputt.
    ottokar von dermenheim´s sohlen sahen seltsamerweise jedoch nie wirklich abgenutzt aus.
    hinten vielleicht, aber nur etwas. ohnehin hatte er ganz seltsame schuhe an, wie klumpen sehen sie aus.
    beim handwerken in der schule habe ich mir einmal den ton gepackt und um meine schuhe gedrückt.
    schön viel und immer ringsherum. mit dem bleistift habe ich die löcher hineingeformt, sogar die schnürsenkel habe ich angebracht.
    dann stand ich auf und ging im selben gang wie ottokar durchs klassenzimmer.
    ohne, dass ich ein wort sagte riefen alle "ottokar" und lachten bis auf frau ulrich, meine lehrerin.
    die lachte nicht und verpasste mir einen eintrag.
    ich weiß nicht warum sie nicht lachte, wahrscheinlich kennt sie ottokar von dermenheim garnicht.
    ottokar hat einen riesigen bauch, meist hat er viel zu enge hemden an.
    karierte, oder gestreifte, jedenfalls immer ganz bunte.
    die stopft er dann in seine ockerfarbene kordhose, aber meist vergißt er einen teil, so dass links oder rechts ein zipfel vom hemd heraushängt.
    am bauch schillert meistens das unterhemd durch, da dieser so dick ist, dass es zu arg spannt.
    bei dem blau,grau,orange gestreiften hemd fehlt auch ein knopf.
    eigentlich fehlt dieser schon ziemlich lange, vielleicht weiß er das noch garnicht, kann keine knöpfe annähen oder hat keinen ersatzknopf.
    er trägt meist die selbe hose, entweder die schwarze fast immer jedoch, die wo er heute anhat. die ockerfarbene kordhose.
    da versteh ich ihn schon, ich hab auch eine lieblingsjeans.
    die hab ich meistens auch immer an.
    als ich meine mutter einmal fragte, warum ottokar denn von dermenheim heißt und nicht einfach dermenheim, so wie viele andere, meinte sie, dass er schlecht zu heißen könne, das sei er ja schon.
    allerdings habe ich bis heute nicht verstanden weshalb sie dabei so arg lachen musste, ich weiß nicht was sie damit meinte.
    ottokar war an sich ein ganz netter mann, er sah auch nett aus.
    fast wie ein clown und clowns sind ja nett, dennoch haben wir alle richtig muffe vor ihm.
    peter, mein bester freund, hat einmal erzählt wie er den ottokar in der früh mit dem rechen sah und einen marder kaputt geschlagen hat.
    das sei ein verrückter verbrecher, sagte er, man wisse nie zu was der noch im stande wäre.
    seit dem machen wir alle einen großen bogen um ottokar.
    birke, hat sich einmal fast in die hosen gemacht, als ottokar zu ihr kam und fragte wie es ihr denn ginge. heulend rannte sie davon, peter und ich standen hinterm baum und haben beobachtet wie der ottokar dann ganz aufgelöst da stand.
    peter meinte, dass wäre alles nur show.
    taktik, nannte er es, damit es nicht auffallen würde.
    eigentlich kann ich mir garnicht vorstellen, dass der ottokar so böse ist und den marder mit dem rechen umgebracht hat, wo er doch selbst einen nymphensittich hat.
    einen ganz grauen mit gelben backen und einen kamm oben auf dem vogelkopf.
    der spricht sogar ein paar wörter.
    manchmal ist er auf der terrasse, dann hört man ihn ab und an sprechen.
    viel kann er nicht, nur "hallo", "ab in den schützengraben", "aha" und er kann auch dieses rotz hoch ziehen nachmachen.
    oft wissen wir nicht, ob der vogel oder ottokar selbst spricht, denn der vogel hat die gleiche stimme wie ottokar.
    mimir heisst der vogel, das sei ein göttername.
    herrn pfarrer weinberg, unseren relilehrer habe ich das erzählt und gefragt ob der ottokar denn in sünde leben und der liebe gott ihn jetzt weniger gern haben würde, da man ja keine anderen götter haben darf.
    weinberg sagte jedoch, ich solle mir darüber nicht den kopf zerbrechen.
    eine klare antwort wollte er mir nicht geben.
    hoffentlich bekommt der ottokar deswegen mal keinen ärger mit dem lieben gott, es langt ja schon wenn er den marder auf dem gewissen hat.
    zuerst wollte ich diese geschichte auch garnicht glauben, doch peter versicherte mir dass er es mit eigenen augen gesehen hat.
    versteckt hätte er sich, hinter dem blauen combi von seinen eltern als er auf dem weg zur schule war.
    der marder sei zuvor ja schon öfter herumgeschlichen und auf dem combi gesessen.
    er musste sein nest wohl im holzverschlag von ottokar gehabt haben.
    jedenfalls sprang er durch den rasen und ottokar schnappte den rechen und haute dem marder immer wieder einen drüber.
    richtig gerummst hätte das und der ottokar hätte ganz geröchelt, weil er total aus der puste kam vom vielen marderklopfen.
    so dass der peter ganz arg angst bekommen und sich kaum vom combi hervor getraut hat.
    beinahe wäre er zurück ins haus und hätte vor lauter mumpes die schule geschwänzt.
    ich glaube dem peter das schon.
    zumindest glaube ich nicht das er mich anlügen würde.
    denn, wenn ich es mir recht überlege dann ist ottokar schon ein seltsamer mensch.
     

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