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Gedichte

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Hellequin, 25. April 2015.

  1. Hellequin

    Hellequin Guest

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    Der Thursen Reihen schließen sich.
    Lang hast du widerstanden,
    doch Glück und Kraft verließen dich,
    als sie dich zweifelnd fanden.

    Kein Blitz durchbricht die Finsternis,
    Thor selbst lag längst im Sterben.
    Vernichtend traf ihn Midgards Biss,
    kein Gott kann ihn beerben.

    Es naht, was bleibt: ein toter Mond,
    von Sternen nur beschienen,
    wo, deiner harrend, Sehnsucht wohnt
    in bröckelnden Ruinen.

    Du wirst als letzter Held der Welt
    von diesem Leben lassen,
    mit Bifröst, die nur dich noch hält,
    im Untergang verblassen.

    Wenn Nidhöggs Gift die Krone ätzt,
    wirst du als Same fliegen
    äonenweit, allein, verletzt,
    und doch am Ende siegen.

    Des Abgrunds Rachen ist dein Ziel,
    dort wirst du Wurzeln schlagen
    und bald, wie einstmals Yggdrasil
    den ganzen Kosmos tragen.

    Der Traum ist aus. Ein neuer Traum
    wird neue Blüten treiben.
    Gedeihe, junger Weltenbaum!
    Wie lange wirst du bleiben?
     
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  2. Hellequin

    Hellequin Guest

    Der Herbst begann. Kein Funkeln zeigt sich mehr
    im matten Glas erloschner Augen, leise
    schlüpft Weisheit aus zerstörter Wiederkehr
    und geht mit Nachtgedanken auf die Reise.

    Wie lange schon hast du dich nur ernährt
    vom Nachhall längst vergangener Geschichten,
    du großer Geist, dich so sehr selbst verklärt,
    dass du nicht mehr vermagst, den Dunst zu lichten?

    Du suchtest stets nach Wegen, deinen Leib
    und mit ihm auch den Tod zu überwinden,
    Nun zählt nicht mehr der Sieg noch dein Verbleib,
    du willst nur freigesprochen Ruhe finden.

    Die Kraft der Sphären welkt mit dir dahin
    und all die Schlachten, die du je geschlagen,
    erscheinen nun befreit von falschem Sinn,
    als Wahnideen aus überhitzten Tagen.

    Der Winter naht. Du lächelst müde, lässt
    dich glücksvernarrt in Wolkenkissen fallen,
    raunst heiter fromme Weisen, die sich fest
    in dem, was von dir übrig ist, verkrallen.

    Viel früher als gedacht ist Kali da.
    Sie kommt zu dir, die Ernte einzubringen.
    Nun sieht sie dich, so wie sie viele sah,
    in Fieberstaub als hohle Nuss zerspringen.
     
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  3. Hellequin

    Hellequin Guest

    Das Siegel geworfen,
    gebrochen, er lauert
    auf dich und dein Wesen
    gleich hinter dem Spiegel

    Im Namen des Willens
    zu nagen, zu malmen,
    mit Zähnen und Klauen
    die Ernte zu sieben

    Die Spreu dient zum Fraße
    den uralten Bäumen
    in Fehus Vermächtnis.
    Der Weizen wird leben

    Als Wolf unter Wölfen
    im inneren Garten
    die ghulischen Egel
    der Weltennacht jagen

    Von schwarzem Blut trunken
    gereinigter Erde
    ein Lebewohl sagen
    am Ende, am Tore

    Zum leeren Dazwischen
    auf Uruz gerichtet
    mit glühendem Herzen
    Erkenntnis verschworen.
     
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  4. Hellequin

    Hellequin Guest

    Erinnerst du dich, fremder Gott der Väter,
    an jenen Tag, da dich der Osten schlug?
    Du krochst zu Kreuz, man schimpfte dich Verräter
    und mied dich bald als böser Mächte Spuk.

    Nun, da der Sieger Pantheon in Krämpfen
    und ihrer Tempel Pracht in Schatten liegt,
    da will ich unter deinem Banner kämpfen,
    bis endlich unser beider Traum obsiegt.

    Hältst du noch Wacht, gehüllt in Eis und Stille,
    tönt noch dein Ruf in lähmend weichem Wind?
    Sag, lebst du noch, wo Feuer, Geist und Wille
    verlachte und verdammte Sagen sind?

    Ich ahne es: Dein Schwert ist längst zerbrochen,
    dein Wort hallt plappernd in den Sphären nach,
    und zwischen deinen morschen alten Knochen
    liegt gottergeben deine Ehre brach.

    Es führt kein Weg zurück in alte Zeiten,
    und gäb' es einen, traut' ich ihnen nicht.
    Durch Frost und Staub den Tiger muss ich reiten,
    bis er, geschunden, unter mir zerbricht.
     
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  5. Hellequin

    Hellequin Guest

    Schließ die Augen,
    die Hüllen lass
    beiseite, die Welt,
    die sich einzig nennt,
    vergiss! Und falle
    nicht in den Traum,
    doch nah, wo Gestalt
    keine Grenzen kennt.

    Wege brennen
    sich in die Nacht,
    sie eilen voran,
    führen nie nach Haus.
    Es schwimmt Vergessen
    im Spurenmeer,
    die Kraken der Zeit
    wühlen Spiegel auf.

    Spiegel brechen
    und Bojen gleich
    treibt fiebrig Gedächtnis
    in grauer Flut.
    Ergreif es! Hangle
    dich stur voran
    zurück; vor der Hoffnung
    sei auf der Hut.

    Gib ein Auge
    dem Weltenbaum,
    empfange die Sicht,
    die dem Schoß der Zeit
    entspringt, nicht huldigt,
    und geh voran!
    Sei Ragnarök Wort
    deiner Herrlichkeit!

    Wirst, verschlungen,
    mit Fenris eins,
    der Kraft, die entwich
    dir im Schicksalswahn.
    Aus euch wird wachsen,
    sich selbst geweiht:
    ein Wille, ein Werk
    ohne Uhr und Plan.
     
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  6. Hellequin

    Hellequin Guest

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    Zipperlein heißt heute jede Stunde,
    Ewigkeitentochter, die vergeht;
    einsam bringt mir jede Stunde Kunde
    vom Gespenst, das über Allem steht.

    Draußen klagt in unerhörten Zungen
    mondberauscht ein greiser Wolf sein Lied,
    nächtlich singt er, martert seine Lungen,
    seit die letzte Wölfin erdwärts schied.

    Und fürwahr, wir beide sind vergessen,
    sind nur, um nicht gänzlich nicht zu sein;
    anvertraut den Stunden, die uns fressen.

    Werden Worte Wind und Atem Stein,
    eilt herbei, wie üblich pflichtversessen,
    unser beider Hoffnung: Bruder Hein.
     
    Moondance gefällt das.
  7. Hellequin

    Hellequin Guest

    So hör mich an zum ersten Mal
    seit langen Jahren ohne Wort
    und, bitte, trage meine Qual
    ins Ungewisse mit dir fort!

    Dein Geist, er flog auch dann allein,
    wenn ich an deiner Seite war,
    und unser Bund, einst schöner Schein,
    schien längst schon falsch und sonderbar,

    doch war er falsch? Er überstand
    als einziger die wilde Zeit
    und schwoll, derweil die Jugend schwand
    zu bleierner Unendlichkeit.

    Es blieb uns weder Mensch noch Gott
    und kein Traum, der noch Feuer fing.
    Wir rieben uns an Alltagstrott,
    als jäh dein Weg zuende ging.

    Nun lebe wohl. Vergiss mich nicht.
    Nach dir beginnt kein Frühling mehr
    auf dieser Welt; nur Totenlicht
    glimmt blass und kalt von ferne her.
     
    Mipa, Moondance, Bukowski und 2 anderen gefällt das.
  8. Bukowski

    Bukowski Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2008
    Beiträge:
    8.763
    Ach Hellequin, du schreibst und dichtest ganz wundervoll. Danke dafür...:kuesse:
     
    SPIRIT1964, Hellequin und Mipa gefällt das.
  9. Fee777

    Fee777 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2010
    Beiträge:
    5.385
    Ort:
    Avalon
    ...dem schliesse ich mich an ...sehr berührend und echt sind deine Verse ...Hab Dank ...:)
     
    Hellequin gefällt das.
  10. Moondance

    Moondance Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2012
    Beiträge:
    11.284
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    mir gefallen sie auch sehr.....:)
     
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