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Familienaufstellung als self-help medikation?

Dieses Thema im Forum "Familienaufstellung" wurde erstellt von Rhygin, 27. April 2005.

  1. Rhygin

    Rhygin Guest

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    hallo,

    interessiere mich für das thema familienaufstellung, habe den rat von christoph bekommen. in der tat, das thema hört sich interessant an.
    muss man sich unbedingt von einem therapeuten führen lassen, oder ist es möglich, die familienaufstellung selber, alleine durchzuführen, nachdem man sich ausreichend mit der materie beschäftigt hat?
    danke für die kommenden antworten,

    rhygin
     
  2. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
    5.652
    Ort:
    dort, wo es schön ist
    Hallo Rhygin,

    wird leider nicht funktionieren, da du selbst nicht siehst wer fehlt oder um was es geht. Darüber sprechen hilft dir zwar deine Familie und dein System vom Verstand her zu begreifen, aber es hilft deiner Seele wenig dies dann auch nachzuspüren und Verstrickungen innerlich zu lösen. Diese unsichtbaren Bänder, die zwischen manchen Familienmitgliedern bestehen, können so nicht erkannt werden.

    Liebe Grüße pluto :daisy:
     
  3. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
    rhygin, es ist m.E. ja gerade eine der großen chancen des systemischen stellens, dass durch die wahrnehmung der stellvertreter deine eigenen "scheuklappen" außen vor bleiben. du bekommst sozusagen das angebot zur einsicht vor-gestellt bzw. wirst in ein neues ordnungsbild hineingestellt, das zuvor erarbeitet wurde - eh nie ohne dich, du bist ja als wahrnehmender ganz dicht dabei.

    freilich ist es wertvoll, sich auch durch eigene arbeit dem eigenen system anzunähern, verdecktes und verdrängtes hereinzuholen etc. - es ist aber nicht vergleichbar mit dem prozess, der beim stellen abläuft. dort geschieht ganzheitliche erfahrung, keine "recherche von familiengeheimnissen". das ist konkrete arbeit am system, bewegende arbeit, mit sehr real fühlbaren repräsentanten für entscheidende positionen in diesem system, die im wahrsten sinn des wortes greifbar, berührbar werden und dich berühren ... wie sollte das alles "allein mit dir selbst" geschehen können?

    die frage, warum doch lieber allein ... magst du der mal nachgehen? was soll, was darf denn nicht ans licht?

    alles liebe, jake
     
  4. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
    Beiträge:
    1.488
    Ort:
    Kiel, Schleswig-Holstein (D)
    Hallo Rhygin,

    Es muss kein Therapeut sein, der die Aufstellung leitet. Gerade ein "klassischer" Therapeut (i.S. eines, der noch mit der sog. "therapeutischen Beziehung" arbeitet) wird möglicherweise sogar Wesentliches nicht ent-bergen wegen seiner therapeutischen Haltung. Aber ein kundiger Aufsteller sollte es sein. Zumal einer, der sich mit den "Ordnungen des Helfens" nicht nur auskennt, sondern sie auch konsequent umzusetzen weiß.

    Allein habe ich es schon versucht - auch mit einem Stellvertreter. Da kommt nix G'scheites heraus dabei. Das lässt sich vermutlich damit erklären, dass sich nur das zeigt, was du aus der Verstrickung heraus sehen kannst. Außerdem bedarf es einiger Erfahrung und gründlicher Ausbildung in einigen Interventionstechniken und in der phänomenologischen Wahrnehmung, um Verstrickungen überhaupt zu erkennen. Und auch heute noch - denn wir sind alle, ausnahmslos alle, verstrickt mehr oder weniger - komme ich in der Arbeit mit mir selbst nicht drauf, was gerade los ist.

    Wenn ich selbst ein Anliegen habe, dann gehe ich zu Kollegen oder zu Bert.

    Insofern stimme ich sowohl Pluto, als auch Jake hier gleichermaßen zu.

    Geh zu einem kompetenten Aufsteller und zudem in ein Seminar (nicht Einzelarbeit!).

    Alles Gute dir
    Christoph
     
  5. Rhygin

    Rhygin Guest

    ok wenn das so ist, spare ich mir die 50€ die ich für bücher ausgeben wollte, habe jetzt auch einen probetermin bei einem familienaufsteller ausgemacht, wird dann wohl nicht ganz billig die ganze angelegenheit. was meint ihr, mit wievielen sitzungen muss ich in etwa rechnen? lässt sich ja leider nicht über die krankenkassen abrechnen, meine eltern werden wohl kaum etwas dazu zahlen.
    achso wie ich auf die idee gekommen bin, das alleine durchzuziehen: werde morgen operiert und liege dann 1 woche im krankenhaus und 1 woche bettruhe, dachte mir das wäre genug zeit, um mich mal mit meinem inneren selbst zu beschäftigen. das werde ich auch machen, die familienaufstellung verschiebe ich auf später.
    danke für eure hilfe,

    rhygin
     
  6. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
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    Graz
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    erst mal alles gute für die operation, rhygin!

    wieviele sitzungen? du, das ist nicht wie bei einer psychotherapie. zusehen kannst du, sooft du möchtest (und wenn du in deiner nähe verschiedene aufsteller hast, sieh dir ohne weiteres auch verschiedene an...). und wenn du dann deine aufstellung hast ... in der regel ist es eine, allenfalls kann sich abzeichnen, dass irgendwann noch ein spezieller aspekt gesondert betrachtet werden könnte.

    wenn du trotzdem inzwischen über aufstellungen lesen magst, steht das nicht im wege - gibt ja auch leihbüchereien :) krankenhausbibliothek? wenn sie halbwegs auf zack ist?

    alles gute nochmal,

    jake
     
  7. Christoph

    Christoph Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2004
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    Preiswerter Literaturtipp für's Krankenhaus:

    "Ohne Wurzeln keine Flügel" von Bertold Ulsamer.

    Alles Gute für die OP!
    Herzlich
    Christoph
     
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