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Engel-Geschichte

Dieses Thema im Forum "Engel" wurde erstellt von Venus083, 20. September 2014.

  1. Venus083

    Venus083 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. April 2005
    Beiträge:
    2.270
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    Es war einmal ein kleiner Engel im Himmel, der die Menschen mit solcher Nähe und Zärtlichkeit begleitete, dass er den unwiderstehlichen Wunsch empfand, nicht nur mit seinem Flügeln über die Erde zu schweben und schützend die Menschen zu achten, sondern er wollte selbst auf ihren Strassen gehen, einer von ihnen werden.

    Eines Tages sah er auf der Erde eine eben erblühte Mohnblume. Da schien dem kleinen Engel, als habe er im Himmel noch nie ein solches Rot empfunden und seine Sehnsucht, zur Erde zu gehören, wuchs.So trat er vor Gottes Angesicht und bat: Lass mich auf die Erde, lass mich ein Mensch unter Menschen werden. Da trat ein erhabener, weiser Engel dazu und sagte: Weißt du auch, dass es auf der Erde nicht nur Sonne und Blumen gibt?
    Es gibt Stürme und Unwetter und allerlei Ungemütliches. Ja, erwiderte der kleine Engel, das weiß ich. Doch sah ich auch einen Menschen, der hatte die Kraft, einen großen Schirm aufzuspannen, so das zwei Menschen darunter Platz hatten. Es schien mir, den Beiden könnte kein Unwetter etwas anhaben. Da lächelte Gott dem kleinen Engel zu.

    Die Zeit verging, und eines Tages erschien der kleine Engel wieder vor Gottes Angesicht und sprach. Ich habe mir noch mehr angesehen von der Welt. Es zieht mich mehr und mehr hinunter. Da trat der erhabene, weise Engel wieder hinzu und entgegnete: Weißt du auch, dass es Nebel und Frost und eine Menge verschiedene Arten von Glatteis gibt auf der Welt? Der kleine Engel antwortete: ja ich weiß um manche Gefahren, doch sah ich auch Menschen, die teilten ihre warmen Mäntel.

    Und andere Menschen, die gingen bei Glatteis Arm in Arm. Gott lächelte dem kleinen Engel erneut zu. Als wieder einige Zeit vergangen war, trat der kleine Engel zum dritten Mal vor Gottes Angesicht und bat: Lass mich ein Mensch werden. So rot blüht der Mohn auf der Erde. Mein Herz ist voll Sehnsucht, etwas zu diesem Blühen beizutragen.

    Da trat der erhabene, weise Engel ganz nah zu dem kleinen Engel und fragte mit ernster Stimme: Hast du wirklich genug hingesehen, das Leid und das Elend geschaut, die Tränen und Ängste, die Krankheiten, Sünde und den Tod geschaut.

    Mit fester Stimme erwiderte der kleine Engel: Wohl habe ich auch das Düstere, Traurige und Schreckliche gesehen. Doch ich sah auch einen Menschen der trocknete einem anderen die Tränen, der vergab einem Schuldigen und der reichte einem Sterbenden die Hand. Ich sah eine Mutter, die wiegte ihr krankes, ausgemergeltes Kind durch viele Nächte und wurde nicht müde, die alte leise Melodie der Hoffnung zu summen. Solch ein Mensch möchte ich werden.

    Da trat der erhabene, weise Engel zurück und Gott schenkte dem kleinen Engel seinen Segen und gab ihmviel Himmelslicht mit auf die lange Reise. Bevor der kleine Engel zur Erde niederstieg, nahm ihm der erhabene, weise Engel einen Flügel ab und der andere Flügel wurde unsichtbar. Da fragte der kleine Engel: Mein Gott, wie soll ich vorwärts kommen und wie zurück finden ohne Flügel? Das herauszufinden wird deine Lebensaufgabe sein, hörte er Gottes Stimme zärtlich sagen.

    In dieser Nacht kam ein kleines Kind zur Welt. Seine Mutter, noch vor Schmerz und Anstrengung betäubt, nahm das Kind in die Arme, sah das Himmelslicht wie einen Lockenkranz um das Köpfchen des Kindes leuchten und flüsterte: Sei willkommen unter uns, mein kleiner Engel.

    Noch lange sah man das Himmelslicht um das Kind. Doch wie das Leben so ist, es beschmutzt auch die reinsten und hellsten Lichter. All die vielen Einflüsse, die Härte und der Kampf taten ein Übriges. Bald sah niemand mehr, dass der Mensch himmlisches Licht in sich trug.

    Zwar machte sich der unsichtbare Flügel hier und da bemerkbar, doch was bei dem Kind als träumerischer, schwebender Schritt wahrgenommen wurde, das wirkte bei dem Heranwachsenden eher als unsicheres Schwanken und dann beim Erwachsenen dann nur noch als Hinken und Stolpern.

    Je länger der Mensch, der einst ein Engel gewesen war, auf den staubigen und steinigen Wegen des Lebens ging, die mühsamen Treppen bestieg, die steil abfallenden dornigen Hänge hinunter strauchelte, desto mehr hatte er vergessen, woher er kam und weshalb er hier wanderte. Einzig die große Liebe zu den kleinen roten Mohnblumen, die an Wegrändern und Magerwiesen blühten, war ihm geblieben.

    Viel Leidvolles begegnete dem Menschen auf seinem Lebensweg.
    Zwar konnte er manchmal eine Träne trocknen, zwar reichte er ab und zu einem schwankenden Mitmenschen die Hand, zwar brach er zuweilen sein Brot mit einem Hungernden, doch die meisten Rätsel blieben und er merkte mehr und mehr, wie wenig er tun konnte und wie vieles er unerledigt zurücklassen musste. Seine Kraft reicht nur für ganz wenig, und oft schien es ihm als bewirkte sein Leben nichts.Jeden Frühling aber blühte der Mohn an den Straßenrändern und erfreute des Menschen Herz. Nach einem besonders langen kalten Winter, in dem der Mensch kaum genug Wärme und Schutz, Raum und Nahrung, Freundschaft und Brot gefunden hatte, konnte er sich nur noch langsam und mühsam fortbewegen. Er musste viele Pausen machen und schlief vor Erschöpfung am Wegrand ein. Da erblickte er weit über sich auf einem unerreichbar hohen Felsen eine kleine Wiese voll rotem Mohn. Der Mensch rieb sich die Augen. So rot, so rot erblühte der Mohn!
    Beim Anblick dieser Blumen wünschte er so sehr, dass er allen Menschen, denen er begegnete und allen Tieren, die um ihn waren, eine solche Blume und so ein klares, inniges Rot als Zeichen der Liebe schenken dürfe.
    Da bemerkte er neben sich einen Wanderer, genauso müde, genauso gezeichnet von der langen Strasse wie er. Wohin schaust du so voller Sehnsucht und voller Wehmut? fragte dieser. Dort auf die Mohnblüten. So müsste die Farbe unserer Liebe sein. Weißt du denn nicht, wie schnell diese Art Blumen welken, wie wunderbar sie sind? kam die Frage des Wanderers. Der Mensch, der einst ein Engel gewesen war flüsterte: Ich weiß um ihre Sterblichkeit. Trotzdem ist kein roteres Rot in der Welt und in meinem Herzen. Diese Blumen sind wie die Liebe, mag das Äußere auch welken, ihr Rot bleibt in der Seele. Da schauten sich die beiden Menschen ins Gesicht und erkannten den letzten Funken Himmelslicht in den Augen des Anderen. Sie sahen, woher sie kamen, wozu sie gewandert waren und wohin sie noch unterwegs waren.

    Und sie sahen an sich jeweils einen Flügel. Voller Freude umarmten sie sich.
    Da geschah das Wunder. Sie erreichten das Mohnfeld, gemeinsam konnten sie fliegen, denn...

    Menschen sind Engel
    mit nur einem Flügel
    Um Fliegen zu können
    müssen sie sich umarmen.


    Zu dieser Stunde sagte Gott im Himmel. „Du hast herausgefunden, wozu du unterwegs warst und ich dich aussandte. Dein Mohn blüht jetzt im Himmel, komm heim!“


    Serapis Bey
     
  2. Venus083

    Venus083 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. April 2005
    Beiträge:
    2.270
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    FFM
    Soooo schön :kuesse:

    Und macht doch die Welt gleich wieder ein bisschen schöner :)
     
    SoulCat gefällt das.
  3. The Crow

    The Crow Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Mai 2013
    Beiträge:
    3.378
    Ort:
    ♡ Berg, Wald und Wiese ♡
    Ja, sehr :love2: schön!

    Danke fürs Einstellen. :umarmen:
     
  4. Night-bird

    Night-bird Sehr aktives Mitglied

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    7. August 2011
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    Ort:
    Jenseits von Eden


    Der Engel
    (Hans Christian Andersen)

    Jedesmal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das tote Kind auf seine Arme, breitet die großen, weißen Flügel aus und pflückt eine ganze Handvoll Blumen, die er zu Gott hinaufbringt, damit sie dort noch schöner als auf der Erde blühen. Gott drückt sie dort an sein Herz, aber der Blume, die ihm die liebste ist, gibt er einen Kuß, und dann bekommt sie Stimme und kann in der großen Glückseligkeit mitsingen.

    Sieh, alles dieses erzählte ein Engel Gottes, während er ein totes Kind zum Himmel forttrug, und das Kind hörte wie im Traume; sie flogen über die Stätten in der Heimat, wo das Kleine gespielt hatte, und kamen durch Gärten mit herrlichen Blumen.

    "Welche wollen wir nun mitnehmen und in den Himmel pflanzen?" fragte der Engel.

    Da stand ein schlanker, herrlicher Rosenstock, aber eine böse Hand hatte den Stamm abgebrochen, so daß alle Zweige, voll von großen, halb aufgebrochenen Knospen, vertrocknet rundherum hingen. "Der arme Rosenstock!" sagte das Kind. "Nimm ihn, damit er oben bei Gott zum Blühen kommen kann!"

    Und der Engel nahm ihn, küßte das Kind dafür, und das Kleine öffnete seine Augen zur Hälfte. Sie pflückten von den reichen Prachtblumen, nahmen aber auch die verachtete Butterblume und das wilde Stiefmütterchen.

    "Nun haben wir Blumen!" sagte das Kind, und der Engel nickte, aber er flog noch nicht zu Gott empor. Es war Nacht und ganz still; sie blieben in der großen Stadt und schwebten in einer der schmalen Gassen umher, wo Haufen Stroh und Asche lagen; es war Umzug gewesen. Da lagen Scherben von Tellern, Gipsstücke, Lumpen und alte Hutköpfe, was alles nicht gut aussah. Der Engel zeigte in allen diesen Wirrwarr hinunter auf einige Scherben eines Blumentopfes und auf einen Klumpen Erde, der da herausgefallen war. Von den Wurzeln einer großen vertrockneten Feldblume, die nichts taugte und die man deshalb auf die Gasse geworfen hatte, wurde er zusammengehalten. "Diese nehmen wir mit!" sagte der Engel. "Ich werde dir erzählen, während wir fliegen!"

    Sie flogen, und der Engel erzählte:

    "Dort unten in der schmalen Gasse, in dem niedrigen Keller, wohnte ein armer, kranker Knabe. Von seiner Geburt an war er immer bettlägerig gewesen; wenn es ihm am besten ging, konnte er auf Krücken die kleine Stube ein paarmal auf und nieder gehen, das war alles. An einigen Tagen im Sommer fielen die Sonnenstrahlen während einer halben Stunde bis in den Keller hinab, und wenn der Knabe dasaß und sich von der warmen Sonne bescheinen ließ und das rote Blut durch seine feinen Finger sah, die er vor das Gesicht hielt, dann hieß es: 'Heute ist er aus gewesen!' Er kannte den Wald in seinem herrlichen Frühjahrsgrün nur dadurch, daß ihm des Nachbars Sohn den ersten Buchenzweig brachte, den hielt er über seinem Haupte und träumte dann unter Buchen zu sein, wo die Sonne scheint und die Vögel singen. An einem Frühlingstage brachte ihm des Nachbars Knabe auch Feldblumen, und unter diesen war zufällig eine Wurzel, deshalb wurde sie in einen Blumentopf gepflanzt und am Bette neben das Fenster gestellt. Die Blume war mit einer glücklichen Hand gepflanzt, sie wuchs, trieb neue Zweige und trug jedes Jahr ihre Blumen; sie wurde des kranken Knaben herrlichster Blumengarten, sein kleiner Schatz hier auf Erden; er begoß und pflegte sie und sorgte dafür, daß sie jeden Sonnenstrahl, bis zum letzten, der durch das niedrige Fenster hinunterglitt, erhielt; die Blume selbst verwuchs mit seinen Tränen, denn für ihn blühte sie, verbreitete sie ihren Duft und erfreute das Auge; gegen sie wendete er sich im Tode, da der Herr ihn rief. Ein Jahr ist er nun bei Gott gewesen, ein Jahr hat die Blume vergessen im Fenster gestanden und ist verdorrt und wurde deshalb beim Umziehen hinaus auf die Straße geworfen. Und dies ist die Blume, die vertrocknete Blume, die wir mit in unsern Blumenstrauß genommen haben, denn diese Blume hat mehr erfreut als die reichste Blume im Garten einer Königin!"

    "Aber woher weißt du das alles?" fragte das Kind, das der Engel gen Himmel trug.

    "Ich weiß es", sagte der Engel, "denn ich war selbst der kleine, kranke Knabe, der auf Krücken ging; meine Blume kenne ich wohl!"

    Das Kind öffnete seine Augen ganz und sah in des Engels herrliches, frohes Antlitz hinein, und im selben Augenblick befanden sie sich in Gottes Himmel, wo Freude und Glückseligkeit waren. Gott drückte das tote Kind an sein Herz, und da bekam es Schwingen wie der andere Engel und flog Hand in Hand mit ihm. Gott drückte alle Blumen an sein Herz, aber die arme verdorrte Feldblume küßte er, und sie erhielt Stimme und sang mit allen Engeln, welche Gott umschwebten, einige ganz nahe, andere um diese herum in großen Kreisen und immer weiter fort in das Unendliche, aber alle gleich glücklich. Und alle sangen sie, klein und groß, samt dem guten, gesegneten Kinde und der armen Feldblume, die verdorrt dagelegen hatte, hingeworfen in den Kehricht des Umziehtages, in der schmalen, dunklen Gasse.

    LG​
     
  5. Night-bird

    Night-bird Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. August 2011
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    Jenseits von Eden



    Der kleine Engel

    "Was machst du hier?"
    fragte der kleine Engel
    den alten Mann,
    dessen Leben
    von Krieg und Bomben
    gekennzeichnet war.
    "Ich warte,"
    sagte der alte Mann.
    "Worauf?"
    "Auf den Tod."
    "Und dann?"
    fragte der kleine Engel.
    Doch er bekam keine Antwort.
    Traurig ging er weg.

    "Was machst du hier?"
    fragte der kleine Engel
    die alte Frau,
    deren Leben nur noch an Schläuchen
    und Maschinen hing.
    "Ich warte,"
    sagte die alte Frau.
    "Worauf?"
    "Auf den Tod."
    "Und dann?"
    fragte der kleine Engel.
    Doch er bekam keine Antwort.
    Traurig ging er weg.

    "Was machst du hier?"
    fragte der kleine Engel
    den betrunkenen Mann,
    dessen Geist
    bereits in der Flasche
    ertrunken ist.
    Ich warte,"
    sagte der betrunkene Mann.
    "Worauf?"
    "Auf den Tod."
    "Und dann?"
    fragte der kleine Engel.
    Doch er bekam keine Antwort.
    Traurig ging er weg.

    "Was machst du hier?"
    fragte der kleine Engel
    die schwangere Frau,
    dessen Pulsadern
    Blut überströmt waren.
    "Ich warte,"
    sagte die schwangere Frau.
    "Worauf?"
    "Auf den Tod."
    "Und dann?"
    fragte der kleine Engel.
    Doch er bekam keine Antwort.
    Traurig ging er weg.

    "Was machst du hier?"
    fragte der kleine Engel
    den kranken Jungen,
    dessen Leben
    an Tabletten
    und Medikamenten hing.
    "Ich warte,"
    sagte der kranke Junge.
    "Worauf?"
    "Auf den Tod."
    "Und dann?"
    fragte der kleine Engel.
    Doch er bekam keine Antwort.
    Traurig ging er weg.

    "Was machst du hier?"
    fragte der kleine Engel
    das kleine Mädchen,
    dessen rechter Arm gebrochen
    und das Auge geschwollen war.
    "Ich warte,"
    sagte das kleine Mädchen
    mit zitternder Stimme.
    "Worauf?"
    "Auf Gott."
    Der kleine Engel strahlte,
    nahm das kleine Mädchen
    und brachte es nach "Hause"

    (Alyson)



    LG
     
  6. kona

    kona Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. August 2010
    Beiträge:
    5.254
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    Dankeschön
     
  7. taftan

    taftan Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. November 2013
    Beiträge:
    13.724
    Ort:
    Hessen
    Ja , hat mir gut gefallen,nur das ende nicht, kommt mir doch sehr banal rüber
    habe mehr erhofft
     
  8. kona

    kona Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. August 2010
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    5.254
    Ich nicht :)
     
  9. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. August 2008
    Beiträge:
    6.544
    Ort:
    An den Ufern der Logana
    Sehr schöne Geschichten zu den Engeln. Was mir dabei auffällt: Es sind nicht die übermächtigen Engel, die uns berühren – sondern jene, die nicht ganz so mächtig daher kommen. Fast so nahe, dass wir glauben sie anfassen zu können. Wer ihnen begegnen möchte, sollte deshalb solche Geschichten lesen.


    Merlin ​
     
  10. Sabsy

    Sabsy Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. Juni 2005
    Beiträge:
    20.380
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    Danke für eure Geschichten, da kann man älter, reifer und vllt auch etwas weiser werden
    und doch musste ich weinen wie ein Kind, aber das Herz ist gut spürbar ♥


    Das Engelskind Anna


    Es war wieder einmal Weihnachten auf der Erde.
    Der Weihnachtsmann lud alle Geschenke für die Menschenkinder auf seinen großen Schlitten.
    Der Schlitten sah sehr prächtig aus und er wurde von 7 Rentieren gezogen.
    Neben den Geschenkpaketen saßen 7 Engel, die dem Weihnachtsmann helfen sollten, die Geschenke zu verteilen.
    Im Himmel gab es ja ganze Scharen von Engeln, aber nur 7 Engel wurden für diese Heilige Nacht ausgewählt.
    In diesem Jahr war nun also die Wahl auch auf das Engelskind Anna gefallen.
    Schon tagelang vorher war sie aufgeregt und sie träumte jede Nacht von der
    Fahrt mit dem herrlichen Rentierschlitten. Dann am Heiligen Abend war es
    endlich soweit.
    Die Rentiere hatten vor lauter Aufregung rote Nasen, und die Engel hatten
    ihre goldenen Flügel solange geputzt, daß sie jetzt im Sternenlicht wunderbar funkelten und blinkten.
    Hey, was machte das für einen großen Spaß mit dem Geschenkeschlitten durch den Himmel zu fliegen!
    Der Weihnachtsmann drehte sich zu seinen Engeln um, lächelte Anna
    freundlich an und blinzelte dabei mit den Augen, als ob er ihr etwas sagen
    wollte.
    Im nächsten Moment ging ein Ruck durch den Schlitten: eines der Rentiere
    hatte einen Schluckauf bekommen.
    Ein Rentier mit Schluckauf? Der Weihnachtsmann fing laut zu lachen an,
    und auch die Engel stimmten in das Lachen ein; das klang dann so, als würden Glocken klingen.
    Da aber passierte es: eines der Pakete geriet in's Rutschen und als Anna
    danach greifen wollte, fiel auch sie vom Schlitten herunter.
    Schnell bewegte sie ihre Flügel, und sie schaffte es auch noch, das Paket
    aufzufangen.
    Als sie sich dann umschaute war der Schlitten schon weit davongefahren.
    Unter sich sah Anna aber schon die Häuser der Menschen.
    Und so landete sie erst einmal ganz sanft und leise auf der Erde.
    Sie stand ganz verloren zwischen den Menschen.
    Das Paket in ihren Händen drückte sie fest an sich, so als könnte sie sich daran festhalten.
    Aber warum blieben die Menschen stehen?
    Manche schauten sie verwundert an, als könnten sie nicht glauben,
    was sie dort sahen.
    Wieder andere lachten Anna einfach nur aus!
    Warum nur? Anna sah doch genauso aus wie ein Menschenkind.

    Bis auf die goldenen Flügel; so etwas hatten die Menschen noch nie gesehen!
    Anna schaute verlegen auf den Boden und wünschte sich ganz fest, daß ihre
    Flügel unsichtbar wären.
    Und mit einem mal gingen die Menschen achtlos an ihr vorbei, denn ihr
    Wunsch war in Erfüllung gegangen.
    Der Schlitten mit dem Weihnachtsmann würde erst in einem Jahr wieder zur Erde kommen.
    Solange mußte Anna erst einmal bei den Menschen leben.
    Es fiel ihr nicht leicht, aber es gab sehr nette Menschen, die ihr halfen.
    Sie lernte aber auch, daß es Kriege zwischen den Menschen gab; und auch Haß, Neid, Hunger und Kälte.
    Ganz schlimm war es, wenn Anna traurige Menschen sah.
    Dann wurde auch sie traurig. Zuhause bei den anderen Engeln gab es so etwas nicht.
    Alle Engel waren immer freundlich und nett, und es gab niemals Streit.

    Engel kennen deshalb auch keine Tränen, aber weil Anna bei den Menschen
    lebte, und sie manchmal sehr traurig war, geschah es eines Tages :
    Anna weinte!
    Ein junger Mann sah ihre Tränen und er nahm Anna in seine Arme.
    Er gab ihr soviel Wärme und Geborgenheit, daß die Tränen bald trockneten,
    und nach einer kleinen Weile schenkte Anna ihm ein himmlisches Lächeln
    als Dank.
    Da wurde auch der junge Mann glücklich und froh.
    Sie wurden Mann und Frau, und lebten glücklich miteinander.
    Es war aber fast ein Jahr vergangen und die Weihnachtszeit kam wieder
    heran.
    Der Weihnachtsmann würde mit seinem Schlitten zur Erde kommen und
    Anna würde wieder zu den anderen Engeln in den Himmel zurückkehren.
    Sie hatte aber ihren Mann sehr lieb gewonnen und wollte ihn nicht verlassen.
    So schrieb sie eines Tages wie die anderen Menschenkinder einen Brief
    an den Weihnachtsmann.
    " Lieber Weihnachtsmann!
    Das Leben hier auf der Erde ist nicht immer so schön wie bei deinen Engeln im Himmel.
    Aber ich habe einen lieben Mann und Freunde, die alle traurig wären, wenn ich von hier fort müßte.
    Es gibt auch noch so viele traurige Augen, in die ich ein Lächeln zaubern möchte,
    so viele traurige Herzen, die ich fröhlich machen möchte...
    Ich kann hier einfach nicht weggehen, kannst Du das verstehen?

    Dein Engelskind Anna

    Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

    " Mein lieber Engel Anna!
    Seit langer, langer Zeit schon komme ich mit meinem Schlitten zur
    Weihnachtszeit zu den Menschen auf die Erde.
    Und jedesmal ist ein kleiner Engel vom Schlitten gefallen...
    Die Menschen brauchen diese Engel.
    Ohne sie wäre das Leben auf der Welt noch ein bißchen kälter, noch ein bißchen trauriger.
    Bleib' bei den Menschen, Anna, sie brauchen Dich!
    Wie lange Du noch bleiben kannst, kann auch ich Dir nicht sagen.
    Irgendwann wirst auch Du gehen müssen, wie alle anderen Menschen auch.
    Aber ich verspreche Dir, daß ich dann einen anderen Engel
    zur Erde schicken werde, damit Dein Mann und Deine Freunde nicht allzu traurig werden.
    Und denke immer daran: vielleicht ist ein Mensch, der Dir begegnet,
    auch ein Engel.
    Ein Engel mit unsichtbaren Flügeln.

    Dein Weihnachtsmann

    Janah Kramer,
    Dezember 1995
     
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