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Eine Lanze für das "ICH"

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von frido, 11. Oktober 2002.

  1. frido

    frido Mitglied

    Registriert seit:
    11. August 2002
    Beiträge:
    150
    Ort:
    Steiermark
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    An Alle

    Es stimmt mich traurig, daß in diesem Forum gerade die, die in Ihren Beiträgen zeigen, daß Sie schon sehr viel Erkenntnis gewonnen haben, gerade das Ego als minderwertig, verachtenswürdig, als Hindernis zur größeren Erkenntnis halten. Ja man sollte es tunlichst vernichten, wenn es nur irgendwie geht(Mein Eindruck).
    Aber ist es nicht so, daß wir erst durch das "Ich" die Welt so erfahren können, wie wir Sie erfahren. Können wir nicht erst durch das "Ich" auch das "Du" erkennen. Das "Ich" ist eine besondere Erweiterung des Bewußtseins. Hätte sich das Bewußtsein in diese Richtung erweitert, wenn es nicht die phantastischen Möglichkeiten neuer Wahrnehmung erkannt hätte.
    Es stimmt natürlich, daß das "Ich" zuständig ist für alle die Leiden, den Schmerz u.s.w(nicht umsonst sagt Christus am Kreuz:"Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun", aber ist das "Ich" nicht auch zuständig für all die Freuden, die Welt uns bietet, die Liebe zum "Du", die erst das "Ich" uns ermöglicht.
    Es sollte in meinen Augen daher das "Ich" weder mißachtet noch als minderwertig eingestuft werden, sondern es gehört ausgebildet und weiterentwickelt, bis es sich harmonisch in das Gesamtselbst einfügt. Leid und Schmerz sind in diesem Sinn nur als Ausdruck von Unwissenheit zu sehen, als Wegweiser, die sagen, hoppala hier bist Du falsch, Freude und Glück sagen Dir, daß Du auf dem richtigen Weg bist.
    So, ich hoffe, daß ich die richtigen Worte gefunden habe, um zum Ausdruck zu bringen, wie ich es sehe. Und ich hoffe, Ihr findet etwas zum Nachdenken
    Es grüßt herzlich Frido
     
  2. Lieber Frido,
    das Ich ist uns gegeben, und es ist nicht nur unser gutes Recht, es scheint mir auch so was wie unsere "Pflicht" zu sein, die in diesem Ich verankerten Triebe und Gefühle als Lebensdirektive zu respektieren und ihnen zu folgen. Was passiert denn sonst? Es geht dir schlecht!
    Natürlich muss dieses ganze Paket der Gefühle, des Willens und der Triebe mit denen der anderen Egos in Einklang gebracht werden. Das ist die erste Lebensleistung, die wir auf diesem Planeten zu vollbringen haben.
    Du wirst das als eine "Gottesdirektive" ansehen - weil du von Jesus redetest vermute ich jetzt deine Nähe hierzu.
    Ich sehe das ohne Gott, ich sehe das als Direktive der Natur.
    Und die Moral, die wir zur Organisation unserer Gemeinschaft brauchen, obliegt nicht einer göttlichen Gesetztgebung, die Verantwortung hierfür tragen wir. Und wenn wir die Moral als in unserer Verantwortung obliegend betrachten - und nicht nur als Diraktive gehorsam schlucken - dann kann sie uns auch besser durchdríngen, wir können sie dann besser verstehen.
    (Das ist allerdings nicht die Position der Mainstream hier.)

    Liebe Grüße,
    Gisbert :winken5:
     
  3. sanhei

    sanhei Guest

    ...darf ich?

    Als Nicht-Esoteriker (oder Beinahe-Esoteriker) beobachte ich oft mit leicht amüsiert, was alles widerspruchslos geschluckt wird, wenn es verspricht, dass man sich danach über sein fadenscheiniges Selbst erheben kann. Das Postulat vom Ego, das um jeden Preis zerstört werden muss, gehört für mich dazu.

    Unter dem Begriff "Ego" scheinen die meisten Leute etwas zu verstehen, das dem Körperlichkeitsbegriff des christlichen Mittelalters nahezukommen scheint. Erdverhaftet, der Materie zugehörend, animalisch, tierisch, "niedrig" - und deshalb nicht erwünscht. So wird das Dogma vom abzutötenden Ego von Geist zu Geist weitergereicht und oft ungeprüft ins eigene Denken übernommen.

    Dabei muss das Verlangen nach Abtötung des niederen Selbst oder Ego vom Ansatz her völlig falsch sein. Denn zum Mensch-Sein gehört es unabdingbar dazu. Wie Du schon sagtest, kann ein Wesen ohne Ego gar keine Erfahrungen machen, da es sich im anderen nicht spiegeln kann.

    Hätte der Schöpfer als er an mich dachte, einen Engel gewollt, hätte er einen erschaffen. Er hat aber einen Menschen aus mir gemacht. Ich sehe meinen Weg nicht darin, mich jetzt schon meines Menschseins zu überheben, das wäre, als wollte ich das Abitur ablegen, ohne je das ABC gelernt zu haben. Die Antwort auf Fragen kann ich aber nur finden, wenn ich die Demut besitze, mein Mensch-Sein erst einmal zu akzeptieren, mit allen Konsequenzen. Nicht "inkarniertes Lichtwesen", nicht "Gott in Vorbereitung" - nein, Mensch. Omnivorer Angehöriger der Spezies Homo Sapiens, Säugetier, Primatenfamilie. Nicht mehr, nicht weniger.

    Und: MIT Ego - versteht sich, jawoll. Und ich will's auch behalten.

    Viele werden jetzt einwenden: "Ja, aber Jesus (Buddha, Mohammed, wer auch immer) sagen auch ganz klar..." - Dazu schreibt die Schriftstellerin Joan Grant in ihrem Buch "Sekhet-A-Ra, Tochter des Pharao" etwas sehr Interessantes, nämlich: "Hört man einem Menschen nur deshalb zu, weil sein Name Gewicht hat, so ist es, als lauschte man ihm um seiner Leibesfülle wegen und nicht wegen der Weisheit (Logik, Nachvollziehbarkeit) seiner Worte. Ebenso könnte man behaupten, dies und das ist wahr - nicht, weil ich es weiß oder erfahren habe, sondern weil es auf eine Stele gemeißelt ist, welche fünfzig Ellen misst."

    Das mag zwar vermessen klingen. Aber wenn ich etwas verstandesmäßig nicht nachvollziehen oder aber durch Erfahrung verifizieren kann, dann nehme ich mir die Freiheit, es abzulehnen. Ganz egal, wer's gesagt hat.

    Und so leben wir (mein Ego und ich) glücklich und in Freuden, solang wir nicht gestorben sind...
     
  4. Berian

    Berian Mitglied

    Registriert seit:
    8. August 2002
    Beiträge:
    82
    Ort:
    Chiemgau, Bayern
    Hallo Frido !
    Weise Worte, denen ich nur zustimmen kann.
    Jedes Extrem ist skeptisch zu betrachten. Purer Egoismus ist genauso ein Extrem wie absolute Selbstaufgabe! Es zeigt sich, daß -wieder einmal- das gesunde Mittelmaß anzustreben ist.

    "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"
    Wie kann ich aber meinen Nächsten lieben, wenn ich mich selbst nicht lieben kann?

    Frägt man eine Mutter: "Lieben Sie Ihre Kinder?", so wird sie antworten: "ja, aber natürlich, ich liebe sie über alles!". Frägt man Sie aber "Liebst Du Dich selbst?" werden viele erschrocken "Nein! Aber meine Kinder, die liebe ich!" sagen! Sich selbst zu lieben scheint sehr negativ behaftet zu sein.

    Mein "Problem" bei diesem Thema ist jedoch: wann liebt man sich selbst? Wie drückt sich das aus? Und wo sind die Grenzen zum Egoismus? Was ist normal, was ist zuviel? Was ist zuwenig?

    Vielleicht kann mir das jemand von Euch etwas klarer machen?

    Danke!

    Berian
     
  5. Berian

    Berian Mitglied

    Registriert seit:
    8. August 2002
    Beiträge:
    82
    Ort:
    Chiemgau, Bayern
    Sanhei !! Neiin, bitte nicht hier, das gibt eine Sauerei !! :D
    (Nicht ganz ernst gemeint hehe :p )

    Wer weiß, vielleicht hat er das?
    Heisst es nicht auch, daß wir alle gefallene Engel sind, die sich gerade auf dem mühsamen Weg zurück in die Heimat befinden? Und dazu ist die Menschwerdung nötig.

    Wie wärs mit "Lichtwesen, das überheblich wurde und jetzt eine herbe Lektion zu lernen hat"? :reden:

    ... ja, was? z.B.: Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!
    Aber das heisst auch: Liebe Dich selbst!!

    Ein sehr gutes Zitat, wie ich finde! Wie oft hört man jemanden nur aus Höflichkeit zu, oder weil es der Chef ist usw. Das ist wohl wahr!

    Alles Gute,

    Berian
     
  6. sanhei

    sanhei Guest

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  7. frido

    frido Mitglied

    Registriert seit:
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    Steiermark
    An Alle

    Seth erzählt in einem von Jane Roberts Büchern, daß, als der Mensch noch mehr Tier als Mensch gewesen ist, noch kein "Ich" hatte. Er konnte sich daher nicht nur mit seinem Körper identifizieren, sondern er konnte auch der Baum sein, andem gelehnt er gerade schlief. Er konnte das Reh sein, das in der Nähe äste. Er konnte als Wolke mit den Wolken reisen. Er konnte
    als Gewittersturm durch die Lüfte jagen, im ewigen Tanz der Elemente. Kurzum er war EINS mit der Natur, alles was bewußt war, mit dem konnte er sich identifizieren. Es war sozusagen ein paradiescher Zustand. Es fürchtete nicht einmal den Tod, da es ja nicht der Körper war, der sterben mußte. Er wurde abgelegt, wie man heute ausgetretene Schuhe ablegt und neue kauft. Doch "unglückseliger" Weise hat das Bewußtsein den Drang, sich immer weiter auszudehnen und neue Erfahrungsmethoden zu entwickeln. Es begann daher das "Ich" zu entwickeln und zu erfahren. Doch das "Ich" mußte geschützt werden. Es konnte ja nicht gleichzeitig Wolke und Körper sein. So begann es zu vergessen, daß es eins mit der Natur war. Das "Ich" sah sich jetzt getrennt von allem Anderen. Jetzt begann es sich vor allem zu fürchten, besonders den Tod, da dahinter ja nichts mehr zu sein schien. Es begann sich weiterzuentwickeln um mit den Ängsten fertig zu werden, um überhaupt überleben zu können. Doch nun scheint es langsam soweit zu sein, daß es wieder zurückkehren kann in den Schoß der Natur. Die richtigen Fragen werden schon gestellt, die richtigen Erkenntnisse schon gewonnen. Es scheint alles nur mehr eine Frage der Zeit zu sein.
    Stellt Euch vor, Ihr könnt wieder die Wolke sein oder wieder mit ihr zu reisen,wie es Euch beliebt. Oder stellt Euch vor, daß Ihr weder Tod noch Teufel fürchten müßts, weil Ihr das dahinter sehts, wäre da nicht das Paradies reichhaltiger zurückerobert.
    Noch etwas, die Damen mögen mir verzeihen, daß ich das aus meiner Sicht als Mann bringe. Stellt Euch vor, Ihr könnt Euch mit Eurer Frau so sehr identifizieren, daß Sie Euch teilhaben lassen kann, warum sie ausgerechnet den komischen Lotter liebt, mit dem sie gerade zusammen ist:rolleyes:
    Ich hoffe, daß ich noch etwas zum Nachdenken beigetragen habe.
    Es grüßt herzlich Frido
     
  8. Ja, das wäre schön ... Wolke ... unbeschränkt ... teilhaben ... (ver)schmelzen ...
    (das alles kann das Ego nämlich nicht.)
    JA, Frido, jetzt gehts aufwärts !! :blume:
    Juhu Jupeidi !!!!!!
     
  9. @ Sanhei

    Starke Zeilen! 99 %-ige Übereinsimmung! (Mich stört das mit "dem Schöpfer ein bisschen...

    Gruß,
    Gisbert
     
  10. Werbung:
    @ Frido

    Seth - ist damit der 3. Sohn Adams gemeint?

    Der Menschwerdung geht die Isolation des Ich einher und die Angst vor dem Tod.
    Menschwerdung hat etwas mit dem Eintritt ins Reich der Erkenntnis zu tun. (Vom "Baum der Erkenntnis" gegessen)
    Der Weg gehr aber nicht zurück.
    Der Weg geht durch das "Reich der Erkenntnis", bis wir die Isolation und die Angst vor dem Tod überwunden haben. Weil/Wenn wir erkennen, dass der Tod die Linie eines Umbruchs und nicht das Ende ist.
    "Die Erkenntnis ist die Befreiung von allem Übel!", das sagte der Siddhartha Gautama. Den man später den "Buddha" nannte. Ich nenne ihn nicht so. Aber der Satz ist trotzdem gut!

    Viele Grüße von
    Gisbert :winken5:
     
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