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Eine Frage zu Altersdemenz

Dieses Thema im Forum "Gesundheit allgemein" wurde erstellt von LoneWolf, 20. Dezember 2007.

  1. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2006
    Beiträge:
    10.922
    Ort:
    Wien
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    Mutter fragt mich in letzter Zeit immer häufiger, fast schon jeden Morgen nach der Telefonnummer von Großmutter und wo sie denn jetzt sei und wann wir von ihr weggezogen sind, weil sie sich nicht mehr erinnern kann.

    Ich werd zwar immer geduldiger, ihr zu erklären, dass Großmutter bereits vor über 30 Jahren von der Erde gegangen ist. Am Anfang war ich nervös, weil ich mir Sorgen gemacht hab, wie das weitergehen wird.

    Aber gestern is was passiert, das hat mich wieder ein wenig schockiert.

    Ich hab ihr den Parteschein gezeigt, die Todesnachricht von Großmutter und die hatte ja den selben Vornamen, wie Mutter.

    Schaut sie also mit großen, fragenden Augen auf den Schein, dann auf mich und fragt mich: "Wann bin ich gestorben?" "Ich bin doch da?" "Wie kann ich gestorben sein, wenn ich doch da bin?"

    Wir haben das wieder aufgeklärt, aber ich frag mich jetzt, ist es gut, ihr die Realität des Ablebens von Großmutter in Form eines "Papiers" auf dem es in schwarz und weiß gedruckt steht vor Augen zu führen oder ist das zu brutal?

    Oder soll ich mit ihr gar den Film spielen, dass Großmutter in einer anderen Wohnung lebt? Ich weiß echt nicht, was gut ist und was nicht gut ist. Bisher hab ich ihr immer gesagt: Großmutter is nicht mehr auf der Erde.

    Manchmal, da komm ich vom Einkaufen nach Haus, sagt sie auch, sie wär "unten" gewesen, bei der Großmutter, bzw. sie war da und wär grad gegangen. Also in die andere Wohnung. Hmmm... schwierig. Soll ich sie aus dem Traum ziehen oder drinnen lassen?

    Vielleicht ist ja jemand hier, der mehr oder professionell Erfahrung hat, im Umgang mit alten, "vergesslichen" Menschen.

    l.G.W.
     
  2. Eberesche

    Eberesche Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Mai 2004
    Beiträge:
    2.175
    Ort:
    vielleicht ein bisschen näher dran
    Hallo Adam,
    professionell bin ich nicht, aber ich kann mich erinnern, dass meine später bettlägigere Oma, erzählt hat, sie war in der Kneipe nebenan und hat Party gemacht. Sie hat meinem Vater dann erzählt, meine Mutter würde nicht richtig auf sie aufpassen.
    Zwischendrin, war sie klar.
    Dann hat sie an der Decke weiße Mäuse huschen sehn....und sich beschwert, wie unsauber meine Mutter doch sei...
    Es war nicht einfach und meine Mutter ist der Zeit selber unheimlich gealtert.

    In manchen Momenten wird es deine Mutter begreifen, in anderen wieder nicht.

    Das würde ich nicht tun, nachher möchte sie sie wirklich sehen, und dann stehst du da.

    Lass sie drin und sage ja Mama... mehr würde ich in diesen Momenten nicht tun.

    Alles Gute dir
    Eberesche
     
  3. Ninja

    Ninja Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Juni 2004
    Beiträge:
    5.672
    Ort:
    Salzburg
    Hallo!


    Meine Erfahrung hat mir gezeigt dass es den Menschen hilft wenn man ihnen eine vertraute Umgebung schafft, meistens angelehnt an die Jugendzeit. Altersdemente Menschen können sich oft noch recht gut an die Kindheit oder Jugend erinnern, sei es an gewisse Lieder, Gerüche, Gegenstände. Dort kommen sie oft recht gut zurecht und kommen manchmal wieder "zurück".

    Du kannst sie leider nicht zurück holen, Du kannst sie eher noch verwirren wenn Du ihr das Gegenteil zu dem sagst was sie meint. Versuche ihr Vertrauen und Sicherheit zu vermitteln, Deine Nähe wird sie immer spüren.

    Natürlich ist das leider für Dich sehr schwer mitanzusehen wie sich Deine Mutter verändert. Sie ist sicher erst im Anfangsstadium, aber versuch Dich schon jetzt mal im Internet umzusehen was es für Hilfsangebote in Deiner Umgebung gibt bzw. versuche einiges über die Altersdemenz nachzulesen.

    Alles Liebe!
    Ninja
     
  4. bri2k

    bri2k Neues Mitglied

    Registriert seit:
    4. September 2007
    Beiträge:
    20
    Ort:
    wien
    Hallo!
    aus meiner beruflichen Erfahrung klingt das eher nach einer fortgeschrittenen Demenz. Medizinische Abklärung macht Sinn, ev. kann man einen weiteren Abbau etwas bremsen (medikamentös, therapeutisch).Sofern ihre Zeitwanderungen sie nicht im Alltag einschränken (zb.geht im Nachtgewand auf die Strasse, weil die Mutter sie gerufen hat,o.ä.)würde ich sie lassen.Nicht bestärken aber auch nicht ausreden, keine Geschichten erfinden. Wird die Vergesslichkeit und die Zeitverwirrtheit schlimmer ,solltest man sich ev. zusätzliche Unterstützung überlege: Heimhilfe, Tageszentrum und auch ein Notfallsszenario für den Fall, dass es gar nicht mehr geht.
    lieben gruß
    bri
     
  5. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Bei unseren diversen Omas und Uromas, die wir schon so aus dem Leben begleitet haben, wars ganz ähnlich. Die Zeitebenen verschwimmen, und die Konfrontation mit Realitäten, die nicht mehr erfaßt werden können, schafft eher Schreck und Verwirrung. Meine Oma war zum Beispiel fest davon überzeugt, daß der Opa (der ein Jahr vor ihr ging) immer im Wohnzimmer saß. Und ärgerte sich drüber, daß er so wenig redet... und unsere Uroma, die hat alle Kinder durcheinandergebracht am Ende und mich gefragt, ob mein Freund (also ihr Urenkel) eh brav in der Schule sei. Aber ja, Uroma, hab ich gesagt, weißt eh, wie Buben so sind in der Schule (und mußte lachen, weil das sich offenbar durch die Generationen net ändert - sie hätte nach meinem Sohn fragen sollen in der richtigen Zeitebene, aber die Antwort wär eh dieselbe gewesen ;)).

    Geschichten würd ich keine erfinden, aber sie auch nicht rausreißen.
     
  6. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2006
    Beiträge:
    10.922
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    Vier Beiträge, danke euch sehr. Da gibts einiges zu denken und bedenken, das ist wahr.

    Ja, zwischendurch ist sie auch oft klar, 2 oder 3 Bekannte kommen noch, ein paar mal im Monat zum Kartenlegen, nur so zum Spaß, da ist sie voll dabei und im Sprachfluss. Fragt zwar wiederholt nach Einzelheiten, weil sie Namen und Beziehungen durcheinander bringt und vergisst, aber der eigentliche Gedankenfluss beim Kartenlegen ist fast einwandfrei, möcht ich sagen. Das ist seltsam, aber da ist sie in ihrem Element, die Beschäftigung mit dem Leben anderer regt sie sehr an.

    Sie kocht auch Kaffee. Ich hab eine neue Maschine gekauft, die wollte sie aber nicht bedienen, weil das Handling ein wenig anders war. Jetzt hab ich wieder die alte aufstellen müssen.

    Naja, wir werden ja sehen. Ich werd vielleicht morgen mal zum Arzt gehen und fragen, ob er ein anderes Mittel hat, das intensiver wirkt als das Tebofortan. Das nimmt sie seit Jahren für die Gehirndurchblutung. Da ist Ginkgoextrakt der Hauptwirkstoff.

    liebe Grüsse, AKW
     
  7. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Hör mal, du könntest ihr ja auf die Frage nach der Telefonnummer sagen, du, weißt du, wo Großmutter jetzt wohnt, dort hat sie kein Telefon... dann haste nicht gelogen und trotzdem net widersprochen :)
     
  8. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2006
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    10.922
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    Wien
    Wer weiß. Eine andere Art Telefon vielleicht. Großmutter war ja zu Lebzeiten auch oft auf spiritistischen Sitzungen. Naja, was soll ich sagen; ich bin ja aufgewachsen mit diesen Geistergeschichten. Mir scheint es nicht seltsam, wenn ich manchmal ein wenig seltsam bin. :clown:
     
  9. ifunanya

    ifunanya Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2007
    Beiträge:
    1.004
    Ort:
    Berlin
    Hallo,

    also in der professionellen Pflege nennt man es Validation. Heißt ich hole die dementen Menschen da ab wo sie stehen. Ich rede ihnen die Situation nicht aus, sondern begleite die in dieser Situation.
    Wenn sie die Telefonnummer wissen will von verstorbenen, dann finde ich Kinnarihs Vorschlag sehr gut. Wenn sie Tiere sieht, dann scheuche sie aus dem Zimmer. (Frage immer noch nach, ob noch welche da sind.
    Begleite dein tun nach möglichkeit mit Geräuschen und Worten. Einfache Sätze sind wesentlich besser, als zuviel information.
    Wenn sie Menschen siet, die ihr unangenehm sind, dann Frage nach dem Namen oder ob Mann oder Frau. Bitte diese Menschen aus dem Zimmer udn halte ihnen die Tür auf, schließe sie anschließend wieder. Wenn diese immer noch da sind, dann tue so als greifst du ihnen unter den Arm ud bittest sie sehr eindringlich dir zu folgen (meist tun sie es). Versuche ihr niemlas etwas auszureden, damit zerstörst du das vertrauen und sie kann aggressiv und unkooperativ werden. Gehe auf ihre Stimmungen ein, wenn sie weint und sie weiß nicht warum, dnn übergehe es einfach in dem du sie in den Arm nimmst udn tröstende Worte sprichst. Auch wenn sie Wörter nicht findet. Versuche zu ergründen und ersetze das Wort, wenn nicht dann schweige lieber. Oder lenke sie ab mit Tätigkeiten. Ziehe ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge, das kannst du immer versuchen. Funktioniert meistens.
    Ich hoffe du hats noch genug Kraft sie zu pflegen. Aber bitte, wenn es dir über den Kopf wächst (meist merkt man es nicht) hole dir professionelle Hilfe. Menschen mit Demenz zu pflegen ist ein Knochenjob. Das kann einer allein unmöglich leisten. Anzeichen für überforderung sind Gewaltbereitschaft, Wut, Erschöpfung allg. Gedanken wie "ich könnte dich jetzt..." zeigen es auch schon an.
    Verändere so wenig wie möglich in ihrer Umgebng. Sie kann offenbar noch gut Handlungen ausführen die sie schon seit Jahren tut. Demenz kennzeichnet sich dadurch aus, das das Kurzzeitgedächtnis betroffen ist. Sie wird sich auf einem Foto was vier Wochen alt ist, nicht erkennen. Gibst du ihr ein Kinderfoto oder ein Foto aus den Jugendjahren erkennt sie sich bis zum Schluß. Dass Langzeitgedächntnis bleibt am längsten erhalten und zwar die Erinnerungen aus Kindheitstagen sind die die bis fast zum Ende da sind.
    Es gibt speziell für Demente Tagesgruppen an denen sie teilnehmen können und sollten.
    Dort wird das Gedächtnis treainiert (Kartenspielen, Rätsel lösen etc)

    alles Liebe und viel Kraft
    ifunanya
     
  10. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    16. Februar 2006
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    Danke für die guten Anregungen.

    Den Eindruck hatte ich, als ich ihr den Partezettel gezeigt habe. Darum hab ich ja hier geschrieben.

    So wie es jetzt ist, geht es noch, weil ich ja schon lange Arbeitslos bin. Seit ich eben hier bin. Und solang sie nicht ans Bett gefesselt ist. Davor hab ich ein wenig Angst, wenn ich zuviel nach vor denk, darum lass ich das lieber. Im Fernsehen seh ich manchmal noch viel schwierigere Situationsberichte und selbst in der eigenen Familie. Meine Schwester sitzt seit fast 8 jahren im Rollstuhl und wird vom Schwager gepflegt. Da geht es uns noch einigermaßen gut hier. Alles zwar ein wenig armselig, auf dem Stand von 1944 könnt man etwas überzeichnet sagen, aber ich hab eben zu spät begonnen, wieder auf dei Mutter zu schaun und war zu lang mit dem eigenen Kopfweh und Weltschmerz beschäftigt.

    Das Ärgermodul hab ich mir ausgebaut, so gut es geht. Das ist eine Frage, wie weit ich mich in der Ausübung meiner eigenen seltsamen Bedürfnisse beeinträchtigt seh. Wird das Dasein für die Mutter selbst zu einem persönlichen Bedürfnis, dann ist das ganze nicht mehr so schlimm. Natürlich darf ich auch viel mit meinem Ego rumraufen. Das ist klar.

    Ich hab mir schon überlegt, ob ich nicht wieder eine lebendige Katze aus dem Tierschutzhaus holen soll. Es gab ja hier mal 2 Katzen.

    liebe Grüsse
    AKW
     

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