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ein böser Traum - ich wache auf und bin desillusioniert

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von michaela555, 23. Mai 2009.

  1. michaela555

    michaela555 Mitglied

    Registriert seit:
    19. Juni 2007
    Beiträge:
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    Märkischer Kreis Deutschland
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    Hallo ihr Lieben,

    entschuldigt bitte, wenn ich etwas wirr schreibe, ich bin gerade ziemlich durcheinander.

    Zur Zeit kommt es in meinem Leben knüppeldicke. Mein Leben kommt mir schon seit einigen Jahren eigenartig und wie ein böser Traum vor. Und ich hatte immer das Gefühl, dass mit mir was nicht stimmt. Ok, das Gefühl hatte ich glaube ich schon immer.

    Ich bin seit dreizehn Jahren verheiratet und seit dreizehn Jahren fliegen die Fetzen. Ich wurde ständig wegen allem und jedem kritisiert, wegen all den Kleinigkeiten gab es Streit. Ich war nur noch mit der Streiterei und den Folgen davon beschäftigt. Ich fühlte mich wertlos und ungeliebt und redete mir selbst ein, dass ich alles falsch mache und zu nichts zu gebrauchen bin. Dann gab es noch diese anderen Vorfälle, die mich sehr, sehr runtergezogen haben, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Doch ich habe es immer wieder geschafft aufzustehen und nach außen wirke ich noch relativ "normal".

    Nun habe ich mich von meinem Mann getrennt, da ich einfach nur noch will, dass das alles aufhört. Ich will wieder auf eigenen Beinen stehen und m e i n
    Leben leben. Doch es hört einfach nicht auf. Da wir eine Tochter haben, kommt er noch jeden Tag vorbei. Es gibt immer noch Streit. Er mischt sich in Sachen ein, die ihn eigentlich nichts mehr angehen. Ich muss ständig meine Grenzen klarmachen. Ihm ständig sagen, dass ich das so nicht mehr will. Doch er versteht es einfach nicht. Und langsam geht mir die Kraft aus. Und ich frage mich, welchen Teil er wohl von mir repräsentiert.

    Es gibt noch mehr eigenartige Vorfälle mit einem anderen Menschen, die mir im letzten Jahr passiert sind. Und langsam fängt es an, bei mir klick zu machen. Ich verstehe, warum mir einige Sachen immer wieder passieren.

    Ich bin auf der Suche nach Anerkennung und Liebe. Und in diesem Bestreben gebe ich viel, sehr viel. Ich gebe es auch gerne. Ich gebe viel mehr, als ich zurückbekomme. Und ich habe natürlich die Erwartung, dafür geliebt zu werden. Doch im Grunde wird diese Sehnsucht nach Liebe nicht erfüllt. Ich ernte eher Missachtung. Und auch da wird mir langsam klar, dass es meine eigene Missachtung ist, die wieder zu mir zurückkommt. Ich missachte mich selbst, indem ich mich so geringschätze und glaube, deshalb viel geben zu müssen. Und auch noch Dinge tun oder geben zu müssen, die ich eigentlich gar nicht tun oder geben würde, wenn ich die Liebe und Achtung nicht haben wollte.

    Ich erkenne dies gerade und es ist einerseits befreiend und andererseits für mich total erschreckend. Ich wache aus einem Traum auf, und nichts kann mehr so bleiben, wie es war. Ich kann den eingetretenen Weg, der mir so vertraut ist, nicht mehr weitergehen. Ich muss lernen, für mich einzustehen. Meine Grenzen zu wahren und das in Liebe zu geben, was ich wirklich geben will. Und das wird nicht leicht. Ich hatte in dieser Woche eine schöne Erkenntnis: ich höre nie auf das allererste Gefühl, das auftaucht, wenn mich jemand um etwas bittet oder wenn ich jemanden kennenlerne. Mein erstes Gefühl sagt eigentlich immer die Wahrheit, das stellt sich im Nachhinein immer heraus. Doch nach diesem ersten Gefühl kommt mein "anerzogenes" Gefühl, das die Sicherheit sucht. Und das sagt im Falle einer Bitte fast immer ja. Nun wird es meine Aufgabe sein, das allererste Gefühl zu achten und auch danach zu handeln. Und dieses Gefühl sagt zu sehr vielen Dingen, nein, das möchte ich nicht. Und irgendein Teil in mir hat schreckliche Angst, dass dann niemand mehr etwas mit mir zu tun haben möchte.

    Andererseits habe ich auch schreckliche Angst, überhaupt noch Menschen in mein Leben zu lassen, weil ich Angst habe, dass immer wieder solche Sachen passieren. Und um das zu vermeiden, ist es wohl nötig, mein allererstes Gefühl zu achten.

    Was mich aber am allermeisten erschreckt, ist, dass ich nun lernen muss, so knallharte Worte zu benutzen, um klarzumachen, wo meine Grenzen sind. Denn mit netten Worten und netten Erklärungen komme ich wohl nicht wirklich weiter. Und es fällt mir wirklich schwer zu akzeptieren, dass das in dieser Welt so sein muss.

    Ich danke euch für's Lesen

    Liebe Grüße

    Michaela
     
  2. Alana Morgenwind

    Alana Morgenwind Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Februar 2005
    Beiträge:
    6.744
    Ort:
    Bayern
    Liebe Michaela,

    für mich klingt das richtig gut, was du schreibst. Ich wüßte auch nicht, wo etwas mit dir nicht stimmen sollte - im Gegenteil. Du bist ein sensibler Mensch, der auf andere eingeht und im Gegenzug dafür wird man oft ausgezehrt von den Forderungen der Außenwelt. Du konntest einfach keine Grenzen setzen, konntest nicht Nein sagen. Ging mir sehr lange auch so und ich habe das erst in den letzten Jahren gelernt. Je sicherer du in dir selbst wirst, umso weniger ist es nötig, krasse Worte beim Neinsagen zu gebrauchen - meistens genügt einfach ein "Nein, ich möchte das nicht". Du stehst jetzt am Anfang des Weges, dich selbst endlich ernst zu nehmen, dich um dich selbst zu kümmern, dich selbst zu entdecken - gratuliere.
    Und du hörst deine innere Stimme, das ist doch toll! Ging mir auch öfter so, ich spürte, daß ich was nicht tun sollte, oder daß Menschen mir nicht guttun würden, und trotzdem habe ich etwas ganz anderes getan, als mir mein Inneres sagte. na ja, gut ist das dann nicht ausgegangen. Weißt du, viele haben ja nicht mal dieses "erste Gefühl" bzw. sind sich dessen nicht bewußt.
    Ich habe erst gestern wiedermal einen Versuch, mich zu reduzieren auf ein kleines Dummerle erfolgreich abgeschmettert. Und zwar durch Schweigen, durch ein Nicht darauf eingehen, es betraf mich einfach nicht mehr. Ich gab der Person überhaupt keine Energie, die das versuchte. Denn das darauf eingehen kostet unglaublich viel Energie, das sich verteidigen, das erklären, warum oder warum nicht, auch das persönlich nehmen. Ich nehme sowas generell nicht mehr persönlich und lasse das alles lächelnd beim anderen, weil ich sehe, wie derjenige sich Aufmerksamkeit sichern möchte, wie derjenige meine Energie anzapft und wie derjenige sich selbst erhöht, indem er mich erniedrigt. Da stülpt einem jemand sein kleinkariertes Denken über und projieziert die eigene Angst vor der eigenen Unfähigkeit auf jemand anderen.

    Also - keep cool! Auch wenn dein Ex weiter kritisiert, gib dem keine Energie mehr, reg dich nicht auf, denn genau das ist ja beabsichtigt. Bleib ruhig, durchschaue den Versuch, deine Energie und Aufmerksamkeit zu gewinnen, bleib ganz bei dir und sag einfach Nein. Und notfalls sag ihm, daß er gehen soll. Und je ruhiger und bestimmter du bist, umso erfolgreicher wirst du sein, das kann ich dir versprechen. Und gib die Hoffnung auf, daß er jemals sehen wird, daß er es ist, der ständig Streit verursacht - das wird er nämlich wahrscheinlich nie sehen. Vielleicht magst du mal das Buch lesen : "Die Masken der Niedertracht" - da steht einiges drin über solche Verhaltensweisen. Und dir könnten auch Bachblüten helfen, um in dir selbst stark zu werden - mir hat "Wilde Rose" sehr gut geholfen, da kommt das in dir selbst zum Vorschein, was du schon immer warst: eine sensible, starke Frau, die für sich selbst einstehen kann. Denn stark bist du, soviel ist sicher.

    Du wirst sehen nach einer Zeit, daß es gar nicht anstrengend ist, den eingefahrenen Weg zu verlassen, im Gegenteil, alles wird entspannter , heiterer, fröhlicher, indem du bei dir selbst bleibst.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Liebe Grüsse, Alana
     
  3. Sayalla

    Sayalla Guest

    Hallo,
    die Konsequenz im deutlichen NEIN erspart dir harte Worte. Übe das doch mal vor dem Spiegel. Du wirst staunen, wie sich das entwickelt.
    Das Nein sagen ist auch insofern wichtig, als dass es Menschen in dein Leben zieht, die dich lieben wie du bist... und nicht so, wie sie dich haben wollen.

    Hier ein Link, den es hier- soweit ich weiss- bisher noch nicht gegeben hat.

    http://www.rafa.at/46moreno.htm

    LG*
     
  4. Ruhepol

    Ruhepol Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. März 2007
    Beiträge:
    11.893
    Ort:
    An der Nordsee
    Liebe Michaela,

    du hast den ersten Schritt getan und bist gegangen. Glückwunsch! Wenn du deinem Mann nach wie vor die Macht gibst über dein Wohl- und Unwohlsein zu bestimmen, dann musst du wohl lernen Grenzen zu setzen.
    Warum kommt er jeden Tag, wie alt ist euer Kind, kann es nicht einfach dem Vater entgegengehen? Musst du ihn in die Wohnung lassen und dich immer wieder seinen Vorwürfen aussetzen?
    Wenn das Kind klein ist und keine Möglichkeit hat sich "alleine" mit dem Vater zu treffen, dann solltest du einen Anwalt zu Rate ziehen, welche Möglichkeiten dir bleiben um den Kindeskontakt aufrecht zu erhalten, dich selbst aber zu schützen vor diesemm Tyrannen.
    Was meinst du, kommt er jeden Tag wegen eurer Tochter, oder kommt er um dir täglich klar zu machen, welcher Wurm du in seinen Augen bist?

    Und nochwas: Zum Streiten gehören zwei. Wahrscheinlich seid ihr inzwischen diesbezüglichlich derart gut aufeinander eingespielt, dass schon bestimmte Worte/Blicke genügen um euch gegenseitig "auf die Palme zu bringen".
    Hier steht Umlernen an, es ist nicht mehr wichtig und interessant was er von dir denkt, lass ihn reden, lass ihn einfach gegen eine Wand laufen.

    Ja, Grenzen musst du setzen!

    Alles Liebe
    Ruhepol
     
  5. orion7

    orion7 Sehr aktives Mitglied

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    6. Juli 2007
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    Land Brandenburg
    Liebe Michaela,

    ich sehe es genauso, wie Alana, Sayalla und Ruhepol. Das Buch "Die Masken der Niedertracht" kann auch ich Dir nur wärmstens empfehlen.
    Versuche all das, was Du von anderen möchtest, erstmal von Dir selbst zu bekommen (Anerkennung, Beachtung, Liebe, Respekt), ist gar nicht so einfach. Doch wenn Du es kannst, kommt all das ohne Dein Zutun von Außen ganz allein zu Dir. Wir sind nun mal alle Spiegel und wie schön kann es dann sein, wenn wir genau das reflektiert bekommen...lächel...
    Du bist wirklich eine starke Persönlichkeit, Du schaffst es. Denn Deine Erkenntnisse sind fantastisch. Anfangs ist es immer etwas schwierig, doch mit der Zeit wird alles lebendiger, lebensfroher...Du bist auf einem wunderbarem Weg...ich wünsche Dir Kraft, ihn auch weiter zu gehen.
    Es liegt an Dir, ob man Dir weh tun kann oder nicht. Wenn Du es nicht möchtest, dann brauchst Du es auch nicht zu zulassen.

    Ich wünsche Dir das Erkennen der Universumsliebe...
    Orion7
     
  6. michaela555

    michaela555 Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    ich danke euch herzlich für eure aufbauenden Worte. Ich bin ganz gerührt.

    @ Alana Morgenwind:

    Ich glaube, mein Gefühl, dass mit mir was nicht stimmt, kommt daher, dass ich halt so sensibel bin und mich solche Sachen immer wieder von neuem umhauen können. Ich bin dann so neben der Spur, dass ich nicht mehr viel auf die Reihe bekomme. Und ich denke oft, dass mit mir was nicht stimmt, weil ich an die Spiegeltechnik denke, und mir das ganze doch irgendetwas spiegeln muss.

    Ja, ich bin dabei, mich selbst zu entdecken und mich endlich selbst zu achten. Und an manchen Tagen denke ich auch, dass ich es schaffe.

    Das empfohlene Buch werde ich mir auf jeden Fall besorgen, das hört sich sehr interessant an. Und Bachblüten werde ich auch versuchen. Aber vielleicht wirklich erst mal nur eine Blüte, weil ich auf Mischungen mit mehreren sehr empfindlich reagiere.

    Du hast recht, ich lasse mich dauernd in seine Spiele verstricken, und in dem Versuch, irgendetwas zu klären, entsteht nur noch mehr Chaos. Dabei glaube ich noch nicht einmal unbedingt, dass das seine Absicht ist. Ich glaube, unsere Kommunikation funktioniert einfach nicht, weil jeder dem anderen etwas unterstellt, was er vermutlich gar nicht so meint.

    Aber ich muss dem jetzt einen Riegel vorschieben und Gespräche dieser Art schnell beenden. Und lernen, bei mir selbst zu bleiben. Und akzeptieren, dass ich für seine Gefühle keine Verantwortung übernehmen kann. Ich kann nur für meine Gefühle die Verantwortung übernehmen.

    @Sayalla:

    Ich glaube, dass es dieser harten Worte meinerseits zur Zeit nur bedarf, weil mein Mann es seit dreizehn Jahren so kennt, dass ich nein sage und auch meine. Wenn er jedoch stundenlang auf mich eingeredet hat, ist aus dem nein irgendwann doch ein ja geworden, damit er mich endlich in Ruhe ließ. Und nun ist es natürlich schwer, mit netten Worten klarzumachen, dass ich tatsächlich nein meine. Und dass ich tatsächlich nicht will, dass er wieder einzieht. Da sind manchmal echt knallharte Worte nötig, und das fällt mir wirklich sehr schwer. Und ich sehe auch seine Verletztheit, das tut mir auch weh. Andererseits verstehe ich ihn aber auch nicht, warum er es sich immer wieder antut, sich mit seiner Fragerei heftige Abfuhren abzuholen.

    @Ruhepol:

    Mein Mann kommt jeden Tag, um unsere Tochter zu sehen. Ich wohne noch in der Wohnung, die wir gemeinsam hatten. Er hat noch keine eigene richtige Wohnung, sondern wohnt in einem kleinen Raum, den ich mal gemietet hatte, um von zu Hause wegzukommen. Und er wird sich voraussichtlich erst in ein oder zwei Monaten eine Wohnung mieten, da er erst noch Geld ansparen möchte. Und in den Raum möchte er meine Tochter nicht mitnehmen. Das kann ich auch verstehen.

    Naja, er kommt schon für unsere Tochter, aber er hat mir auch gesagt, dass er wegen mir kommt. Wobei ich denke, dass er wegen sich selbst kommt :D.
    Ich bin eigentlich der einzige Mensch, den er nah an sich herangelassen hat. Und ich war nun dreizehn Jahre lang der Mensch, auf den er sein Innenleben projiziert hat. Und wenn das wegfällt, das ist schon hart. Das soll nicht heißen, dass ich das gutheiße. Es geht mir ja selbst auf den Nerv, bzw. raubt mir den letzten.

    Ja, du hast recht, ich gehöre zum Streiten natürlich mit dazu. Einfach, weil ich mir durch die Trennung erwartet hatte, dass eine gewissen Distanz eintritt und wir wieder vernünftig miteinander reden könnten. Aber an den meisten Tagen geht es nicht. Und natürlich geht mir auch mal die Hutschnur hoch, wenn da Einmischungen in Dinge kommen, die ihn nun nichts mehr angehen. Und er erwartet, dass ich so handele, wie er handeln würde. Im Moment ist es wirklich das beste, so wenig wie möglich zu reden und diese Grenzen zu setzen.

    @Orion:

    Ich danke dir für deine lieben Wünsche. Ja, die Kraft kann ich gut brauchen. Es stehen noch ein paar Hürden an und um diese zu schaffen, ist es unerlässlich für mich, mich selbst zu lieben und mich zu achten. Und mich nicht mehr so umhauen zu lassen.

    @all:

    Ich weiß, dass das ganze auch ein riesiges Geschenk für mich ist. Ich darf das alles endlich begreifen und lernen. Und das tollste Geschenk habe ich schon bekommen. Ich habe endlich wieder ein gutes Verhältnis mit meiner Tochter. Wir beide waren uns total entfremdet. Sie war schon immer sehr fixiert auf ihren Papa. Und ich war zwar immer da, aber irgendwie eben auch nicht, wegen der ganzen Streiterei und den emotionalen Folgen. Und nun ist es so wunderbar, dass wir eine ganz neue Ebene gefunden haben, dass ich wieder ein wichtiger Teil ihres Lebens bin und nicht nur die Funktion als Schlichterin im Streit zwischen Vater und Tochter innehabe.

    Ich wünsche euch eine gute Nacht!

    Liebe Grüße

    Michaela
     
  7. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. September 2004
    Beiträge:
    19.311
    Hi Michaela!

    Du hast einen guten Titel gewählt und ein paar Dinge geschrieben, die ich als wirklich grundlegend ansehe und bei denen es wohl fast allen sehr ähnlich geht. Vor allem das hier trifft sicher auf so ziemlich jeden zu:

    Das Problem dabei ist, das man das zwar recht leicht erkennen kann, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt was man denkt/sagt/tut und warum, aber das "Wie?"... und das tiefere "Warum?" ist irgendwie ein blinder Fleck. Ich kann da nicht behaupten das der bei mir nicht blind wäre, aber ich versuche mal zu formulieren, wo ich das Problem sehe: Man dreht es im Alltag um zu: "Ich will nicht abgelehnt werden." Verstehst Du den Unterschied? Das belastet Gedanken, Worte, Taten... macht unfrei und führt zu dem was man fürchtet, solange man nicht diese Basis erkennt. Sie besteht aus angstmachenden Überzeugungen darüber, wie man sein und was man tun muss, um nicht abgelehnt zu werden.


    Dieser ganze Absatz ist vielleicht tiefer als Dir überhaupt klar ist, und ich würde Dir den Tipp geben, das, was Du hier formulierst mal nicht nur auf diese eine Situation hin anzuschauen, sondern auf alles was in irgendeiner Art mit Beziehungen im weitesten Sinn zu tun hat. Beziehungen zu Eltern, Zeiten in der Schule, Situationen im Job, selbst finanzielle Wünsche, Wünsche nach Status wie Attraktivität usw. Hinter all dem kann man in aller Regel das erkennen, was Du hier formulierst:
    Dabei ist das Thema "geben - nehmen" sehr interessant. Das was nach außen hin wie geben erscheint, ist es im Inneren nicht, wenn es auf der Motivation etwas haben zu wollen gebaut ist. Nicht als Kritik verstehen... Ich versuche nur ein Prinzip zu beschreiben, das m.A.n. sowieso "uns" alle (zumindest so gut wie alle) betrifft. Du kannst Dir das verdeutlichen, wenn Du an jemanden denkst, den Du wirklich vollkommen liebst... eine Person die keiner Änderung bedarf damit Du sie liebst und der vorherrschende Wunsch das Glück dieser Person ist. Denk vielleicht an Deine Kinder. In gewisser Weise ist das ein paradoxer Zustand, da er sowohl große Nähe, wie auch eine gewisse Distanz beinhaltet. Distanz in dem Sinn, dass Du Entwicklung zulässt, ohne darum zu fürchten diese Person nicht mehr lieben zu können, oder nicht mehr geliebt zu werden. Das schließt nicht aus, das es Entwicklungen gibt die Du als negativ ansiehst oder auf diese Person mal wütend bist usw. Aber es kratzt die Liebe nicht an. Das ist inneres Geben. Und das "funktioniert" dann auch, weil die innere Basis stimmt, weil sie nicht (so sehr) von Angst geprägt ist. Überall wo Du Angst-Überzeugungen ins Spiel bringst, gewisse Entwicklungen durchzusetzen versuchst, weil da in irgendeiner Form Angst-vor-Leid ist, wirst Du das auch in irgendeiner Form erfahren. Wie in einem Traum... daher finde ich Deinen Titel auch sehr passend.




    Das Gute ist: Das eine schließt das andere nicht aus. Denn wenn Du diese "Viel-Geben-Missachtung-bekommen-Situationen" mal durchdenkst, dann kannst Du erkennen das sie niemandem etwas bringen. Der umgekehrte Weg im Extrem (also mal als Ideal) gedacht, ist gut für alle. Für Dich einstehen bedeutet nicht Egoismus im herkömmlichen Sinne... Denn der wäre ebenfalls auf Angst gebaut. Irgendwie ist es fast seltsam, das die meisten Menschen eine Art Ideal haben, fast wie ein persönlicher Status, sich für andere zu opfern. In Wirklichkeit ist das weder aufrichtig, noch funktioniert es. Der umgekehrte Weg der nicht auf Angst basiert, funktioniert sowohl für Dich wie auch Dein gesamtes Umfeld. Allerdings... und das ist im Grunde der entscheidende Punkt: Dieser umgekehrte Weg wird von der Angst die man hat ständig torpediert. Daher ist er zu allererst ein innerer Weg, bevor er sich im Außen zeigt. Im Grunde geht es "nur" ein Erkennen der Angstmotive.

    Genau... Das ist es, was ich nach ":" sagen wollte. Ich glaube, das es am wirkungsvollsten ist, wenn Du Dir dieses "anerzogene Gefühl" als ein reagierendes Prinzip vorstellst. Wie ein Programm das auf der Vergangenheit basiert und den Sinn hat einen Zustand aufrechtzuerhalten. Werte das nicht... Es hat schon seinen Zweck, letztlich strebt es aber dem entgegen was Du eigentlich wünscht. Das persönlich zu nehmen bedeutet Dich davon beeindrucken zu lassen, die Inhalte des Programms (Emotionen, Überzeugungen...Angst) für wahr zu halten und Dich danach auszurichten. Der Weg hinaus führt über "nicht-beeindrucken-lassen", nicht als absolute Wahrheit anzusehen, womit Du gedanklich-emotional bombardiert wirst. Sieh es wirklich als ein Prinzip und mit einer gewissen Nüchternheit bzw. Distanz.

    Du kannst das überall erkennen... Denk an ein Ideal, einen idealen Wunsch, und stell Dir vor Du kannst zaubern... sozusagen mit einem Finger schnippen und der Wunsch ist Realität. Du musst nur daran denken und Du wirst Dich mit Überzeugungen der Vergangenheit konfrontiert sehen. Sie gehen einher mit einer Art Gefühl von "Wahrheit"... Einer gewissen Intensität die sagt: "Ich kann nicht, weil... " und einen dadurch in alte Richtungen drängt. Man muss sich dem nicht wiedersetzen, denn so lange man diese Intensität fühlt und sich davon unterworfen fühlt, wird kämpferisches Dagegenhandeln zu Enttäuschungen führen. Aber je bewusster man überhaupt bemerkt was da vorgeht, und man diese inneren Reaktionen kennenlernt, verlieren sie an innerer Intensität und spielen dann auch im Äußeren keine Rolle mehr... Sie verschwinden dann sogar ganz, was der Lösung eines bestimmten Themas entspricht. Allerdings ist "Dein Thema" sehr an der Basis, eine Art Unterbau für so ziemlich jedes Problemthema das einem im Leben "wiederfährt".

    Ein guter Weg ist wirklich "kennenlernen". Diese Angst argumentiert... sagt immer wieder "Ja... ABER..." Versuch die Argumentation zu durchschauen und das sie letztlich auf Überzeugungen basiert die nicht wahr sein müssen. Das Du es oft so erfahren hast ist kein Argument, weil Du es erfahren hast weil Du davon überzeugt warst (und noch bist). Diese Angst-Argumentation ist übrigens in ihrer Komplexität in sich unschlüssig, letztlich irrational. Der Zweck sollte wirklich nicht persönlich genommen werden, sondern aus einer gewissen Distanz betrachtet als "Ist-Zustand-Erhaltend" gesehen werden. Eine Art Gegenkraft ohne die dieses Lebens-Spiel auch nicht funktionieren würde.

    Grundlegend ist es simpel: Achte darauf was Du wirklich wünscht auf der einen Seite, und das was Dagegenhält auf der anderen Seite. Dann kannst Du auch erkennen das Dein Bewusstsein sozusagen "abrutscht". Man kann einen Wunsch sehr klar denken, aber sobald diese Gegenkraft ins Spiel kommt, und das geschieht in aller Regel sofort, rutscht man ins "Unbewusste" ab... das ist ein Gefühl von Machtlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Frustration. Am Gefühl kann man den reinen Vorgang erkennen (im Sinne von "Da ist Wiederstand"), was nicht bedeutet das man den Inhalt schon erkannt hat, also das was einen beeindruckt hat. Je mehr man aber diese Pseudo-Wahrheiten erkennt, desto weniger rutscht man auf diese Art ab und wie von selbst wirst Du sehen: "Ich glaube nicht mehr dass es so sein muss." (...das wenn ich so bin, so handle, ich abgelehnt werde" ..als Beispiel)

    Musst Du nicht. Kümmere Dich zuerst um eine Art innere Sicherheit, wahres Selbstbewusstsein. Daraus entsteht angemessenes Handeln das Dir entspricht.

    VG,
    C.
     
  8. soluna

    soluna Mitglied

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    431
    Hallo!

    Ich sehe nicht so wirlich das du dich bisher getrennt hättest. Du bist ihn keineswegs los, es kann auch noch 10 jahre so weitergehen.

    Tu dir den gefallen, wenn du eines tages genug vn ihm hast und dein eigenes Leben hast, dann kümmere dich nicht mehr um seine probleme. von mir zb würdest du dich ja auch nicht tyrannisieren lassen, warum auch. du schuldest ihm nichts, auch wenn er das glaubt .

    dann kann er sie freitags von der schule holen und du holst sie sonntags von der ubahn, und wenn er keinen platz hat kann er sie eben nicht sehen. Aber er hat doch sogar einen Raum.. Er wohnt ja nicht mitten im Puff oder?

    fg
     
  9. michaela555

    michaela555 Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    @ Condemn

    vielen Dank für deine ausführliche Antwort, sie hat mich sehr nachdenklich gemacht und trifft genau auf den Punkt.

    Zitat:
    Das Problem dabei ist, das man das zwar recht leicht erkennen kann, wenn man ein bisschen darüber nachdenkt was man denkt/sagt/tut und warum, aber das "Wie?"... und das tiefere "Warum?" ist irgendwie ein blinder Fleck. Ich kann da nicht behaupten das der bei mir nicht blind wäre, aber ich versuche mal zu formulieren, wo ich das Problem sehe: Man dreht es im Alltag um zu: "Ich will nicht abgelehnt werden." Verstehst Du den Unterschied? Das belastet Gedanken, Worte, Taten... macht unfrei und führt zu dem was man fürchtet, solange man nicht diese Basis erkennt. Sie besteht aus angstmachenden Überzeugungen darüber, wie man sein und was man tun muss, um nicht abgelehnt zu werden.

    Das stimmt genau. Auf diese Weise kommen die ganzen unbewussten Muster zum Zug. Ich handele genau so, wie ich schon immer gehandelt habe, um mich nicht abgelehnt zu fühlen.

    Zitat:

    Dabei ist das Thema "geben - nehmen" sehr interessant. Das was nach außen hin wie geben erscheint, ist es im Inneren nicht, wenn es auf der Motivation etwas haben zu wollen gebaut ist. Nicht als Kritik verstehen... Ich versuche nur ein Prinzip zu beschreiben, das m.A.n. sowieso "uns" alle (zumindest so gut wie alle) betrifft. Du kannst Dir das verdeutlichen, wenn Du an jemanden denkst, den Du wirklich vollkommen liebst... eine Person die keiner Änderung bedarf damit Du sie liebst und der vorherrschende Wunsch das Glück dieser Person ist. Denk vielleicht an Deine Kinder. In gewisser Weise ist das ein paradoxer Zustand, da er sowohl große Nähe, wie auch eine gewisse Distanz beinhaltet. Distanz in dem Sinn, dass Du Entwicklung zulässt, ohne darum zu fürchten diese Person nicht mehr lieben zu können, oder nicht mehr geliebt zu werden. Das schließt nicht aus, das es Entwicklungen gibt die Du als negativ ansiehst oder auf diese Person mal wütend bist usw. Aber es kratzt die Liebe nicht an. Das ist inneres Geben. Und das "funktioniert" dann auch, weil die innere Basis stimmt, weil sie nicht (so sehr) von Angst geprägt ist. Überall wo Du Angst-Überzeugungen ins Spiel bringst, gewisse Entwicklungen durchzusetzen versuchst, weil da in irgendeiner Form Angst-vor-Leid ist, wirst Du das auch in irgendeiner Form erfahren. Wie in einem Traum... daher finde ich Deinen Titel auch sehr passend.

    Ich weiß, was du meinst. Ich kenne diese Liebe, denn ich habe eine Tochter und drei Katzen. Die Liebe ist stets da, sie fordert nicht, sie ist einfach. Egal, was diese Wesen anstellen.

    Ja, ich gebe oft und oft glaube ich auch, es von Herzen zu tun. Und ich merke oft auch erst hinterher, dass ich unbewusst doch "Bedingungen" gestellt habe. Davon weiß der andere natürlich nichts, das macht die Sache dann manchmal auch verzwickt.

    Und das mit den Angst-Überzeugungen stimmt 100%ig. Ich kreiere mit meiner Angst vor Ablehnung immer wieder dieselbe Erfahrung: ich fühle mich abgelehnt. Ob ich dann tatsächlich abgelehnt werde, steht vielleicht sogar noch auf einem ganz anderen Blatt.
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    Ich werde bewusster auf diese Gefühle achten, die in solchen Situationen auftreten. Vom Verstand her sind mir die Angstmotive schon sehr bewusst. Im Grunde handele ich ja so, wie ich handele, um diese tiefsitzende Angst gar nicht spüren zu müssen. Doch im Grunde spitzt sich die Lage immer mehr zu, und ich komme letztendlich doch nicht drumherum.

    Liebe/r Condemn, der zweite Teil meiner Antwort folgt später. Bis dahin schicke ich dir liebe Grüße

    Michaela

    i
     
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