1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im grössten und ältesten Esoterik-Forum!
    Hier findest Du alles zu Astrologie, Lenormand und Tarot, Karten legen, Feng-Shui, Traumdeutung, Religion und Spiritualität, Engel, Familien-Aufstellung, Gesundheit, Reiki
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

Egotherapie

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Hellequin, 10. April 2015.

  1. Hellequin

    Hellequin Guest

    Werbung:
    I.1

    Sommermorgens kam gesprungen
    Unheil, sprach mit Engelszungen,
    sprach von Taten und Errungen-
    schaften, schrie aus vollen Lungen:
    "Seht! Hier ist ein Plan gelungen!"
    Ächtend die Berichtigungen,
    die von mir ihm zugetragen,
    wollt ab da er nichts mehr sagen,
    schwand, fuhr auf zum Großen Wagen,
    um der Sonne Glanz zu jagen.

    Während sich der Sterne Ordnung
    Unheil spiegelnd selbst erlöste,
    musst' ich sehen, wie der Mond sich
    vor des Jägers Schwert entblößte,
    hoffend wohl auf Anerkennung,
    Unabhängigkeit zum Trotze.
    "Glaub nicht, Unheil," rief er,
    "dass ich nur mit falscher Glorie protze!
    Nicht umsonst beherrsche ich die
    See, der Erde Lebensbecken,
    nicht umsonst gehorchen mir die
    Bestien, die dich nächtens schrecken,
    lauern geifernd, seelenhungrig
    in den Wäldern und den Hecken!
    Angesichts all meiner Taten
    müsst' kein Taglicht mich beflecken.

    Da ich aber, nachts entstanden,
    nur verkehrte Thesen lehre,
    deren Inhalt ich treusorgend
    immer wieder neu verkehre,
    da die einseitig verkehrte
    Lehre leere Lehre wäre,
    kann ich nur vereinzelt lachen,
    nur wenn ich die Flut gebäre,
    muss ansonsten rar mich machen,
    weichen einem Sternenheere,
    bis die Sonne wieder steigt aus
    ihrem feuchten Grab im Meere."

    Sommerabend fiel hernieder, weinend fiel der Mond zu Füßen
    Unheils und erhob sich wieder, ohne für die Tat zu büßen,
    ließ jedoch ein Seufzen liegen, wo er selbst zuvor gelegen,
    und der brave Sonnenjäger konnte sich nicht mehr bewegen.

    Sommernachts an Unheils Stelle,
    dort am Grabe seines Glücks,
    spross aus trüber Schattenquelle
    die verruchte Gegend Yx.
     
    Nefretiri86 gefällt das.
  2. Hellequin

    Hellequin Guest

    I.2

    Gibhorn trotzte dem fröhlichen König auf die Gefahr hin, dass dieser keiner Weise entsprechen könnte. Ich sah schweigend zu und lachte, als seine Gelegenheit zum Schopf hin verlief, doch kannte ich Gibhorn zu gut, um darauf hereinzufallen. Erst neulich hatten wir gemeinsam der Felder Kunde gesungen und jenseits einer misshandelten Vier im Taumel vieler Leben darüber nachgedacht, etwas mehr als nur einen Faden zu hinterlassen. Achtlings, fiele mir zu spät ein, dächte ich nach, hätte ein Treffen Feuer entfacht. Wir weinten stattdessen beide, bis uns die Augen ausgingen und aus der Wiese direkt neben der alten Wohnung etwas entstand, dessen Eltern wir nicht einmal mehr im Ansatz vermutet hätten, Abscheu hin, Effektivität her. Der aus der Nähe rief, trug keinen Namen, gleichwohl seine Botschaft andere Worte im Namen trug: "Höret den Willen einer Hornweihe und wisset, woher die Kammer sich erneuert, wenn sie fremd ist! Im Zweifel der Larvae allein kohlt allumfassende Treue, ein Fossil. Ein Fossil. Ein Fossil. Ein Fossil. Ja, ein Fossil. Fragt nicht! Auch meine Liebe wundert, wenn sie kann."

    Hatte mir der Brand noch gestern geboten, Ignoranz zu üben, betrachtete ich den schwimmenden Gibhorn nun in einem, naja, Licht, das sich mir bis dato hatte verschließen müssen, wohl aufgrund seiner Haltung zum Zwiespalt, welcher ist Arg und Haben, Güte und Weh, falls und wann immer die Vier mehr ist als zweierlei Doppel im Abendrot. Nun achtete mein Freund auf die letzte Welt der Welt, verschworen mangels nicht Recht, sondern Fug, weshalb auch meine Bereitschaft damit begann, sich die eigene Existenz mühsam zu erkleckeln. Namenlos, der sprechen kann! Mein verehrter Namenlos, ein wahrhaft triftiger Kamerad auf langen Wegen und in Gemäuern, die im Zweifelsfall sogar vergrabene Schätze erschrecken. Lass mir die Liebe, Günstling, dann untermauere ich dich tausendfach mit Larvae, Larvae, Larvae.

    Wir lagen nicht falsch. Namenlos selbst gewährte uns Absolution, obwohl seine Enttäuschung spürbar von Fall zu Fall mäanderte. Wäre es mehr gewesen. Mehr als einer dieser Träume, dieser Déjà Vus der Zwischenwelt... die Vier. Die Acht. Die verdammte alte Treppe, die Affen und das Ziel, das ein Hohn ist. Namenlos? Superior. Ein Affe in der Wand, nur ein Kopf, und der Singsang, einem Tier ähnlich: "Dies ist Schein, nur Schein, nur Schein, und Schein und Schein und Schein wird sein."

    Am Ende der Fall, der Anfang, schon wieder.
     
    sunrise76, SYS41952 und Nefretiri86 gefällt das.
  3. Nefretiri86

    Nefretiri86 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. Januar 2009
    Beiträge:
    29.602
    Ort:
    Niedersachsen
    Echt super. Sehr schön geschrieben. :flower2:
     
    Hellequin gefällt das.
  4. Hellequin

    Hellequin Guest

    Du bist ein bisschen verrückt, aber auf eine sympathische Art. :)
     
    Nefretiri86 gefällt das.
  5. Hellequin

    Hellequin Guest

    I.3

    Potenziell verstand man nicht, wozu diese oder jene Anmerkung sich dazumal observierte. So stolz der Affe auf die Tracht war, die er trug, missgönnte ich ihm doch seine Beine, fragte mich sowieso, wie und wie weit wohin es gekommen sei, nun, da die Wiese frank unfrei lag. Achtlos dahingeworfen, könnte man sagen. Ich holte Luft aus dem Brunnen, versiegte und sprach: "Wehe! Nicht die meine ist sandelhölzern vertraut! Warte, ehe du bleibst, sonst überschlagen sich Tauben bei mildem Sonnenschein auf Java." Wie erwartet, fand er zu mir. Seine Stimme schalmeite wie die Freiheit in Waffen:

    "Ich bin der Weg und das Licht und die Katze, bis der Tag sich neiget zum ersten Mal, welches bis gestern ist das Schandmal meines Daseins." Seine Pfote hätte unmenschlicher nicht sein können, wie sie die Wand würgte, um mich zu meinen. Sie war nicht allein, konnte es auch gar nicht, denn zwei Köpfe ergeben höchstens zusätzliche Implikationen, indem sie - gesetzt den Fall, dass neulich in der Achtbar alles ausging, was Beine hatte - sind. Dass ich fiel, verstand ich selbst erst, als es bereits zu spät war und ich mich nicht mehr drehen konnte, denn die Tiefe ihrerseits vermochte nicht zu beurteilen, weshalb Gibhorn nicht bei mir war. Mit zerschmetterten Knochen irgendwo angekommen, spielte ich das Stück, das in ähnlichen Fällen als ausgelutschtes Waisenheim ungenauer nicht hätte sein können. Wer es klaglos hinnahm, ist mir schon wieder viel mehr als geläufig, wenn auch damals, als die Uhr genau dieselbe Stunde zum Wasser hin peitschte und sich dadurch der Umsicht neuestes Gewitter einhandelte, bei weitem das meiste wenig wog.

    Ich zerklopfte ein Bildnis des gezuckerten Affen zu Staub und Kieseln, dachte dabei an Vogelschwärme und köderte dreizehn verschiedene Fälle mit dem Geräusch, das als einziges in der Kakophonie meiner Rache nicht vorkam, zumal es bis dato als Mythos vor sich hin geschlafen hatte, traumlos und nur unzureichend bläulich. Kanäle kannte man damals noch nicht.

    Nun wäre es zutreffend gewesen, die Grammatik einer fremden Sprache wenigstens zu unterstellen, doch mit herausgerissenen Protokiemen grinst es sich unter anderen Umständen auch nicht besser. So etwas wie eine Tür sollte ohne Fell auskommen.
     
    sunrise76, SYS41952 und Nefretiri86 gefällt das.
  6. Nefretiri86

    Nefretiri86 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    9. Januar 2009
    Beiträge:
    29.602
    Ort:
    Niedersachsen
    Werbung:
    Ich glaub, wir sind alle ein wenig verrückt hier. Jeder auf seine Art. Aber danke. Denn was ist schon normal. :);)
     

Diese Seite empfehlen