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Dr. Contergan

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von opti, 20. November 2007.

  1. opti

    opti Guest

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    Es ist recht interessant sich einmal mit der Vergangenheit des Erfinders des Medikaments "Contergan" zu beschäftigen. Als Forschungsleiter der Firma Grünenthal Chemie entwickelte Dr. Heinrich Mückter das verhängnisvolle Medikament Contergan. Hinweise auf Missbildungen ignorierte er - ein Verhalten, dass er so ähnlich schon Jahre zuvor an den Tag gelegt hatte.

    Was dieser Dr. Mückter während des Krieges in Krakau genau getan hatte, danach fragte ihn während des Prozesses 1968 niemand. Weder Richter und Nebenklägervertreter noch Staatsanwaltschaft und Journalisten. Schließlich ging es in dem bis dato größten Strafprozess in der bundesdeutschen Geschichte um die Verantwortung für die durch Contergan verursachten Missbildungen an Neugeborenen - und nicht um das "Dritte Reich".

    Zwanzig Jahre nach Ende des Krieges ließ man sich gegenseitig in Ruhe mit der braunen Vergangenheit, zu viele hatten Dreck am Stecken. Ein Stillschweige-Kartell dürfte das Nachfragen verhindert haben; es hieß, einer der ermittelnden Staatsanwälte wäre früher selber bei der Waffen-SS gewesen. Auf Seiten der Verteidiger der Angeklagten gab es etliche, die schon im "Dritten Reich" Karriere gemacht hatten.

    Was Mückter zwischen 1940 und 1945 getan hatte - es wäre ein Leichtes gewesen, dies zu ermitteln.

    Die Bekämpfung des gefährlichen Fleckfiebers hatte während des Zweiten Weltkrieges oberste Priorität. Zu diesem Zweck wurden infizierte Läuse gezüchtet und anschließend gemolken. Aus der gewonnenen Substanz ließ sich Impfstoff erzeugen. Zum Züchten der Läuse brauchte es zahlreiche Menschen, die bereit waren, die Läuse an ihren Beinen zu tragen und sie mit dem eigenen Blut zu ernähren -Infektionsgefahr nicht ausgeschlossen.

    Da es keine Freiwilligen gab, behalf sich Mückter, stellvertretender Direktor des Instituts für Fleckfieber und Virusforschung in Krakau, mit zwangsrekrutierten Polen; vermutlich auch mit Juden aus dem Ghetto.

    Um die Wirksamkeit der gewonnenen Impfstoffe zu erproben, wurden KZ-Insassen in Buchenwald, eventuell auch in Auschwitz, zunächst mit dem neu entwickelten Stoff geimpft und nach zwei oder drei Wochen absichtlich mit dem Fleckfiebervirus infiziert. Die Zahl der sterbenden Häftlinge gaben Mückter und seinem Spiritus Rector, Professor Hermann Eyer, einen Anhaltspunkt für die Wirksamkeit des neuen Impfstoffes.

    Mückter verließ das Gericht als freier Mann, ging noch unbehindert seiner Arbeit nach, besuchte als gläubiger Katholik regelmäßig die Gottesdienste - und verstarb vor 20 Jahren, ohne noch einmal zur Rechenschaft gezogen worden zu sein. Weder für seine Tätigkeit in Krakau noch für sein Wirken bei Chemie Grünenthal.

    Der Contergan-Erfinder
     
  2. sage

    sage Guest

    ...und er war nicht der Einzige.
    Ich habe vor zig Jahren mal eine Fernsehdiskussion gesehen, da war ein Mann, der im WW II als Kind in einem Heim gelebt hatte. Er berichtete vor Kameras darüber, wie die Kinder, darunter er selber von den Ärzten, besonders von einer Ärztin mit Medikamenten, Wasserbehandlungen etc drangsaliert wurden. Wenn ich´s recht in Erinnerung habe, war es ein heim für psychisch gestörte Kinder bzw. solche, die von den Nazis dafür gehalten wurden.
    Nun, diese kinderärztin praktizierte nach dem Krieg weiterhin in dem Ort. Alle bewohner wußten darüber bescheid, was sie getan hatte, aber sie hatten nix dagegen, daß Frau Doktor weiterhin Kinder behandelte.



    Sage
     
  3. puenktchen

    puenktchen Guest

    was ich nicht verstehe ist warum der "Doktor" bei der Vergangenheit überhaupt Forschungsleiter geworden ist (werden konnte). Und warum das Medikament trotz Hinweise auf Mißbildungen auf den Markt kommen konnte.
     
  4. Ramar

    Ramar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2005
    Beiträge:
    1.257
    Das ist einfach - er hatte sich illegal (da verboten) Antibiotikastämme besorgt und sich damit bei der Firma beteiligt. Und später mit Contergan wurde die Firma und er richtig vermögend.
    Und wer viel Geld hat, braucht die Gerichte nicht zu fürchten, der erkauft sich in der Regel seine eigene "Gerechtigkeit".
    Außerdem war angeblich sein Staatsanwalt selbst vorher bei der SS usw.
    Der wußte natürlich,was Mückter während der Nazizeit getan hatte, es kam nur nicht zur Sprache, im Prozess.

    Er ist nur einer von vielen Fällen, bei denen sich Nazi-Größen nach dem Untergang der 1000jährigen Reichs sehr schnell wieder in wichtigen Positionen wiederfanden. Politiker, Richter, Staatsanwälte, Geschäftsleute und vor allem Wissenschaftler. Viele Wissenschaftler migrierten in die USA - wenn die gut waren und vielleicht auch noch Forschungs-Geheimnisse wussten, senkte sich die Moralschwelle der Amis auch bis ins Minus. Da war es dann egal, was die vorher alles angestellt hatten.

    Heute werden Medikamente bedeutend besser kontrolliert - ohne Nebenwirkungen gibt es aber keine. Da muß man nur den Beipackzettel lesen, je wirksamer das Medikament ist, desto weitreichender ist die Liste der möglichen Nebenwirkungen. Das ist dann immer ein Gang auf einer Rasierklinge....
    Wobei ich nicht glaube, daß heute die Pharmacie mehr Moral hat als Dr. Contergan, auch wenn die ihre Pannen besser verbergen als damals.
    Guter Beleg dafür ist etwa das Faktum, daß in den USA oder Europa aufgrund gefährlicher Nebenwirkungen verbotene Medikamente locker und ohne Gewissensbisse in Entwicklungsländern verkauft werden. Dafür gibt es zahllose Beispiele.

    L.G.

    Ramar

    (@ Opti - gute Quelle, gute Lektüre, der Spiegel)
     
  5. sage

    sage Guest

    Auch in der ehemaligen DDR waren EX-Nazis willkommen, selbst die UDSSR hatte da keine Skrupel.
    China macht wahrscheinlich heute noch Versuche an Menschen, genau wie andere Länder auch.
    Nur bei denen wird´s besser vertuscht.
    Ein Problem ist der Mensch selber. Er will länger leben, gesund sein, aber auf nichts verzichten.
    Und er will bequem gesund sein/werden.
    Mit naturheilkunde und einem halbwegs gesunden lebneswandel wären viele Medikamente überflüssig, aber wer hält sich schon daran.
    Wehe dem Doc, der dem Patienten sagt, daß er nach hause gehen und sich einen Kamillentee kochen soll oder der ihm anstelle von Atibiotikapillchen den Verzehr von knoblauch empfiehlt. Er würde schnell die meisten Patienten verlieren und ne Lachnummer sein.
    Was die Nazivergangenheit angeht, man braucht sich nicht zu wundern. Die meisten Deutschen waren nach dem Krieg sauer auf die Sieger und trauerten ihrem Führer nach und heute ist´s vielen egal, was damals war. es langweilt sie, sie sind selber rechts oder durch entsprechende Medien auf "tolerant" getrimmt.
    Tierversuche sind ohnehin nicht auf den Menschen ohne weiteres übertragbar, aber dafür gibt´s ja dann den Versuch am Menschen. Ärzte verschreiben die neuen Mittel und wer sie nimmt, ist selber schuld.
    Meist werden eh nur die Syptome behandelt und nicht die Ursache. Die Nebenwirkungen führen zu weiteren Krankheiten, die dann wieder mit der chemischen Keule behandelt werden usw.
    Es hieß bereits im Mittelalter >entweder stirbt man an der Krankheit oder an der Kur<.
    Geändert hat sich seitdem nicht allzuviel.



    Sage
     
  6. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

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    hm...und die 100Millionen-Mark.......Abfindung?

    LG
     
  7. sage

    sage Guest

    Es gab weltweit zw. 5000 und 10000 Fälle von Schädigungen durch Contagan.
    Bei einer Abfindung von 110 000 000DM wären das pro Opfer 22000 bzw 11000 DM...
    Mag jeder für sich entscheiden, ob das viel oder wenig für ein Leben mit schwerer Behinderung ist.


    Sage
     
  8. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

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    sicher zu wenig wollte nur auf das Thema kommen....ob KZ auch später sind sie nicht aufgewacht..........

    lg
     
  9. sage

    sage Guest

    Sie sind bis heute nicht aufgewacht, das ist das schlimmste.
    Ich hatte vor kurzem eine Grippe, damit natürlich verbunden u.a. die berühmten "Gliederschmerzen" eigentl. kein richtiger Schmerz eher unangenehmes, blödes Gefühl.
    Nun, der Doc verschreibt mir ein zeug mit "Nova.." am Anfang. ich sah im Net nach und das zeug konnte in seltenen Fällen zu Knochenmarkserkrankungen führen und häufiger zu Blutdruckabfall.
    Ich habe aber einen niedrigen Blutdruck und der Doc weiß das. Natürlich kann er nicht die Nebenwirkungen aller Pillen kennen, die er verschreibt, aber es wird zu oft mit Kanonen auf Spatzen geschossen und viele Patienten erwarten es auch nicht anders.
    Die Pharmaindustrie erfüllt damit nur die Wünsche der Kunden. Schnell wieder gesund? Oder doch nur Symptome überdecken mit Hammermitteln.
    Hitzewallungen und Unwohlsein in den Wechseljahren, Kopfschmerzen, egal was Patient hat, er will sofort wieder fit sein, aber nicht viel dafür tun müssen.
    Oft wird wahllos geschluckt, was schluckbar ist.
    Da muß auch bei den Konsumenten ein Umdenken erfolgen.



    Sage
     
  10. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

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    Sehr gut....denn die Mehrheit der Patienten nehmen Medis...ohne den Beipackzettel zur Kenntnis zu nehmen......Ärzte dagegen reden viel ich sage jetzt einmal ein grosser Teil davon....dieses liegt aber an unserem neuen Gesundheitssystem....und die älteren gehen...leider
    Aber lesen hat ja bekanntlich den Vorteil etwas zu verhindern...obwohl es Medis. gibt mit Nebenwirkungen aber der Patient ist wirklich abhängig davon auch leider.
    Aber dieses Contergan....ist echt voll der Hammer....zumal in einer Zeit wo man annimmt....Menschen haben etwas gelernt....wahrscheinlich nicht.
    Gutgläubigkeit-Dummheit?

    LG
     

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