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Die traditionslose Tradition verstehen

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von JohannB, 4. Januar 2014.

  1. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
    Beiträge:
    1.059
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    Die traditionslose Tradition verstehen

    Wenn heute Westler der buddhistischen Tradition, speziell über populäre Wege, begegnen, werden sie fast einstimmig erklären, daß Buddha nicht sehr viel von Riten und Ritualen hielt, oder aber auch (interessanter Weise) das ganz andere Extrem.
    In gewisser Weise scheint es, als wäre er ein Gegner von Traditionen gewesen: „Wer an Traditionen hängt, will Vergänglichkeit nicht verstehen.“ Aber wenn man etwas genauer hinsieht, ist Buddhismus voller Traditionen, ja zielt sogar ab, die Traditionen der Noblen zu transportieren.

    Das passt nun ganz und gar nicht in unsere traditionslose Zeit, aber hat diese Zeit wirklich keine Tradition? Oder machte man einfach Traditionslosigkeit zu einer modernen Tradition?

    Wie auch immer lag Buddha nicht sehr viel daran Gefallen an dieser oder jeder Tradition zu finden, doch nahm er immer wieder die Gelegenheit war, alten Gepflogenheiten ihren Sinn wiederzugeben, da sie ja nicht aus dem Nichts entstanden sind.

    Traditionen sind wie ein Fahrzeug, aber letztlich geht es darum ein Gut (Verständnis) zu transportieren, also hat beides seinen Zweck und Wert. Ohne ein Fahrzeug kommt das Verständnis nicht zur nächsten Generation, und ohne Verständnis hat das Fahrzeug keinen Wert.

    Traditionen und das Verständnis, das sie transportieren, sind wie ein einfaches Fuhrwerk, das, wenn man es nicht von Zeit neu wartet, eines Tages nicht mehr nutzbar ist. Zuerst verliert sich das Verständnis, und sobald kein Verständnis mehr transportiert wird, fällt auch der Zweck des Fahrzeuges weg.

    Dies ist ein ganz natürlicher Kreislauf in unserer Welt, und von Zeit zu Zeit werden Fahrzeuge von Gelehrten repariert, bis sie eines Tages völlig, in natürlicher Weise, ihren Dienst getan haben, und der Aufwand es zu reparieren zu groß wird.

    Wenn nach dem Verständnis auch das Fahrzeug verschwunden ist, leben wir in einer sehr dunklen Zeit und es ist nicht gewiss, daß so schnell wieder ein Fahrzeugbauer in unseren Breiten auftaucht.

    Wenn immer da noch Nutzen und Bedarf gesehen wird, Verständnis zu transportieren, wird es immer wieder Leute geben, die die Deichsel schmieren, oder ein paar verbrauchte Teile des Wagens, austauschen oder reparieren. Wenn wir dies aber als Selbstverständlichkeit sehen und alles einfach nur nutzen, werden wir bald merken wie lastvoll es ist, dieses Verständnis nur auf dem eigenen Rücken zu tragen. Das geht natürlich auch einige Zeit und ist auch der Grund, warum uns immer wieder Verständis erreicht, auch wenn weit und breit kein Fahrzeug in Sicht ist. Vereinzelt schleppen es verdienstvolle Menschen an.

    Traditionen verschwinden, wenn junge Generationen keinerlei Vertrauen in die alte aufbringen können, und die Alten nicht in der Lage waren (aus welchem Grund auch immer) dem Wagen ein Verständnis als Nutzen zu geben.

    So sind wir heute in einer traditionslosen Zeit angelangt - so traditionslos, daß dies zu einer Tradition geworden ist, und da fehlt uns jetzt eigentlich nur die Sinnhaftigkeit dieser traditionslosen Kultur.

    Einst traf Buddha einen jungen Mann, der gehetzt und in Eile die Rituale, die ihm sein Vater hinterlassen hatte, durchführte, um sich schnell wieder dem gewohnten Ablauf seines Lebens zu widmen.

    Was ist nun der Inhalt bzw. das Verständnis zu diesem Ritual der Rituals- und Brauchtumslosigkeit? Man versucht doch etwas auf gewisse Weise etwas damit zu ehren, sich damit auf ein Vermächtnis zu verlassen, und es weiter betreiben.
    Sicherlich bedarf es etwas Kreativität seine eigenen Anhaltspunkte zu finden. Damals waren es für den jungen Mann, den Buddha belehrte, die Himmelrichtungen, die er anbetete. Als Ersatz könnten wir vielleicht fragen, warum wir mit den Himmelrichtungen in Frieden sind, oder sie selbstverständlich im Herzen tragen. Warum neigst du dich nicht in den Osten, Süden, Norden, Westen, zum Boden und zum Zenith?

    Hierzu das über 2.500 Jahre alte Sutta, das uns bis heute erreicht hat, und noch immer die Kraft hat uns an Dinge zu erinnern, die wir ja vielleicht schon im Herzen tragen, und wofür wir nur eine Erinnerung brauchen:

    --------------


    FORTSETZUNG:
     
  2. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
    Beiträge:
    1.059
    Fortgesetzt von hier

    Ich denke, es ist euch nicht schwer gefallen, all diese Dinge nachzuvollziehen, sie an eigenen Erfahrungen vergleichen zu können, und das Verständnis auch in das heutige Fahrzeug zu übernehmen.

    Auch wenn heute nicht alles klar und nachvollziehbar erscheint, ist dieses Sutta ein Schatz, der jeden, wo immer er auch stehen mag, bestmöglichen Schutz und Erklärung gibt, und vielleicht haben wir mit diesem Schatz auch wieder einen Grund unser verstaubtes Fahrzeug aus der Scheune (dem Herzen) zu holen; es etwas zu schmieren und sich wieder mehr darauf zu verlassen. Erst wenn wir wirklich angekommen sind, wenn wir dem Leiden entgültig eine Ende gemacht haben, wird uns dieses Fahrzeug seinen Dienst erwiesen haben, und das ist dann die Zeit um auch davon loszulassen und nicht unbedingt jetzt.
    Es spricht auch nichts dagegen, den Wagen etwas zu schmücken, daß man auch in Zeiten, in denen man sich nicht auf den Weg begibt oder begeben kann, nicht die Freude daran verliert. Ein schönes Fahrzeug pflegt man gerne.

    Gib deinem Verständnis auch etwas Tradition, nicht um des Fahrzeugs willen, sondern dass es sich nicht verliert!


    Jede angeregte Diskussion zu den einzelnen Punkten ist sicherlich für einander hilfreich, denn Fahrzeuge sind heute viel komplizierter denn je. Damals konnte jeder Bauer eines bauen, auch heute gibt es noch ein paar, aber nicht mehr viele.






    [1] kamma-kilesa, lit., 'Handlungen aus Veruntrübung'
    [2] Das sind die vier agati, 'üblen Wege des Handelns': chanda, dosa, moha, bhaya
    [3] Dhammapada 49: "So wie eine Biene, ohne die Blüte zu verletzen, weder Farbe noch Duft, weiterfliegt nur den Honig mit nimmt...“
    [4] Dieser Teil enthält das Viertel für Großzügigkeit: Spenden für Bedürftige, Mönche, Teilen
    [5] Die Symbolik ist ganz gezielt gewält: So wie der Tag im Osten beginnt, beginnt das Leben mit den Eltern, Lehrlohn ist das selbe Wort wie Süden (dakkhina); häusliche Obsorge folgt wenn aus dem Burschen ein Mann wird, so wie der Westen den späteren Tag erhält; Norden ist „darüber hinaus“ (uttara), so ist es auch mit der Hilfe von Freunden, etc. (Rhys Davids)
    [6] lit., 'die Leute um einen herum' (parijana)
     
  3. Moondance

    Moondance Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2012
    Beiträge:
    11.257
    oi, ist das lang...gibts ne Kurzfassung.?
     
  4. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
    Beiträge:
    1.059
    Fastfood für Junkies? Denke nicht, aber Sie können ja mal googlen. Ober fragen Sie, ob es ihnen wer vorlesen kann und ein paar Bilder dazu animieren kann, das es dem Geist nicht zu anstrengend ist und das er immer verführt und animiert bleibt. Vielleicht einen Kurzfilm mit hübschen und lustigen Stars.

    Meine Antwort ist so ernst gemeint, oder ironisch, oder scherzhaft, wie immer Sie ihre Frage gemeint haben. Also es liegt bei Ihnen.

    Diese Dinge kommen übrigens im Text auch vor:

    (c) “Da sind, junger Haushälter, diese sechs Gefahren aus dem 'vergnügliche Veranstaltungen frequentieren', so er ständig denkt:

    (i) wo ist der Tanz?
    (ii) wo ist das Singen?
    (iii) wo ist die Musik?
    (iv) wo ist das Erzählen?
    (v) wo ist das Gespiele der Zimbeln?
    (vi) wo spielen die Trommeln auf?

    (f) “Da sind, junger Haushälter, diese sechs Gefahren im 'Hang zur Faulenzerei':

    „Er arbeitet nicht und sagt:

    (i) das es zu kalt ist
    (ii) das es zu heiß ist
    (iii) das es zu spät am Abend ist
    (iv) das es zu früh am Morgen ist
    (v) das er zu hungrig ist
    (vi) das er zu angegessen ist.

    „In dieser Weise lebend läßt er viele Pflichten ungetan, neuer Wohlstand kommt ihm nicht auf, und alter Wohlstand, den er angehäuft hat, verfließt.“
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Januar 2014
  5. Moondance

    Moondance Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2012
    Beiträge:
    11.257
    Siehste, geht doch.....:D
     
  6. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
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    1.059
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    Vertrauen Sie mal nicht darauf, daß da immer zuvorkommende Leute herum sind. Sie könnten es auch stets übel meinen.
     
  7. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    *** Thema verschoben ***
     
  8. JohannB

    JohannB Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. März 2013
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    1.059
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    Da fällt mir doch zum Schieben ein ein.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31. Dezember 2014
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