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Die Sonne meines Kindes soll die Stärke sein....

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Hamied, 27. April 2007.

  1. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2005
    Beiträge:
    11.580
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    .......der Schatten der Abstumpfung ist mir egal .........



    Hallo :)


    Ich hatte heute ein Erlebnis, was mich irgendwie beschäftigt.
    Es geht um das aberziehen von Gefühlen, vorallem in Bezug auf Jungs.

    Ein Junge hat NICHT zu weinen.
    Ein Junge hat kein RECHT darauf sensibel zu sein.
    Er darf sich Unsicherheit und Verletzlichkeit NICHT anmerken lassen.
    Denn Männer tun sowas ja nicht.

    Als ich die letzten Tage auf meine Nichte aufpasste, hatte ich auch die Nachbarskinder um mich (2Jungs + 2Mädels einer türkischen Familie- wobei ich es keinesfalls nur daraus beziehen möchte).
    Auch, wenn ich es leider so sagen muss, laufen die Kinder in jener Familie nebenher.
    Keiner kümmert sich wirklich drum etc.
    Aber darum geht es hier nicht.
    Jedenfalls saß ich heute mit meiner Nichte, den Nachbarskindern und deren Mutter draußen.
    Der Größte hätte heute eigentlich Mittagschule gehabt, welche jedoch laut seiner Aussage ausfiel.
    Die Mutter glaubte ihm nicht und sagte er solle in die Schule gehen.
    Er wiederholte, dass die Lehrerin nicht da wäre und sie statt dem Unterricht Hausaufgaben erhielten.
    Die Mutter wurde lauter und sagte aufs Neue er solle jetzt gehen.
    Daraufhin weinte er und ging ins Haus, holte einen Zettel auf dem er bezeugen konnte, dass er im Recht war.
    Jenen hielt er ihr weinend vor die Augen.
    ---So und nun kommt die Stelle bei der ich wirklich koche---
    Dann sagte sie lautstark: "Hör endlich auf zu weinen wie so ein Mädchen. Völlig grundlos fängst du an zu weinen, soll ich dir eine runter hauen damit du einen Grund hast? Immer weinst du wie ein Mädchen, das ist furchtbar!! Du bist ein Junge! Soll ich dir dein "Pippi" abschneiden, dann bist du wirklich ein Mädchen!"
    (wörtwörtlich weiß ich die Sätze natürlich nicht mehr aber so in etwa sind sie gefallen!!)

    Ich stand da wirklich völlig perplex und dachte mir, dass ich im falschen Film bin.
    Sagte dann auch, dass es ja keinesfalls schlimm war und er eben weinte, weil sie bzw wir es ihm nicht abnahmen.
    Irgendwie konnte ich auch garnicht mehr dazu sagen, obwohl er mir echt leid tat.
    Denn er hatte ja sehr wohl einen Grund und vorallem auch das Recht zu weinen, wenn die Situation diese Gefühle in ihm veranlasst hat.

    Ich denke schon auch, dass der Glaube hier eine Rolle spielt und dennoch will ich es unabhängig davon mal zum Ausdruck bringen, wie sch**** ich solch eine Erziehung finde.
    Ich versteh es einfach nicht, dass man dann so herumhacken muss anstatt zu sagen "Hey es tut mir leid, dass ich dir nicht geglaubt hab" oder so etwas.
    Nein, da würgt man die Emotionen ab und will sein Kind abstumpfen.
    Jenes Beispiel steht ja für so viele weitere.

    Und wie viele Menschen haben später wirklich große Probleme mit ihren Gefühlen, eben weil sie nie gelernt haben einen Bezug herzustellen und sie herauszulassen.
    Sicherlich ist es okay, wenn ich zu meinem Kind sage "So schlimm wars garnicht, da musst du doch nicht weinen etc" aber mein Gott, wenn Tränen fließen, dann fließen sie eben.
    Das ist doch nur menschlich.
    Diesen ganze Unterdrückungsschwachsinn kann ich einfach nicht nachvollziehen.
    Wenn ein Kind wütet und auf andere losgeht versteh ich das, aber so???!!!!:confused:

    Als hätte ein Junge bzw Mann (und im allgemeinen eben der Mensch) nur positive Gefühle.
    Stärke hat nichts damit zutun, keine Schwächen zu haben.
    Vielmehr sich zu letzteren zu bekennen.

    Mir kommt bei so etwas schlichtweg die Galle hoch.

    Liebe Grüße
    Hamied :liebe1:
     
  2. dibadu

    dibadu Mitglied

    Registriert seit:
    25. März 2007
    Beiträge:
    134
    Ort:
    NRW
    Ich haette versucht ihr Energetisch ein bisschen einsicht,ruhe und gelassenheit und vernunft zu schicken.
    Sie kann im grunde nichts dafuer,es wurde ihr anscheinend nicht anders vorgelebt,entweder jetzt oder im frueheren leben.
    Da hat sie einiges aufzuarbeiten,ich denke so ein bisschen unterstuetzung deinerseits waere nicht schlecht,oder kennst du sie zuwenig?
    Dazu musst du wissen das Auslaendische Mitbuerger (ich bin auch einer :weihna1 )ihre Kinder ganz anders erziehen,deswegen sagte ich ja eben schonmal,sie kennt es nicht anders.....

    Schick ihr einsicht,vielleicht aendert sich einiges...
    Liebe Gruesse
    Diba
     
  3. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2005
    Beiträge:
    11.580
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    Hallo Diba :)

    Das mit der energetischen Ebene ist eine sehr gute Idee.
    Sehr komisch, sonst mache ich das eigentlich immer, wenn ich merke das mein Gegenüber nicht zurecht kommt etc, doch in der Situation war ich kurz richtig neben mir.
    An für sich ist es auch eine total liebe Person, nur ist sie glaube ich mit den Kinder etwas überfordert.
    Darüber möchte ich mir jedoch auch kein Urteil erlauben, weil ich viel zu wenig darüber sagen kann.
    Sind auch leicht wilde Rabauken ;), aber wenn man sich mit ihnen beschäftigt sind sie lammfromm und das ganze Gegenteil.
    Vorallem der Junge um den es sich hier dreht.
    Das was du am Ende erwähntest dachte ich mir auch, deswegen wollte ich mich da wahrscheinlich auch nicht intensiver einmischen.

    Mir geht es hierbei auch nicht nur um diesen Jungen, sondern finde es prinzipiell falsch Kindern Gefühle zu nehmen.
    Ich finde einfach, dass man nicht das Recht dazu hat.
    Es gibt Menschen die sind eben emotional, sensibel und Gefühlsbetont, andere wiederum sind von grundauf eher robust und stecken das Ein oder Andere leichter weg und dennoch ist ein Eingriff in ihre Welt in meinen Augen falsch.
    Jeder fühlt eben auch anders, Kinder ohnehin. Anstatt ihnen dann ne Stütze zu sein oder als Vorbild voranzugehen schreitet man solche Wege ein.
    Genau das finde ich fürchterlich.

    Im Laufe eines Lebens wird in derart viele Bereiche von der Umwelt eingegriffen, da wird so vieles Fremdbestimmt warum müssen es auch noch die Gefühle sein?
    Außerdem ist sowas ohnehin unangebracht, weil wie gesagt jeder anders empfindet, darum kann ich mir garkein Urteil darüber erlauben.

    Und das zieht sich ja ein Lebenlang.
    Wie viele Erwachsene hüten ihre Gefühle, um sie ja nicht zu zeigen nur weil es angeblich falsch und schwach ist ihnen nachzugeben.
    Ich seh es komplett anders, vielleicht weil ich auch weiß wie es ist, da ich selbst lange keinen Zugang zu selbigen hatte.

    Liebe Grüße
    Hamied :liebe1:
     
  4. dibadu

    dibadu Mitglied

    Registriert seit:
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    134
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    NRW
    Ich finde es klasse wie du das erkannt hast,und auch danach lebst,und dir gedanken darueber machst.:)
    Gruss Diba
     
  5. Kinnaree

    Kinnaree Guest

    Armer Bub. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Ohja, doch... arme Mama. Gefangen in einem Programm, das sie krampfhaft erfüllen will und nicht kann. Nehmen wir sie alle zwei in die Arme? Gedanklich?
     
  6. LittleDragon72

    LittleDragon72 Mitglied

    Registriert seit:
    28. Dezember 2006
    Beiträge:
    291
    Ort:
    Baden-Württemberg
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    Armer kleiner Kerl... das sind dann genau die Menschen die nicht fähig sind im Erwachsenenalter ihre Gefühle zu leben und mitzuteilen... Ich hoffe für den Kleinen, dass er es trotzdem schafft ein offener und mitfühlender Mensch zu bleiben...
     
  7. Der_Narr

    Der_Narr Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. September 2005
    Beiträge:
    2.392
    Ort:
    Bergisches-Land
    Hamied,dieses Problem hat eine kulturelle Ursache.
    Im islamischen Kulturkreis hat der Junge einen höheren Stellenwert als ein Mädchen.Die Familie freut sich sicherlich über jedes Kind was geboren wird,aber über einen Jungen freut man sich besonders.
    Benimmt sich nun ein Junge nicht so wie es aus der Tardition sich gehört,wird er schnell als Mädchen beschimpft,da wird auch auf die Psyche des Kindes keinen allzu grossen Wert gelegt,die Ehre der Familie geht vor.
    Das Problem in diesem Kulturkreis ist halt,dass die anerzogenen Verhaltensregeln aus der eigenen Kindheit nicht mal abgelegt wird.
    "Wir haben das immer so gemacht,also muss es richtig sein"

    Ich kann mich erinnern als Kind,wenn ich geweint habe,dann haben meine Eltern schonmal zu mir gesagt:"Ein Indianer weint doch nicht"
    Das habe ich allerdings nie als Vorwurf empfunden,sondern eher als Trost.

    Grüsse vom Narren
     


  8. Schon mal ein cooler Eingangssatz. :)


    Wenn ich das so lese, bekomme ich das Ko.... dabei. Scheint aber sehr viele Menschen, vor allem Männer, zu betreffen. Wenngleich ich sagen muß, daß ich mich damit auch immer sehr schwer getan habe, Gefühle zu zeigen.

    Meistens eckt man damit ja auch an. Der Mensch hat zu funktionieren, so wie es anderen angenehm ist. Und Gefühle lösen wohl bei den meisten Herren der Schöpfung merkwürdige Assoziationen bis Fluchtgefühle aus.

    Aber ......

    Gestern sprach mich doch tatsächlich ein Mann auf *die Philosophie der Gefühle* an (eine Vorlesung darüber) - war etwas perplex, ehrlich gesagt, im Nachhinein aber sehr angetan. Selbst ich hatte diese schon wieder verdrängt und nicht registriert und da kommt solch ein interessanter Mann daher und zeigt mir dieses Thema offen auf. Leider ging die Vorlesung über ein anderes Thema dann los, so daß ein weiterer Plausch nicht mehr möglich war, aber wer weiss, es gibt ja noch diverse Folge-Termine. :)

    Ich werde mich also über die *Gefühle aus Sicht der Männer* weiter im RealLife informieren, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt. Weil, ich möchte gerne das Gesicht und die Augen dazu sehen und ich möchte gerne mehr darüber erfahren, was in den Herren selbst vorgeht, sagt das doch wesentlich mehr aus, als geschriebene oder nicht geschriebene Worte. Und wie man sieht, es finden sich eben doch Gesprächspartner, ganz zufällig und ungeplant. Mal schauen .......

    :)
     
  9. Baer

    Baer Guest

    Hallo Ihr,
    Ich glaube das diese Sache ein Kreislauf ist in dem wir alle stecken, Männer, Frauen und alle Nationen bis vielleicht die Naturvölker. Ich bin hier aufgewachsen, bin Deutsche aber ich kann eigentlich nicht definieren was es wirklich heißt eine Frau zu sein. Oder was heißt es wirklich ein Mann zu sein. Die Frauen bei uns, so finde ich, versuchen Männer zu sein und nicht ihren eigenen Platz zu finden. Es liegt nun mal in meiner Natur irgendwann eine Mutter zu sein aber wenn ich in meiner Natur abgewertet werde wie soll ich dann diese Natur in den Männern schätzen? Wenn ein Mann weiblichkeit zeigt ist er bei uns schwul ob er es nun ist oder nicht andere Männer schneiden ihn, er gehört dann irgdenwie nirgends dazu. Ist das nicht das gleiche wie das mit dem kleinen Jungen nur ein Schritt weiter? Was mich eher bedrückt an der von dir geschilderten Situation ist das die Mutter keinerlei vertrauen hat in ihren Sohn und wer kein Vertrauen hat hat zwangsläufig Angst und muss kontrollieren.
    So viel von mir.

    P.S. Liebe Hamied bitte mach doch deine Schrift größer es ist super schwer zu lesen. Wäre super für meine Augen! Danke.

    Grüße Bär
     
  10. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

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    Hallo :)

    Das was du beschreibst sehe ich genauso.
    Es wird vorschnell geurteilt und abgestempelt.
    Dieses Beispiel mit dem Schwulsein trifft es ganz gut.
    Ein Mann der offen Gefühle zeigt und weint wird als zu weich dargestellt und eher abgewertet.
    Das trifft genauso aber auch Frauen, wenngleich auch nicht ganz so extrem.
    Dieser Unterdrückungsmechanismus, sei es nun gewillt oder anerzogen etc ist mE eher ungesund und hat mit wirklicher Stärke rein garnichts zutun.
    Vielmehr ist es schwach sich hinter der inneren Mauer zu verstecken und so zutun als ließe es einen kalt, obwohl es insgeheim ganz anders aussieht.
    Irgendwann stürzt selbige ohnehin ein und man steht vor den Trümmern und weiß nicht wohin damit.
    Nur ist es eben schwierig, weil die meisten Menschen wohl nie einen Wirklichen Zugang zu jenen hatten.
    Da nehm ich mich nicht einmal aus.

    Wenn mir als Mensch das Recht eingeräumt wird mich zu freuen, warum hab ich es dann nicht auch automatisch hinsichtlich den traurigen Emotionen?
    Nur, weil das Gefühl weniger schön ist ist es ja nicht zwangsläufig weniger wert.

    Und nicht zuletzt trägt der Mensch beide Anteile in sich und alles worauf es ankommt ist wohl die Balance zu finden.

    Was heißt es Frau zu sein und was Mann?
    Ich denke der Unterschied ist garnicht so relevant und groß, vielmehr sollte ich Mensch sein (dürfen).
    Aber unsere Gesellschaft setzt da heute auf funktionsfähige Ableger, durch den Drill- und Abstumpfdünger werden die Emotions-Sprösslinge übertüncht, damit "Mensch" brav hart bleibt.

    Liebe Grüße
    Hamied :liebe1:
     
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