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Die Pharmaindustrie

Dieses Thema im Forum "Gesundheit allgemein" wurde erstellt von Loop, 21. März 2013.

  1. Loop

    Loop Überaus aktives Mitglied Mitarbeiter

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    10. Oktober 2008
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    Hallo Leute!


    Ich lese hier im Forum oft Beiträge, wo gegen die Pharmaindustrie gewettert wird, teilweise recht heftig, und frage mich schon länger, woran das liegt.

    Was ist an der Pharmaindustrie so schlimm?
     
  2. Sadivila

    Sadivila Guest

    Da brauchst nur auf You Tube gucken.
     
  3. Emillia

    Emillia Sehr aktives Mitglied

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    Ich persönlich wettere gegen (fast) gar nichts,
    bin froh dass es die Pharmaindustrie gibt!
    Bei der Pharmaindustrie ist, wie überall sonst, der Missbrauch ein Problem.
    Es ist ärgerlich wenn man hört/liest dass Ärzte bestimmte Medikamente bevorzugt haben,
    die natürlich die KK Kosten in die Höhe schießen lassen, ist´s ärgerlich.
    Die ganzen dubiosen Geschehnisse - ist alles nicht schön.

    Aber das alles ist menschliches Versagen,
    da missbrauchen Menschen das System.
    Wir haben Medikamente, ist auch gut so.
    Nur denke ich, wir haben ein "gewohnheitsmäßiges Übermaß",
    ich denke zu viele Menschen greifen zum Kopfweh Pulver ohne zu überlegen ob´s anders auch ginge.
     
  4. polarfuchs

    polarfuchs Neues Mitglied

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    Ich gehöre ja nicht zu eben jenen. Es gibt da aber tatsächlich Entwicklungen, die ich absolut nicht gutheißen kann. Manche davon verstehe ich, weil die auch leben wollen und es legitim ist Geld zu verdienen, anderes finde ich wirklich absolut nicht in Ordnung und ist auch mit dem Argument, dass man ein Unternehmen sei, dass wirtschaftlich denken müsse nicht zu vertreten.

    Es muss aber auch erwähnt werden, dass ohne diese Unternehmen und ihre Produkte Tausende allein im deutschsprachigen Raum einfach nicht mehr Leben würden.

    Tolles Thema, L:):)p. Ich mag deine Art Dinge zu betrachten eh sehr gerne.
     
  5. Loop

    Loop Überaus aktives Mitglied Mitarbeiter

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    Danke, Sadira, Emilia und Polarfuchs. :danke:


    Werde mal auf YouTube schauen, richtig befasst hab ich mich damit noch nicht, es ist mir nur aufgefallen, daß die Pharmaindustrie in manchen Beiträgen schon fast verteufelt wird, das hab ich in anderen Foren noch nicht beobachtet, nur hier im Esoterikforum, aber mit Esoterik hat Pharmazie direkt ja eigentlich nicht so viel zu tun, oder? Gibt es da einen Zusammenhang? :dontknow:


    Ich persönlich bin sehr froh, daß Medikamente erfunden und hergestellt und auch verkauft werden, allein Schmerzmittel sind in meinen Augen etwas extrem wichtiges.

    Was ich an der Pharmaindustrie nicht gut finde, ist das Einstellen von bewährten Medikamenten, weil sich damit nicht mehr so gut Geld verdienen lässt, darunter leiden die Menschen, die auf die Medikamente angewiesen sind und nicht immer mit anderen zurechtkommen.

    Natürlich soll mit den Medikamenten Geld verdient werden, das ist wie in jeder Industrie, ob Autoindustrie, Lebensmittelindustrie oder Bekleidungsindustrie, und die Gier von manchen führt dazu, daß es Missstände gibt, aber in meinen Augen ist das kein Grund, jetzt die ganze Industrie komplett zu verdammen. Deswegen interessiert es mich, warum es gemacht wird, welche Gründe es dafür gibt.

    :)
     
  6. polarfuchs

    polarfuchs Neues Mitglied

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    Beiträge:
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    Ja es gibt da einen Zusammenhang, oder Raum für Konfliktpotenzial.
    Den gibt es auch mit anderen Instanzen, wie "der Wissenschaft" usw..
    Die bewegen sich in einem Feld, dass in einem gewissen Widerspruch zu mancher esoterischer Ideologie steht.

    Du kannst bei vielen Leuten im Esoterikbereich beobachten, dass die von der Grundannahme ausgehen, dass von Natur aus, oder ursprünglich jeder Mensch heil sei. Das ist auch der Grund, warum man gerade im Bereich Esoterik so viel von Heilsein, Heilung, Heil usw. liest..

    Exemplarisch ein Link, der gestern ins MUF gestellt worden ist:
    http://spirituelle-hilfe.com/
    Direkt der erste Unterpunkt dreht sich um "Geistiges Heilen".
    Und in diesem Zusammenhang ist der Angang von Medizin, Wissenschaft und damit auch Pharmakologie und den, auf diesem Feld tätigen Unternehmen im günstigen Falle nicht legitim und im ungünstigen Falle ein Feindbild zu dessen Bekämpfung, so sinnlos sie in diesem Rahmen auch sei, jedes Mittel Recht ist.

    Ich denke, dass es im Rahmen der Esoterik übedurchschnittlich viele Menschen gibt, die tatsächlich schlechte Erfahrungen mit Medizin, Wissenschaft, Medikamenten gemacht haben, ich denke aber auch, dass das zu Teilen in Verbindung zum Weltbild steht.

    Aus empirischer Sicht ist die Annahme eines grundsätzlichen Heilseins nicht haltbar. Wir sind nicht sozusagen perfekt und erwerben Markel durch die Welt. Was noch übersehen wird ist, selbst wenn es so wäre gibt es keine wirkliche Alternative und man kritisiert häufig aus langerweile, zur Kompensation usw., ohne aber darüber hinaus wirklich etwas vergleibar effektives bieten zu können.
     
  7. wren

    wren Aktives Mitglied

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    24. April 2004
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    2.586
    Ort:
    Schweiz
    Natürlich haben wir die Pharmaindustrie herangezüchtet mit unseren Erwartungen auf Heilsversprechen

    Mittlerweile hat aber die Pharmaindustrie ihre Macht erkannt und setzt diese Erkenntnis materiell gewinnbringend ein

    Man muss deshalb nicht gegen die Pharmaindustrie wettern

    "sie macht nichts anderes als wir"

    es genügt ganz einfach, wenn man sie nicht füttert


    oder sich bewusst wird, dass wenn du


    zum Beispiel, den Tod mit Organtransplatationen herauszögern willst

    und lieber über zehn Jahre täglich eine Handvoll Medikamente schluckst, um dann den daraus ausgelösten Krebstod zu sterben

    Du diesen Entscheid gefällt hast


    Es ist so menschlich

    dass viele Ideen im Anfang kreativ waren

    und dann nur noch vermarktet werden


    Der Mensch hat aber auch die Entscheidungsfreiheit
     
  8. Axel

    Axel Mitglied

    Registriert seit:
    19. Februar 2007
    Beiträge:
    443
    Ort:
    Schleswig Holstein
    Hallo,
    eins sollte Euch klar sein. Der Pharmaindustrie liegt nur an einem etwas und das heisst "Umsatz". Ein Kunde soll schön weiterhin ihre Präparate kaufen.

    Gruss
     
  9. Crowley

    Crowley Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2005
    Beiträge:
    4.107
    Ort:
    Abyss
    Überflüssige Bemerkung, da klare Sache. Pharmas sind wirtschaftlich orientiert wie alle anderen Geschäftsleute auch.
    Vom Bäcker erwartest du auch nicht, dass er dir die Brötchen aus reiner Nächstenliebe gibt, gelle. ;)

    :banane:
     
  10. Tarbagan

    Tarbagan Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    6.880
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    Hallo Loop,

    eine ausgezeichnete und berechtigte Frage stellst du.
    Prinzipiell ist es so, dass die Pharmaindustrie eine der umsatzstärksten Industriezweige überhaupt ist - das macht Menschen schon mal stirnrunzeln. Genauso wie bei der Lebensmittelindustrie, der Energie- und insbesondere Ölindustrie gibt es also wieder mal sehr viele Verschwörungstheorien.

    Nicht ganz unberechtigt - wegen zunehmend schärferer Überwachung der Arzneimittelzulassungen wird es für Pharmaunternehmen immer schwerer, allein durch "ehrliches" R&D (research and development, also die Entwicklung neuer und besserer Medikamente) wettbewerbsfähig zu bleiben. Deswegen werden immer mehr fragwürdige bis schmutzige Tricks verwendet - das fängt bei "me-too"-drugs an (also ein "neues" Medikament, das patentiert werden kann, ohne dass es zum bisherigen Wirkstoff signifikante Verbesserungen gibt), geht über "pay for delay" deals (große Firmen zahlen Generikafirmen, damit die die nicht mehr patentierten Wirkstoffe nicht kopieren) und off-label-marketing (also die Vermarktung von Medikamenten für Krankheiten, für die sie nicht zugelassen sind) bishin zu Kartellabsprachen, Schönschreiben von Studienergebnissen und so weiter.

    Wenn dich das Thema wirklich interessiert, empfehle ich dir das Buch "Corporate Crime in the Pharmaceutical Industry" von John Braithwaite, einem renommierten Kriminologen. Das Buch ist (leider) schon um die 30 Jahre alt, aber bis heute einer der wenigen wirklich guten Analysen von Wirtschaftskriminalität in der Pharmabranche, der hunderte Interviews mit hochrangigen Angestellten geführt und die kriminologischen (warum tun die das?) Hintergründe beleuchtet. Nichts reißerisches, kein populistischer Bullshit, sondern eine tatsächliche, kriminologisch-soziologische Einsicht in die Psyche von Wirtschaftskriminellen. Das Buch ist übrigens schon längst ausverkauft und nirgends mehr zu haben, wurde auch nicht mehr nachgedruckt (VTler würden behaupten, die böse Pharmaindustrie hat Lobbying betrieben :D), zum Glück findet man das Buch als pdf online.

    Was ich sagen muss: sich über Youtube über solche hochkomplexen Themen zu informieren ist grober Unfug. Denn eines wird man dort mit Sicherheit nicht bekommen - objektive Information. Eher ein Mischmasch aus populistischem Gesülze und kruden Verschwörungstheorien. Wenn du dich ernsthaft informieren willst, ist das keine gute Grundlage - sogar "renommierte" Medien wie BBC haben Dokus zu dem Thema rausgebracht, die so dümmlich-populistisch und einseitig sind, dass sich mir die Zehennägel kräuseln, sage ich jetzt mal als jemand, der selbst ein wenig Arbeitserfahrung in diversen Pharmafirmen sammeln durfte.


    Denn wenn man schon eine Seite ansieht, muss man sich auch die andere angucken: dass so viele Krankheiten heutzutage so gut behandeln werden können, das liegt an der Pharmaindustrie. Dass wir heute drei- bis viermal so lange leben können wie unsere Vorfahren, das ist zu einem signifikanten Teil dem Fortschritt der Pharmaindustrie zuzurechnen. Das Problem ist nämlich: über etwas wettern, und gegen etwas Stimmung machen ist einfach.
    Was aber die Pharmaindustrie auch heutzutage noch leistet, das ist teilweise unglaublich.
    Beispiele:
    Im May 2012 wurde das erste Medikament auf Basis von Stammzellentechnologie freigegeben, das die sog. Graft-versus-Host-Reaktionen nach Transplantationen verhindern soll, etwas, woran bis heute Dutzende Medikamente gescheitert sind und das man normal nur durch Immunsuppressive mit starken Nebenwirkungen bekämpfen konnte.
    Im Juni 2012 wurde ein Virus entdeckt, der gezielt Krebsgewebe befällt und gesundes Gewebe großteils ignoriert. Im gleichen Monat wurde ein neues Kombinationspräparat für HIV-Infizierte auf den Markt gebracht, das die Lebensqualität der Betroffenen immens steigert (weil man nur noch 1 Tablette am Tag nehmen braucht, und das bei einer Krankheit, die bis vor kurzem noch ein Todesurteil war).
    Im Juli wurde das erste Medikament gegen multiresistente Tuberkulose zugelassen und eine Möglichkeit gefunden, vererbtes Alzheimer frühzeitig zu behandeln.
    Im November kam die erste präventative HIV-Impfung in die Phase-II-Tests.
    Im Dezember wurde ein Antikörperwirkstoff gefunden, der das Überlebensrisiko für Frauen mit Brustkrebs signifikant erhöht.

    Das warn nur ein paar wenige Ausschnitte von dem, was in der Pharmaindustrie 2012 passiert ist. Ich könnte noch zwanzig Sachen aufzählen. Aber solche Sachen hörst du nicht, und wirst du nicht in Youtube-Videos finden, solche Sachen werden in Fachzeitschriften publiziert. Und solang man die Erfolge ausblendet und sich nur auf die negativen Ereignisse konzentriert, macht man es sich ein bisschen zu leicht, denke ich.
     
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