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Die Neue Inquisition

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Namo, 23. Juli 2005.

  1. Namo

    Namo Guest

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    :ironie:

    by Manfred Becker


    Viele Menschen vermissen die Inquisition: Das hatte ja was - diese mittelalterlichen Folterkammern und die tollen Kostüme und man bekam auch was von der Welt zu sehen (wenigsten die Orte, wo man anständige Ketzer finden konnte). Besser noch, Inquisitoren hatten die volle Unterstützung der mittelalterlichen Macht, Adlige, Bischöfe und Päpste, denn die konnten ja das Land und alles Hab und Gut derer konfiszieren, die nicht in ihrem Sinne dachten. Wellen der Angst erschütterten ganze Städte, wenn ein Inquisitor plötzlich stehen blieb und seine Stirn in Falten legte. Denn sie konnten jeden, der nicht ihrer Meinung war, erniedrigen und zerstören. Welcher moderne Beruf kann einem heute schon soviel Befriedigung verschaffen?

    Antwort: Erstaunlicherweise die Wissenschaft! Natürlich nicht die echte Wissenschaft - die modernen Inquisitoren würden sich damit nicht beschäftigen. Nein, die modernen Inquisitoren mögen lieber die reduktionistische und mechanistische Wissenschaft. Sie nennen sich natürlich trotzdem Wissenschaftler.

    Natürlich können sie nicht wirklich mit echten Wissenschaftlern kommunizieren, denn die gehören ja zu den Leuten, die es anzugreifen gilt, also die freidenkenden Menschen. Aber dafür bekommen sie ja eine Menge neue Freunde aus anderen Bereichen - der fundamentalistischen Religion (die 'Mutter' der Inquisition), der Philosophie, Kognitionspsychologie, der radikalen Politik, Soziologie und der Wirtschaft - he, das wird eine geile Party!

    Darüber hinaus beeindruckt die Wissenschaft - eigentlich Pseudowissenschaft, aber wer kennt schon den Unterschied? - die Menschen ungemein. Sie kann einen Feind mit weitaus größerer Autorität ausradieren, als jede andere Disziplin. Alleine das Etikett "unwissenschaftlich" reicht da in den meisten Fällen ja schon aus.

    Und: Wissenschaftler werden besser bezahlt (machen mehr Kohle) und werden anderen Ausbildungsgängen gerne vorgezogen, insbesondere in jenen Berufen, die sich für die neuen Inquisitioren anbieten: Inquisitionsmedizin, Inquisitionspsychologie oder Inquisitionsigenieurswissenschaften. Als Wissenschaftler hat man zudem die Medien auf seiner Seite, zumindest natürlich die BILD-Zeitung. Aber das Genialste ist natürlich die vollautomatische finanzielle Unterstützung durch Bund, Länder, Militär und der Wirtschaft. Yep, wer in unserer heutigen Welt nach mittelalterlichen ökonomischen Verhältnissen sucht, kommt an der reduktionistischen mechanistischen Wissenschaft definitiv nicht vorbei!

    So mancher wird jetzt bereits mit dem Gedanken spielen selbst Wissenschafts-Inquisitor zu werden und wird sich fragen wieviel Fun ihm dieser zukünftige Job wirklich bringen wird. Über wieviel Macht wird er verfügen? Wieviele Menschen kann man erniedrigen und entwürdigen? Wieviel Elend kann man verbreiten? Und - bei soviel anstrengender Arbeit - wieviel Kohle kann man dafür abzocken? Hier sind die Antworten - in umgekehrter Reihenfolge:

    KOHLE
    ----- Inquisitions-Wissenschaftler zocken so richtig viel Kohle ab! Dabei sind noch nicht die Gelder aus Vorträgen gerechnet, wenn man gut im Schwafeln ist. Hier lassen sich - zusätzlich zu den fetten festen Gehältern - Tausende von Euronen einstreichen, zum Beispiel von Universitäten oder Instituten. Konzerne werden unwiderstehliche Angebote machen um ihre Produkte zu pushen: W.Greider beschreibt in seinem Buch "Wer wird es dem Volk beibringen" wie Consulter deftige Summen an jene "Wissenschaftler" zahlen, die sich bereit erklären, durch ihre "Forschung" die Wirksamkeit und Harmlosigkeit giftiger Produkte ihrer Klientel zu "beweisen". Keine Frage, für den inquisitorischen Wissenschaftler liegt das Geld sozusagen auf der Straße.

    ELEND
    ----- Hier kann man es sich wirklich aussuchen! Man kann giftige Industriechemikalien erfinden, die die Lebensbedingungen auf der ganzen Welt gefährden. Man kann Waffen erfinden, atomare, biologische und chemische Bomben - und auf das Militär zählen, die sie kaufen (und einsetzen) werden. Sogar gegen Zivilisten! Oder man entwickelt Pestizide, die zwar den Schädlingen nichts tun, dafür aber Menschen krank wie ein Hund werden lassen. Apropos Hund: Natürlich kann man einige der 20 Millionen von Hunden, Katzen, Hasen und Affen in völlig unnötigen Experimenten fürs Militär oder die Kosmetik verstümmeln. Und das jedes Jahr! Man kann Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente erfinden, die wenn auch gefährlich, wirkungslos und teuer, so doch sicherlich von der Pharma-Industrie unters Volk gebracht werden.

    MACHT UND SCHIKANE
    ------------------ Im Dienste der Inquisitorischen Weltsicht - Wissenschaft als alles vereinnahmender Omnivor, der alles vernichtet außer seinen eigenen Dogmen (... über alles, über alles in der Welt) - kann man als geachteter Medien-Experte auftreten, als politischer Analyst oder als Consultant für Konzerne. Mehr noch: Als Dozent an Universitäten kann man wunderbar zukünftige Wissenschaftler schikanieren, indem man sie kaum eine Prüfung schaffen läßt, während man ihr geistiges Eigentum stiehlt und selbst veröffentlicht. Falls jemand eine eigene/andere Meinung hat, kann man ihn ja immer noch vor Gericht zerren und ihn auslöschen. Dafür braucht man nur ein wissenschaftliches Gutachten, das ein geneigter Inquisitor-Kollege sicherlich gerne ausstellen wird.

    Ebenfalls genial ist es als Inquisitor-Historiker einige echte Wissenschaftler aus der Geschichte der Wissenschaften zu streichen. Zum Beispiel Ernst Haeckel, Rudolf Steiner, Sigmund Freud, Wilhelm Reich oder Nikola Tesla. Ja, das schafft dem Inquisitor-Wissenschaftler erst wirkliche und wahre Befriedigung.

    Natürlich kostet es auch etwas, wenn man neuer Inquisitor werden will. Zunächst einmal kostet es das freie Denken. Keine große Sache, klar, man will ja schließlich kein *echter* Wissenschaftler sein. Jedenfalls darf man sich keine eigenen Gedanken machen, man muß sich streng an die Definitionen der Experten halten, der sogenannten Groß-Inquisitoren. Und man darf immer nur das denken, was sie auch denken.

    Und man darf sich natürlich keinem Denken öffnen, gegenüber dem sich die Groß-Inquisitoren verschlossen haben. Als wissenschaftlicher Inquisitor darf man keinen geistigen Boden betreten, den die Groß-Inquisitoren verboten haben. Und das gilt für alle wissenschaftlichen Arbeiten der *echten* Wissenschaftler. Wenn zum Beispiel ein echter Wissenschaftler wie Rupert Sheldrake ein Buch mit dem Titel "Das schöpferische Universum" veröffentlicht, das sich mit morphogenetischen Feldern in der Biologie beschäftigt, dann muß man sich streng an die Anweisung des vorgesetzten Groß-Inquisitors halten! In diesem Fall der Herausgeber einer bedeutenden wissenschaftlichen Fachzeitschrift, der ernsthaft vorschlug das Buch zu verbrennen. Wenn aber auf der anderen Seite ein Liebling des Groß-Inquisitors über mehrere hundert Seiten völligen Schwachsinn schwurbelt, dann muß man das Buch bejubeln und in den Himmel loben.

    Man darf nie vergessen, daß wir es hier mit Wissenschaftsreligion zu tun haben (Wissenschaftskritiker nennen das Scientismus). Während die restlichen Idioten nach Veränderung, Wachstum oder Entwicklung rufen, ist es der heilige Auftrag des Scientisten echte Wissenschaft mit den Wurzeln auszurotten. Man darf sich nicht von dem Geschwätz Max Plancks beirren lassen, Wissenschaft wäre eine Reise. Nein, der Inquisitor-Wissenschaft weiß, daß Wissenschaft keine Reise ist, sondern vielmehr ein Ziel. Und er hat dieses Ziel erreicht! Alles was er tun muß ist dem Groß-Inquisitor zu gehorchen und alles für wahr zu halten was dieser als Wahrheit darstellt (oh und nicht zu vergessen dem Groß-Inquisitor täglich die Füße zu küssen, sie lieben das!).

    Klar, das Problem daran ist die Ehrlichkeit. Die meisten angehenden Inquisitoren werden Schwierigkeiten damit haben Ehrlichkeit vorzutäuschen. Aber keine Panik: Hier ist eine einfache Anleitung in vier Schritten. Erstens gebe man sich völlig der Gehirnwäsche der reduktionistischen mechanistischen Inquisitions-Wissenschaft hin. Zweitens vergesse Logik, stattdessen bezeichne einfach alles was du sagst als "logisch" und zwar so lange bis du selbst dran glaubst. Drittens: Vernichte dein Gefühl. Benutze dieses Wort auf gar keinen Fall (es sei denn du hast dich zu einem Date verabredet). Und viertens - und letztens - steinige sofort jede Idee oder Person, die ausserhalb deiner Kategorien denkt!

    Eine gute Übung für angehend Inquisitoren sind Diskussionen in öffentlichen Foren. Natürlich diskutiert man nicht wirklich, sondern bleibt die ganze Zeit in den eigenen Kategorien festgefahren und macht alles, was die anderen sagen, einfach platt. Wenn den anderen dein Verhalten negativ auffällt, ignorierst du einfach ihre Kritik. Natürlich erleichtern virtuelle Foren es auch die anderen herabzuwürdigen. Es ist immens wichtig für den zukünftigen Inquisitor alle anderen Menschen herabzuwürdigen! Falls jemand einen Schulabschluß unterhalb deines eigenen hat, ist das natürlich leichter, diesen Subjekten wird nicht mal die Menschenwürde zuerkannt. Hatte ich schon erwähnt, daß alle Inquisitoren einen Hochschulabschluß vorweisen können müssen? Auf jeden Fall, ohne geht nicht! Obwohl das echte intellektuelle Leistung erfordern mag, soll man hier aber nicht zögern. Die meisten Hochschulen haben sich auf reduktionistische mechanistische Inquisitions-Dogmen spezialisiert. Alles was man braucht ist ein halbwegs gutes Gedächtnis und die Bereitschaft die Füße der Groß-inquisitoren hingebungsvoll zu küssen.

    Okay, nehmen wir an, der Hochschulabschluß ist geschafft und die Macht ist mit dir! Dann nichts wie raus und jemanden verfolgen. Egal wen. Man kann bei den eigenen Kindern anfangen. Wenn diese, durch selbständiges Denken und ihre ureigenste Fantasie alternative Welten entdecken, mach' sie fertig! Sie sind ja nur klein und schwach und werden dir nichts tun können. Aber vielleicht werden es einmal mächtige Inquisitoren, die deinen Namen tragen, wenn du schon längst gestorben bist.

    Apropos Tod. Der Tod ist ein gutes Thema. Die mechanistische Inquisition glaubt ja fest daran, daß der Tod das absolute Ende des Lebens sei. Mach es deinen Kindern so früh wie nur irgend möglich klar, daß das "wissenschaftlich erwiesen" sei, auch wenn du dir nicht wirklich vorstellen kannst, wie jemand ein absolutes Ende von irgendwas jemals beweisen könnte.

    Ein weiteres wichtiges Inquisitor-Dogma ist, daß der Geist sich nur auf das Gehirn beschränkt. Tatsächlich ist dieser Reduktionismus der Schlüssel für jedes wissenschaftliche Inquisitor-Denken, insofern sollte diese Dogma auch auf alles eine Anwendung finden:

    Reduziere alle Gedanken auf elektro-chemische Vorgänge im Gehirn. Reduziere alle menschlichen Gefühle auf chemische Vorgänge im Körper. Reduziere jeden freien Willen auf Vermeidungsstrategien für Schmerz und Ausrichtung auf Lustgewinn (hier unbedingt ein ernstes Gesicht aufsetzen - denke daran, du forderst Theologen und Philosophen mit deinen Sprüchen heraus - und die sind ja als ernsthafte Typen weitlich bekannt). Reduziere alle paranormalen Phänomene auf Betrug und Täuschung oder Inquisitor-definierte "erklärbare" Ereignisse, so, daß aus UFOs Sumpflichter, aus ausserirdischen Wesen Crash-Test-Dummies, aus Nah-Tod-Elebnissen drogeninduzierte Halluzinationen und aus jedem Hellseher ein Scharlatan wird.

    Klar ist das Reduktionismus - aber ist das nicht geil? Du machst die Welt so klein, daß du selbst der größte Fisch darin bist!

    Wann immer du beschließt deine Herrschaft über andere auszuüben, denke fest an die zwei wichtigsten Ziele des Inquisitors: (1) Verschließe deinen eigenen Geist völlig und (2) suche und zerstöre jeden ausserhalb deines Inquisitor-Dogmas! Dein Mantra muß sein: Alles Denken ist gefährlich solange es sich nicht innerhalb des Inquisitor-Denkens befindet!

    Das war 's schon im Großen und Ganzen - deine Verfolgungsmethoden müssen jederzeit scharf und präzise sein, deine beste und schärfste Waffe heißt hier "Beweis". Nein, ihr Anfänger, ihr müßt natürlich nicht alles beweisen! Beweis und Schönheit sind doch reine Ansichtssache. Alles kann bewiesen werden oder auch nicht, also macht euch da mal keine Gedanken.

    Aber ihr müßt laufend über Beweise reden und diese von anderen fordern. Erinnert die Leute laufend daran, daß dieses und jenes bewiesen sei oder wenigstens das Gegenteil als Beweis vorläge - ob das nun der Wahrheit entspricht oder nicht ist egal. Und falls die Haß-Liste der Inquisitoren - echter wissenschaftlicher Fortschritt, Metaphysik, Religion, Parapsychologie - für euch nichts mehr hergibt, dann macht euch über den Rest her (es gibt ja noch Politik).

    Oh, und noch was, es wird sicherlich Menschen geben, die euch herzlos, langweilig und engstirnig nennen werden. Da die meisten von denen aber genau jene Subjekte sein werden, die es zu eliminieren gilt, zählen die nicht. Einige wenig davon werden wahrscheinlich sogar neutral sein, möglicherweise aus eurer Familie oder eurem Freundeskreis. Sie mögen vielleicht so weit gehen von euch zu verlangen euch zu (pfui!) verändern.

    Falls dies geschehen sollte, dann wißt ihr, wie sich Julius Cäsar in diesem Theaterstück (ihr wißt schon von wem) fühlte. Überall Brutusse! Ja, das mag das bißchen eurer übriggebliebenen nicht-Inquisitor-kontrollierten Gefühle verletzen. Aber ob ihr es glaubt oder nicht, manche Leute können einfach nicht erfassen, was so ein Inquisitor an wertvollen Diensten an der Menschheit leistet! Also rüstet euch mit eurer Macht, eurem Prestige, eurem Geld und dem Gedanken, daß die Menschheit ein undankbarer Haufen Abschaum von primitiven, elektrochemisch gesteuerten dummen Zellen sind. (Heh! Wäre das nicht eine neue Idee? Ein neues Medikament, daß Dankbarkeit für den Inquisitor im Gehirn induziert! Jemand Interesse an Patentrechten?)

    <Becker.Manfred@GMail.com>


    Die Diskussion ist eröffnet.

    Namo
     
  2. Regina

    Regina Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. November 2003
    Beiträge:
    5.767
    Das schlimmste ist nicht die Angst vor der Frage, das schlimmste ist, das sich verweigern, vor der Frage.

    Osho schreibt:


    DAs Problem das Du hier beschreibst Namo, wurzelt meinem Erkennen nach in der Angst vor der eigenen Verantwortung

    SELBST Verantwortung zu übernehmen ist schwierig
    Verantwortung ABZUGEBEN einfach.

    Keine Inquisition hätte stattfinden können...


    ..mit Menschen die SELBST Verantwortung übernehmen und dieses Recht auch anderen zugestehen

    Auch der Nationalsozialismus hätte wenig Chancen gehabt (sämtliche -ismen) und um den Geheimdienst wäre es gleichfalls schlecht bestellt
    Der Terrorismus bekäme Probleme
    und die Politik
    und natürlich die Wissenschaft, die sich selber huldigt, ebenso wie die Religion
    das Schubladen-denken hat allgemeingültige Verbreitung gefunden

    überall wo Verantwortung ZU GUNSTEN von etwas anderen abgegeben und diese Abgabe mit einem Anspruch auf eine kollektive Verantwortlichkeit/Glauben verteidigt/begründet wird


    Die Aufgabe der EIGENEN Beurteilung und Beobachtung, das Nachplappern und Nacheifern, das ABGEBEN der eigenen Fragen und Zweifel, das NACH-Folgen hat viele Nachahmer!
    in ALLEN Bereichen des Lebens

    am Arbeitsplatz
    in der Erziehung
    in der Forschung
    (NATÜRLICH in der Forschung oder Religion, da kommt die Eigenverantwortung ganz schlecht)

    warum? sie BEGRÜNDET sich ja auf Dogmen

    nicht auf der Wahrheit?

    Osho schreibt:
    ich schreiben in meinem treath "Das Herz und die Seele Indiens"

    So etwas kann der, der Wissen wie Geld und Bücher anhäuft niemals akzeptieren

    für diesen gilt nicht das Erkennen sondern das er es ohne Eigenverantwortung in die Hand nehmen und als WAHR beanspruchen kann
    doch die Wahrheit steht ÜBER diesem Streben nach MACHT



    die Wahrheit offen zu lassen für das Erkennen, für den, der wünscht zu erkennen, wäre diesem unerträglich
    und bliebe unverstanden

    er möchte das Erkennen einkaufen!
    wie Sandalen auf dem Schuhmarkt

    und ich schrieb in meinem threat "Ich weise Ihr nur den rechten Platz zu"
    Der, der Macht über andere anstrebt indem er sie zu sozialsieren wünscht oder zu vernichten
    weil er Machtlosigkeit fühlt und Unwissen und Angst, die Dunkelheit IN SICH trägt

    Angst vor all dem, was er selbst NICHT kennt und niemals selbst erfahren hat,
    wird den, der sucht, nicht verstehen und auch nicht verstehen WOLLEN.
    Er WILL ein WERKZEUG seiner ANgst bleiben weil diese Dunkelheit Ihn gefangen hält.



    Dieser bewundert möglicherweise JETZT Alexander, doch dem Feldzug hätte er sich nie angeschlossen.

    Dieser steht vor dem Denkmal Giordano Brunos, doch zu seiner Verteidigung wäre er nicht gekommen.

    Dieser liest HEUTE das Neue Testament, doch den verrückten Wanderprediger hätte er niemals verstehen können


    ich versuchte darauf hinzuweisen um es ERKENNBAR zu machen:
    LG
     
  3. Namo

    Namo Guest

    Mevlana Jelalu'ddin Rumi (30. September 1207 n. Chr. - 16. Dezembers 1273 n. Chr) war Professor für Islamische Theologie. Er sagte:


    "Diese spirituellen Schaufenster-Bummler,
    die faul danach fragen, 'Was kostet das? -
    Oh - Ich schau mich nur um.'
    Sie kommen mit hundert verschiedenen Punkten
    und machen sie schlecht, Schatten ohne Wert.
    Erschöpfung ist Liebe
    und zwei Augen naß voller Tränen.
    Aber sie gehen in den Laden,
    und in diesem Laden geht ihr ganzes Leben
    plötzlich in dem Moment an ihnen vorüber.
    Wohin gehst Du? - "Nirgend wohin."
    Was hattest Du zu essen? - "Nicht viel."
    Auch wenn du nicht weißt, was du möchtest,
    kauf irgendwas, damit Du ein Teil bist
    von des Tauschens Strom.
    Starte ein riesiges blödes Ding, wie Noah.
    Was die Leute von Dir denken,
    macht absolut keinen Unterschied aus."
    (Mevlana Jelalu'ddin Rumi)


    Ich denke, er sah das, was Du hier so klar zum Erkennen beschrieben hast, in gleicher Weise, wie auch die von Dir genannten aufrechten Menschen.

    "SELBST Verantwortung zu übernehmen ist schwierig. Verantwortung ABZUGEBEN einfach."

    Ich habe noch nie gewählt; ich gebe meine Verantwortung nicht ab.

    Ich arbeite. Man kann mich bezahlen, aber man kann mich nicht kaufen.

    Ich schreibe gerne etwas zu den Gedanken der Menschen hier im Forum und stelle dazu oft Fragen. Damit sind die Diskussionen oft zuende.

    Ich bekomme oft anerkennende Kommentare für postings, teils anonym, teils signiert. Es zeigt mir, daß das, was ich öffentlich verantwortlich argumentiere von den Kommentatoren bestätigt wird. Dabei ist es doch das Argumentierte, das man bestätigt und nicht mich, der ich blond bin. Ich würde mich freuen, wenn ein Kommentator auch öffentlich zu dem Argumentierten steht (was natürlich auch vorkommt).

    Ich denke, der Begriff 'A_sozial' hat mindestens zwei Bedeutungen. Die eine Bedeutung ist die, in der der 'Asoziale' als ein Schmarotzer der Gesellschaft gesehen wird, indem er von ihr alles nimmt, was er kriegen kann, aber der Gesellschaft nichts gibt außer Lasten. Die andere Bedeutung ist die, in der der 'A_soziale' sich dem Sozialisieren als ein Individuum entgegenstellt, wo das Sozialisieren nur die Unterwerfung des Menschen, dessen Würde als unantastbar gilt, zum Ziele hat und das gerne von Verantwortungslosen im Namen von Kollektiven, in denen das Handeln nicht individuell verantwortet werden muß, ausgeübt wird.

    Wenn es diese zwei Bedeutungen gibt, dann ist wohl das, was Manfred Becker in seiner Satire über die Schmarotzer der Wissenschaft sagt, die der Gesellschaft eigentlich nichts wirklich geben, aber alles, was sie kriegen können, asozial im ersteren Sinne.

    -

    "Nun tritt Sokrates auf. Er blickt gelassen um sich. Am Leibe trägt er wie gewöhnlich ein Tribon, und beim Gehen stützt er sich auf einen Stock aus Eichenholz.

    »Da ist er ja, der unbeugsame Alte«, ruft: Kallios aus. »Wenn man ihn so sieht, könnte man gerade meinen, er gehe nicht zu einem Prozeß wegen Gottesfrevel, sondern zu einem Gastmahl: er lächelt, bleibt stehen, um mit den Freunden zu sprechen, und grüßt alle, die er sieht!«

    »Er macht doch wieder nur Schwierigkeiten«, protestiert Euthymachos, der jetzt mißgünstiger ist denn je. »Außerdem merkt er überhaupt nicht, daß das Volk ihn als schuldig betrachtet und ihn daher angsterfüllt und um Gnade flehend sehen will.«

    Sokrates hat die Tribüne bestiegen: Er befindet sich links vom Großarchonten und wartet geduldig darauf, daß der Gerichtsschreiber den Prozeß für eröffnet erklärt.

    »Heliasten«, verkündet der Gerichtsschreiber, »die Götter haben eure Namen aus der Urne auserwählt, damit ihr Sokrates, den Sohn des Sophroniskos, von der Anklage des Gottesfrevels, die Meletos, Sohn des Meletos, gegen ihn erhoben hat, freisprechen oder aber ihn schuldigsprechen könnt.«

    »Das Wort hat Meletos, Sohn des Meletos«, verkündet der Gerichtsschreiber und deutet auf einen wohlgekleideten jungen Mann mit Lockenhaar.

    Meletos besteigt das Podest, das für die Anklage bestimmt ist. Er hat eine hochmütige und leidende Miene, wie es einem tragischen Dichter angemessen ist. Er will den Anschein erwecken, daß es ihm leid tut, gegen einen Greis wie Sokrates wüten zu müssen.

    »Richter von Athen!« beginnt der junge Mann und läßt seinen Blick langsam über alle die Richter wandern, die ihm gegenüber sitzen. »Ich, Meletos, Sohn des Meletos, klage Sokrates an, die Jugend zu verderben, die Götter nicht anzuerkennen, die die Stadt anerkennt, an die Dämonen zu glauben und religiöse Praktiken zu üben, die uns fremd sind.«

    »Ich, Meletos, Sohn des Meletos, klage Sokrates an, sich in Dinge einzumischen, die ihn nichts angehen; das zu untersuchen, was unter der Erde und über dem Himmel ist, mit allen über alles zu reden, wobei er jedes mal versucht, die schlechteste Meinung als die beste erscheinen zu lassen. Wegen dieser Vergehen fordere ich die Athener auf, ihn zum Tode zu verurteilen!«


    Bei diesem letzten Satz wenden sich alle Sokrates zu, um seine Reaktion zu beobachten. Der Philosoph zeigt Verwunderung: er gleicht mehr einem Zuschauer als einem Angeklagten. ..."
    (Luziano De Crescenzo, Sokrates)

    Warum ist Sokrates zum Tode verurteilt worden, in einem Verfahren in dem anonym wertend schwarze Kugeln und weiße Kugeln gezählt wurden?

    -

    Das Stehen für etwas, das man als wahr erkannt hat, und das artikulierte Zurückweisen dessen, was man als falsch erkannt hat, ist nicht leicht, aber es ist der Anfang eines Selbstbewußtseins, das notwendig asozial ist in seiner zweiten Bedeutung. Nur wer in diesem Sinne asozial ist, ist von der Gesellschaft nicht korrumpierbar, egal ob es eine 'Scientismusgesellschaft' ist oder eine 'Esoterische Gesellschaft'.

    Jemand sagte einmal: 'Spiritualität ist zu 99% klares Denken'.

    Danke Regina für Deine klaren Gedanken.

    Namo
     
  4. Shanna1

    Shanna1 Sehr aktives Mitglied

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    Graz
    Hallo Namo,

    Extreme sind niemals gut - ganz egal, ob es sich um eine "Glaubens"- oder "Wissens"-Seite handelt.

    Woher kommt von Dir so viel absoluter Hass gegen die eine Seite, gegen die Wissenschaft? Viel zuviel Hass! Und klassische Schwarz-weiß-Malerei - alles, was mit "Wissenschaft" zu tun hat, ist absolut bööööse.
    Den Vergleich mit der Inquisition, die nachweislich den furchtbaren Tod von tausenden von Menschen durch Folter verursacht hat, finde ich absolut unangebracht und geschmacklos.

    Deshalb auch meine Bewertung deines Beitrages.


    Liebe Grüße,

    Shanna
     
  5. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
    Hallo Namo. :)

    Der Beitrag ist provokant. Das ist leider aber auch schon alles.

    Schon beim ersten Lesen fällt auf, dass der Autor hier zwei Dinge vermischt, die nichts miteinander zu tun haben. Der Zusammenhang von "Wissenschaft" und "Inquisition" ist von Herrn Becker konstruiert.

    Der Sündenbock ist das Wappentier der Dummen

    So hat Herr Becker die Wissenschaft zum Sündenbock gemacht, indem er den eigentlichen Risikofaktor "Mensch" aus der Gesamtrechnung herausgelassen hat. Die Wissenschaft ist ein fachspezifisches Gefüge von Aussagesystemen, Regeln, Methoden und Erkenntnissen - aber in ihrer WESENHAFTIGKEIT bewertet sie nicht, ist nicht wesenhaft destruktiv und gibt keine eigenen Empfehlungen. Die Nutzung (bzw. der Missbrauch) der wissenschaftlichen Arbeit fällt nämlich allein in die Verantwortung der Menschen, die "Wissenschaft"liche Arbeit betreiben. Und hier wird auch der doppelte Irrtum von Herrn Becker deutlich, denn bei der Inquisition hat er die Trennung von Religion und "Fanatismus" der Menschen durchaus erkennen - aber nicht auf die moderne Religion "Wissenschaft" übertragen können.


    Bei einem solchen Artikel wäre also zunächst zu fragen gewesen, in welchem Verhältnis
    • Wissenschaft versus Religion
    • Ethik versus Missbrauch
    • Mensch versus Umwelt
    • ...

    stehen. Dies ist hier offenbar nicht erfolgt, und entsprechend muss man Herrn Becker vorwerfen, mit seiner Erörterung in einem oberflächlichem Dualismus

    Schwarz-Weiss
    Böse-Gut
    Inquisition-Religion
    Wissenschaft- ??


    stecken geblieben zu sein. Entsprechend langweilt die emotionale Aufladung der Stichworte "Kohle", "Elend", "Macht und Schikane". Warum stellt Herr Becker diese als charakteristische Merkmale der Wissenschaft dar, wo sie sich doch durch ALLE Bereiche und Epochen der Menschhheit als deren typisches Merkmal der Menschlichkeit hindurchziehen? Warum sollte ausgerechnet die Wissenschaft mit ihrem hohen Potential von der menschlichen Perversion verschont bleiben?


    In der Bibel steht, dass Jesus die Geldwechsler mit der Peitsche aus dem Tempel trieb. Und das war - pardon - saudumm. Die Reisenden, die zum Gebet in den Tempel wollten MUSSTEN die Tempelgebühr bezahlen. Nicht einfach in einer Zeit, in der jede Stadt eine eigene Währung hat. Die Gläubigen mussten also ihr Geld tauschen, um überhaupt im Tempel beten zu dürfen. Indem Jesus die Wechselhändler vertrieb, leerte er den Tempel zugleich von den Gläubigen.

    Wen Herr Becker in seinem Aufsatz vertreiben will ist mir schleierhaft. Aber dass bei seiner privaten "Inquisition" gegen die "Wissenschaft" noch mehr als das Kind mit den Bade ausgeschüttet wird, sollte Herrn Becker dazu anregen, seinen Text nocheinmal zu überarbeiten.

    Grüße,
    KTG
     
  6. Namo

    Namo Guest

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    agree.
    Nun, erstens ist es ein Trugschluß, zu glauben, wenn jemand etwas zur Diskussion stellt, daß er dieselbe Meinung vertritt, wie der Autor. Zweitens ist es eine Satire, und als solche auch kenntlich gemacht und es ist ein Trugschuss zu glauben, daß eine Satire Hass sät. Drittens kann jeder wissen, der die Satire gelesen hat, in der zu lesen ist:

    "Natürlich können sie nicht wirklich mit echten Wissenschaftlern kommunizieren, denn die gehören ja zu den Leuten, die es anzugreifen gilt, also die freidenkenden Menschen. ... Darüber hinaus beeindruckt die Wissenschaft - eigentlich Pseudowissenschaft, aber wer kennt schon den Unterschied? - " daß hier nicht die echten Wissenschafler kritisiert werden, sondern die Pseudowissenschaftler.

    Ich kann aus Deinem posting nicht erkennen, daß Du den Unterschied kennst. BTW. Ich arbeite seit 35 Jahren in der echten Wissenschaft. Nebenbei betreibe ich Erdbebenforschung und habe etwas Wissenschaftliches über die Zusammenhänge zwischen Planetenkonstallation und dem Tsunami-Beben vom 26.12.2004 geschrieben. Ich denke ich bin einer von wenigen auf dieser Welt, die über diese Zusammhänge wissenschaftlich forschen.
    Dies ist ein freies Land. Es ist leicht etwas zu zerstören. Es ist sehr schwer etwas Zerstörtes wieder zu heilen.

    Danke, daß Du mir und der Galerie offenbart hast, daß Deine Nichtzustimmung darin besteht, zu behaupten, daß 'von mir so viel absoluter Hass gegen die eine Seite, gegen die Wissenschaft kommt'.

    :danke:

    Namo
     
  7. Shanna1

    Shanna1 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. März 2005
    Beiträge:
    1.527
    Ort:
    Graz
    Hallo Namo,

    üblicherweise gibt man in irgendeiner Form die eigene Meinung kund, wenn man etwas zur Diskussion "freigibt" - entweder durch ein "schaut her, was ich da gelesen habe - bin/bin nicht dieser Meinung"....sofern man nix dazu sagt, ist es einfach, das "Nichtssagen" als Zustimmung aufzufassen - mein Fehler! *entschuldig*

    Wie eine Satire liest sich das Ganze für mich allerdings nicht. Vermutlich deshalb, weil ich "nebenher" noch ein wenig arbeite und deshalb nur halb bei der Sache war. *entschuldig* Mein Fehler!

    Vielleicht eine Feinheit - aber ich behaupte nicht, ich meine. "Behaupten" setzt vorraus, daß man etwas weiß und evtl. mit Fakten belegen kann. "Meinen" hat eher etwas mit Gefühl zu tun.

    Grüße,

    Shanna
     
  8. Namo

    Namo Guest

    OK

    Namo
     
  9. Namo

    Namo Guest

    Ich denke nicht. Ich bin Astrologe und betreibe Astrologie seit über 40 Jahren und betreibe Wissenschaft seit über 35 Jahren. Ich weiß das Menschen, die in Deutsche Vereine für Astronomie aufgenommen werden wollen, sich verpflichten müssen gegen den Aberglauben Astrologie zu kämpfen. Es gibt Tausende von Beispielen, die zeigen das Menschen die Wissenschaft mißbrauchen um mit inquisitorischen Ansprüchen, welches keine wissenschaftliche Methodik ist, glauben Ethisches argumentieren zu können. Das ist aber ein Witz, denn Wissenschaft kann nur physikalische Kräfte zeigen, aber keine Ethik.
    Nun das ist Theorie. In der Praxis muß Forschung ethisch werten, sonst bekommt sie nämlich kein Geld. Ich denke das, was Du als zusammenhanglos claimst, ist ein Zusammenhang, den Du nur nicht siehst. Ich denke Du wirst der Erste sein, der sich dafür einsetzt, daß jeder, der wissenschaftlich arbeiten will das aus seinem privaten Einkommen nach Steuer selbst finanziert. Ich muß meine astrologische Forschung auch selbst bezahlen.
    Nun, das scheint mir klar: Den Mißbrauch der Wissenschaft durch subventionierte Macht unter dem geheuchelten Banner der Wissenschaft.

    Schleier fort?

    Namo
     
  10. Kvatar

    Kvatar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    6. Mai 2002
    Beiträge:
    1.682
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    Hallo Namo. :)

    Tut mir leid, aber da müssen wir uns noch weiter unterhalten!
    Zumal ich finde, dass wir mit unseren Aussagen eher zu den gleichen Schlüssen kommen als dass wir uns widerlegen würden:
    Indem ich sagte, dass die Wissenschaft keine ehtische Wertung beinhaltet, decken sich unsere Aussagen ja miteinander. Die Ethik legt den Rahmen fest, in dem Menschen wissenschaftlich arbeiten dürfen. Die Ethik beschränkt also den "Wirkungsraum Wissenschaft", indem die Wissenschaftler in ihrer Freiheit eingeschränkt werden mit dem Ziel, Freiheit und Gemeinwohl aller anderen Menschen und der Schöpfung zu wahren. Exemplarisch ist die Stammzellenforschung das (inzwischen) ehtisch eingeschränkte Gebiet der Genetik. Indem der Erkenntnisstand der Wissenschaft voranschreitet, muss die Gesellschaft ihre ethische Position angesichts der veränderten Situation natürlich überprüfen und Pro & Contra neu abwägen, bevor es neue ethische Grenzen festlegen kann. Wissenschaft und Ethik bedingen also einander durch den sozialen Kontext, in dem beide exitieren. Sie sind aber nicht identisch.


    Die Wissenschaft umschliesst hier die Aussagen über die Gesetze der Vererbung, Merkmalsausbildung, Biochemie, Erbgutmanipulation. Die Genetik stellt dabei Erkenntnisse zu den Regeln, Gesetzen, Prinzipien, Formen, Methoden und Definitionen zusammen. Und jetzt kommt's: Inwieweit diese Erkenntnisse ökonomisch verwertet werden ist nicht das Bier der Wissenschaft. Ob durch die Genforschung Leben gerettet oder zerstört werden entscheiden nicht die Wissenschaftler, sondern die Ökonomen. Das Militär hält ja bei der destruktivistischen Zweckentfremdung den traurigen Rekord. Die Kernenergie ist so ein deprimierendes Beispiel. Was mit der Kernfusion werden wird - wer weiss. Aber soll man wegen einigen Ars*hl*chern auf die Erforschung dieser Gebiete verzichten???

    Die ethischen Grenzen festzulegen ist Aufgabe der Gesellschaft. Die Wissenschaft kann sie nicht tragen, weil sie ein funktionales Prinzip darstellt. Der Sprengstoff ist weder ethisch noch umoralisch. Es hängt davon ab, was man damit macht. Dynamit kann Segen ODER Fluch verbreiten. Aber wie kann Dynamit un-ethisch oder ethisch sein?

    Die Wissenschaft ist ein fachspezifisches Gefüge von Aussagesystemen, Regeln, Methoden und Erkenntnissen - aber in ihrer WESENHAFTIGKEIT bewertet sie nicht, ist nicht wesenhaft destruktiv und gibt keine eigenen Empfehlungen. Sie kann sie nicht geben, weil Bewertungen aus der Abwägung von Situationen und projezierten Handlungen hervorgehen. Soziale Kontexte existieren in der eigentlichen wissenschaftlichen Disziplin nicht. Sie müssen der wissenschaftlichen Arbeit also vorgelagert sein. Die Gesellschaft erreicht das zB durch Gesetze und Auflagen, wie in jüngerer Zeit zB mit den Auflagen zur Stammzellenforschung.

    Das ist mir zu stark vereinfacht. Wer forscht denn?
    - Die Universitäten forschen. Sie tun dies im eigenen Interesse, das als "wissenschaftliche Neugier" beschrieben werden kann. Sie forschen auch im Auftrag der Gesellschaft, welche die Universitäten hervorbringt. Bisweilen werden Unis auch im Auftrag von Institutionen tätig. Das Geld kommt vom Staat und demnächst auch von den mittellosen Studenten.
    - Die Wirtschaft forscht. Nämlich in jenen Richtungen, die Profit versprechen. Das "return-on-investment" hat das Primat in der Forschung. Und wie immer im Wirtschaftsleben sind soziale (ethische) Aspekte dem Profitstreben geopfert. Das Geld stammt aus den eigenen Erlösen. Staatliche Zuschüsse werden gewährt, wenn die Forschungsergebnisse von öffentlichem Interesse sind und dem Allgemeinwohl zu dienen versprechen.

    Ich kann daran nichts Fehlerhaftes erkennen. Klaro kostet Forschung Geld. Alles hat seinen Preis - warum nicht auch die Forschung? Damit scheint Herr Becker ja auch kein Problem zu haben:
    Herr Becker scheint auf mich eher den Eindruck zu machen, dass er die "Pseudowissenschaftler" als eine Art "Zuhälter" beschreiben möchte, die einzig und allein an der Prostitution der Wissenschaft verdienen wollen. Das wäre als Gesellschaftskritik ja nachvollziehbar, aber seine Pseudoargumente sind eine einzige Katastrophe. Es macht mich schon misstrauisch, wenn jemand einen Text mit neuen, eigenen Wortschöpfungen spickt. Was sind denn "Inquisitionsingenieurswissenschaften" bittesehr ?? Bislang hat Herr Becker ja nichtmals gesagt, worin die moderne Inquisition denn eigentlich besteht!?!

    Was ist denn , laut Becker, ein "Wissenschafts-Inquisitor" ?


    Becker schmeisst Zuvieles durcheinander. Das finde ich schade, denn das Thema hätte mehr hergegeben. Im Gegenteil habe ich sogar den Eindruck gewonnen, dass Becker selbst einen Inquisitionsfeldzug führt - auf genau jene Art, die er vorgibt bekämpfen zu wollen. Darin findet sich eine ironische Analogie zu den historischen Inquisitionen des Mittelalters wieder, deren Rädelsführer alle christlichen Werte durchstrichen unter dem Vorwand (und oft auch aufrichtigem Glauben !!!!!!) , diese zu erhalten.


    Ich habe oft den Eindruck, dass Menschen bei anderen Menschen gerade das angreifen, dass sie bei sich selbst nicht leiden können.
     

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