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Die logisch unhaltbaren Prämissen des Christian Felber

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von TommyCasagrande, 11. September 2012.

  1. TommyCasagrande

    TommyCasagrande Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juni 2012
    Beiträge:
    39
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    Christian Felber, Vertreter einer Gemeinwohlökonomie, gehört zu jenen Menschen, die einen Mittelweg aus Kapitalismus und Sozialismus zu finden suchen. Dabei übersieht er vollends, dass dieser Mittelweg seit Jahrzehnten propagiert wird. Man nennt diesen Mittelweg in Insiderkreisen "Interventionismus". Eine Staatsform, in der dem Markt Handschellen und Fußfesseln angelegt werden, während diesem Markt gestattet ist, auf der vom Staate vorgegebenen Fläche eines Vorgartens, Träume im Rahmen der staatlichen Gesetzeslage wahr werden zu lassen. Christian Felber beweist durch seine Agitation, dass er weder versteht, was Sozialismus ist, noch dass er versteht, was Kapitalismus ist. Da er beide Begriffe schon nicht für sich klären kann, flüchtet er sich in die allseitsbeliebte Demagogie der fernen Illusion. Der dritte Weg, eine Metapher die für alles mögliche stehen kann. Und auch wenn die Umsetzung stets scheitert, so füllt man die Illusion eines dritten Weges mit neuen, abenteuerlichen Inhalten. Die Menschen zum träumen zu bewegen, sie zum naiven Aberglauben aufrufen, all das funktioniert deshalb so gut, weil es so einfach ist, Menschen mit blühenden Fantasien in den Käfig einer Illusion zu locken. Menschen möchten träumen. Aber manche Träume werden besser niemals wahr.

    Allein der Begriff der Gemeinwohlökonomie beruft sich auf die Illusion, dass Ökonomie an und für sich nicht dem Gemeinwohl dient. Der Begriff sugeriert, dass es eines Zusatzes bedarf, damit Ökonomie der Gemeinschaft dient. Analog dazu wäre es das selbe, als würde man die Menschen zum Sattessen aufrufen, denn essen würde an und für sich den Zweck des satt werdens nicht erfüllen. Um dem Spuk ein Ende zu bereiten halte ich mich möglichst kurz. Ökonomie dient dem Gemeinwohl auch dann, wenn es keine ausdrückliche Gemeinwohlökonomie gibt. Ökonomie ist an und für sich eine Wissenschaft die sich mit dem menschlichen Handeln beschäftigt. Wenn Menschen handeln, dann tun sie dies als Individuen. Denn das Ich kann nicht mehr als das Ich sein. Es kann nur einen Körper und ein Bewusstsein besitzen. Es kann aber nicht zwei oder zwei Millionen Körper und Bewusstsein besitzen. Dem Individuum liegt zugrunde, dass die Handlungen die es ausübt, stets im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen stehen. Diese eigenen Bedürfnisse können sich in vielerlei Ziele manifestieren. Das Ziel kann sein, dass man sich direkt selbst gutes tun will oder dass man jemand anderem hilft. Egal was man macht, man befriedigt damit ein Bedürfniss in sich. Das ist die Grundlage des menschlichen Handelns. Mises würde sagen, um den eigenen Zustand zu verbessern. Die Ziele dabei können manigfaltig sein wie die Menschen, die das Licht der Welt erblickt haben. In diesem Sinne bedeutet Ökonomie nichts anderes als dass Menschen nach ihren eigenen Bedürfnissen handeln. Womit sich die Ökonomie beschäftigt sind die Erforschung jener Wege, auf denen dies möglich ist. Die Bedingung, dass dies allen Menschen möglich ist, ist die individuelle Freiheit. Insofern braucht menschliches Handeln die individuelle Freiheit. Sonst kann der Mensch nicht handeln und aufgrund jener Handlungen seine Situation versuchen zu verbessern. Ebenso wenig kann der Mensch sein Bedürfniss befriedigen einem anderen Menschen zu helfen, dessen Situation zu verbessern. Nicht umsonst hat sich herausgestellt, dass die individuelle Freiheit für das Gemeinwohl das beste Rezept darstellt. Denn im Sinne der Ökonomie als Wissenschaft vom menschlichen Handeln ist individuelle Freiheit die Grundsubstanz in der Menschen zu Schmieden ihres Glückes und zu Schmieden des Glückes anderer Menschen werden können. Mit nichts anderem ist dem Gemeinwohl mehr gedient, da sich das Wohl der Gemeinschaft aus dem Wohle der Individuen, die diese Gemeinschaft bilden, ableitet. Es lässt sich kein Gemeinwohl denken, in dem es jedem Einzelnen, aus dem diese Gemeinschaft besteht, sukzessive schlechter geht. Und die Annahme, dass es jedem Einzelnen sukzessive schlechter geht, wenn das Gemeinwohl als abstrakter Begriff über die Freiheit des Individuums gestellt wird, erklärt sich aus der Reduzierung der untergeordneten individuellen Freiheit, was dazu führt, dass dem Einzelnen die Möglichkeiten nicht vollumfänglich gegeben sind, so zu handeln, dass er im Sinne seines Wohlergehens die Möglichkeit hat, Handlungen zu vollziehen um sich besser zu stellen als davor. Wenn man den Menschen die Möglichkeiten nimmt, sich im Leben besser zu stellen, lässt sich auch nicht argumentieren, dass die Summe der Abnahme an Besserstellungen zu einer Zunahme des Wohles in seiner Gesamtheit führen wird.

    In weiterer Folge hat Christian Felber behauptet, dass die Auseinanderdividierung von Markt und Staat komplett falsch sei - wenn man nur eine Sekunde darüber nachdenkt. Er behauptet, dass es ohne Staat keinen Markt gibt und dass ohne Staat das Recht des Stärkeren übrig bliebe, ein wie er sagt, vordemokratischer Zustand.

    Eines vorweg, wer sich auch nur eine Sekunde mit dieser Thematik beschäftigt, kann auch nicht begreifen, warum es falsch ist, die Behauptung von Christian Felber für wahr zu halten.

    Nun will ich mich aber der Auseinanderdividierung von Staat und Markt widmen.

    Der Markt ist insofern natürlich als dass der Mensch ein aus der Natur geborenes Wesen ist mit natürlichen Instinkten, dem es in der Natur liegt, zu handeln, zu werten, Bedürfnisse zu haben. Der Markt ist nichts anderes als eine Situation die an jedem Ort der Welt zu jeder Zeit der Welt stattfinden und beendet werden kann. Der Markt kennt keine Öffnungszeiten und keine Sperrstunde. Er ist immer und überall. Er existiert stets dann, wenn mindestens zwei Menschen zusammen kommen die eine freiwillige Übereinkunft treffen. Geld gegen Arbeit, Gefälligkeit gegen Gefälligkeit, A für B. Wann immer Menschen zusammen kommen und freiwillig geben und nehmen, IST Markt. Markt schließt keine Menschen aus. Jeder darf zu jederzeit mit jedem freiwillig kooperieren. Markt verlangt Freiwilligkeit, weil ohne Freiwilligkeit keine Kooperation und kein Tausch stattfindet. Wenn jemand nicht kooperieren oder tauschen will, lässt sich nicht kooperieren und tauschen. Markt ohne Menschen gibt es nicht. Denn die Charakteristik des Marktes besteht aus den Menschen die durch freiwillige Übereinkünfte diesen zum Leben erwecken. Es kann Menschen geben Ohne Markt. Aber es kann keinen Markt Ohne Menschen geben. Man kann den Markt regulieren und ihn reduzieren. Damit verbietet man nichts anderes als die freiwilligen Handlungen der Menschen miteinander. Es kann Menschen geben ohne Markt. Ohne freiwillige Tauschgeschäfte können Menschen auch existieren. Im Recht des Stärkeren, erteilt der eine Befehle und der andere nimmt sie entgegen. Diese unfreiwilligen Beziehungen sind typischerweise solche, die das Verhältnis von Staat und Bürger charakterisieren. Der freie Markt skizziert eine Situation in der alle Menschen in die Lage versetzt sind, jederzeit und überall mit jedem Menschen ihrer Wahl, freiwillig dem Prinzip des gebens und des nehmens nachzugehen. Der Staat dagegen skizziert eine Situation die von grundauf hierarchisch geordnet ist. Es gibt Herrschaft über Menschen. Diese Herrschaft wirkt durch die Gewalt, die sie stützt. Die Herrschaft erteilt Befehle und auch wenn Menschen nicht damit dacord gehen, müssen sie sich fügen. Staat und Markt sind somit zwei verschiedene Institutionen.

    Christian Felber behauptet zudem, dass es Neoliberalismus sei, wenn sich der Staat nicht in den Markt einmischen solle. Auch diese Aussage zeugt von einer Unkenntnis über die Begrifflichkeiten. Liberalismus, nicht Neoliberalismus, fordert, dass der Staat sich aus dem Markt heraushalten solle. Der Neoliberalismus ist ein inkonsequenter Liberalismus der mit Staatsgewalt und Privilegienwirtschaft einhergeht. Der klassische Liberalismus dagegen, der die Heraushaltung des Staates aus dem Markt fordert, fordert diese Heraushaltung ebenso aus dem gesellschaftlichem Leben.

    Friedrich August von Hayek und Milton Friedman werden von Christian Felber als Marionetten der Hochfinanz dekliniert. Dabei übersieht Herr Felber, dass Hayek und Friedman durchaus Gegenspieler waren, was ihre Positionen beispielsweise zum Thema Geld anbelangt. Während Hayek ein entnationalisiertes, freies Geld gefordert hat, dass dem staatlichen Eingriff entzogen ist, warb Friedman als Monetarist der er war, für eine andere Form des staatlichen Eingriffs in das Geldwesen, als es die Keynesianer forderten. Dieser wichtige Unterschied wird von Herrn Felber beiseite gewischt, indem er beide auf eine gemeinsame Stufe stellt.

    Christian Felber ist der irrigen Ansicht, dass die Demokratie ausnahmslos gute Zustände hervorbringt, die allen Menschen dienen, somit auch all jenen Minderheiten, die von demokratischen Mehrheiten überstimmt werden. Herr Felber erkennt nicht, dass Herrschaft über Menschen einen grundsätzlichen Anreiz für Herrschende darstellt, ihre Macht auszubauen und die demokratischen Wahlen als Legitimation für noch mehr Staatsmacht benutzt werden. Denn wenn die Menschen über das Maß ihrer Unfreiheit abstimmen dürfen, so ist jedes Maß an Unfreiheit demokratisch legitimiert und im Sinne der diesem Akt zugrunde liegenden rechtspositivistischen Weltanschauung auch ethisch in Ordnung. Denkste, Herr Felber, auch die Demokratie ist nichts anderes als ein Herrschaftsmodell und leider eben kein Bollwerk gegenüber der Vergewaltung von Recht. Mehrheiten haben nicht a priori die Wahrheit und die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Schon gar nicht, wenn sie zuvor in einem staatlichen Bildungsmonopol aufgewachsen sind, wo staatskritische Ansichten sich nur schwer herausbilden können. In diesem Umfeld entsteht eine Uniformiertheit des Denkens, die ein gewisses Mitläufertum hervorbringt, dass nicht im Stande ist, wie Immanuel Kant es einst formuliert hat, sich ohne Leitung eines anderen, seines eigenen Verstandes zu bedienen, ergo unmündig ist.

    In einer Gesellschaft ohne Staat, so sagt Christian Felber, würde das Recht des Stärkeren gelten. Dies ist nicht korrekt, da die Menschen ein Bedürfniss nach Sicherheit haben und die Abwesenheit von Staat nicht zu einer Auflösung des Marktes führt sondern diesen erst dadurch entstehen lässt. Ein Staat ist ja nichts anderes als ein Gewaltmonopol, dass in seiner Charakteristik nichts mit den Eigenschaften eines Marktes gemein hat. Ein Gewaltmonopol ist genauso ein Feind des Marktes wie es jede Form von Gewalt ist, ganz egal ob diese Gewalt von staatlich Bediensteten ausgeführt wird oder von Gaunern die nicht einer solchen Organisation angehören. Das Recht des Stärkeren ist immer ein Ausdruck von Gewalt und niemals Ausdruck von Kooperation. Da Markt jedoch ein Zustand ist, bei dem Menschen freiwillig miteinander kooperieren, kann Gewalt kein Teil des Marktes sein sondern ist zwar ein menschliches Phänomen, jedoch ein solches, dass ausdrücklich auf der Nicht-Beachtung der Freiheit eines anderen Menschen beruht. Diese Nicht-Beachtung der Freiheit eines anderen Menschen findet sowohl im Staat als auch im Privaten statt. In einer Gesellschaft ohne Staat, gäbe es aufgrund des ebenfalls all zu menschlichen Sicherheitsbedürfnisses die Möglichkeit, Sicherheitsagenturen zu gründen. Diese wären keine staatlichen sondern private Agenturen die untereinander in Konkurrenz um die beste Dienstleistung um freiwillig zahlende Kunden stünden. Auch in einer staatslosen Gesellschaft wäre Gewalt ein Übel, dass Menschen versuchen würden, zu sanktionieren. Der Unterschied zum Staat besteht darin, dass die Menschen als Kunden behandelt werden und sie sich ihre Dienstleister nach Leistung und Preis selber aussuchen könnten. Es gäbe kein Monopol, und somit keine Tendenz zu minderer Qualität bei steigenden Kosten, die alle bezahlen sollen. Hans-Hermann Hoppe ist für derlei Ideenarchitektur jedoch gewiss der begnadetere Autor.

    Weiters sagt Christian Felber korrekterweise, dass der Staat Geld herausgibt mit dem wir Menschen bezahlen. Ebenso sagt er richtigerweise, dass die Rechtsprechung staatlich erfolgt oder der Staat das Eigentum schützt, was jedoch nur bedingt richtig ist, da der Staat ein enteignender Eigentumsschützer ist, ein Widerspruch in sich. Auch dass der Staat die Unternehmenslizenzen vergibt, wird von Herrn Felber erwähnt, Aufgrund dieser Beispiele behauptet Christian Felber, dass der Markt gleich Staat ist. Hier irrt Herr Felber, wie ich an den obigen dargelegten Unterschieden beider Institutionen dargelegt habe. Christian Felber zeigt auf, was der Staat alles macht, und leistet lustigerweise die Vorarbeit für die Kritik am Staat, was sicherlich nicht in Herrn Felbers Sinne war. Dass der Staat Geld ausgibt ist die Ursache für die Verschlechterung des Geldes, der sinkenden Kaufkraft, der steigenden Lebenshaltungskosten. Es ist kein Marktgeld sondern ein Staatsgeld. Die Rechtsprechung erfolgt staatlich und so spricht der Staat Recht in Fällen die er selber durch die willkürliche Gesetzeslage heraufbeschwört oder in jenen Fällen in denen der Staat selber involviert ist. Die Rechtsprechung erfolgt nicht unabhängig des Staates und seiner Gesetzeslage. Es geht in der Rechtsprechung nicht um das Recht sondern nur um Gesetze und Ansprüche die zu Recht erklärt worden. Der Staat nimmt Eigentum in Form von Steuern oder der Verschlechterung des Geldes, da Inflation auch eine Steuer ist, die von vielen nicht als solche erkannt wird. Mit einem geringen Teil des Entwendeten wird versucht Eigentum zu schützen. Jedoch, Selbstverteidigung in Form des Verbotes von privaten Waffenbesitz führen ebenso dazu, dass Menschen abhängig werden von der Sicherheitsillusion die der Staat den Menschen verspricht. Anstatt sich selbst zu helfen, entsteht ein Zustand in dem der Staat als Bedürfnissversorgungsstelle zum Mittelpunkt vieler menschlicher Gedanken wird, die kaum einen Schritt gehen können ohne dabei gedanklich irgendwo mit dem Staat in Verbindung zu kommen. Die Unternehmenslizenzen führen dazu, dass nicht jeder ein Unternehmen gründen kann. Logischerweise bleibt somit die Schaffung neuer Arbeitsplätze aufgrund der künstlichen Verknappung auf der Angebotsseite unter dem Niveau, dass ein freies Angebot an Arbeit aufgrund eines freien Marktzutritts ohne Lizenzen nach sich ziehen würde.

    Die weiteren Aussagen von Christian Felber zu entmysthifizieren würde leider noch mehr Zeit in Anspruch nehmen als ich nun bereit bin, aufzuwenden. Mein Grenznutzen ist erreicht, Carl Menger sei Dank und jede weitere Auseinandersetzung mit Herrn Felbers Ergüssen würde mich nicht mehr befriedigen.

    Wer dies jedoch anstelle meiner tun möchte, dem sei das Youtube Video mit einem Vortrag von Herrn Felber empfohlen, zu dem ich gerade Bezug genommen habe. Zu finden unter dem Namen: "Friedman und Hayek - Marionetten der Hochfinanz"
     
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