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die Kulisse drumherum

Dieses Thema im Forum "Familienaufstellung" wurde erstellt von pluto, 30. Juli 2009.

  1. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
    5.652
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    dort, wo es schön ist
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    mir geht es hier um die Kulisse einer Familienaufstellung. Und zwar um Geräusche oder sonstige außergewöhnliche Begebenheiten, die so während einer Aufstellung auftreten können.

    Ich will es mal an einem Beispiel erklären:
    Bei der einen FA ging es um eine mögliche Trennung zweier junger Menschen. Dabei flog die Sicherung im Stromkasten heraus. Ich sah dies als Hinweis, dass bei einem der beteiligten die Sicherungen durchbrennen, wenn es zur Trennung kommt.

    Dann gab es eine Aufstellung, währenddessen ein sehr schwerer Gewitter mit schlimmen Donnerschlag aufzog. Der AL orientierte sich nur an der Aufstellung und meinte, die Angelegenheit würde sich in Wohlgefallen auflösen. Es kam anders, nämlich es gab in dieser Organistaion so richtig Blitz und Donner, schlimmer hätte es nicht kommen können.

    Gibt es solche Phänome bei euch auch? Wie geht ihr damit um? (denn sie passieren nicht so oft, aber sie kommen vor)

    LG Pluto
     
  2. Melodie

    Melodie Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    755
    Ort:
    Stuttgart
    Hallo Pluto,

    es gibt laufend Phänomene während Aufstellungen, aber meistens wirken sie unmittelbar ein, wenn sie denn Relevanz haben. Das heisst, die Aufstellung geht in Resonanz damit oder auch nicht.
    Mit Interpretationen wäre ich aber sehr vorsichtig. Gerade du plädierst ja, aus meiner Sicht zu Recht, dafür, dass Aufstellungsleiter ihre Vorstellungen heraus halten sollen.
    Ein anderer AL hätte die durchgebrannte Sicherung ja auch z.B. als Vollzug einer Trennung interpretieren können. Denn eine Sicherung unterbricht die Stromverbindung als Reaktion auf eine Überspannung und zur Vermeidung von Schäden....

    Auch in Bezug auf dein Gewitterbeispiel bin ich vorsichtig.... Bist du der Meinung, das hätte interpretiert und einbezogen gehört und das spätere "Gewitter" in dieser Organisation hätte nicht stattfinden müssen, wäre das geschehen?
    Oder direkt gefragt: Was hättest du anders gemacht als der betreffende AL und wie hätte sich das deiner Meinung nach dann auswirken können?

    Ich finde deine Frage sehr interessant und würde mich auch sehr für entsprechende Anekdötchen interessieren, bzw. welche beisteuern.
    Was aus meiner Sicht aber völlig unsinnig wäre ist, wenn wir für die jeweils mögliche Bedeutung unerwarteter Begebenheiten irgendwelche Interpretationsschemen oder Regelhaftes für den Umgang mit ihnen zu kreieren versuchten.

    Beste Grüße,
    Eva
     
  3. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. Juli 2003
    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
    Ich kenne auch eine ganze Reihe solcher Synchronizitätsphänomene. Die erscheinen im Nachhinein dann oft als verblüffend schlüssig, wenn man schon weiß, was aus "alldem" geworden ist. Und das geht über Aufstellungen ja weit hinaus, wenn ich nur an das weite Feld der "Verabschiedung" von Sterbenden denke. Wenn im unmittelbaren Umfeld einer Aufstellung Derartiges auftritt, sehe ich das so wie Eva: Es könnte nur über den Weg einer Interpretation gedeutet werden, als Hypothese, und das öffnet der Voreingenommenheit Tür und Tor. Das ist so ähnlich wie wenn die Bewegung einer Aufstellung nicht ganzheitlich genommen, sondern über den Versuch einer begrifflichen Deutung erschlossen wird. Ich weiß nicht, ob schon mal jemand den Versuch gemacht hat, nach einer Aufstellung die TeilnehmerInnen zu bitten, in ein paar Sätzen aufzuschreiben, was bei dieser Aufstellung geschehen ist bzw. was für den Fokus in Bewegung gekommen ist. Ich vermute mal, dass in der begrifflichen Ausformulierung ziemlich erstaunliche Unterschiede auftauchen könnten. Es sei denn, es wurde schon im Vorfeld direktiv vermittelt, "wie man das zu verstehen habe".

    Wenn es um Synchronizität geht, dann kann so ein Begleitphänomen außerdem eh nur das ausdrücken, was bereits zu dieser Situation gehört; es bringt also nichts Neues ein, sondern ist ein zusätzlicher Ausdruck. Der wirkt dann ohnedies auf seine Weise und bedarf keines "Hereingeholtwerdens". Ich wüsste auch nicht, wo die Grenze wäre. Es gibt immer ein Umfeld. Wenn die Vögel ganz besonders lieblich singen. Wenn die Sonne hinter einer Wolke durchbricht. Wenn die Sonne sich hinter einer Wolke versteckt.

    Eigene Anekdoten:

    Die Aufstellung fand im Nebenraum eines Bio-Ladens statt. Es ging um ein Anliegen, in dem auch Alkoholismus eine Rolle spielte. Während die Aufstellung lief, sprang im Nebenraum (wie sich später rekonstruieren ließ) eine Katze auf das Regal mit den Bio-Weinen und räumte etliche Flaschen mit lautem Klirren ab. Das kommt gut, wenn hier gerade der alkoholkranke Vorfahr aufgestellt wird und dort die Weinflaschen in Brüche gehen...

    Eine andere Aufstellung, es geht um eine Geschäftsidee, die nachhaltig ohne Erfolg bleibt und die finanzielle Substanz der Familie zu gefährden beginnt. Ich bin in keiner Rolle, sitze entspannt auf meinem Sessel am Rande, und gerade in dem Augenblick, in dem in der Aufstellung jemand davon spricht, wie das ganze Geld den Bach runtergeht, mache ich irgendeine unbedachte Bewegung, und aus meiner Hosentasche klimpert eine Handvoll Münzen unüberhörbar auf den Fußboden.

    Jenseits von Aufstellungen: Ich hatte seinerzeit einen der ersten Apple-21-Zoll-Monitore, und die Dinger waren damals noch wirklich teuer. Ungefähr ein Jahr war er alt, als meine Mutter mich anrief. Dazu ist zu sagen, dass ich damals noch eine Beziehung zu ihr hatte, die jeweils binnen kurzer Zeit zu beiderseits unkontrollierten, eruptiven Wortgefechten führten (meine erste Aufstellung ein Weilchen später hatte das verblüffende Ergebnis, dass sich das "über Nacht" nachhaltig änderte). Damals jedenfalls stritten wir noch, auch bei besagtem Telefonat vor dem schönen Großbildmonitor, und just in dem Augenblick, in dem bei mir ein emotionaler Dammbruch bevorstand, zeigte der Bildschirm ein sehr hübsches Zickzackmuster in der Art eines Missoni-Designs, eine dünne Rauchsäule stieg aus den Lüftungsschlitzen auf, und dann war das Ding hinüber. Und zwar unreparierbar (zu vertretbaren Kosten). Schon das belegt: Aufstellungen lohnen sich.

    Alles Liebe,
    Jake
     
  4. pluto

    pluto Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Dezember 2004
    Beiträge:
    5.652
    Ort:
    dort, wo es schön ist
    Hallo Jake,

    Demnach drücken solche außergewöhnlichen Phänomene den Ist-Zustand mit aus. Sie sind quasi wie ein Verstärker, dass hier etwas eine ganz starke Wirkung hat.

    Eine Katze ist bei uns auch einmal auftaucht, einfach aus dem Nichts. Ich weiß aber nicht mehr, um was es damals ging.

    Mir geht es auch nicht darum aus dem äußeren zusätzlichen Geschehen Schablonen zu erstellen. Mir geht es mehr darum, herauszufinden, ob sie sinnvolllerweise als weitere Überlegung mit in die Aufstellung eingezogen werden können oder nicht. Und wenn sie auftreten, dann vielleicht dies als Hinweis zu sehen: Hier wird eine Geschichte als ganz intensiv erlebt.

    LG Pluto
     
  5. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    Graz
    Einverstanden, dass sie im Ausdrucks-Ganzen der Situation enthalten sind. Aber dass sie deswegen auch schon ein Verstärker sein sollten - worauf stützt sich diese Annahme? Ich gehe eher von vornherein davon aus, dass solche Phänomene in einem komplexen Kontext nicht mehr und nicht weniger Bedeutung haben als irgendein anderes Phänomen auch, das gerade fokussiert wird.

    Wobei ich genauer werden muss: Bedeutung "haben" ist irreführend. Und die Formulierung "das Phänomen drückt etwas aus" ist bereits das Ergebnis einer deutenden Wahrnehmung. Ein Donner donnert einfach und drückt zunächst mal gar nichts aus. Erst im Fokussieren und Versprachlichen des Wahrgenommenen, im Einordnen in einen Kontext, gebe ich dem ja eine Bedeutung. Wenn ich das ohne Überprüfung gleich als "ganz starke Wirkung" deute und generalisiere, als wäre diese Bedeutung wirklich eine Eigenschaft des Donners, bekäme für mich die Aufstellung eher den Charakter einer spiritistischen Séance...

    LG Jake
     
  6. flimm

    flimm Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    hallo,

    ich finde solche "Phänomene" dürfen in einer FA doch überhaupt nicht gedeutet werden.
    Wenn ein Aufstellungsleiter, nur anfängt darüber nachzudenken, ob es eine Bedeutung haben könnte, ist es doch schon eine hineininterpretation während der Fa und genau das sollte eigentlich doch nicht sein.

    Gerade bei einem Gewitter würde ich nicht vorschnell interpretieren, genau wie Jake sagt, dann müsste man jedes vorbeifahrende Auto, jeden Vogel und alles andere ja auch interpretieren.

    Sie mögen ja alle, eine ähnliche Energieschwingung haben, daher vielleicht der Bezug,
    aber wie deutet eine Bevölkerung einer Stadt ein Gewitter darüber, den Donner hört ja nun jeder.
    Ist es gleich eine persönliche Sache?

    LG
    flimm
     
  7. A.1526

    A.1526 Mitglied

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    Am Unterwasserschiff...
    Aaaalso, lieber jake,

    wenn ich Dir auch in weiten Teilen Deiner Erläuterung der Zuschreibungen beipflichten kann, so muss ich Dir doch ein wenig auch widersprechen.

    Ich denke, hier ist eine interessante Frage aufgeworfen, die auch mich schon beschäftigt hat.

    M.E. müssen wir unterscheiden zwischen zugeschriebenen Kausalitäten in Bezug auf gleichzeitig mit der Aufstellung stattfindende Naturphänomene, wie dem besagten Gewitter, Tieren in der Nähe von Aufstellungen oder dabei und "toter" Materie im Raum oder drum herum sowie unbewussten Handlungen der Teilnehmer oder Zuschauer einer Aufstellung. weiterhin wäre noch die Wirkung eines "genius loci" zu beachten, den es nach Arbeiten u.a. von Kristine Alex, zu geben scheint.

    Nicht umsonst kamen die wichtigsten Erkenntnisse über das Systemgewissen und die Bedeutung der Integration von Tätern zur Auflösung von Verstrickungen mit Genozid erst zustande, als der, dem die Einsichten kamen in einem Haus wohnte, das eine deutlich nationalsozialistische Vergangenheit hatte. Häuser und Orte haben m.E. von der systemischen Wirkung gesehen duchaus einen "Geist". Dies ist mir in Aufstellungen in meiner Arbeit auch schon mehrfach begegnet.

    Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem ein Paar, seit es in einem neuen Haus lebte, ständig in Streit geriet, was beide sich nicht erklären konnten. In der Aufstellung zeigte sich, dass der Grund auf dem das Haus stand, eine Wirkung auf beide hatte. Der Grund gehörte ursprünglich zu einem Resthof, der billigst verkauft worden war, nachdem dort nach einer Brandstiftung ein Mensch im Feuer umgekommen war. Der Tote musste gewürdigt werden, die Nachkommen der übervorteilten ursprünglichen Besitzer entschädigt oder der Hof wieder in deren Besitz überführt werden musste und es war ganz klar, dass dieses Haus abgerissen werden wollte. Auf eden Fall ar dies kein guter Platz für die Beziehung. Der Aufstellende berichtete, dass dort zudem bereits eine vorige Beziehung gescheitert war.

    Ich habe auch erlebt, dass Tiere in Aufstellungen durchaus Hinweise gaben und Wirkungen hatten. Schlimmster Fall: eine Teilnehmerin erschien in einem Aufstellungsseminar, das in den Räumen eines Kindergartens stattfand mit einem "Kampfhund" ohne Maulkorb. Schon bei Ihrem Erscheinen hatte das natürlich eine nicht unerhebliche Wirkung. Ich bat sie dann, den Hund bitte anderweitig unterzubringen, wenn sie am Seminar teilnehmen wolle. Schon vorher hatte ich erlebt, wie Hunde in Rollen gingen und wollte uns das mit diesem Hund nicht geben. Entsprechend verlief auch die Aufstellung der Teilnehmerin später am Abend. Sie war sehr bemüht, KOntrolle über die Stellvertreter und deren Wahrnehmungen zu erlangen und ich musste die Aufstellung abbrechen, so weit ich mich erinnere.

    Und um es abschließend ganz klar zu sagen: ich gehe davon aus, dass Aufstellungen keineswegs das Wetter beeinflussen können! Das ist absurd.

    A.
     
  8. A.1526

    A.1526 Mitglied

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    Am Unterwasserschiff...
    Nette Synchronizität am Rande - auch wenn nicht mit Aufstellungen in Verbindung:

    In meiner Jugend besuchte ich meinen inzwischen seit einigen Jahren verstorbenen Onkel in Salzburg. Er hatte einen kleinen Seminarraum in seinem Haus am Festungsberg eingerichtet, in dessen einer Ecke ich einen etwa eineinhalb Meter alngen australischen "Rainstick" entdeckte, der mich sehr interessierte. Mein Onkel warnte mich, den auf keinen Fall anzurühren, da die Aboriginies ihn zum "Regenmachen" verwenden würden.

    Als er darauf hin den Raum verlassen hatte, überkam mich dann doch die Neugier und ich nahm den Stick in die Hände. Bis dahin waren draußen etwa 27 Grad und strahlende Sonne an knallblauem Firmament. Ich probierte das interessante Geräusch aus, das die in der Röhre befindlichen Steinchen machen, wenn man das Rohr aus der Waagrechten sanft hin und her pendeln lässt. Das faszinierte mich zutiefst und ich konnte davon einfach nicht lassen. Dieses Regengeräusch hatte eine unglaublich hypnotische Wirkung auf mich.

    Was mir dabei entgangen war, waren die dunklen Wolken, die inzwischen sich über dem Festungsberg zusammengebaut hatten und ich war überrascht, als plötzlich ein derartiges Unwetter losbrach, dass ich den Stick schnellstens wieder in die Ecke stellte.

    Mein Onkel kam wieder herein und meinte nur streng, mit einem Blick nach draußen: "Kont'st des Spuin eh net loss'n?"

    A.
     
  9. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    Graz
    Das empfinde ich nicht als Widerspruch, sondern als Wasser auf meine Mühlen ;-) Genau um solche Differenzierungen ging es mir ja ... wahrnehmen und überprüfen statt waghalsiger Hypothesen, und das Überprüfen geht ja gut in Aufstellungen.

    Zum genius loci ... freilich, der ist immer wieder spürbar. Ich hab selbst einmal ein eigenes Thema in meiner eigenen (damals biografisch belasteten) Wohnung aufgestellt, und das ging zum Beispiel ziemlich daneben. So eine Art Befangenheit ... in einem zweiten Anlauf, etwas später und in räumlicher Distanz, ging es besser. Wobei dann natürlich Rätsel raten gestattet ist ... war es der andere Ort oder war es das andere Zeitfenster, das den besseren Verlauf unterstützt hat? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es der Ort war.

    Mir fällt in dem Zusammenhang auch eine Episode aus der Biografie C. G. Jungs ein, die Aniela Jaffé geschrieben hat: Jung hatte gerade ein Haus am Zürcher See erworben und wurde in den ersten Nächten von belastenden Träumen verfolgt, die mit Kriegsgräueln aus napoleonischer Zeit zu tun hatten. Da er bekanntlich seinen Träumen traute, begann er, im Garten zu graben, und stieß auf ein Skelett mit Uniformresten aus ebendieser Epoche. Jung zelebrierte eine feierliche militärische Bestattung, Salutschüsse übers Grab inklusive, und der Spuk hatte ein Ende. Auch eine Art Aufstellung, der spätere Stellvertreter vollzieht das ehrende Ritual, und es wirkt, auch wenn er mit dem Toten durch nichts als seinen Grunderwerb verbunden ist.

    Zum Kampfhund und möglichen Motivationen von HundehalterInnen sag ich lieber nix, sonst beißen's mich alle *ggg* (die Herrln und Frauerln und nicht die Hunde...)

    LG, Jake
     
  10. Melodie

    Melodie Mitglied

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    Darf ich mal oT?

    Volle Zustimmung! Darum haben Tiere (und Kinder natürlich!) nichts in Aufstellungseminaren zu suchen. Es sei denn.... es würde gezielt damit gearbeitet. Zu diesem interessanten Thema wird es beim Kongress in Wuppertal einen Workshop geben:
    Wenn Tiere in ihrer eigenen Aufstellung...

    Thomas Schäfer erwähnt in seinem aktuellen Buch, wie während einer Aufstellung, gerade als mehrere Teilnehmer als Täter und Opfer des Holocaust aufgestellt waren, der ebenerdige Seminarraum ( Seminar fand auf einer Insel statt) plötzlich von zahlreichen Hunden umlagert war, die so anhaltend bellten, dass die Aufstellung abgebrochen werden musste. Sie ließen sich auch nicht verscheuchen. Eine gemeinsame Meditation, in der die Teilnehmer den Hunden mitteilten, sie würden sich selbst um das entstandene Feld kümmern und die Hunde bitten, sich heraus zu halten wurde abgehalten und siehe da, die Hunde zogen sich zurück.Zwei Tage später, wieder bei einem Holocaust-Thema, kamen erneut aus allen Richtungen Hunde gerannt und bellten anhaltend. Und zogen ab, als das Ritual der Verantwortungsübernahme vollzogen war.

    Sowas spricht und wirkt für sich.

    Ich bin da direkter :D
    Wenn du davon ausgehst, dass die jeweiligen Hunde freilaufende Anteile ihrer Halter sind, liegst du wahrscheinlich genau richtig.
    Als Stellvertreter agieren sie genau das aus, was Halter gerne täten oder erfolgreich in den Schatten verbannt haben.
    Darum müssen die ja auch so häufig behaupten "Der tut nix, der will bloß spielen!" (statt einzugreifen) um dann festzustellen "Das hat er ja noch nie gemacht!" :D

    Kampfhunde sind dabei tatsächlich Sonderfälle. Sie sind zwar tendenziell mehr innerartlich gefährlich und Menschen gegenüber tolerant (man denke nur daran, dass bei den Kämpfen die verkeilten Hunde von Hand getrennt werden mussten, damit der Kampf weiter gehen konnte, und dass ihre tiefen Wunden ohne Betäubung und von den Haltern selbst genäht wurden), aber wenn sie gegen Menschen gehen, sind sie außerordentlich gefährlich weil sie züchterisch dazu selektiert sind, direkt ins Gesicht zu gehen, springen können wie Gummibälle, ohne Vorzeichen und Eskalationsstufen zur Sache kommen, sich kraftvoll verbeissen und nicht mehr loslassen.
    Hier sind Interpretationen über Motive und (geheime) Absichten der Halter m.E. sehr angebracht.....

    Um doch noch die Kurve zum Thema zu finden:
    Es lohnt sich, entweder die Seminarräume nach ihrer Eigenausstrahlung und -wirkung auszuwählen und/oder die Raumatmosphäre - von Räuchern bis zu Versöhnungs- und Ablösungsritualen - zu pflegen, und auch die Rucksäcke, Taschen, und andere Hilfsmittel, die als Symbolgegenstände eingesetzt waren, bewusst wieder zu "entrollen".

    Beste Grüße,
    Eva
     

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