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Die Heilige Geometrie

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Johannes, 23. September 2004.

  1. Johannes

    Johannes Guest

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    Was ist Heilige Geometrie?

    Jeder kennt die Geometrie aus der Schule. Obwohl sie noch den kreativsten Teil der Schulmathematik darstellt, haben die meisten keine angenehme Erinnerung an sie. Das hat einen einfachen Grund; denn die Geometrie kann auf zwei verschiedene Weisen betrachtet werden, von denen heute nur die nüchtern-technokratische bekannt ist, die die Kinder in ihrer Trockenheit quält.

    Bevor ich auf die Heilige Geometrie näher zu sprechen komme, sollten zum besseren Verständnis vorher noch zwei Denkweisen des Menschen angesprochen werden.
    Schon die Gestik der Zweiteilung unseres Gehirns weist auf zwei grundsätzlich verschiedene Denkweisen hin, die letztlich aber in einem einzigen Gehirn zusammengefasst sind. Die linke Gehirnhälfte denkt rational und nüchtern, während die andere Seite schöpferisch und symbolisch denkt. Man kann nun leicht erraten, welche Gehirnhälfte von unserer heutigen Gesellschaft bevorzugt wird. Entsprechend ist die moderne Herangehensweise an die Geometrie rational. Völlig unbekannt ist hingegen, wie kreativ und wundersam eine Geometrie ist, wenn sie mit den künstlerischen Eigenschaften der rechten Gehirnhälfte verbunden wird.
    Ähnlich verhält es sich auch mit den Zahlen. Der rationale Teil des Gehirns erfasst die Zahlen im Sinne eines nüchternen Zählens, Messens und Wiegens. Doch der anderen Hälfte beginnen die Zahlen eine Geschichte zu er-zählen, wodurch die Dinge eine Beziehung zueinander erhalten. Sie beginnen ein Eigenleben zu entwickeln, das nie isoliert, sondern stets in einem fließenden Verhältnis zu anderen Dingen steht, wodurch ein schöpferisches Leben erst möglich wird. - Keine Beziehung bedeutet Isolierung und die Erstarrung des Todes.

    Die Heilige Geometrie könnte man aber auch als Formenlehre oder Morphologie bezeichnen, doch werden diese Begriffe auch von der rationalen Seite benutzt, was zu Verwechslungen führen kann.

    Die Heilige Geometrie befasst sich mit dem innerseelischen Erleben des erzählerischen Reichtums von Formen und Zahlen. Schult man sein Auge, beginnen die Formen in der Natur zum Menschen zu sprechen. Wie eine Rose öffnen sie sich und geben allmählich ihr zuvor streng gehütetes inneres Geheimnis preis. Beispielsweise spricht die Art des Austritts der Äste aus ihrem Stamm darüber, welche spirituelle Beziehung sie zum Licht der Sonne und zu den Sternen des Kosmos haben.

    Die andere Seite der Heiligen Geometrie befasst sich damit, wie ein inneres Erleben in Formen künstlerisch zum Ausdruck gebracht werden kann Die den Körper im ersten Lebensjahrsiebt bildenden Formkräfte haben nach sieben Jahren ihre Aufgabe an der Körperbildung weitestgehend vollendet und sind nun zum schöpferischen Gestalten für den Geist frei verfügbar. Leider wird dieser Aspekt an unseren Schulen viel zu sehr vernachlässigt. Die Kreativität wird unseren Kindern zu Gunsten einer allzu frühzeitigen und einseitigen Ausbildung zur Ratio regelrecht ausgetrieben, weiß man, was an Potenzial alles möglich ist.

    Zum Schluss dieses Beitrages möchte ich zur Objektivität noch erwähnen, dass das rationale Denken keinesfalls zu ignorieren sei oder gar überflüssig ist. Nein, wir brauchen es als notwendiges Gegengewicht zur Ganzheit, wie das komplette Gehirn nur aus einer linken und einer rechten Seite bestehen kann. Die verstandesmäßige Ratio verhilft zur Einordnung und Systematisierung des Gedachten, andernfalls ein wirres Chaos entstehen würde. Nur verhält sich die Ratio zum schöpferischen Denken heutzutage insgesamt zu dominant.


    Johannes von Bulthaupt
     
  2. Paolo

    Paolo Mitglied

    Registriert seit:
    10. März 2004
    Beiträge:
    894
    Ort:
    Stuttgart
    Hallo Johannes,

    die Einführung war gut. Wann erzählst du über Verhältnisse von Längen und Formen der heiligen Geometrie?

    Liebe Grüße
    Paolo.
     
  3. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Es gibt da so ein Gemüse mit einem italienischen Namen, vermutlich verwandt mit Broccoli. Wer das schon mal gesehen hat, weiss, welches ich meine.
    Das Ding ist wunderschön fraktalartig bis ins Detail! Noch nie so ein schönes Gemüse gesehen.
     
  4. Paolo

    Paolo Mitglied

    Registriert seit:
    10. März 2004
    Beiträge:
    894
    Ort:
    Stuttgart
    Stimmt, man kann eine Fibonaci-Spirale sehen, welche auch in der heiligen Geometrie bekannt ist.

    LG Paolo.
     
  5. Johannes

    Johannes Guest

    Lieber Paolo


    Vielen Dank für dein Interesse an der Heiligen Geometrie.

    Im Rahmen eines Forums ist es sicher nur bedingt oder nicht möglich, ausreichend über ein weit reichendes Thema wie das der Heiligen Geometrie sprechen zu können. Mein Anliegen ist es daher nicht, Formen nur kurz oder oberflächlich anzusprechen, sondern vielmehr die Prinzipien und Gesetze soweit anzudeuten, damit ein ernsthaft Interessierter Anhaltspunkte für eine seriöse Herangehensweise erkennen kann, woraus ihm ermöglicht wird, das Thema mehr oder weniger selbstständig ergründen zu können.

    In den nächsten Tagen plane ich einen Beitrag ins Forum zu stellen, der die körperlichen, seelischen und schöpferischen Aspekte der Senkrechten in enger Verbindung mit der Entwicklung des Kindes beleuchten soll. Aus dem Beitrag soll für den Leser außerdem ersichtlich werden, warum es sinnvoll ist, mit der Senkrechten als Grundlage der Heiligen Geometrie zu beginnen. Vielen Dank.


    Johannes von Bulthaupt
     
  6. Lotusz

    Lotusz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. Oktober 2002
    Beiträge:
    3.338
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    Hallo Johannes

    Warum bezeichnest Du diese Art der Geometrie als heilig? Verbindest Du damit irgendwelche religiösen Vorstellungen? Und noch einmal eine persönliche Frage. Woher kommt dein Interesse, dich damit zu beschäftigen? Studierst Du Mathematik oder hast Du Mathematik studiert?

    Alles Liebe. Gerrit
     
  7. Johannes

    Johannes Guest

    Lieber Gerrit


    Der Begriff der Heiligkeit hat durch unser modernes Denken eine starke Modifizierung erhalten. In meinem Eingangsbeitrag habe ich das ein wenig ausgeführt und begründet. Es lässt sich wohl sagen, dass es für den heutigen Menschen eine Herausforderung ist, die (hier geometrische) Heiligkeit in ihrer Gesamtbedeutung wieder erfassen zu können.

    Ähnliches deutet der Begriff der „Mathematik“ an. Die ersten beiden Silben verraten ihren Ursprung: Das Kürzel „ma“ steht für die Materie, während die Silbe „the“ (auch „theo“ und „theos“) für Gott steht. Der letzte Teil im Wort „Mathematik“ repräsentiert das verbindende Element zwischen der Materie und Gott. Die ursprüngliche Mathematik erforscht daher die formgebenden göttlichen Gesetzmäßigkeiten, die der Materie innewohnen und ihr Gestalt verleihen.

    Lernen wir der Natur mit einem inneren seelischen Empfinden kontemplativ zu begegnen, erhalten wir zu ihr eine lebendige religiöse Beziehung. Auch die alten Bauwerke der gotischen Kirchen oder die der ägyptischen Pyramiden basieren auf der geistigen Schau, was für uns erst nachvollziehbar ist, sind wir der Kontemplation fähig.


    Johannes von Bulthaupt
     
  8. Johannes

    Johannes Guest

    Einleitend beginne ich unter phänomenologischen Gesichtspunkten mit der Senkrechten, wie sie sich im Weltenkosmos und gleichsam im Menschen verhält:

    Unsere Erde ist gewisserart an die unsichtbare Achse zwischen Nord und Süd aufgehangen. Projizieren wir den Nord- und Südpol auf den Himmel, so entspricht der Nordpol dem punktförmigen Polarstern. Im Südhimmel klafft hingegen ein Loch, das man geometrisch als Umkreis bezeichnet. Diese Beziehung von Punkt und Umkreis, von Phallus und Vagina, stellt eine elementare Weltsexualität dar. Beide ergeben in ihrem Zusammenspiel einen Gleichgewicht gebenden kosmischen Dreh- und Angelpunkt. Alles dreht sich um diese senkrechte Achse, während sie selbst unbeweglich und stabil bleibt.

    Der Bild der kosmischen Drehachse findet sich auf körperlicher Ebene im Kreuzbein wieder, das unsere Vorfahren in geistiger Erkenntnis „os sacrum“ nannten: heiliger Knochen. An ihm sind nach unten hin die Beine und nach oben hin die Wirbelsäule beweglich aufgehangen, wodurch das heilige Kreuzbein eine besondere Bedeutung für unser Gleichgewicht erhält oder anders gesagt, den Haushalt für unsere Yin- und Yang-Beziehung regelt.

    Wenn wir aus unserem inneren Gleichgewicht geraten, ist es so, als ob gleich die ganze Welt aus ihren Fugen geraten sei. Wir finden keine rechten Orientierungspunkte mehr und fühlen uns irritiert. Körperlich wird uns schmerzlich die senkrechte Lage als Gleichgewicht gebende Drehachse allmählich nicht mehr möglich. Unsere innere Welt gerät aus den Fugen. Wir müssen unsere Position als stolzer, aufrecht gehender Mensch verlassen und die Demut der passiven Waagerechten einnehmen, wie sonst nur liegend im Schlaf.


    Johannes von Bulthaupt
     
  9. milon

    milon Aktives Mitglied

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  10. Regina

    Regina Sehr aktives Mitglied

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    Beiträge:
    5.767
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    scheint ein sehr interessantes thread zu werden, freu mich schon auf Deinen nächsten Beitrag..
    LG
    PS ein bischen etwas über Geometrie ist auch in den Lehren des Ptahotep zu lesen Bucht "Die Einweihung" von E.Haich
     
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