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Die alte Stadt versinkt

Dieses Thema im Forum "Träume" wurde erstellt von Wellenspiel, 27. März 2020.

  1. Wellenspiel

    Wellenspiel Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Mai 2016
    Beiträge:
    18.669
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    Ein einziger riesiger Raum. Ein Schloss oder eine Kathedrale mit hohen Säulengängen, weitläufigen Emporen, Treppen und kunstvoll behauenes Gestein, wohin das Auge blickt. Es gibt keine vereinzelten Räume und dennoch ist alles verwinkelt und verschachtelt.
    Was zunächst wie ein Schloss erschien, weitet sich zu einer Stadt, während ich hindurch wandere und Türen und Fenster erahne - ich sehe sie aber nicht konkret, es erscheint weiterhin wie ein offener Raum ohne Trennwände. Ich wandere und mit der Zeit dämmert es. Die Stadt zieht an mir vorbei, wird konkreter. Die Nacht zieht herauf, ich merke es daran, dass es dunkel wird und Mondlicht durch weit entfernte Buntglasfenster scheint. Die Farbe dieser Fenster verblasst.
    Stattdessen erfüllt nun ein warmer Schimmer den Raum und lässt tiefdunkle Schatten im Hintergrund tanzen. Ich wandere weiter.

    Nach einer halben Ewigkeit am Ende des Raumes angelangt, steige ich serpentinenartige Treppen hinauf. Das Licht wird schwächer. Auf den Treppensimsen hocken Gargoyles. Ich höre ein Rauschen wie von einem Wildbach, das immer lauter wird. Dann stehe ich plötzlich vor einer Sackgasse, einer massiven steinernen Wand gleich oberhalb der Treppe.
    "Du solltest sie brechen", flüstert mir eine Stimme ins Ohr. Hände legen einen Hammer in meine. 'Ein klobiges, unpraktisches Ding ohne Meißel' , denke ich mir noch, handele aber dennoch.
    Schlag für Schlag hämmere ich auf die Wand ein. Splitter um Splitter schlage ich heraus und bemerke ein Beben, das sie durchfährt. Etwas stürzt sich von der anderen Seite dagegen, unterstützt meine Anstrengungen, sie zu zerstören. Stärker hämmere ich auf die Wand ein und dann zerbricht sie. Mit einem eiskalten Schwall stürzt mir eine Wasserflut entgegen, schwemmt mich fort und zertrümmert mit unglaublicher Kraft Säulen und Terrassen, Geländer und Treppen...

    Ein Schnitt, Stunden später.
    Die Sonne ist wieder aufgegangen, ich stehe am Rand eines Sees. Neben mir fühle ich die Anwesenheit meines Begleiters.
    Uralte Bauten ragen aus dem See, Tempeldächer, Brücken, Türme. Ich stehe unter hellem Tageslicht, fühle aber, dieser Ort liegt abgeschieden vom Rest der Welt. Wasserfälle rauschen aus den architektonischen Kunstwerken, lassen den Wasserpegel steigen.
    "Siehst du, was passiert?", sagt mein Begleiter. "Diese Stadt bricht nach zweieinhalbtausend unbewohnten Jahren auseinander. Sobald das Wasser befreit wurde, bahnte es sich seinen Weg. Dieser Ort hieß Genecea."
     
  2. Terrageist

    Terrageist Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Juli 2019
    Beiträge:
    1.733
    Es scheint sich um ein aufgebautes Konstrukt zu handeln. Weit verwinkelt, schön aufgebaut, nichts getrennt, dennoch verschachtelt und auseinander.
    Du kommst zu einer Mauer, und beginnst, mit für dich scheinbar schwierigen oder primitiven Mitteln, sie zu durchbrechen. Von anderer Seite wird dir geholfen.
    Das Wasser, das durchbricht, ist einerseits Gefühl, vielleicht auch Information, Wissen, Lebensfluss. Es ist halt auch kalt und frisch.
    Zweieinhalbtausend Jahre könnten in Beziehung stehen mit der Christusgeschichte.
     
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  3. Renate Ritter Offenbach

    Renate Ritter Offenbach Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. Januar 2018
    Beiträge:
    908
    Warum der Ort gerade so heißt, wird dir keiner letztgültig erklären können.
    Der Traum aber war ein Offenbarungstraum. Er hat dir deine Seele (nenn ich mal so) gezeigt und deinen innerseelischen Werdegang.

    Obwohl die Realität geistiger Natur ist, Raum und Zeit also eine Illusion sind, leben wir als Mensch in und mit dieser Form. Wir können uns alles, einfach alles, immer nur in der physischen Form vorstellen, die wir hier in unserer Existenz als Mensch wahrnehmen.

    Also existiert unsere Seele an einem konkreten Ort (und nicht im geistigen Nirgendwo). Für manche ist das der Wald, das Meer, eine Quelle, eine Wiese im Sonnenschein oder sonstige als durch und durch angenehm empfundene „Orte“.
    Das Schloss, das so nach und nach zur Stadt wird, das ist dein ganz und gar subjektiv-persönliches Bild deines seelischen Ursprungs. Es ist beeindruckend, wenn ich das so mal so sagen kann.

    So wie du diesen Ort durchwandert bist, so bist du in deiner Entwicklung als Mensch immer weiter gewandert.
    Letztlich, also heute, bist du soweit, diese Trennung von innen und außen durchbrechen zu können und auch zu wollen.
    Das eiskalte Wasser symbolisiert nun die irdische Realität. Was immer wir erleben, wir fühlen und empfinden es in erster Linie. So ist unser Dasein geprägt von immerwährenden Gefühlen und Empfindungen von Angst, Unsicherheit, Zweifeln... Es sind Einsamkeitsgefühle, Verlassenheitsgefühle, Unfrieden bis Hass und all so was...
    Dein Gefühlspool. Dein Begleiter sagt einfach, was sowieso ersichtlich ist. Sobald das Innere und das Äußere nicht mehr getrennt sind, überschwemmen die äußeren Wahrnehmungen alles.

    Dieser scheinbare Niedergang ist aber kein Grund für Trauer. Weil er eben nur scheinbar geschieht, also am Tage an deinem irdischen See.
    Du hast dir selbst deinen eigenen unbewohnten innerseelischen Ort deiner Seele gezeigt, durch den eben nur du allein gehen kannst. Du hast ihn dir angeschaut und damit ziemlich viel über dich selbst erfahren...
     
  4. Ullrich

    Ullrich Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2020
    Beiträge:
    113
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    Die Stadt hat wohl das Wasser behindert zu seinem Lauf. Unbewohnt muss sie ohne Wasser sein. Niemand kann ohne Wasser leben. Eine prachtvolle Stadt, doch ohne Wasser, ohne Leben.

    Es wurde also eingesperrt wie in einem Gefängnis von der Stadt und seiner Schönheit. Schönheit ohne Wasser, warum nur, welche Absicht steckt dahinter?

    Mit der Zerstörung verliert sie auch ihren Namen. Der Name klingt weiblich mit der Endung, während die erste Silbe "Gene" ein männlicher Name ist. Gene, Jean, Hans, Johannes.
    Es ist wohl eine Hansestadt, eine Kaufmanns- und Handelsstadt mit viel Geldumsatz. Doch der Fluss des Wassers ist gehemmt, seine Lebendigkeit ist gestaut, geht nicht in die Stadt ein, sie stirbt aus, die Bauwerke bleiben, bis der Träumer eine Mission erhält, Befreier des Gestauten zu sein, diese aufgestaute Kraft zerstört nun auch die Prachtbauten. Vernichtung nach zweieinhalbtausend Jahren. Eine Zeit noch vor Christus, es ist die vorchristliche Zeit des Gesetzes. Der Befreier kommt aus der neuen Zeit, zweitausend Jahre später. Es ist die Zeit nach Ende des finsternen Zeitalters Kali Yuga um 1899. Das neue Bewusstsein hat verloren, was das alte noch hatte, den Bezug zur Göttlichkeit, wie sie der bewusste Mensch heute nicht mehr hat. Ein solcher Mensch hatte den Auftrag, ein Altes zu zerstören.

    Für den Träumer heißt das, in sich ein vorchristlich Gesetzartiges zu zerstören mit lebendiger Kraft eines Gestauten in ihm, weg von einem toten Gehorsam des Gesetzes, hin zur Befreiung, die nicht mehre ein äußeres Gesetz befolgt, sondern sein inneres, moralisches.
     
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