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Der Lebensfilm in Todesnähe

Dieses Thema im Forum "Nahtoderfahrungen" wurde erstellt von Tommy, 6. Oktober 2006.

  1. Tommy

    Tommy Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. Mai 2006
    Beiträge:
    12.505
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    Morjens :)

    Ich nutze mal frecherweise diesen Thread, um meine Erkenntnisse über den Lebensfilm in unmittelbarer Todesnähe kundzutun. Leider ist es etwas lang geworden, aber kürzer gings nicht. Eher länger wärs noch gegangen. :D

    Lange Zeit schon, bevor es überhaupt so etwas wie die Erforschung von Nahtod-Erlebnissen (NTE) gab, war das Phänomen eines quasi im Zeitraffer ablaufenden Lebensfilms bei Menschen in unmittelbarer Todesnähe bekannt. Allerdings brachte man es nur in Verbindung mit Beinah-Ertrunkenen. Die Forschung zeigte aber, daß sowohl sein Auftreten, als auch der Grad seiner Intensivität von keiner speziellen Todesart abhängig ist. Lebensrückschauen haben insofern eine Sonderstellung, als sie zu jedem Zeitpunkt innerhalb einer NTE auftreten können; auch hängt ihre Charakteristik von bestimmten Faktoren ab, wie noch zu zeigen sein wird. Der kleinste gemeinsame Nenner aber ist der, daß er in außerordentlicher Geschwindigkeit abläuft, während auf der Ebene der physischen Welt nur wenige Sekunden, Bruchteile von Sekunden oder sogar gar keine Zeit vergeht. Zudem werden sie übereinstimmend als äußerst intensiv und plastisch beschrieben. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, folgendes Beispiel:

    (1)

    Dieser geballte Erlebnisinhalt in nur einem oder wenigen Momenten überrascht und läßt die Frage aufkommen, ob Experiencer (so werden in der Forschung Personen genannt, die eine NTE hatten) möglicherweise während ihres Erlebnisses in eine andere Zeitebene eintauchen oder gar in eine Dimension, in der Zeit, wie wir sie kennen, außer Kraft gesetzt ist. Der Mann im obigen Beispiel sprach von einem Sekundenbruchteil. Andere Experiencer gehen weiter und reden von einem regelrechten *Zeitstillstand*, so als sei die Zeit auf der physischen Ebene eingefroren. Charakteristisch für solche Erlebnisse ist das Verlassen des Körpers; Personen in unmittelbarer Todesnähe sehen sich gleichsam von oben, aus der Vogelperspektive zu, erleben ihr Leben noch einmal in allen Einzelheiten und kehren dann in ihren Körper zurück. Nach erfolgter Rückkehr läuft dann die Zeit wieder normal. Zunächst das Beispiel eines Mannes, der bei einer Explosion vom Feuer eingeschlossen war, sich über seinem Körper schwebend erlebte und beobachtete, wie andere auf den Unglücksort zuliefen, um ihn zu retten.

    (2)

    Hier ein Autounfall:

    (3)

    Ein Überfallopfer:

    (4)

    Aus der Zeitwarte unserer physikalischen Welt her könnten wir sagen, daß der Lebensfilm in einer aberwitzigen Geschwindigkeit abläuft; aus der Zeitwarte des Experiencers, der diesen Lebensfilm erlebt, könnten wir sagen, daß sich die Vorgänge in der physischen Welt drastisch verlangsamen, bis hin zum Stillstand. Beide Aussagen machen Sinn und weisen darauf hin, daß es sich hier offenbar um zwei unterschiedliche Zeitebenen handelt, die relativistisch gegeneinander versetzt sind. Reinhold Messner, der die Absturzerlebnisse von Begsteigern aus dem 19. und 20.Jahrhundert sammelte, hat ziemlich aussagekräftig zeigen können, daß nicht nur objektive Todesnähe, sondern der subjektive Eindruck, es sei zuende, ausreicht, um eine NTE einzuleiten, obwohl er diesen Begriff zum damaligen Zeitpunkt offenbar noch nicht kannte. Charakteristisch ist "ein Ausbleiben von Sterbeerlebnissen, solange eine Möglichkeit bestand, den Tod abzuwehren." (5) Ist jedoch der Abstürzende felsenfest vom bevorstehenden Tod überzeugt, kommt es zur Loslösung des Ichs vom physischen Körper und dem Eintauchen in eine andere Zeitdimension. Klaus Mohrmann, der an der Westflanke des Großen Seehorns abstürzte, berichtete Anfang der 30er Jahre:

    (6)

    Der Alpinist und Geologieprofessor Albert Heim hatte bereits 1892 im "Jahrbuch des Schweizer Alpenvereins" eine großangelegte Untersuchung mit dem Titel: "Notizen über den Tod durch Absturz" veröffentlicht, in der er 43 Absturzerlebnisse auswertete. Es ist Messner zu danken, daß er diese Untersuchung aus den vergessenen Archiven ausgegraben und in seinem Buch komplett abgedruckt hat. Nach Sichtung von Heims Analyse muß die gängige Ansicht, Todesnähe-Forschung beginne 1975 mit Moodys "Leben nach dem Tod" korrigiert und auf 1892 zurückdatiert werden. Heim hatte selbst ein Absturzerlebnis:

    (7)

    Die Bühnenmetapher wird uns noch beschäftigen. In modernen NTEs verwenden die Experiencer fast ausschließlich das Bild eines "Lebensfilms", beeilen sich aber stets, hinzuzufügen, daß es anders als ein Film gewesen sei. Die Lebensrückschau verläuft in Form einer dreidimensionalen Inszenierung, in der man sich als Beobachter und zugleich als Beteiligter, gewissermaßen als Hauptdarsteller, erlebt. Eine radikalisierte Form nimmt der Lebensfilm jedoch an, wenn er in Gegenwart eines *Lichtwesens* stattfindet, eine Begegnung, die recht häufig berichtet wird, und die den Charakter des Lebenspanoramas entscheidend intensiviert und in eine neue Dimension hebt. Vorab ein paar Notizen zu diesem wohl spektakulärsten Element einer NTE. Wer oder was ist eigentlich dieses Lichtwesen? Darüber herrscht bemerkenswerte Uneinigkeit. Viele Experiencer halten es für *Gott*, andere wiederum nicht, bzw. lassen es offen:

    (8)

    Andere sind davon überzeugt, Jesus erkannt zu haben:

    (9)

    Ein Experiencer nennt es "mein Freund" (10); eine andere wiederum empfindet es eher "als etwas Abstraktes, obgleich es etwas sehr Machtvolles, Kraftvolles und Wissendes in sich barg." (11). Pam Reynolds hält das Lichtwesen nicht für Gott, sondern für eine seiner *Emanationen*, Mellen-Thomas Benedict wiederum ist überzeugt, hinter diesem Licht ein zweites, noch viel stärkeres identifiziert zu haben.

    Vermutlich trifft dieser Experiencer den Nagel auf den Kopf:

    (12)

    Offenbar stellen hier die Experiencer- je nach individuellem Glaubenshintergrund - einen konventionellen Bezug her (oder das Lichtwesen tut es, wäre die zweite Möglichkeit), um diese Begegnung der gänzlich anderen Art überhaupt erst erfahrbar zu machen. Unabhängig von den verschiedensten Projektionen wird dieses Wesen aber übereinstimmend als *Lichtwesen* wahrgenommen, das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Fest stehen ferner seine Qualitäten, da sie von allen Experiencern mit nahezu identischer Wortwahl beschrieben werden, sofern es zu einer Begegnung kommt:

    (13)

    (14)

    (15)

    (16)

    (17)
     
  2. Tommy

    Tommy Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. Mai 2006
    Beiträge:
    12.505
    Usw., usw. Die Literatur ist randvoll von diesen Beschreibungen. Offenbar gelingt es nicht, die Charakteristik und Wirkung des Lichts näher zu spezifizieren, denn immer wieder heißt es nur: "unbeschreiblich" und "menschliche Begriffe versagen". Moody schreibt in seinem dritten Buch über die Anfangszeiten der NTE-Forschung: "Den Forschern der Atlanta-Studie wurde es fast zuviel, Berichte über dieses Stadium anzuhören, weil die meisten Befragten ständig von dem seligen Frieden und der Wärme anfingen, die sie in diesem Zustand erlebt hatten." (18). Aber offenbar kann es in anderen Begriffen nicht ausgedrückt werden, also müssen wir akzeptieren, daß dieser Erlebnisabschnitt einer NTE unserer Begrifflichkeit unzugänglich bleibt.

    Die Begegnung mit dem Lichtwesen gilt in der Literatur als spektakulärste Phase einer NTE. Vielleicht zu unrecht, denn noch spektakulärer scheint mir nicht die bloße Begegnung, sondern der Lebensfilm zu sein, wenn er in Anwesenheit dieses Lichtwesens abläuft. Deshalb auch dieser kleine Exkurs über das Licht. Ich meine nämlich eine klare Struktur erkennen zu können, die meines Wissens in der gesamten Forschungsliteratur nicht formuliert wurde, entweder, weil die Autoren vor lauter sich überschlagenden Fallbeispielen blind dafür waren, oder weil sie es für nicht wichtig erachteten. Aus dem Material geht m.E. klar hervor, daß Lebensfilme in Gegenwart bzw. sogar unter der Regie "des" oder mehrerer *Lichtwesen* (auch diese Beobachtung gibt es) Perspektivenwechsel und Rollentäusche beinhalten, während Lebensfilme ohne Lichtbegegnung zwar auch über eine erstaunliche Plastizidät verfügen, aber die Multi-Perspektive vermissen lassen. Das finde ich eine keineswegs triviale Beobachtung. Im letzteren Fall ist der Experiencer eher ein Beobachter (Eingangsbeispiel), der sein Leben in Form einer extrem beschleunigten, wenngleich plastischen Bilderflut erlebt:

    (19)

    (20)

    Trifft der Experiencer aber im Verlauf seiner NTE auf das Lichtwesen und durchlebt sein Leben in dessen Gegenwart, so nimmt die Lebensrevue einen dramatischen Charakter an. Er ist dann immer Zuschauer, Hauptdarsteller und Kritiker zugleich.

    (21)

    (22)

    (23)

    (24)

    Einige Experiencer berichten davon, daß sie qua Willen Einfluß auf Tempo und Detailreichtum einzelner Lebensepisoden nehmen konnten:

    (25)

    Ein anderer vergleicht das Lebenspanorama mit einer begehbaren Landschaft, also als etwas gewissermaßen Dinghaftes:

    Und die Perspektive des anderen?

    (26)

    Solche Landschaftsbegehungen folgen einem bestimmten Erkenntnisinteresse. Die näher untersuchten Episoden können scheinbar banale Episoden aus der Kindheit sein:

    (27)

    (28)

    Es können aber auch recht kapitale Übergriffe im Erwachsenenalter sein. Dann führt, wie der folgende Experiencer es ausdrückt, der multiperspektivische Charakter der Lebensbilanz ins Alptraumhafte.

    (29)

    (30)

    Wichtig ist, daß der Experiencer nicht nur Zugang zu den Gefühlen und Gedanken anderer hat, sondern daß er sie so erlebt, als seien sie seine eigenen gewesen. Ja, als sei er selbst diese Personen gewesen. Auf den Punkt gebracht:

    (31)

    Dieser Aspekt einer Multiperspektive im Lebensfilm ist schwer nachzuvollziehen. Daß unser gesamtes Leben in unserem Gedächtnis abgespeichert sein soll, mag noch plausibel erscheinen, da ja, wie wir wissen, etwa eine Hypnose unglaubliche Details hervorzaubern kann, die wir längst vergessen glaubten. Offenbar aber geht nichts verloren. Nicht ohne weiteres erklärbar aber sind die Gedächtnisinhalte fremder Bewußtseine, auf die wir in einer Lebensbilanz in Todesnähe plötzlich Zugriff haben.

    Wenn ein Bild aus aktuellem, zeitgenössischen Zusammenhang verwendet werden sollte, so würde ich meinen, daß die Seele, sobald sie sich in unmittelbarer Todesnähe vom Körper trennt, eine Art backup der Festplatte, in der sämtliche Lebenserfahrungen kodiert sind, mitnimmt. Im multiperspektivischen Lebensdrama wird dann dieses backup, das nur die eigene Perspektive beinhalten kann, durch backups der Gegenperspektiven ergänzt. So wie es aussieht, ist für diese Ergänzung das oft geschilderte Lichtwesen verantwortlich, nicht aber der Sterbende selbst, sonst müßten Fälle auftauchen, in denen ein Perspektivenwechsel auch ohne Lichtbegegnung stattfindet, was aber meinem Kenntnisstand nach nicht der Fall ist. Lebensfilme ohne Lichtwesen bleiben monoperspektivisch.

    Ach so, bevor es weitergeht, ein kleiner Abstecher zu der interessanten Frage, wie es sich bei Kindern, die eine NTE haben, mit dem Lebensfilm verhält. Der Kinderchirug Melvin Morse meint, aus seinem eigenen Material und dem von anderen ableiten zu können, daß ein Lebensfilm in den NTEs von Kindern nicht vorkomme. Den Grund sieht er darin, daß Kinder kaum etwas hätten, auf das sie zurückblicken könnten:

    (32)

    Hier irrt Morse. So treffen wir etwa im Material von Ewald, Moody und Grip (33) auf vereinzelte Kinder-NTEs mit Lebensrückblick, in einem Fall bei einem Fünfjährigen - und dort sogar mit der charakteristischen Wechselperspektive. Auch aus einer Zeit, lange bevor es überhaupt den Begriff "Nahtod-Erlebnis" gab, sind derartige Fälle überliefert. So erwähnt Thomas de Quincey in seiner Autobiographie von 1821 folgendes Ereignis:

    (34)
     
  3. Tommy

    Tommy Sehr aktives Mitglied

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    Interessanterweise findet sich im Nachfolgebuch zwei Jahre später bei Morse selbst der Fall einer Neunjährigen, die fast ertrunken wäre und in deren NTE ein Lebensfilm erwähnt wird, ohne daß ihm der Widerspruch offenbar auffällt:

    (35)

    Mit Sicherheit kann man aber sagen, daß in Kinder-NTEs das Element des Lebensrückblicks eine Seltenheit darstellt, man muß ihn schon mit der Lupe suchen. In der Regel werden Kinder ohne *Filmvorführung* zurückgeschickt; auch ist es auffällig, daß Erwachsene weitaus häufiger von Wahlmöglichkeiten sprechen, die sie gehabt hätten. Einige Fälle, wo Jugendliche förmlich "ausgetrickst" wurden, sind mir außerdem geradezu ins Auge gestochen, da lohnt es sich, näher hinzuschauen und zu analysieren, was da genau passiert, wenn es um die Rückkehr geht. "Ausgetrickst" mag ein ulkiges Wort sein, mir fällt aber kein bezeichnenderes ein. Mal zwei Beispiele:

    (36)

    (37)

    Offenbar reicht in diesen Beispielen bereits das In-Erwägung-Ziehen von Alternativen aus, damit die Reisenden unverzüglich in ihren Körper zurückverfrachtet werden. Vielleicht handelt es sich hier auch um eine Art jenseitigen *Humor*, den wir nicht recht nachvollziehen können, weil Leben und Tod für uns immer schon eine ernste Sache darstellt, daher ja auch der Ausdruck "todernst", der immer gebraucht wird, wenn ausgedrückt werden soll, daß es sich um eine wirklich *ganz doll* ernste Sache handelt. Zumindest lese ich zuweilen Aussagen über das Lichtwesen, in denen Sätze wie:

    (38)

    nahelegen, daß auch im Jenseits durchaus Wert auf Pointen gelegt werden könnte. -

    Aber zurück zum Lebenspanorama. Wir hatten gesehen, daß die Lebensrückschau, sofern sie in Gegenwart des Lichtwesens erlebt wird, weit über eine nette Filmvoführung ("Das war Ihr Leben") hinausgeht und erkenntnismäßigen Charakter gewinnt. Die Episoden der eigenen Lebensgeschichte werden nicht einfach nur beobachtet, auch nicht einfach nur wiedererlebt, sondern zugleich auch interpretiert und bewertet, und zwar nach Maßgabe der Folgen, die Handeln, Sprechen und sogar Denken für andere haben. Möglich macht dies ein seltsamer Mechanismus: Daß wir nämlich beim erneuten Durchleben unserer Biographie zugleich die anderen sind, denen unsere Lebensäußerungen gelten. Wir erleben uns nicht nur selbst noch einmal, sondern zugleich aus den Augen der anderen. Zugleich scheint das Licht dafür zu sorgen, daß niemand dabei emotional überfordert wird:

    (39)

    Kann man nun dieses überaus handfeste und wirklichkeitsgetreue *Erlebniskino* als eine Art jenseitige *Gerechtigkeitsoperation* sehen? Werden hier Menschen für ihre Verfehlungen und Missetaten moralisch abgeurteilt? Handelt es sich hier vielleicht gar um das berühmte und vielfach bemühte göttliche Strafgericht? Nein, sagen die Experiencer geschlossen. Das Lebenspanoptikum mag schmerzhaft und peinlich sein, verurteilt und abgestraft aber fühlt sich niemand. Typisch sind Aussagen wie diese:

    (40)

    (41)

    (42)

    (43)

    Wenn man nun unbedingt die Lebensbilanz in terms eines Gerichtsprozesses analysieren möchte, so ist zu sagen, daß hier eher ein *Selbstgericht* stattfindet. Der Experiencer scheint Ankläger, Angeklagter und Richter in einer Person zu sein. Bei der "Urteilsfindung" übernimmt das Lichtwesen die Rolle, umfassendes Material zur Wahrheitsfindung zu liefern, indem es ergänzende Perspektiven beisteuert und so eine Einschätzung der "Tatvorgänge" aus der Vogelperspektive ermöglicht. Psychologen sprechen davon, daß unser Selbstbild in der Regel immer schon geschönt sei und auch bestimmte Ereignisse der eigenen Lebensgeschichte in der Erinnerung *gedankenkosmetisch* eingefärbt werden, damit sie zu unserem Selbstbild passen. In dieser Lebensbilanz nun erfährt man offenbar die ungeschminkte Wahrheit über sich selbst, ohne daß noch die Chance rechtfertigender und schönredender Mechanismen besteht. Denn die Wahrheit einer bestimmten Situation, eines Handlungsgefüges, setzt sich offenbar aus der Gesamtheit der Perspektiven der Beteiligten zusammen - und diese Gesamtschau aus der Vogelperspektive wird im NTE-Lebensfilm für die, die ein solches Erlebnis haben, explosionsartig zugänglich.

    Die allumfassende Telepathie ermöglicht zugleich auch eine mitfühlende Identifikation mit denen, die Nicht-Ich sind, in dem Sinne, daß *dein* Schmerz, *dein* Leid, *, *dein* Glück, *dein* Empfinden zu *meinem* Schmerz, *meinem* Leid, *meinem* Glück, *meinem* Empfinden werden. Wäre dies in unserer physischen Realität der Normalfall, so gäbe es keine Kriege, keine Morde, keine Gewalt, sondern eine Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen, die diesen Namen auch wirklich verdienten. Ich halte es für keine rein spekulative Idee, daß es vielleicht ein Ziel unserer bewußtseinsmäßigen Evolution sein könnte, eine Art umfassende Empathie zu entwickeln - die Fähigkeit, sich in *alter ego* hineinzudenken und hineinzufühlen und dadurch die eigene engstirnige, provinzielle und egoistische Perspektive ("Ich bin das Zentrum der Welt") zu überwinden. In einer Handvoll NTEs finden sich zumindest Andeutungen, die diese Idee nahelegen und in denen das besagte Lichtwesen sich zu allgemeinen Aussagen darüber, was das ganze denn nun soll und worum es in der irdischen Existenz eigentlich gehe, hinreißen läßt.

    (44)

    (45)

    Diesen Aussagen zufolge geht es also in unserem irdischen Dasein um zwei Dinge: um den Erwerb von Liebes-/Empathiefähigkeit und um den Erwerb von Wissen. Eine Überraschung für viele dürfte hier der Wissensaspekt darstellen. Aussagen wie: im Grunde brauche man keine Bücher lesen, es komme allein auf die Herzensbildung an und im Grunde wisse jeder bereits alles usw., habe ich auch schon in diesem Forum gelesen, und zwar nicht zu knapp. Aus NTE-Sicht ließe sich dazu sagen, daß es sich dabei offenbar nur um die halbe Wahrheit handelt.
     
  4. Tommy

    Tommy Sehr aktives Mitglied

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    Selbst wenn wir das Lichtwesen vorschnell mit "Gott" identifizieren, wie das zu einem guten Teil in der NTE-Literatur gemacht wird (sowohl von den Experiencern als auch von den Interpreten - aber bei weitem nicht von allen), so bleibt die Frage nach wie vor ungeklärt, welchem Zweck dieser seltsame Recycling-Prozeß der Seelen eigentlich dient, egal ob man im christlichen Verständnis eine einmalige Fahrt oder nach dem Reinkarnationsmodell eine Kette von Verkörperungen der Seele in der Materie annimmt. Oder mal ganz plump formuliert: Was hätte eine universale Intelligenz, Jahwe, das Tao, Allah, brahman, absoluter Geist, Gott oder wie immer man diese intelligente Struktur in der Menschheitsgeschichte genannt hat, die hinter allem als *Superrealität* stehen soll, davon, die Seelchen auf die Entwicklungsreise zu schicken und zuzuschauen, obs auch klappt mit dem Einlochen ins anvisierten Evolutionsziel? Augustinus hatte im 4.Jahrhundert auf die Frage, was Gott vor der Erschaffung des Seins gemacht habe, bekanntlich geantwortet: "Nichts." Nichts machen kann in einem Bezugsrahmen einer Ewigkeit ganz schön langweilig werden. Vielleicht ist das Ganze ein Spiel, sozusagen Beschäftigungs- und Bewegungstherapie gegen die Langeweile? Leider können letzte Fragen nach dem Plan Gottes durch eine noch so scharfsinnige Analyse des NTE-Elements "Lebensfilm" nicht beantwortet werden.

    So, ich habe fertig, fürs erste.
    :zauberer1
    ---------------------------------------------
    (1) Moody, Leben nach dem Tod, S. 79f.
    (2) Moody, Nachgedanken, S. 127f.
    (3) Moody, Leben nach dem Tod, S.55
    (4) Valarino, Erfahrungen an der Schwelle des Todes, S.124
    (5) Messner, Grenzbereich Todeszone, S.106
    (6) Messner, Grenzbereich Todeszone, S.77f
    (7) Albert Heim, Notizen über den Tod durch Absturz, zitiert nach: Messner, S.44f.
    (8) Morse, Verwandelt vom Licht, S. 113
    (9) Moody, Leben nach dem Tod, S.69
    (10) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.159
    (11) Weirauch, Nah-Todeserfahrungen S.16
    (12) Högl, Nahtod-Erfahrungen und Jenseitsreisen
    (13) Sabom, Light and Death, S.63
    (14) Morse, Verwandelt vom Licht, S. 199
    (15) Morse, Verwandelt vom Licht, S. 214
    (16) Moody, Leben nach dem Tod, S.71
    (17) Ring, Im Angesicht des Lichts, S. 51
    (18) Moody, Das Licht von drüben, S.39
    (19) Sabom, Erinnerung an den Tod, S. 61
    (20) Moody, Leben nach dem Tod, S.78f.
    (21) Currie, Niemand stirbt für alle Zeit, S. 205
    (22) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.151
    (23) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.152
    (24) Moody, Nachgedanken über das Leben nach dem Tod, S.53 f.
    (25) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.144
    (26) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.145
    (27) Morse, Verwandelt vom Licht, S. 13
    (28) Göran Grip, Everything exists
    (29) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.153
    (30) Ring/Interview, S.133f.
    (31) Moody, Das Licht von drüben, S.59
    (32) Morse, Zum Licht, S. 164
    (33) Ewald, An der Schwelle zum Jenseits: S.15 und Seite 17; Moody, Nachgedanken: S.97; Grip, Everything exists: http://home.swipnet.se/reality_center/ndeaccgoran.html
    (34) Moody, Nachgedanken über das Leben nach dem Tod, S.96
    (35) Morse, Verwandelt vom Licht, S.87
    (36) Morse, Verwandelt vom Licht, S.90f.
    (37) Morse, Zum Licht, S.177f.
    (38) Moody, Leben nach dem Tod, S.71
    (39) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.159
    (40) Ring, Im Angesicht des Lichts, S.158
    (41) Grip, Everything exists: http://home.swipnet.se/reality_center/ndeaccgoran.html
    (42) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.158
    (43) Ring, Im Angesicht des Lichts , S.160
    (44) Ring, Im Angesicht des Lichts, S.298
    (45) Moody, Leben nach dem Tod, S. 74f

    ---------------------------------------------------
    Verwendete Quellen:

    Ian Currie: Niemand stirbt für alle Zeit, München 1979

    Evelyn Elsaesser- Valarino: Erfahrungen an der Schwelle des Todes. Wissenschaftler äußern sich zur Nahtoderfahrung, Genf 1995

    Günter Ewald: An der Schwelle zum Jenseits, Mainz 2001

    Göran Grip: Everything exists, Stockholm 1994 http://home.swipnet.se/reality_center/ndeaccgoran.html

    Albert Heim: Notizen über den Tod durch Absturz, in: Jahrbuch des Schweizer Alpenclubs Bd. 27/ 1892, komplett abgedruckt in: Messner S.34ff.

    Stefan Högl: Nahtod-Erfahrungen und Jenseitsreisen
    http://www.tharea.de/Religio/Dateien/NahtodErfahrungenUndJenseitsreisen.htm

    Reinhold Messner: Grenzbereich Todeszone, Frankfurt/Main-Berlin-Wien 1980

    Raymond A. Moody: Leben nach dem Tod, Reinbek bei Hamburg 1993

    Raymond A. Moody: Nachgedanken über das Leben nach dem Tod, Reinbek bei Hamburg 1993

    Raymond A. Moody: Das Licht von drüben, Reinbek bei Hamburg 2002

    Melvin Morse/Paul Perry: Verwandelt vom Licht, München 1994

    Melvin Morse/Paul Perry: Zum Licht. Was wir von Kindern lernen können, die dem Tod nahe waren. München 1994

    Kenneth Ring (Interview) in: Evelyn Elsaesser- Valarino: Erfahrungen an der Schwelle des Todes. Wissenschaftler äußern sich zur Nahtoderfahrung, Genf, 1995, S.86-154

    Kenneth Ring: Im Angesicht des Lichts, Kreuzlingen/ München 1999

    Michael Sabom: Erinnerung an den Tod. Eine medizinische Untersuchung, München 1983 (Goldmann)

    Michael Sabom, Light and Death: ZondervanPublishingHouse 1998

    Michael Schröter-Kunhardt: DAS JENSEITS IN UNS, in: PSYCHOLOGIE HEUTE, Juni 1993, S. 64-69

    Wolfgang Weirauch (Hrsg.): Nah-Todeserfahrungen - Rückkehr zum Leben, Flensburg 1995
     
  5. JoyeuX

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    "Der medizinische Fortschritt macht es manchmal möglich, Menschen, die schon klinisch tot waren, wieder zum Leben zu erwecken. Seitdem gibt es Menschen, die etwas darüber zu berichten haben, was sie in dem Moment erlebt haben, als sie eigentlich tot waren. Viele berichten von einem gleißenden Licht, von einem Gefühl tiefen Friedens oder auch von einer Person, die sie an der Hand ins Licht führt.



    In der Forschung weiß man noch nicht so recht, wie man diese Berichte einordnen soll. Ein amerikanisches Forscherteam hat jetzt die These aufgestellt, dass Nahtod-Erlebnisse eventuell eine spezielle Form des Traumes darstellen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Neurology" darlegen, haben sie Menschen nach einem klinischen Tod eingehend befragt. Darunter waren solche mit einem intensiven Nahtod-Erlebnis und Menschen, die während des Momentes des Todes gar nichts erlebt haben. Es könnte sein, so die Forscher, dass Menschen mit Nahtod-Erlebnissen auch sonst im Leben öfter Empfindungen haben, bei denen Traum und Wirklichkeit sich vermischen.

    Das Team um Kevin R. Nelson von der University of Kentucky befragte 55 Personen, die nach einem Unfall oder einem Herzinfarkt ein Nahtod-Erlebnis hatten. Deren Aussagen verglichen sie mit denen von 55 anderen Personen, die zwar auch einmal kurz klinisch tot waren, jedoch kein Nahtod-Erlebnis hatten. Dabei zeigte sich, dass von den Befragten mit Nahtod-Erlebnissen 60 Prozent ein Schlaf-Wach-System aufwiesen, bei dem sich die Grenzen zwischen Schlaf- und Wachzustand zuweilen verwischen. Unter den Personen, die keine Nahtod-Erlebnisse hatten, kannten nur 24 Prozent dieses Verwischen von Schlaf- und Wachzustand.

    Die Wissenschaftler beschreiben dieses Phänomen als REM-Störung, weil es in der Phase der schnellen Schlafbewegung der Augen (REM = Rapid Eye Movement) auftritt. Die REM-Phasen des Schlafs sind Phasen intensiver Träume mit erhöhter Aufweckschwelle. Menschen, die REM-Störungen erleben, berichten davon, dass sie manchmal aufwachen und das Empfinden haben, sich nicht bewegen zu können. Manche hören auch Töne, bevor sie in den REM-Schlaf fallen oder daraus erwachen. Diese Töne kommen nicht aus einer äußeren Quelle; andere Menschen in der Nähe dieser Schlafenden hören diese Töne nicht.

    "Menschen, die Nahtod-Erlebnisse haben, weisen ein Schlaf-Wach-System auf, das sie für eine REM-Störung prädisponiert", sagt Kevin Nelson. Auch andere Faktoren stützen die These, dass Nahtod-Erlebnisse etwas damit zu tun haben, wie bei jemandem die REM-Phasen verlaufen. So kann das ebenfalls oft berichtete Erlebnis, sich außerhalb des eigenen Körpers befunden zu haben, auch in Verbindung stehen zu der Schlaflähmung, die manche Menschen empfinden. Das gleißende Licht, von dem manche berichten, könnte von einer visuellen Aktivität während einer REM-Phase herrühren. Nelson sieht seine Forschung jedoch noch nicht als endgültig an. Er schließt auch nicht aus, dass andere psychische oder spirituelle Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen."
     
  6. Tommy

    Tommy Sehr aktives Mitglied

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    "REM-Störung" - das ist wirklich klasse. :D

    Schau mal hier rein:

    http://www.esoterikforum.at/threads/44297

    Bei Menschen, die klinisch tot waren im medizinisch definierten Sinne, gibts keine REM-Phase mehr. Die würde sich nämlich bemerkbar machen und auf den Monitoren in Form einer Aufhebung der EEG-Nullkurve erscheinen. Pam Reynolds war über eine Stunde klinisch tot im definierten Sinne. Da gibts nichts zu deuteln, es ist medizinisch sauber dokumentiert. Aber wie gesagt, lies es dir in Ruhe durch.

    :)

    Ums abzukürzen und nicht zuviel Lesestoff zuzumuten, hier der Fall Pam Reynold, einer unter vielen:

    http://www.esoterikforum.at/forum/showpost.php?p=750630&postcount=5
     
  7. freelight

    freelight Mitglied

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    was oft vergessen wird, was ich aber als besonders bezeichnend empfinde, ist die existentiell biographischen Wirkung solcher Erfahrungen.

    Dass Menschen quasi von einer Minute aif die andere eine dermaßen tiefschürfende und unerschütterliche veränderung in ihrer Einstellung zu Leben, Menschen, Tod etc. durchmachen lässt sich meines Erachtens nicht mit biochemischen Vorgängen erklären.

    Warum auch sollte der Körper - darwinistisch gedacht - Motivationen erwecken die nichtbiologisches an erste Stelle stellen und damit die biologische Grundlage nicht nur in Frage stellen sondern u.U. zu opfern bereit sind?

    Drogen können nur scheinbar ähnliche Erlebnisse hervorrufen - deren Wirkung üblicherweise das Gegenteil von Nahtoderfahrungen ist.
     
  8. JoyeuX

    JoyeuX Sehr aktives Mitglied

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    daheim


    Ahso, haben Menschen die mal klinisch tot waren, ihre Fähigkeit zu den REM-Phasen verloren und können nun nie wieder träumen?

    Und haben Menschen die mal klinisch tot waren auch nie wieder Gehirnströme?
    Komisch, lebendige Menschen ohne REM und ohne EEG.
     
  9. Oh Lesestoff, fein !

    Habe nur leider sowenig Zeit am Wochenende, also nicht, daß mir hier etwas entgangen wäre, nein, nein, aber Gut Ding braucht ´ne Weile oder so. :)

    Ich nehme an, daß diese Fragen in der Kategorie *lächerlich* einzuordnen sind, ignoriere ich sie also, wobei sie ja an mich auch gar nicht gestellt waren, mußte nur gerade herzhaft lachen über diesen doch *sehr, sehr versteckten* Humor.

    :zauberer1
     
  10. JoyeuX

    JoyeuX Sehr aktives Mitglied

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    6. Dezember 2005
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    daheim
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    Ich weiß zwar nicht, warum du mein Posting in einem Posting in dem du eigentlich gar nichts zu sagen hast, einfach ohne Argumente als lächerlich abstufst.
    Nicht sehr nett. :(


    Ich möchte Tommy nur darauf aufmerksam machen, was er geschrieben hat:
    "Bei Menschen, die klinisch tot waren im medizinisch definierten Sinne, gibts keine REM-Phase mehr. Die würde sich nämlich bemerkbar machen und auf den Monitoren in Form einer Aufhebung der EEG-Nullkurve erscheinen."

    Aha...Zombies...? :clown:
     

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