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Das unbeschriebene Blatt. Die moderne Leugnung der menschlichen Natur

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Kind der Sterne, 31. März 2005.

  1. Kind der Sterne

    Kind der Sterne Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. März 2005
    Beiträge:
    10
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    In unserer Gesellschaft existiert leider, weit verbreiteter als es gut wäre, die Vorstellung, Menschen wären unbeschriebene leere Blätter, auf die man beliebige Worte schreiben könne. Doch die Wissenschaft, allen voran Steven Pinker, dessen Buch ich gerade lese, hat bewiesen, dass überwiegend, nicht hauptsächlich, die individuelle Genetik dafür verantwortlich ist, wie sich ein Mensch entwickelt, ob er unmoralischer ist, ob er gläubig ist oder nicht. Einfach alles. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, denn die menschliche Natur wird in unserer heutigen Zeit gerne geleugnet obgleich sich manch einer denken mag, dass doch wohl jeder wissen sollte, dass Umwelt und Natur eine Korrelation eingehen. Leider jedoch überwiegt in Denkweisen und Diskussionen trotzdessen man vorgibt, man würde beides berücksichtigen, die extreme Position, im Grunde ist nur die Umwelt dafür verantworltich wie wir sind und nicht unsere Gene. Und das ist nicht wahr. Buchtipp: Steven Pinker - Das unbeschriebene Blatt. Die moderne Leugnung der menschlichen Natur. Die Politik versucht uns gleichzustampfen, weil sie von einem falschen Menschenbild ausgeht, wir wären alle gleich und somit gleich beliebig formbar. Dieses falsche Menschenbild führt zu falscher Politik. Steven Pinker ist der Star unter den kognitiven Neurowissenschaftlern und ist Leiter im Center for cognitive Neuroscience am Massachusetts Institute for Technology. Das Buch ist brandneu und ein Bestseller bei dem man nur klüger werden kann. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich für die wahre Natur des Menschen interessiert.


    Hierzu habe ich einen Artikel aus der Zeitung: Die Welt > http://www.welt.de/data/2004/01/03/217151.html?s=1

    Oder aber auch so:

    Artikel v. 03.01.2004 | Rubrik: Literarische Welt/Sachbücher

    Da sind ganz furchtbar viel Gene drin

    Steven Pinker leugnet die Leugnung der menschlichen Natur

    von Wolfgang Schneider

    Erbe oder Umwelt? Der alte Streit zwischen Biologisten und Kulturalisten geht in die nächste Runde. Und was für eine Runde - 700 Seiten stark, ein Gefecht, in dem die Argumente-Kanonen donnern und der Pulverdampf der Debattenkultur schwer über der Landschaft liegt. Bald schon scheint der Sieg errungen, aber der Beschuss geht unaufhörlich weiter, denn der Feind hat bisher noch alle Niederlagen überstanden und seine Truppen immer wieder neu formiert. Diesmal aber soll endgültig Schluss sein mit der "modernen Leugnung der menschlichen Natur".


    An der Kanone: Steven Pinker, Leiter des Zentrums für kognitive Neurowissenschaften am Massachusetts Institute of Technology, nebenbei ein brillanter Populärwissenschaftler. Das Angeborene ist Pinkers Sache. Nichts erscheint ihm absurder als die Annahme, der menschliche Geist könnte ein unbeschriebenes Blatt sein. Aber leider musste er feststellen, dass ein großer Teil der akademischen Menschheit genau diesem Glauben anhängt. Den englischen Aufklärungsphilosophen John Locke macht Pinker als Stammvater der Irrlehre aus. Nichts ist im Verstand, was nicht durch die Sinne, also die Erfahrung, dorthin kam - mit diesem Diktum habe Locke einst den Empirismus vorangebracht, heute behindere es den wissenschaftlichen Fortschritt.


    Der soziale Konstruktivismus sei zum Standardmodell des humanen Selbstverständnisses geworden. Der Mensch ist friedfertig und unverdorben - und wenn er es nicht ist, dann liegt das am falschen Input: der falschen Erziehung, den falschen Schulen, der falschen Gesellschaft, den Strukturen oder dem Patriarchat. Keiner ist von Natur aus krimineller, begabter oder süchtiger als die anderen. Zwischen ethnischen Gruppen, Geschlechtern und Individuen soll kein Unterschied sein, zumindest kein in den Genen begründeter.


    Dabei haben Untersuchungen von eineiigen Zwillingen, die nach der Geburt getrennt wurden und trotzdem später bis in aberwitzige Vorlieben hinein Übereinstimmungen aufwiesen, die Macht der genetischen Prägung längst erwiesen. Aber davon wollen die Anhänger des "unbeschriebenen Blattes" nichts hören, klagt Pinker. Als Viktorianer unserer Zeit verdrängen sie die neuen Einsichten der Biologie in die menschliche Natur.


    Aber ist die "menschliche Natur" mehr als eine riskante Größe? Lässt sie sich überhaupt dingfest machen? Sicher doch, meint Pinker. Die menschliche Natur bestehe derzeit aus etwa 400 Begriffen. Am Ende des Buches werden sie aufgezählt, in einer langen Liste der angeborenen Universalien. Das Schönheitsempfinden, das moralische Verhalten, die Sitten oder die Sprachlogik - all das und noch viel mehr hat demnach eine weltweit gültige, kulturübergreifende Tiefenstruktur, bei allen Differenzen an der Oberfläche. Darüber hinaus sind längst zahllose weitere Einzelheiten bekannt: "Haben Sie hingegen die kürzere Variante eines DNA-Abschnitts, der das Serotonintransporter-Gen auf Chromosom 17 abschaltet, ist es wahrscheinlich, dass Sie neurotisch oder ängstlich sind." Wozu braucht es da noch eine Umwelt?


    Nun ist Pinker kein soziobiologischer Polterer, dem die Gene alles und die Umwelteinflüsse nichts sind. In seinem programmierten Bestseller, für den er den bis dato höchsten Vorschuss der Sachbuchliteratur einfuhr, geht es ihm letztlich um einen Kompromiss. Er will die verbreitete Angst vor der Biologie nehmen und zeigen, dass sie durchaus mit moralischen Standards zu vereinbaren ist. Weshalb dann aber diese scharfe Gegenweltendebatte? Baut sich der Autor mit dem "unbeschriebenen Blatt" einen Popanz auf? Gibt es heute überhaupt noch Anhänger der reinen Lehre (oder Leere) vom "unbeschriebenen Blatt"? Selbst wenn nicht: Pinker schreibt neuere Wissenschaftsgeschichte, und hier kann über die enorme Wirkung des "unbeschriebenen Blatts" kein Zweifel bestehen. Im 20. Jahrhundert lief es mit den Ideologien vom neuen Menschen zu fürchterlicher Form auf. Pinker zitiert den Massenmörder Mao mit zarten Worten, bei denen es einen zugleich gruseln kann: "Ein unbeschriebenes Blatt Papier ist makellos, daher kann man die schönsten Worte darauf schreiben ..."


    Und dann gibt es im Kreis der sozial- und kulturwissenschaftlichen Intelligenz auch heute noch viele, denen die Biologie ein rotes Tuch ist. Gerade in den vergangenen Jahren haben die Theorien des sozialen Konstruktivismus - etwa die Gender Studies - neuen Schwung genommen; hier gilt jeder "Essentialismus" als Todsünde. Ausgiebig dokumentiert Pinker die universitären und publizistischen Querelen um die Biowissenschaft. Forscher wurden von Demonstranten in ihrer Arbeit gehindert und denunziert - als Faschisten und "rechtsradikale Propheten des Patriarchats". Dass die Nazis schlechte Biologen waren, müssen die Wissenschaftler bis heute büßen. Pinker zeigt, wie die Thesen von Edward O. Wilson und Richard Dawkins tendenziös entstellt wurden. Wobei er auch den "Linksdarwinisten" Stephen Jay Gould nicht von Kritik ausnimmt. Noch weniger allerdings die bibeltreuen Kreationisten, denen die Evolutionstheorie und die Hirnforschung Teufelszeug ist.


    So entsteht der Eindruck einer von allen Seiten bedrängten Wahrheit. Das mag zugespitzt erscheinen; die Argumentation gewinnt durch die Gegenposition jedoch erheblich an Kontur und Spannung. Pinker findet immer wieder Gegner, deren Standpunkten er mit Eleganz und gesundem soziobiologischem Menschenverstand den Boden entzieht, von den Ethnologen, die sich den "edlen Wilden" erträumten, bis hin zu jenen Philosophen, die das menschliche Denken ganz und gar in die Sprache verlagerten. Auch wenn es dabei manchmal etwas verschwörungstheoretisch zugeht, das "unbeschriebene Blatt" gibt dramaturgisch geschickt das Leitmotiv ab, dem alle Aspekte untergeordnet werden können. So gelingt dem Autor ein hochinteressanter und ungemein kenntnisreicher Schnitt durch die Wissenslandschaft, bei dem man nur klüger werden kann.


    Ausgiebig beschäftigt Pinker sich mit der Frage der Plastizität des Gehirns. Neuere Forschungen haben eine geradezu spektakuläre "Umwidmung von Hirngewebe" erwiesen: Die Funktion zerstörter Hirnareale kann von anderen Teilen des Organs übernommen werden. Das Gehirn scheint demnach keineswegs von Geburt an in den Einzelheiten determiniert. Pinker beschreibt diese Flexibilität zunächst ausgiebig, um sie dann doch wieder merkwürdig zu relativieren - wohl damit niemand auf die Idee kommt, es könne sich doch wieder um eine Art "Blatt" handeln: das Gehirn als Palimpsest, bei dem die alte Schrift von einer neuen überdeckt wird. An diesem zentralen Punkt wirkt Pinkers Argumentation dünn.


    Im letzten und längsten Teil des Buches geht es um fünf "Tretminen" - um die heiklen Themenfelder Politik, Gewalt, Geschlecht, Kinder und Kunst. Mit Anmut balanciert Pinker hier manches heiße Eisen; und naturgemäß tendiert der Biologe zum Konservatismus. Wenn Gewaltbereitschaft, Ethnozentrismus, Nepotismus und anderer Egoismus zum genetischen Betriebssystem des Menschen gehören, dann ist schlecht Utopia bauen.


    Den Feministinnen stimmt Pinker mit geschmeidiger Korrektheit zu, sofern sie nicht jenem radikalen Flügel angehören, der Geschlechtsverkehr prinzipiell für Vergewaltigung hält und die Gesamtzahl aller Männer am liebsten auf zehn Prozent reduzieren möchte. Er versichert, ihre berechtigten Anliegen stünden nicht im Widerspruch mit biologischen Erkenntnissen. Selbst wenn: Den naturalistischen Fehlschluss, die Verwechslung von Erklärung und Rechtfertigung, will sich Pinker nicht zu Schulden kommen lassen. Dass etwas wahr ist, heißt nicht, dass es wahr sein sollte. Dass die Natur "gut" ist - diesen Glauben überlässt er Ökologen und Kräutersammlern. Sie teilen ihn mit den Sozialdarwinisten. Pinker hält es lieber mit Katherine Hepburn in "African Queen": "Wir sind auf dieser Welt, Mr Allnut, um uns über die Natur zu erheben."


    Steven Pinker: Das unbeschriebene Blatt. Die moderne Leugnung der menschlichen Natur. Berlin Verlag, Berlin. 713 S., 29,80 EUR.


    Fertig .

    Und auch so einige unter euch halten fälschlicherweise den Menschen für ein Silly Putt, eine formbare Knetmasse, die man nach beliebig ändern kann, wie man es will. Doch dem ist nicht so. Steven Pinker ist großartig mit seiner Brillianz und seinem Witz. Das Buch ist wirklich...wow.

    Er listet ungemein viele Philosophen und Sozialpsychologen oder Gesellschaftskritiker mit ihren Zitaten auf, denen er dann der Reihe nach mit wissenschaften Erkenntnissen den Boden unter den Füßen wegzieht.

    Er fängt bei John Locke an, macht bei Rousseau weiter über Margreth Mead bis hin zu Hobbes oder den amerikanischen behavioristischen Psychologen James D. Watson.

    Hier lernt ihr auch gleich etwas über die Entwicklung der westlichen Welt in der Vergangenheit und wie die Wissenschaft von Kommunisten, Sozialisten, Marxisten, alle 3 zusammen sind eigentlich unter dem begriff Egalitarismus bekannt, unterwandert wurde für die politischen Machtzwecke mancher radikaler Gruppen, welche bedingt durch manche Philosophen die menschliche Natur für ein unbeschriebenes Blatt hielten.

    Wenn in unserer Welt die individuelle Geneteik der Menschen anerkannt wird, dann wird es keine gesellschaftlichen Utopien mehr geben, dafür aber eine ehrlichere und menschenbezogenre und wohl auch human-biologischere Politik.

    Es geht nicht darum wie Menschen sein sollen. Das ist doch immer sehr subjektiv. Es geht darum wie Menschen sind. Diese Erkenntnis bringt uns weiter.
     
  2. Diddi

    Diddi Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    2. Februar 2005
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    Köln
    Hallo Kind der Sterne,

    es geht für mich darum, wie ich bin und wie Gott ist, weil im Endeffekt
    beides das gleiche ist. Oder ?

    Liebe Grüße,
    Diddi. :kiss4:
     
  3. Damura

    Damura Guest

    Das ist etwas, dass ich unterstreichen kann, mit dem Rest kann ich nicht allzuviel anfangen.

    Diese letzte Aussage von Dir stützt sich auf das, was ich mit "Es ist wie es ist" umschreibe.

    Aber ich gehe anders damit um, wenn ich den Textauszug richtig verstanden habe. Wenn etwas nicht ist, wie es SEIN sollte, dann hilft da kein mit Gewalt reinpressen oder den Menschen Vorwürfe machen oder sie mit Sanktionen belegen oder bockig werden oder beleidigt sein, sich verweigern und was es sonst noch so alles gibt, sondern ich habe beobachtet, dass wenn etwas subjektiv "falsch" läuft, wenn die Menschen also anders reagieren - als wir uns das in unserem Ideal vorgestellt haben, dann IST auch etwas falsch und dann muss man nicht die Menschen versuchen zu ändern, sondern die Situation ...

    Von daher halte ich die Menschen vielleicht auch nicht für ein unbeschriebenes Blatt, nein. Ich denke jeder kommt schon mit gewissen Voraussetzungen hier an, aber in jedem Menschen ist ein bestimmtes Muster angelegt. Sozusagen eine perfekte Matrix, die er anstrebt und die er erfüllen möchte und alles, was davon abweicht, schlägt sich dann in "Fehlverhalten" nieder ...
     
  4. Zauberin

    Zauberin Guest

    Lieber Diddi!

    So ist es leider nicht. Solange Du Dich mit Deiner Person, Deinem Körper,
    Deinem Namen usw. identifizierst, bist Du nicht das gleiche wie Gott.
    Weil das alles sterben wird. Mit Gott ist NUR das an Dir gleich, was nie
    geboren und nie sterben wird - also was die gleichen Eingeschaften wie
    er hat. Hast Du Zugang zu diesem Teil von Dir?

    Nebenbei: Wirst Du noch etwas schreiben im Thread: Das Leben mit der
    Dualseele? Ich habe Dir dort paar Fragen gestellt.

    Alles Gute :)
     
  5. Shanna1

    Shanna1 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Hi,

    schön und gut - sollten wir dann psychopatische Massenmörder so sein lassen, wie sie sind - weil es ja zum Großteil genetisch bedingt ist?

    Ich weiß, das ist jetzt SEHR provokant formuliert aber ich hoffe ihr versteht, was ich damit meine.

    Abgesehen davon, warum sollten wir dann versuchen, "bessere Menschen" (oder auch "nur" gute Menschen) zu sein? Das wäre auch ein in-Form-Pressen.


    Lg

    Shanna
     
  6. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    pinker's thesen - und viele ähnliche der aktuellen gehirnforschung, die unter andrem ja auch experimentell die nicht-existenz des freien willens bewiesen zu haben meinen - haben durch die bank den gleichen knackpunkt: sie untersuchen mit großer akribie ein werkzeug und meinen, damit gleichzeitig aussagen über den prozess der arbeit und das entstehende werkstück machen zu können bzw. über den, der mit dem werkzeug operiert.

    dass wir an genetische rahmenbedingungen gebunden sind - na ned... dass uns diese rahmenbedingungen deterministisch definieren: dazu fehlt die korrekte versuchsanordnung. dazu müsste ich prognostizieren, wie sich ein mensch in einer offenen situation übermorgen verhalten wird. und dann bräuchte ich ein paar der identischen menschen als vergleichsgruppe. das geht aber nicht.

    auch am MIT arbeiten wissenschaftler der alten, linear extrapolierenden schule ... und gleich daneben andere, die vor dem hintergrund der zeitgenössischen komplexitätswissenschaften zu völlig anderen theorien kommen. wobei ja grundsätzlich das vorurteil zu beachten gilt, das vor allem von wissenschaftsfernen menschen immer wieder gern gehätschelt wird: dass wissenschaft mit autorität erklären würde, "wie es ist". nein, das tut sie nicht. wissenschaft - auch pinker - formuliert theorien, die solange als gültig erachtet werden, wenn sie a) gewisse kriterien des wissenschaftlichen arbeitens erfüllen und b) bis sie widerlegt (falsifiziert) werden. auf diese weise gibt es in sehr vielen bereichen der wissenschaft durchaus unterschiedliche, zum teil sehr kontroverse theorien...

    der innsbrucker philosoph hans goller weist unter anderem darauf hin, dass diese neurobiologischen studien zwar das funktionieren des neuronalen apparates untersuchen, aber keineswegs etwas wie "geist" oder "seele" abbilden können. pinkers thesen sind nur dann stimmig, wenn zugleich geist und seele als unerheblich betrachtet oder geleugnet werden - und damit steht er in offenem widerspruch zu einer fülle anderer engagierter wissenschaftler, die in gleichen und verwandten bereichen arbeiten.

    ich würde sagen, da hat ein wissenschaftler die grenzen seiner wissenschaftlichen aussagemöglichkeiten überschritten und mit populären spekulationen und provokationen gut cash gemacht ... sei's ihm gegönnt.

    alles liebe, jake
     
  7. LaaF

    LaaF Mitglied

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    "wenn zugleich geist und seele als unerheblich betrachtet oder geleugnet werden - und damit steht er in offenem widerspruch zu einer fülle anderer engagierter wissenschaftler" - ?
    dazu steht die frage im raume : ist theologie oder philosofie ein wissenschaft ?
    sind es nicht gerade die die ständig die Menschliche -naturhafte seite des Menschen verleugnen - auch so der titel (" ..Verleugnung..")..
    gewiss bietet sich hier einmal die möglichkeit anzuerkennen das der mensch an sich nicht von vornherein "Gut" ist und jedes kind ein liebenswertes wesen..
    da aber ja trotzdem die möglichkeit der entscheidung gegeben ist - (hier liegt glaube ich das missverständniss - nirgend wurde gesagt ein mensch ist völlig festgelegt) birgt alles auch immer ein chance...
     
  8. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Graz
    nein, die frage ist verbindlich entschieden. die wissenschaft selbst stellt kriterien auf, wonach etwas als wissenschaft anzusehen ist, und da sind auch theologie und philosophie im rennen - dort, wo sie wissenschaftlich arbeiten. ob du es für eine wissenschaft hältst, steht auf einem anderen blatt... das sei dir unbenommen.
    es gibt ja nicht "die" theologie und "die" philosophie ... aber ich wüsste in beiden disziplinen keine richtung, die wirklich die naturhaften aspekte des menschseins verleugnen würde... vielleicht kannst du ja ein beispiel anführen!?
    selbstverständlich ist jedes kind - und jeder mensch - von vornherein mal ein liebenswertes wesen. das festzustellen oder zu bestreiten ist allerdings nichts, was die wissenschaft anginge. auch eine qualifikation von verhalten als "gut" ist nicht der job der neurologen und neurobiologen.
    doch, neueste ergebnisse der hirnforschung deuten darauf hin, dass zum beispiel das handeln eine winzige zeitspanne vor dem bewusstwerden eines willens zum handeln ausgelöst wird ... und manche derer, die in diesem bereich arbeiten, sprechen inzwischen tatsäcchlich davon, dass es so etwas wie entscheidungsfreiheit nicht gibt. aber, wie oben schon gesagt, diese vermeintliche einschränkung der willensfreiheit beschränkt sich auf die beobachtung des werkzeugs...

    alles liebe, jake
     
  9. Elladana

    Elladana Mitglied

    Registriert seit:
    27. August 2004
    Beiträge:
    95
    Liebe Shanna!

    Ich denke schon, dass es darum geht jeden so sein lassen zu können wie er eben ist. Letztlich.
    Und zwar nicht deshalb damit es dem anderen besser geht und der noch mehr Freiheit hat beispielsweise zu morden, nein!

    Sondern deshalb, damit es einem selber besser geht.

    Denn immer wenn ich mich über jemand anderen aufrege, sind es doch meine Nerven die ich da vergeude und es ist meine Lebenszeit, die ich in diesem Moment vergeude.

    Wie schwer das ist, das weiß ich natürlich auch! *gg
    Aber der Weg ist das Ziel.

    LG Daniela
     
  10. diabolo

    diabolo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2005
    Beiträge:
    372
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    Es ist interessant wie in den 60ern und danach die Theorie ganz oben stand, der Umweltbedingtheit des Verhaltens und die Genetik eher nachrangig im Fokus der Aufmerksamkeit war und wie sich dies in den letzten jahren immer mehr auf den Kopf gestellt hat. Ging es damals noch um Liberalität, Demokratie und eher um den Aspekt der Gleichheit und des sozialen Ausgleiches..........so geht es heute um Neoliberales, Konservatismus, Autorität und Privilegienschinderei die mit Ungleicheit gestützt werden soll.

    Da diese Neurobiologen also heute nur der politischen Richtung kongruent sind und deshalb ihr Organ so allzuweit aufreißen und etwa mit ihren halben ergebnissen gleich die ganze Justiz auf den Kopf stellen wollen, werden sie auch so wieder im Orkus der Geschichte verschwinden wenn sich die politische Richtung wieder ändert.

    Da diese Wissenschaft auf ihrer positivistischen Grundlage mit Geist und Seele nichts anfangen kann..........kann sie natürlich auch nichts grundlegend neues zur Diskussion beisteuern. Das ganze wird maßlos überbewertet vermute ich, ich hoffe nur, daß wenigstens ein kleion wenig ein gesicherter datenbestand erarbeitet wird, den man dann zu einer solideren Einschätzung was Umwelt- und was genetisch bedingt ist, kommen kann.

    Wesentlich ist daß der angebliche Sozialdarwinismus der schon im 19 jahrhundert ausgiebig fürneoliberale Zwecke mißbraucht wurde.........................genauso für schwarze konservative neoliberale Zwecke mißbraucht wird...........wie das übertriebene Feiern der Neurobiologie!
     
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