1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
  2. Willkommen im grössten und ältesten Esoterik-Forum!
    Hier findest Du alles zu Astrologie, Lenormand und Tarot, Karten legen, Feng-Shui, Traumdeutung, Religion und Spiritualität, Engel, Familien-Aufstellung, Gesundheit, Reiki
    Registriere Dich kostenlos, dann kannst du eigene Themen verfassen und siehst wesentlich weniger Werbung

  3. Esoterikforum Adventkalender 2016
    Wir wünschen Dir einen friedlichen Advent.

das musst du einfach lesen!!!

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Koenigskind, 9. Juni 2008.

  1. Koenigskind

    Koenigskind Guest

    Werbung:
    :party02:so wurde mein Traum wahr - also mutig drauf los, es kann auch bei dir klappen.
    ich freu mich auch auf eurer reaktionen ! Hinterlasst mal eine nachricht!


    Niemandsland ist meine Insel !

    Könnt ihr euch vorstellen, dass die Verwirklichung eines Traumes fast ein halbes Leben dauern kann. Ehrlich gesagt, ich hatte meinen Glauben an die Realisierung längst abgehakt. Obwohl ich erklären möchte, mein Kopf und mein Bauch treffen ihre eignen Entscheidungen und zwar unabhängig von einander. Ja, so ist es wirklich, irgendwann, es können Jahre vergehen, erfahre ich, wer sich durchgesetzt hat. Also in diesem speziellen Fall geht es um meine ganz persönliche Liebe zum Meer, zu den ostfriesischen Inseln.
    Würde ich hier die ausführliche Geschichte erzählen, würde es ein Fortsetzungsroman werden. Zusammengefasst war es so:
    Zunächst lernte ich die Insel kennen, als Saisonarbeiterin, so sagte man wohl damals. Zwischen zwei Jobs tatenlos herum hängen wollte ich nicht und so begleitete ich meine Freundin kurzerhand auf dieses Eiland. Hier hatten wir beide in einem grossen Strandlokal für drei Monate gekellnert. Und hier verknüpften sich erste, nicht mehr auszulöschende Erinnerungen mit meinen Gehirnwindungen. Doch was sind drei Monate, sie verflogen im Nu und schneller als wir ahnen konnten, befanden wir uns wieder in der Heimat.
    Mein Leben ging langsam weiter - manchmal geplante, manchmal spontane Wege, wie es bei jedem von uns so ist. Doch auf allen Stationen die folgen sollten, gab es immer wieder Erinnerungen an diese Zeit auf der Insel. Wehmütig öffnete ich dieses Türchen in meine Seele und genoss die Gedanken, in der Hoffnung eines Tages komme ich wieder. Bei dieser Hoffnung sollte es zunächst bleiben, lange Zeit, denn von der Verwirklichung war ich aufgrund familiärer Umstände weit entfernt.
    Es muss ein Engel gewesen sein, der mir nach fast 30 Jahren Sehnsucht den Zufall zur Hilfe schickte und dafür sorgte, dass ich einen ganz speziellen Freund kennen lernte. Mit ihm verband mich zunächst eine langjährige Brieffreundschaft. Doch er kannte meine Liebe zu seiner Heimat und liess nicht locker mich einzuladen.
    So kam es, dass ich nach mehr als 2o Jahren erneut diesen Boden betrat. Mein Gott, wie hatte sich alles verändert und doch waren viele Dinge mir nach wie vor vertraut.
    Wolken, so sollte man meinen, gibt’s doch an jedem Himmel, aber hier ist das was ganz Besonderes, jedenfalls für mich. Es ist eine andere Sonne, ein anderer Wind, eine andere Luft, ach, es ist einfach nicht zu vergleichen. Meine Liebe war wieder auferstanden von den Toten. Ein Sommer folgte dem anderen und ich folgte dem Ruf meines Gönners und kam Jahr für Jahr her. Müsste ich die Fotos zählen, ich wäre einige Tage beschäftigt. Immer die Furcht, es könnte meine letzte Reise und dieses, das letzte Bild vom Himmel und vom Meer gewesen sein. So füllte ich mein Album und allmählich füllten die Alben meinen Schrank. Ja, so hätte es weiter gehen können, aber mit zwei oder drei Wochen im Jahr wollte ich mich nicht zufrieden geben.
    Insgeheim radelte ich über die Insel und fühlte mich Zuhause. Ob es die Postleitzahl war oder ein nettes Haus in einer kleinen Strasse, ich stellte mir gedanklich vor, wie ich längst mit der neuen Postleitzahl als Absender meine Korrespondenz in alle Welt versende und es schien mir ganz selbstverständlich. Im Gegenteil, es nahm extreme Formen an und kam der Tag der Abreise, fühlte ich mich fürchterlich elend. Wenn die lauten Motoren der Fähre ihren Dienst aufnahmen und sich das Schiff in Bewegung setzte, hätte ich am liebsten laut geheult vor Abschiedsschmerz. Wie ein trotziges Kind sagte ich mir immer und immer wieder:“ Ich will nicht nach Hause! Ich will hier bleiben! Bitte lieber Gott, mach dass ich hier bleiben kann!“

    Mag sein, dass er mich hörte, laut genug hab ich gejammert, aber helfen konnte oder wollte er zu der Zeit noch nicht.
    Dann kam die Nachricht, vor der ich die grösste Angst hatte, mein alter Freund ist von uns gegangen und damit ging die schönste Zeit in meinem Leben zu Ende. Ihm hatte ich vieles zu verdanken und im Laufe unserer vielen Gespräche haben wir erkennen müssen, dass wir uns theoretisch schon viel eher hätten begegnen können. Was mir am meisten imponierte war, wie abgöttisch er seine Kinder liebte und förderte. Einen solchen Vater hätte ich gerne gehabt. Ich habe schon immer die Väter meiner Freundinnen bewundert und mein Herz droht mir fast zu zerspringen, wenn ich auf der Strasse einen Vater mit seinem Kind sehe und man spürt, wieviel Liebe da zwischen zwei Menschen heranwächst.
    Aber ich muss zu meinem Thema zurück.
    Nun war es an der Zeit sich zu verabschieden oder einen guten Rat zu befolgen.
    Ich entschied mich schon etwas früher für die letztere Variante und bewarb mich um Wohnraum auf meiner Trauminsel. Das war vor mehr als einem Jahr, doch es geschah nichts. Ein lieber Mensch, den ich leider noch nicht als meinen Freund bezeichnen darf, gab mir einen Tipp. Also versuchte ich es per Zeitungsinserat, obwohl ich selber zu dieser Zeit kaum noch Hoffnung hatte, dass dieser Weg erfolgreicher sein würde. Anfangs sprach ich von Zufall und von einem Engel, aber innerhalb weniger Tage überschlugen sich die Ereignisse und ich möchte korrigieren, es muss mein Engel und kein Zufall gewesen sein!
    Nun gut, meine Suche hatte Erfolg und ich glaube nach wie vor, dass mein alter Freund ein wenig nachgeholfen hat. So kam es, dass ich tatsächlich mit der Planung des Umzuges aus einer kleinen Stadt bei Aachen, direkt in die Nordsee, beginnen konnte.
    Und nun bin ich hier! Ich möchte sagen, dass ich seit über einem Jahr hier lebe und schon viele unvergessliche Momente bereits erlebt habe. Extrem nett waren zwei Nachbarinnen, die mich mit Salz und Brot willkommen hiessen. Atemraubend finde ich den Ausblick in den Himmel durch meine Dachfenster, ob am Abend oder am Morgen, ob Sonnenauf- oder -untergang, ob es zuvor gewittert hat oder ein traumhafter Sommertag sich verabschiedet, kein Tag endet wie der andere.
    Wie gefesselt stehe ich an meinen Fenstern und kann mich nicht entscheiden, aus welchem ich nun den Horizont beobachten sollte. Ich bin verliebt in diese Bilder von denen jedes einzelne meine Seele und mein Herz berührt.

    Wie das Schicksal es wollte, sollte ich dann ausgerechnet in diesem Sommer meinen 50. Geburtstag feiern, doch mit wem? Was von unserer eigenen Familie übrig blieb, lebt weiterhin in Aachen und ich hier oben. Es sah nicht gut aus für mich! Ein Mensch, der mir wichtig ist, viel wichtiger als ich ihm, der kam mir in den Sinn und ich habe gewagt ihn einzuladen, in der Hoffnung, er möge es nicht als ein Opfer ansehen. Nachdem ich tief genug insistierte, hat er höflich zugesagt aber sicher war ich mir da nicht. Bis zur allerletzten Sekunde sandte ich Stossgebete zum Himmel, aber es half. Ich darf gar nicht sagen wie mich das gefreut hatte.
    Es bedeutete mir alles und meine Aussage, dass ich ihm das nicht vergessen würde, meinte ich ernst. Er war mein einziger Gast, aber der Beste, den ich haben konnte. Ich danke dir für deine Geduld mit mir und wünsche mir, dass wir irgendwann noch mal andere Abende gemeinsam verbringen können. Es ist ja nicht so einfach, in dem Getümmel von Urlaubern einen dauerhaften Bekanntenkreis aufzubauen. Da müsste ich mir ja ein Schild um dem Hals hängen. Es wird wohl darauf hinaus laufen, dass ich den ersten Winter alleine am Kamin sitze, oder?

    Mein neues Leben gefällt mir trotzdem. Anfangs glaubte ich noch, es käme der Tag der Abreise und jemand ruft:“ Hey, Koffer packen, ab nach Hause!“ Inzwischen habe ich realisiert, dass ich Zuhause bin!
    In diesen paar Monaten habe ich die Insel von ihren schönsten und den weniger schönen Seiten kennen gelernt. Beim Radfahren einige Mücken verschluckt und gelernt den Mund zu schliessen, wenn es an der Zeit ist. Was für eine Rheinländerin nicht so leicht ist. Bin bei Sturm und Wind unterwegs gewesen und habe den Sand an den unmöglichsten Stellen wieder gefunden. Es knirschte nicht nur zwischen den Zähnen. Habe gelernt, dass übertriebene Eitelkeit hier Fehl am Platze ist. Entweder Mutter Natur gab eine gesunde Portion an natürlicher Ausstrahlung mit auf den Weg oder man muss für den Rest seines Daseins Frust schieben. Alle mutwillig herbei geführten Versuche sein Äusseres durch Hairstyling oder Schminke künstlich zu betonen, meine Damen, scheitert kläglich. Der Herr Sausewind sorgt schon beizeiten dafür, dass alles wieder auf ein Mindestmass reduziert wird. Und wer will schon mit verwaschener Wimperntusche aussehen wie ein trauriger Clown? All diese Erfahrungen liessen mich oft schmunzeln, hin und wieder bin ich auch mal traurig, aber nicht vor Heimweh, sondern darüber, dass ich meine Freude noch mit niemandem teilen kann. Was ist das schönste Erlebnis wert, wenn man es am Abend nicht mal jemandem erzählen kann.
    Gott sei Dank bin ich „kampferprobt“ und gebe nicht so schnell auf.Noch fühle ich mich wie im Niemandsland, doch gerade im Moment öffnen sich langsam einige Tore. Ich habe diesen Schritt noch keine Sekunde bereut.
    Der geheimnisvolle Mann und ich, wir kommen uns langsam näher und ich weiss schon heute, wir werden einmal zusammen alt werden! Es war gut wie ich es machte!!!
     
  2. Esozentrix

    Esozentrix Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Februar 2008
    Beiträge:
    4.578
    Ort:
    Rheinland
    Hallo Koenigskind,
    eine wunderbare, wahre Geschichte. Als Borkum-fan kann dich sehr gut verstehen.
    Ich war zum ersten Mal 1968 auf Borkum, damals in der DJH mit anderen Jugendlichen. Mein allererster traumhaft schöner Urlaub. Und ich bin oft wieder hingefahren.
    Und wenn du etwas besonderes erlebt hast, schreibe es mir, wenn du magst. Ich habe immer ein offenes Ohr dafür.

    Der Wind trägt meine Grüße zu DIR

    ESOZENTRIX
     
  3. Koenigskind

    Koenigskind Guest

    Danke Dir sehr, mein Lieber,
    deine freundlichen Worte und die gute Kritik gehen runter wie Öl!!! Du hörst noch von mir!!!:foto::foto::foto:



     
  4. kredamoon

    kredamoon Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    3. Februar 2008
    Beiträge:
    1.324
    Du bist ne wahnsinns tolle Frau. Die Art, wie du schreibst... diese Dankbarkeit, Bescheidenheit...:liebe1:
     
  5. Koenigskind

    Koenigskind Guest

    uuuiiiiii, du machst mich ganz verlegen, soviel schöne worte an die alte frau!!!!
    danke, danke, ich drück dich!!:liebe1:



     
  6. eva07

    eva07 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    5. April 2007
    Beiträge:
    5.949
    Ort:
    WIEN
    Werbung:
    Hallo, liebes Königskind,

    Du hast eine wunderschöne Geschichte geschrieben. Sie gefällt mir vom Inhalt aber auch von der literarischen Form her.

    Dass Du zum Schluss auch einen lieben Begleiter gefunden hast, spricht für Dich, denn ich nehme an, dass Du ihn verdient hast.

    Vielleicht schreibst Du doch noch einmal einen Roman?

    Liebe Grüße

    eva07
     
  7. Sunnygirl

    Sunnygirl Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. Dezember 2005
    Beiträge:
    3.146
    Liebes Koenigskind

    Mich haben Deine Schilderungen auch berührt und an ein Buch erinnert, das mir eine Lehrerin in meiner Jugend zu lesen gab, auch eine wahre Geschichte. Ein Ehepaar sparte sich das Geld zusammen, brach wie Du in den Süden auf und kaufte sich eine eigene Insel, wo sie alles selbst aufbauten, bis da ein Haus stand.

    Meine Lehrerin strahlte, als sie mir das Buch reichte, es bedeutete ihr sehr viel und gerade mir wollte sie es zu lesen geben, womit sie mir sehr viel Vertrauen entgegenbrachte. Das hat mich sehr berührt. Genau diese Empfindung hatte ich jetzt auch beim Lesen Deiner Geschichte. Man spürt Deinen Lebenstraum, Deine helle Begeisterung, als wären wir jetzt bei Dir auf der Insel und könnten den Sand unter unseren Füßen spüren und die frische Luft einatmen.

    Ich wünsche Dir die Vollendung Deines Traums mit IHM!

    *dich drück*
     
  8. Koenigskind

    Koenigskind Guest


    ich danke euch allen für die sehr netten lobeshymnen, war mir nicht so bewusst, dass meine art zu schreiben sooooo viel begeisterung hervor rufen würde. aber es macht mich echt stolz. ein schönes gefühl!!!!
    und vor allem danke für die guten wünsche für die zukunft!!!
    ich bin gerührt!
     
  9. La Dame

    La Dame Guest

    Liebes Königskind...:liebe1:


    Ich freu mich so sehr, daß Dein Wunsch (zumindest mehrheitlich schon einmal) in Erfüllung ging... und das mit IHM wird auch noch werden.

    Die Geschichte ist wunderbar und Du verstehst es, Deine Gefühle in Worte zu kleiden... Dich auf ganz besondere Weise verstehbar zu machen.


    Vielen lieben Dank, daß ich ein bißchen an Deinem Leben teilnehmen durfte:)
    La Dame
     
  10. Koenigskind

    Koenigskind Guest

    Werbung:
    ich danke dir, meine liebe freundin, was würde mir das schreiben bringen, gäbe es nicht so begeisterte leser??
    vielen dank für eure liebe!!

    :liebe1::liebe1::liebe1:

     

Diese Seite empfehlen