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Das Leben nach seinem Tod

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von Kanon, 11. Oktober 2008.

  1. Kanon

    Kanon Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2006
    Beiträge:
    83
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    Es ist jetzt schon über zwei jahre her... und oft kommt es mir vor als war es erst letzte Woche.
    Mein Leben ist wieder "normal". Man könnte denken alles ist in Ordnung. Ich habe wieder einen Freund, ich gehe zu meinem Ausbildungsbetrieb und treffe mich mit Freunden. Lächele an den Stellen, an denen man Lächeln sollte und bei einem Witz lache ich mit.

    Das ist das Bild was ich verkörpere.

    Ist es wirklich so perfekt, wie viele annehmen? -Nein.

    Ich habe zwar einen Freund, aber zu oft denke ich an meinen ehemaligen Freund. Wahrscheinlich suche ich das Gefühl des "geliebt werdens", aber ich befürchte, dass ich den Sinn darin vergessen habe. Es läuft schlecht und wer ist daran schuld? Ich, ganz klar.
    Meine Ausbildung sie läuft gut, aber wenn ich ehrlich bin, ich gehe innerlich mit einem traurigem Gesicht hin. Er wusste das ich dort meine Ausbildung anfange und jeden Tag fahre ich an seinem Unfallplatz entlang....

    Ich gehe mit meinen besten Freundinnen zwischendurch weg. Nur um möglichst die ganze Nacht mir um die Ohren zu schlagen und vorallem um zu vergessen.

    Meistens versuche ich es zu leugenen und sage mir: "Zwei Jahre ist es nun schon her, es läuft alles super, du bist drüber weg." - Aber so ist es nicht. Heute bin ich es nicht und morgen auch nicht.
    Wenn ich nüchtern über ihn spreche geht es inzwischen, verbinde ich nur etwas Gefühl mit ihm, muss ich wieder weinen...

    Ich bin absolut hilflos bei diesem Thema. Keine Ahnung ob ich irgendwann einmal über Ihn hinweg bin. Aber Fakt ist, er fehlt mir, nicht nur seine Nähe sondern auch der fröhliche Mensch in meinem Leben.

    Äußerlich perfekt, innerlich zerbrochen. Es lebe meine ach so tolle Welt, die mich so traurig macht, weil ich nicht mehr weiter weiß.

    Und wisst ihr was das schlimmste ist? Ich kann noch nicht einmal zu seinem Grab gehen, weil ich nicht den Mut besitze diese Tatsache, seinen Tod, mir vor Augen zu führen.
     
  2. mira10

    mira10 Mitglied

    Registriert seit:
    5. Oktober 2008
    Beiträge:
    196
    Ort:
    umkreis von heilbronn
    du mußt die trauer verarbeiten nicht verträngen wenn du nicht aufs grab kannst dann gehe symbolisch an einen anderen ort und nehme solange abschied bis du dich frei fühlst. deinem jetzigen freund ist das nicht fähr gegenüber du bist noch nicht seelisch von deinem alten freund frei , ich denke du wirst keine ware liebe empfinden können. also löse dein problem und dann binde dich erst neu.
    mira 10
     
  3. Trekker

    Trekker Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. Juni 2005
    Beiträge:
    1.514
    Ort:
    Mönchengladbach/NRW/D
    Hallo Kanon,

    zwar gebe ich mira im Grunde Recht mit ihrer Antwort, aber ich sehe/weiß auch das dieses "also löse mal dein Problem" in einigen Fällen auch nicht so einfach ist. Du scheinst mir so ein Fall zu sein, denn 2 Jahre Trauern und dann so einen Betrag zu schreiben ist ein Zeichen dafür das es klemmt. Das scheint dir auch selbst mehr oder weniger bewusst zu sein.

    Was also ist zu tun? Dein Ansatz anonym darüber zu reden ist schon einmal ein guter Anfang. Aus Erfahrung weiß ich das es einfacher ist aus einer gewissen Deckung heraus zu reden. Also weiter so! Du wirst aber nicht darum herum kommen über dies Thema und deine Gefühle mal offen mit jemanden persönlich zu reden. Das mag für dich erschreckend sein und trotzdem wirst du darüber nachdenken müssen. Warum? Weil du alleine damit nur extrem schwer bis wahrscheinlich gar nicht klar kommst. Dazu braucht es andere Menschen!

    Und die gibt es mehr als du glauben wirst. Oder denkst du wirklich das du alleine bist mit deinem Schmerz? :) Bist du nicht! Es gibt genug andere in deiner Umgebung die mit ihrer Trauer kämpfen, denn die gibt es buchstäblich überall. Suche sie, denn diese Menschen wissen genau was du fühlst weil sie es selber gerade fühlen oder es gefühlt haben. DAS sind die Experten an die du dich wenden solltest. Keiner kann das besser als Betroffene selbst! Es gibt überall Runden zum reden, mal als Selbsthilfegruppen gerne in Städten oder auf dem Land meist über örtliche Kirchen. Auch Bestatter kennen in der Regel diese Gruppen oder wissen an wen man sich gerade wenden muss. Du wirst kaum einen Aushang irgendwo finden, aber trotzdem sind sie da.

    All das geht auch ohne das du deinem Freund oder deiner Familie davon erzählst. Oft wollen ja gerade die engsten Verwandten sich nicht damit befassen und wehren ab, darum sind sie auch selten die erste Wahl. Suche dir Leute mit denen du darüber reden kannst und die dir wirklich zuhören, nur DAS ist wichtig. Es ja besser werden, also bleibe nur nicht alleine mit deinem Schmerz! :trost: :umarmen:

    LG
    Trekker

    :morgen:



    .
     
  4. Kanon

    Kanon Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2006
    Beiträge:
    83
    Hallo Trekker,

    du hast recht, ich weiß das ich noch lange nicht dadrüber hinweg bin. Ich gehe auch davon aus, dass ich noch viel zeit benötige.

    Reden ist generell bestimmt richtig. Ich habe es bereits mit regelmäßigen Besuchen bei einer Psychologin versucht. Hat nichts gebracht.Viel gesprochen, besprochen und ich habe das Gefühl immer noch an der selben Stelle zu stehn. Nach über zwei Jahren!!!

    Ob ich meine Trauer verdränge weiß ich gar nicht so genau. Im Prinzip habe ich viel geweint; damals.Auch heute weine ich noch, im Schlaf und manchmal muss ich plötzlich während des Auto fahrens weinen...
    Somit würde ich generell sagen, ich verdränge meine Trauer nicht. Ich schiebe sie nur auf Momente, in denen ich alleine bin.

    Wenn ich über mich nachdenke, werde ich richtig wütend. Eigene Dummheit, nach zwei Jahren keinen Weg gefunden zu haben. Wütend, dass ich nicht zu dem Grab gehen kann, wütend, dass ich über alles nachdenken muss, wütend, dass das inzwischen an meinem Ego knabbert, wütend dass ich an allem zweifele, wütend einfach so verdammt hilflos/ machtlos zu sein.

    Selbsthilfegruppen ist eine schöne Idee. Nur: Ich besitze nicht die Kraft in einer Gruppe über Gefühle, Ereignisse zu reden. Angst steckt da wahrscheinlich auch hinter.

    Gibt es denn überhaupt die Chance dass ich irgendwann komplett mit dem Tod fertig werde? (Meine Befürchtung ist, dass man so ein Kapitel nie abschließen kann.)

    LG
     
  5. Eisfee62

    Eisfee62 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    29. Juli 2008
    Beiträge:
    14.667
    Hallo!
    Du hast nicht nur das Problem,dass du ihm nicht Innerlich losgelassen hast,du hast noch zusätzlich das Problem,dass du Wütend auf ihm bist.Du bist Traurig und gleichzeitig Sauer,Er ging wahrscheinlich ohne Abschied und auch noch auf der Stelle wo du nun jeden Tag entlang muss,Frechheit,genauso lese ich es im deinem Satz.Versuche loslassen,gebe ihm nicht mehr die Schuld,es war Eurere Schicksal der ihm Gehen lies,beginne damit bald,und faire Weise solltest du deinem neuem Freund die Wahrheit sagen,oder ahnt er das? Alkohol ist aber auch keine Dauerlösung.
    LG
    Eisfee62:flower2:
     
  6. Dolphins

    Dolphins Mitglied

    Registriert seit:
    25. März 2005
    Beiträge:
    406
    Ort:
    Oberfranken
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    Hallo Liebes!

    Ich versteh dich gut. Ich habe das gleiche durgemacht und bei mir hat es fast 12 Jahre gedauert bis ich heute endlich ohne weinen über ihn reden kann. Ich war bis heute noch nicht an seinem Grab, ( es ist mitlerweile 15 Jahre her ) hatte auch nicht die Kraft dafür. Ich habe aber einen Weg gefunden und das war Abschied nehmen. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Jeder Gedanke an ihn war mit Tränen verbunden. Ich habe ihm dann irgendwann ein Gedicht geschrieben und somit mich von ihm verabschiedet.

    Warum!
    Du bist weg. Weg wie jene Wolke die ich am Himmel sah. Sie flog weiter ohne sich nach mir umzusehen, ohne zu fragen wie es mir dabei geht. Mir steigen die Tränen in die Augen, denn du wirst, wie diese Wolke, nie mehr zurück kommen. Du hast mir nicht mal die Chance gegeben " auf Wiedersehen" zu sagen. Doch ich weiss, das wir uns eines Tages wieder sehen werden und das gibt mir die Kraft alles zu verstehen. Bis zu diesem Zeitpunkt wirst du weiter bei mir sein, in meinem Herzen, denn was gutes vergisst man nie. LEBE WOHL!!!

    Unter dieses Gedicht habe ich sein Bild geklebt. Seit ich das gemacht hatte war es als wenn mir jemand einen riessen Stein von den Schultern nahm. Ich denke heute noch an ihn, aber mit positiven Gedanken.

    Der Schmerz wird irgendwann weg gehen. Das weiss ich.

    Ich wünsche dir alle Kraft der Welt.

    Fühl dich ganz fest gedrückt

    Liebe Grüße Tanja
     
  7. Kanon

    Kanon Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2006
    Beiträge:
    83
    Danke für eure Antworten und entschuldigt, dass ich erst heute antworte.

    Ja, ich bin wütend. Warum durfte ich nicht abschied nehmen? Warum denn so früh? und warum musste gerade er gehn? Ein Mensch, der mir so wichtig war...Bis heute würde ich lieber für ihn gehn. Ich würde alles stehn und liegen lassen.

    Ob ich ihm die Schuld gebe? Nein. Ich gebe die Schuld dem Leben. Warum passiert so etwas? Ein so junger Mensch? Für mich ergibt das keinen Sinn.

    Wie kann ich denn loslassen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, nach über zwei Jahren, tut es immer noch weh und ich werde immer wütender. Mein Leben ergibt wenig Sinn ohne ihn.

    Mein neuer Freund (von dem ich mich jetzt getrennt habe) wusste bescheid. Und nein ich trinke keinen Alkohol, wenn ich mal wieder eine Nacht mir um die Ohren schlage. Ich bin immer der Autofahrer. Ich zieh mich in mich zurück, fresse meine Wut und alles in mich hinein und finde kein Ventil. Alkohol ist keine Lösung für mich.

    @Tanja: Ich befürchte so, dass das nie weggehen wird. Wie soll der Schmerz weggehen, wenn die Tatsachen doch immer, mein ganzes Leben lang, so bleiben? Hast du dich denn von der Aussenwelt zurück gezogen? Wie bist du damit im Alltag umgegangen? (Ich habe mich komplett verändert; zurück gezogen, ruhiger, nachdenklicher, kaum noch etwas sagend, nur noch denkend.)

    danke euch.
    Liebe Grüße
     
  8. Liebe Kanon

    :trost:

    Trauer ist etwas sehr individuelles, da gibt es keine Normen.

    Die einen sind nach einem Jahr durch das schlimmste durch, andere brauchen drei oder vier Jahre und noch mehr.

    Du bist schon sehr jung mit diesem Schmerz konfrontiert und das macht die Sache noch schwieriger, in diesem Alter hat man ja das Leben noch vor sich, und plötzlich wird man mit dem Tod konfrontiert.
    Das kann einen schon überfordern.

    Ich hab auch meinen Mann plötzlich verloren, konnte mich nicht von ihm verabschieden. Das macht die Trauerverarbeitung sehr viel schwieriger als wenn jemand schon lange krank ist, weil man da schon Stück für Stück Abschied nimmt und sich mit der Situation vertraut macht.

    Mein Sohn starb dann auch ganz unerwartet und da hatte ich auch das Problem der Frage nach der Sinnhaftigkeit. Aber weißt Du, diese Frage führt zu nichts, weil wir keine Antwort bekommen.

    Es ist, wie es ist!
    Erst wenn wir lernen, die Situation anzunehmen und dann die Vergangenheit hinter uns zu lassen, ist ein normales Weiterleben in Dankbarkeit, aber auch in Zuversicht und Freude wieder möglich.

    Das ist sehr schwierig, ich weiß, und Du bist noch nicht so weit, sonst würdest Du Dich nicht scheuen, auf den Friedhof zu gehen und der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
    Das ist aber unbedingt notwendig, um Dich endgültig von ihm zu verabschieden.
    Du hast Angst vor diesem Schmerz, das ist total verständlich, aber so lange Du Dich ihm nicht stellst, wird er auch nicht nachlassen, sondern immer im Untergrund vor sich hinwerkeln...

    Ich wünsche Dir sehr viel Kraft und Mut zu diesem Schritt und schreibe weiter hier, das hat auch mir immer sehr geholfen.

    Alles liebe
    Sunny
     
  9. Dolphins

    Dolphins Mitglied

    Registriert seit:
    25. März 2005
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    406
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    Oberfranken
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    Nein, zurückgezogen habe ich mich nicht. Nach aussen war ich die"normale", aber innerlich hat es mich zerrissen. Du wirst es auch irgendwann schaffen. Davon bin ich überzeugt. Auch wenn es jetzt noch sehr schmerzt, werden diese Schmerzen irgendwann weniger werden. Vergessen wirst du ihn niemals im Leben, aber versuche deine Gedanken an ihn nicht mit trauer zu verbinden. Denke an die schönen Momente die ihr miteinander verleben durftet. Er will bestimmt auch nicht das du so traurig bist.

    Alles liebe für dich.
     
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