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Bewusstsein - Bewusstheit

Dieses Thema im Forum "Meditation" wurde erstellt von Zimtgeflüster, 24. Juli 2015.

  1. Werbung:
    Was genau ist Bewusstsein?
    Ist es eine Funktion des Verstandes?

    Also ich werde mir einer Sinneserfahrung bewusst, distanziere mich von der Erfahrung indem ich mich als den Erfahrenden erkenne? Ist das der Prozess des Bewusstwerdens? Etwas reflexifes?

    In der Meditation wird von Bewusstsein als eigenständiger Qualität gesprochen. Ist das ebenfalls ein rückbezügliches Gewahrsein dessen was mir geschieht?
     
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  2. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Bewusstsein ist eine Funktion von Gewahrsein. Der Verstand ist eine Funktion des Bewusstseins. Der Intellekt ist eine Funktion des Verstandes.

    Eine Definition von Gewahrsein kann nur in Worten gegeben werden. Worte sind aber nur Referenten, die auf etwas zeigen. Insofern bleibt alles Reden über Gewahrsein relativ schal. Darüberhinaus scheint Gewahrsein weder ein statischer Zustand darzustellen, noch scheint es Veränderungen unterworfen zu sein.

    Die Idee, dass ein Ich sich seiner eigenen Sinneserfahrung bewusst würde, nimmt die Selbst-Reflexivität bereits voraus. Wo "Ich" ist ist automatisch auch "Nicht-Ich", da das Ich ja auf irgendeine Art und Weise unterschieden werden muss. Insofern ist da auch "es" und somit dann auch "mein", nämlich alles, was "Nicht-Ich" ist, und zu welchem sich das "Ich" in Beziehung setzt.

    Die dem Verstand zugrundeliegende Perzeption funktioniert so, dass in jedem Moment Unterscheidungen getroffen werden. Das ist die fundamentalste Funktion des Verstandes bzw. der Perzeption. Perzeption entfernt etwas aus einem Hintergrund, zeichnet also eine Grenze zwischen dem Objekt und seiner Umwelt. Wenn der Verstand diese Unterscheidung thematisiert, dann thematisiert er die Beziehung zwischen dem Objekt und der Umwelt, und nimmt insofern eine Meta-Ebene ein. Wenn er die Beziehung zwischen der Meta-Ebene und der Beziehung auf der ersten Ebene thematisiert, dann nimmt er eine Meta-Meta-Ebene ein, welche er wiederum thematisieren kann, wenn er denn will. Auf diese Weise entsteht eine Art fortdauernder Dialog des Verstandes mit sich selbst - das Denken. Dieser Dialog ist in höchstem Masse rückbezüglich - aber auf eine schwindelerregend in die Höhe und Weite ausufernde Weise in alle Richtungen.

    Gewahrsein ist nicht rückbezüglich, es ist überhaupt ohne jeglichen Bezug, da es gar nichts ausserhalb gibt, auf das es Bezug nehmen könnte. Es ist gleichzeitig auch nicht bezugslos, sondern überhaupt ohne Qualitäten, über die man im absoluten Sinne sprechen könnte.
     
    Nadine82, taftan, Bibo und 2 anderen gefällt das.
  3. hm...gibt es ein anderes wort für gewahrsein oder kannst dus umschreiben? wenn du gewahrsein mit worten einkreisen würdest, welche worte könnten drauf zeigen?
     
  4. Inti

    Inti Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    12.236
    Ort:
    Nordhessen
    Sehr schön wie @fckw in das Thema einsteigt. Auch wenn ich mit dem neuen Begriff Gewahrsamkeit nicht viel anfangen kann. Dieser Begriff ist für mich nicht mehr als z.B. der Begriff Aufmerksamkeit.
    Verstand und Intellekt würde ich aber genauso einordnen.

    Es fällt mir schwer eine Unterscheidung von Bewusstheit und Bewusstsein zu erkennen. Am nächsten komme ich wohl damit, wenn ich sage, dass Bewusstheit eher einen Prozess bezeichnet, während Bewusstsein eher einen Zustand meint. "bewusstes Sein" ist der Zustand in dem ich mich wiederfinden kann. Die Unterscheidung von fckw, dass es da auch um das ICH und das DU geht ist, denke ich eine Darstellung, die ein paar Schritte weiter erst beginnt. Denn die Wahrnehmung von ICH ist da dann ja gebunden an Wahrnehmungsgrenzen "ich nehme dies oder das wahr, von dem ich getrennt bin". Die Frage ist an diesem Punkt, kann ich evtl. Wahrnehmung erleben, ohne mich getrennt zu erkennen?

    LGInti
     
  5. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Aufmerksamkeit verhält sich zu Gewahrsein ungefähr so wie eine Welle zum Ozean. Man könnte zwar sagen, dass die Welle rein technisch oder qualitativ gesehen durchaus "Ozean" ist, aber der Ozean ist weitaus mehr als nur eine Welle.

    Je nach Tradition (vor allem in Asien) wurden verschiedene sehr spezifische Worte benutzt, um auf die verschiedenen Aspekte von Gewahrsein einzugehen. Im Dzogchen (Vajrayana-Buddhismus) wird beispielsweise der Audruck "Kun Zhi" benutzt, oft übersetzt als "Urgrund" (Primordial Ground). Der Begriff wird genau dann benutzt, wenn man aufzeigen will, dass Gewahrsein aller Erfahrung zugrundeliegt. Wenn der Diskussionsgegenstand eher gerade der Geist ist, dann wird in diesem Zusammenhang eher der Begriff "Rigpa" verwendet, was ungefähr so viel heisst wie "erleuchtetes Gewahrsein". "Rigpa" wird dann von "Ma-Rigpa" (in etwa: "Nicht erleuchtetes Gewahrsein") unterschieden, um aufzuzeigen, dass wenn der Faktor der erleuchteten Weisheit (Sanskrit "Prajna") fehlt, was entsteht, den karmischen Gesetzen unterworfen ist. Dabei ist jedoch Rigpa nicht exakt dasselbe wie Kun Zhi, sondern bloss eine mehrerer Qualitäten davon. Und so weiter.

    Im Dzogchen wird Gewahrsein oft mit dem Raum verglichen - alldurchdringend, aber nirgendwo fassbar, und ohne Ende in irgendeine Richtung. Oder mit einem Spiegel, welcher ohne Unterscheidung alles spiegelt, was sich darin zeigt. Im Mahamudra, eine Tradition, die dem Dzogchen recht verwandt ist, wird öfter das Gleichnis des Ozeans herbeigezogen.

    Es gibt andere Traditionen, die das Thema in wichtigen Details anders auslegen, und zwar selbst innerhalb des Vajrayana-Buddhismus. Eine andere Tradition, die hier viel geleistet hat, ist der (Advaita-) Vedanta.
     
  6. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Hm ..., ist der Intellekt nicht die lateinische Bezeichnung des Verstandes? Ich sehe im Intellekt auch weniger eine Funktion, sondern mehr eine Fähigkeit.

    Mit dem Bewusstsein wird der Fokus auf eine bestimmte Sache gerichtet, wobei nur jene Dinge auf die bewusste Ebene gelangen, die in diesem Zusammenhang auch von Bedeutung sind. Von 1 Million Informationen gelangen lediglich 40 in den Dunstkreis des Bewusstseins. Das Gehirn gleicht also einem brodelnden Kessel, aus dem gelegentlich ein paar Luftbläschen des Bewusstseins aufsteigen.

    Es gibt da zumindest drei große Schaltkreise im neuronalen Netz, wobei sich einer mit den unbewussten Prozessen beschäftig, ein anderer mit dem Fokus auf das Geschehen in der Außenwelt und letztlich jener eines scheinbaren Ruhemodus. In diesem Modus beginnt das Gehirn mit dem Ordnen und Optimieren des neuronalen Netzes.

    Die beiden Gehirnhälften sind mit einer Art der Arbeitsteilung verbunden. In der linken Gehirnhälfte spielen sich überwiegend Prozesse der rationalen Logik ab, während sich die rechte Gehirnhälfte mehr der Gefühlswelt, Intuition und der Kreativität zuwendet. Die rechte Gehirnhälfte ist auch wesentlich leistungsfähiger als die linke, mit ihr ist zudem das Langzeitgedächtnis verbunden. Ein Bereich, in dem sich auch die unbewussten Informationen befinden.​

    Die beiden Hälften arbeiten jedoch mit einer unterschiedlichen Taktfrequenz, um sich der jeweiligen Aufgabenstellung und Situation anpassen zu können. Je mehr in unserem Tun die rationale Logik gefordert wird, je mehr erhöht sich die Taktfrequenz der linken Hälfte, während die Frequenz der rechten heruntergefahren wird. Damit wird deutlich, warum wir in einer Stresssituation nicht besonders kreativ sind und die besten Lösungen in den scheinbaren Ruhephasen des Gehirns finden können.

    Bei der Meditation und der Hypnose werden nun die beiden Taktfrequenzen so verändert, dass die beiden Hälften zumindest gleichberechtigt arbeiten oder gar zugunsten der rechten Gehirnhälfte verändert werden. Das Tor zum Unbewussten ist der Alphabereich zwischen 14 und 7 Hertz, wobei gerade bei der Hypnose die Frequenz gelegentlich noch weiter bis an den Rand des Bewusstseins bei 4 Hertz gesenkt wird. Gerade im Thetabereich (7-4Hz) erscheinen Visionen, gute Ideen oder Problemlösungen aus der Tiefe des Unbewussten.​

    Aus all diesen Gründen halte ich den Versuch sich durch eine Art Über-Geist sein Bewusstsein erweitern zu wollen für kontraproduktiv. Intelligenz und rationale Logik macht uns nicht zwangsweise zu besseren Menschen, sondern die Seele in unserem Herzen. Eventuell liegt es bei diesem Tun aber daran, dass es da unterschiedliche Vorstellung vom besseren Menschen gibt.


    Merlin
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juli 2015
  7. hm......ist gewahrsein eine sinnes-empfindung selbst ?- wenn ja was für ein sinn wäre das? oder ist es nicht etwas, das ich fühle? somit wäre es etwas anderes als ein sinn....... ist gewahrsein nicht eher bereits eine kognitive funktion?

    hm.....kann gewahrsein ein sinn selbst sein? also "ich bin gewahr" ebenso wie "ich sehe"?

    es gibt offenbar unterschiedliche stufen des gewahrseins, meta-ebenen, reflexionsebenen......
    wie kann das sein? ich sehe ja auch nicht in unterhscieldichen meta-ebenen. entweder ich sehe oder eben nicht. so bin ich gewahr oder eben nicht. anders wenn das gewahrsein der INHALT eines sinnes ist, also des fühl-sinns z.b..........

    ziemlich verwirrend, finde ich......
     
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  8. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    @Zimtgeflüster:
    Im strengen Sinne ist es unmöglich, nicht gewahr zu sein. Du kannst zwar bewusstlos sein (etwa im Tiefschlaf), aber bist dir dessen notwendigerweise gewahr. Schliesslich wachst du ja später auf und sagst: "Ich war im Tiefschlaf." Wärst du dir dessen nicht gewahr gewesen, so könntest du ja im nachhinein gar kein Wissen darüber haben, dass du eben im Tiefschlaf warst. Ob du das auch erkennst, während es geschieht, und dann auch noch intellektuell einzuordnen weisst, nachdem es geschehen ist, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Dazu ist eigentlich immer eine intensive Meditationspraxis nötig.

    Gewahrsein ist nicht eine Sinnesempfindung, sondern die Sinnesempfindung entsteht und vergeht im Gewahrsein. Vergleich das mit einer weissen Leinwand: Ein Film läuft auf der Leinwand ab, aber die Leinwand ist davon unberührt. Ohne die Leinwand jedoch wäre gar nichts zu sehen, ohne Film wäre die wiederum Leinwand nur blank, es wäre also ebenfalls nichts zu sehen.

    Die Verwirrung rührt daher, dass die konkrete Erfahrung für all diese Unterscheidungen fehlt. Die Erfahrung wiederum kann ohne Praxis nicht gewonnen werden. Und ohne Erfahrung bleiben all diese Unterscheidungen nur ein intellektuelles Spiel. Ein Problem ist, dass wir in der meditativen Erfahrung in einen Bereich jenseits des Intellekts vorstossen, insofern müssen wir danach alles zuerst zurückübersetzen, was eine ganze Menge semantischer Schwierigkeiten mit sich bringt.
     
  9. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    @DruideMerlin:
    Die Position, aus welcher ich an das Thema angegangen bin, ist diejenige "subjektiver" Erfahrung in der meditativen Schulung. Diejenige, die du gewählt hast, ist bezogen auf eine "objektive", wissenschaftliche Sichtweise. Beide Positionen widersprechen sich nicht grundsätzlich, sie beleuchten den Sachverhalt einfach auf verschiedene Weise. Ich kenne mich da nicht wahnsinnig gut aus, aber Meditation scheint tatsächlich zuerst einmal zu einem ruhigen, aufmerksamen Zustand zu führen, in welchem das Gehirn verstärkt Wellen im Alpha-Bereich produziert. Langzeitmeditierende können jedoch viel spektakulärere Resultate während der Meditation erzeugen: Delta-Wellen, welche Nicht-Meditierende nur im Tiefschlaf erzeugen. Sie vermischen also sozusagen den Delta- (Grundgewahrsein) mit Alpha-Bereich (Wachgewahrsein). Aus diesem Grunde sind manche von ihnen in der Lage, ein ganz subtiles Bewusstsein auch im Tiefschlaf aufrechtzuerhalten, was zu ganz spezifischen Erfahrungen führt. Energeia hat sich da noch tiefer mit der Materie auseinandergesetzt.
     
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  10. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Lieber Fckw,

    mit Beta (27-13 Hz), Alpha, Theta und Delta (4-1 Hz) werden nicht unterschiedliche Wellen beschrieben, sondern die Gehirnfrequenz in verschiedene Bereiche eingeteilt. Abweichend davon gibt es noch Gamma-Wellen (27 – 100 Hz), die mit ihren Spots Einfluß auf das Erinnern haben und auch in extremen Streßsituationen oder hoher Konzentration auftreten.

    Die Bewusstseinszustände in der Meditation und der Traumwelt unterscheiden sich eigentlich nur in der Hinführung zu diesen Zuständen. Es gibt da also keinen bestimmten Bereiche, die der Traumwelt oder der Meditation vorbehalten sind.

    Der Einschlafprozess unterscheidet sich nicht von der Einleitung einer Meditation, außer dem Melatoningehalt, mit dem der Schlaf erzwungen wird. Beides beginnt mit dem Tagesbewusstsein (Beta-Bereich) und führt nahtlos durch den Alpha- und Theta-Bereich bis in den Tiefschlaf (Delta).

    Sicherlich muss man das nicht alles zum Meditieren unbedingt wissen, denn wir tun das ja ohne unser Zutun unentwegt. Dem, der solche Dinge aber gestalten möchte, kann es sicherlich nicht schaden, die Zusammenhänge zu kennen.

    Gerade, wenn es um suggestive Botschaften geht, wird es wichtig, in welchem Bereich ich sie verankern möchte. Reicht dazu schon der Alpha-Bereich oder muss ich noch tiefer bis zum Rand des Bewusstseins gehen? Ja und aus welcher Tiefe möchte ich aus dem Brunnen der Erinnerungen und verborgenen Informationen schöpfen?

    Manchmal ist für eine Erkenntnis aber auch eine höhere Präsenz des Bewusstseins erforderlich und da sollte man besser im Alpha-Bereich bleiben, der auch gerne als das Tor zum erweiterten Bewusstsein bezeichnet wird.


    Merlin
     
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