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ausflug in die damalige ddr

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von woodpecker, 4. Oktober 2005.

  1. woodpecker

    woodpecker Guest

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    wenn meine eltern mit mir an der grenze standen, konnte man hohe zäune sehen und in abständen überwachungstürme. grenzsoldaten waren darin oder standen in der nähe und haben nicht gewunken wenn ich ihnen zugewunken habe *g* als kind. an anderer stelle teilte die elbe ost und west. in berlin war es die mauer. seltem machte mal einer über die gefrorene elbe in den westen oder schwamm durch, aber sehr selten. wer es nicht geschafft hat, bekamen wir nicht mit.
    die eltern meiner freundin schickten mindestens einmal im jahr ein päckchen zu ihren verwandten. kaffee, tintenkiller und alles so sachen, was es drüben nicht so viel gab oder wohl sehr teuer war. wusste es selber nicht, wir hatten leider keine verwandten "drüben".
    irgendwann als ich schon "groß" war überkam mich und meiner schwester die neugier. da wir grenznah wohnten durften wir als ganz normale touristen die ddr bereisen und zwar in drei landkreise. wir holten einen antrag und schickten ihn zur zuständigen stelle in die ddr. wir mußten den einreisetag angeben und wohin wir fahren wollten. irgendwann kam der antrag genehmigt zurück und wir freuten uns schon sehr auf den reisetag. mit den nötigen papieren fuhren wir zur grenze und konnte nach kontrolle passieren. das war ein sehr abenteuerliches gefühl! es war uns alles fremd! so dicht an unserer heimat, aber nichts kannten wir. es war eigentlich sehr gut ausgeschildert und wir wußten wo wir langfahren, haben uns nicht verfahren. auf dem weg zu der größten stadt wo wir hinwollten war ein cafe und dort machten wir rast. wir aßen ein stück kuchen und tranken eine tasse kaffee. ich wunderte mich weil fast die halbe tasse voll kaffeesatz war, aber schlecht schmeckte der kaffee eigentlich nicht, der erdbeerkuchen war auch nicht übel, ein bißchen viel gelee vielleicht. irgendwie fühlten wir uns beobachtet, aber es störte uns eigentlich nicht. uns fiel auf daß wir ziemlich viel ostgeld hatten, welches wir an der grenze umtauschen mußten. in der stadt kauften wir uns schöne dinge davon. meine schwester ein hübsches kleines teeservice in blau, was sie heute noch hat. ein leckereres schwarzbrot, ein paar superleckere kleine brötchen, ein baumkuchen. und ich für meine wellensittiche futter, welches sie aber nicht alles mochten, die längeren körner, die aussehen wie hafer durfte ich später wegtun aus ihrem napf.
    was mich auf unserer superinteressanten rundreise am meisten beeindruckte waren die riesengroßen getreidefelder, sie wurden gerade abgeerntet mit riesenmaschinen von mähdreschern. und zwar gleich mehrere. an einer stelle wartete ein ganz kleines pferdekutschfuhrwerk mit kleinem anhänger und ein großer mähdrescher hat diesen kleinen anhänger vollgemacht mit geerntetem getreide. das war ein faszinierender anblick. ansonsten nur alles supergroß.
    ein ziel war noch ein schöner see. dort mieteten wir uns ein ruderboot und fuhren auf den see hinaus. meine schwester nahm den baumkuchen mit:D, dort aßen wir jeder ein großes stück, der war wirklich lecker:D. am eingang zum seegelände war eine große wellensittichvoliere. die haben ein spektakel gemacht, daran konnte ich natürlich nicht vorbei! das war dort sehr schön.
    am nachmittag sind wir wieder nach hause gefahren und haben berichtet von unserem ausflug.
    wenn wir mit meinen eltern einmal im jahr nach berlin gefahren sind, konnte man nicht so viel sehen. nur die rastplätze eben.
    später bin ich nochmal mit meiner schwester im winter dortgewesen und ein paar jahre später gingen die grenzen auf. ich war froh, das noch so gesehen zu haben.
     
    joelei gefällt das.
  2. romy_hexe

    romy_hexe Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. September 2003
    Beiträge:
    1.368
    Ort:
    Plauen/Sachsen
    Das klingt irgendwie nach Abenteuer pur. :D

    Und irgendwie so ähnlich gings uns, als wir 1989 das erste mal gen Westen fuhren. Alles erschlug uns, weil sooooooooooooo bunt. Naja unsere Orangen brachten wir uns aus der DDR mit und aßen sie im Zug auf der Heimfahrt. :banane: :banane: :banane: Da waren sie irgendwie besonders lecker.

    Alles Liebe
    Romy
     
  3. woodpecker

    woodpecker Guest

    wäre ein richtiges gewesen hätt ich mich getraut den süssen jungen am bootssteg anzusprechen, der mich angesehen hat....
    war aber nicht so:wut2:
    (gibt schüchterne "Ossis" und "Wessis"... sorry Ingrid, aber mich stört die bezeichnung nicht;)...)
    liebe Grüße an Romy
    von woodpecker
     
  4. east of the sun

    east of the sun Sehr aktives Mitglied

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    27. Januar 2005
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    wo die Sonne aufgeht bin ich zuhause.
    Meine erste Reise gen Westen ging nach Westberlin auf den Ku'damm. Ich konnte einfach nicht mehr, alles so laut, bunt und parfümiert. Wir sind dann schnell wieder in unser geliebtes Ostberlin gefahren und am Ostkreuz ging es uns besser. Heute rieche ich dieses Parfümierte garnicht mehr.Man gewöhnt sich an alles.

    Die Westpäckchen: es strömte einem ein unvergleichlicher Duft entgegen, eine Mischung aus Kaffee, Seife und Kaugummi. Wir schickten als Dankeschön zu Weihnachten erzgebirgische Schnitzereien oder gute Bildbände. Das waren Relationen.....:guru:

    Aber so ein Westpäckchen war die Wonne pur.

    Was ich richtig gut an der Einheit finde: unsere Gastronomie ist endlich annehmbar geworden. Jetzt geh ich richtig gern in eine Gaststätte oder Cafe.(im Gegensatz zur DDR):escape:
     
  5. woodpecker

    woodpecker Guest

    Hallo east of the sun!
    kudamm ist aber auch krass. ist mir dort auch zu laut, zu viele menschen, zuviel hektik. und wenn man in das berühmte kaufhaus geht, wird man von den vielen düften erschlagen. furchtbar für die nase.
    aber so an und ab bin ich sehr gerne in berlin, jeden tag wäre es mir aber zuviel.
    war als jugendliche einmal in ostberlin in grenznähe. ist mir aufgefallen, daß man die getränkeflaschen zurückbringen mußte und daß an besten stellen buchhandlungen waren.
    lg woodpecker
     
  6. east of the sun

    east of the sun Sehr aktives Mitglied

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    wo die Sonne aufgeht bin ich zuhause.
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    Hallo woodpecker,
    ich mag Berlin, auch mittlerweile Westberlin, zum Glück merkt man dort nicht mehr, ob man im ehemaligen Osten oder Westen ist.

    Das kann ich auch für mein persönliches Umfeld sagen. Ich habe viele Kollegen, Freunde und Nachbarn die aus der BRD kommen und man denkt überhaupt nicht daran. Es ist sowas von wurst. Das finde ich schon bemerkenswert.

    Als ich das erste mal bei Burger King aß, konnte ich es kaum glauben, dass man einfach das besteck und die Teller wegwirft.
    Unser DDR-Serosystem war auch nicht übel. Man brachte Gläser, Flaschen und Zeitungen zur Sammelstelle und bekam Geld dafür.
    In der Schule erzählte man uns, dass die Menschen im Westen ihre Gläser und Flaschen freiwillig wegbringen ohne Geld dafür zu bekommen. Das konnten wir fast nicht glauben.:banane:
     
  7. romy_hexe

    romy_hexe Sehr aktives Mitglied

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    Plauen/Sachsen
    Wir haben damit immer unsere Klassenfahrten finanziert. Scheeee wars. :rolleyes:

    Kann mich noch gut daran erinnern, wie wir Alupapier gesammelt hatten. Säckeweise stand das dann im Haus, bis wir es abgegeben hatten. Selbst von der Verpackung der Butter hatten wir das abgepuhlt. Gab richtig gut Geld dafür. und keine zehn Meter von unserer Haustüre gab es so eine Annahmestelle. War auch eine gute Möglichkeit sein Taschengeld aufzubessern.
     
  8. east of the sun

    east of the sun Sehr aktives Mitglied

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    15.747
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    wo die Sonne aufgeht bin ich zuhause.
    Hallo Romy Hexe,
    hi,hi, ja dadurch hatte ich etwas Taschengeld, von meinen Eltern gab es nichts.
    Aber wir mußten auch bei anderen leuten sammeln gehen mit dem blauen Halstuch um und das gesammelte Geld kam in die Solitaritätskasse sprich zu den Bonzen ins Portemonnaise (wird das so geschrieben?).

    Heute weiß ich unter Umständen gar nicht welcher Laden meine Flaschen abnimmt.:rolleyes:
    Aber es gibt auch so Einiges an das ich mit Grausen denke. Die Obst-und Gemüseläden z.B.:escape:
     
  9. woodpecker

    woodpecker Guest

    Hallo east of the sun!
    ja, das kann man sich gut vorstellen, daß in berlin sich vieles vermischt und wenige nur nach an ost und west denken. ich vermute aber schon daß es bei einigen schon noch gräben gibt, bei den älteren zumindest. oder berlin und brandenburg, hat es nicht mal eine abstimmung gegeben? und brandenburg wollte nicht zu berlin gehören. hat vielleicht etwas mit der wirtschaft zu tun, für das menschliche/ soziale ist es aber nicht gut.
    aber in laufe der zeit wird vielleicht vieles immer mehr verwischen, bei den jugendliches ist es doch sicherlich schon heute so, sie kennen ja gar keine ddr. ist vielleicht dann so für sie als wenn eltern und großeltern erzählen vom 2. weltkrieg (als beispiel), ist geschichte wenn man es nicht selber erlebt hat.

    bei uns in der schule hat man gar nicht viel gelernt über die ddr. halt über politik und die daten und wann alles wie passiert ist. aber über menschen selbst und wie sie leben, kann ich mich nicht erinnern.
    dafür hat mir meine freundin öfter was erzählt, sie hatte einen cousin in der ddr und sie sind öfter rübergefahren, auch weil ihr vater gebürtig von dort kam.
    lg woodpecker
     
  10. east of the sun

    east of the sun Sehr aktives Mitglied

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    Nein, wir auch nicht. Nur, dass die Menschen im Ruhrgebiet jeden Tag die Fensterbretter abwischen müssen, weil die Luft so staubig ist.:lachen:
    Aber darüber haben wir damals schon gelacht, weil es ja bei uns so sauber war.:guru:
     

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