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Ambivalenz ertragen

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von FairyTale, 8. Juni 2005.

  1. FairyTale

    FairyTale Mitglied

    Registriert seit:
    20. Mai 2005
    Beiträge:
    69
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    hallo,

    ich möchte gerne mal eure meinung zur ambivalenz der welt, im speziellen vielleicht zu der sozialen ambivalez im menschlichen miteinander hören;

    problem des menschlichen daseins (miteinanders) ist ja meist nicht, dass die meisten menschen gemein, intrigant, dumm oder "böse" sind oder andere verständnisvoll, liebevoll und "gut" sondern im prinzip würde ich sagen sind keine (oder fast keine - bin mir da ned so sicher) menschen wirklich gemein und böse, sondern (fast) jeder versucht (fast) immer, oder sehr oft sein bestes (was ihm im moment gerade möglich ist) zu geben, ob nun im job oder im private auf jeden fall (fast) immer im ethischen (jeder in seiner eigenen ethik);
    das problem hierbei ist, dass manche ethiken einfach nicht konform gehen - und trotzdem meistens auf irgendeine art und weise verständlich sind.
    wenn ich die natur des menschen (also eher das soziale miteinander oder zueinander) jetzt verstehen will ist das die eine - vielleicht gar nicht so schwierige sache; das problem ist, dass ich irgendwann in die lage komme ziemlich viel (oder das meiste) zu verstehen, was nicht heißt dass ich es ändern kann; so befindet sich jeder irgendwann - meist sehr oft - in seinem leben in der lage "zwischen zwei stühlen" zu sitzen und nichts dagegen tun zu können;
    egal ob sich nun zwei freunde streiten, deren beider position man versteht oder ob zwei länder krieg führen (was man sich auch, vielleicht auf grund von geschichte oder anderem, verständlich machen kann - soll nicht heißen, dass die methoden auch nur im geringsten okay sind), das verständnis ist vorhanden und so wird man meist zeuge eines dramas ohne auch nur einen winzigen teil dagegen tun zu können;
    diese dramen wiederholen sich jeden tag vor unseren augen, auf der straße im fernsehen und überall; unsere aufgabe kann es nicht sein etwas dagegen zu tun - denn meist ist das nicht möglich, sonder lernen den schmerz den wir sehen zu ertragen - die ambivalenz des menschlichen seins zu ertragen

    ... aber kann es das ziel sein zu lernen den schmerz zu ertragen den sich menschen (fast ständig) gegenseitig zufügen?

    :schaukel:
     
  2. Reinfried

    Reinfried Guest

    Liebe Fairy Tale!

    Deine Gedanken sind mir gut bekannt. Sich in der Objektivität verlieren, so nenn ich das meistens, es ist oft ein verwirrendes Gefühl für mich.

    Vor vielen Jahren musste ich mal ein Referat über ein Werk schreiben, ich glaube der Titel war "The Unvanquished". Da ging es um die Südstaatenkonflikte und eine Familie, deren Mutter die Hauptperson in dem Stück war. Sie verlor in diesem Krieg einen Sohn und versuchte trotzdem, den "Gegner" zu verstehen und ihre kleine Welt friedlich zu gestalten. Ich hab damals ein emotionsgeladenes Referat verfasst, in dem ich sie wegen ihrer, für mich damals so empfundenen Feigheit, Partei zu ergreifen und ihre Meinung trotz aller Gefahr zu vertreten, verurteilt habe. Ich meinte, dass ein Regime auch deshalb so schnell mächtig werden kann, weil es den meisten Menschen an Courage fehlt.

    Heute sehe ich das völlig anders, sie hat es, denke ich, völlig richtig gemacht. Sie war objektiv, hat verstanden, dass es de facto "keinen Feind" gibt, sondern jeder glaubt, dass er Recht hat.

    Das Problem ist nur: Was mach ich damit? Und ich hab für mich entschieden, dass das einzige, was ich tun kann, ist, meinem direkten Umfeld diese Erfahrung weiterzugeben.

    Wenn auch nur ein kleiner Kreis um Dich so denkt, ist schon viel gewonnen, und wenn das viele machen, erübrigt sich ein Krieg.

    Es ist nicht leicht, und manchmal verfall ich noch in das alte Muster, mich zu "ereifern" und leidenschaftlich Partei für eine Meinung zu ergreifen (speziell wenn es z.B. um die Sicherheit meiner Kinder geht), doch im Grunde meines Herzens "weiß" ich, dass der "andere" genauso recht hat, auf seine Art.

    Das waren meine Gedanken dazu, ich hoffe, sie helfen Dir ein wenig weiter,

    liebe Grüße

    Reinfriede
     
  3. FairyTale

    FairyTale Mitglied

    Registriert seit:
    20. Mai 2005
    Beiträge:
    69
    liebe Reinfriede,

    danke für dein post, es ist schön von jemanden ähnliches zu hören :kiss3:

    ich finde sich "in objektivität verlieren" ist ein schöner ausdruck

    was ist aber wenn sich die leidenschaft sich in einer meinung zu ereifern teilt und man sich in zwei "gegensätzlichen" meinungen ereifert, das ist doch im wahrsten sinne eine zerreissprobe, wie kann man dem standhalten?

    vielleicht verliere ich mich weniger in objektivität, sondern zerbreche (im wahrsten sinn des wortes) an der subjektivität

    wie kann man diese ambivalenz aushalten?

    alles liebe :flower2:
     
  4. Romaschka

    Romaschka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. März 2005
    Beiträge:
    5.096
    Ort:
    D
    Liebe FairyTale,
    wenn ich erkenne, dass ich sehr schwankend bin und noch keine eigene Meinung zu einem Thema habe, dann sage ich mir bewusst, dass ich mir darüber noch klar werden möchte und gebe mir auch gewisse Zeit dafür.
    In dieser Zeit versuche ich, mir die notwendigen Informationen zum Thema zu beschaffen, was ja heutzutage viel leichter geht, als früher.

    Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass in diesen Telefonleitungen des Internets das gesamte Wissen der Menschheit vorhanden ist, und wenn man die Suchmaschine nur richtig befragt, bekommt man sehr viele Hinweise, um für sich zu Lösungen zu finden.

    Ich denke, man kann und muss gar nicht immer für alles sofort eine Meinung/Antwort parat haben.
    Die Leute, die bewusst suchen und abwägen, sind mir immer lieber als solche, die spontan und verbissen eine Meinung als unverrückbaren Standpunkt hinstellen und nicht wirklich kommunikationsfähig sind.

    liebe Grüße, Romaschka
     
  5. Inti

    Inti Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. Juli 2004
    Beiträge:
    12.236
    Ort:
    Nordhessen
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    hi FairyTale
    Ich denke es geht nicht darum, auf einer Seite zu stehen, klar Stellung zu beziehen zu einer der bereits bestehenden Seite, sondern es geht darum, daß du zu dir selber stehst, daß du erkennst, was in dir ist - und in dir ist die Fähigkeit verschiedene Betrachtungspositionen einzunehmen. Die wenigsten haben diese Fähigkeit, deshalb versteifen sie sich auf eine bestimmte Stellungnahme, du aber kannst über den Dingen stehen und beide Seiten überblicken, somit hast du die Fähigkeit mit beiden Seiten in ein konstruktives Gespräch zu kommen, weil du siehst, wo jeder steht und was jeder für Möglichkeiten und Hemmnisse hat. Du kannst beide Parteien verstehen und damit von beiden Parteien Vertrauen erhalten. Wichtig ist in so einer Situation daß du dich ganz klar als Neutral definierst. Kurz und gut ich seh das als Fähigkeit und als besondere Gabe und nicht als Handycap.

    Liebe Grüße Inti
     
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