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als mein vater starb

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von aussteiger, 15. April 2009.

  1. aussteiger

    aussteiger Guest

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    aussteiger - blog 17 - als mein vater starb

    mein vater war fuer mich der groesste peiniger - typ 'bedroher', schlaeger, ausraster. so war es eine kindheit voller schmerz und angst. die angst vor ihm war das schlimmste, die schlaege weniger, aber diese stimme, diese erniedrigenden worte, dieses geschrei, diese staendige gefahr dass er wieder abdreht, egal was man grad getan hat

    als mein aelterer bruder 17 jahre alt war, hat er uns zum letzten mal geschlagen, denn daraufhin hat mein bruder das jagdgewehr geladen und auf ihn geschossen, in toetungsabsicht - vater hat es ueberlebt, die kugel hat ihn knapp verfehlt

    man kann sich also unseren hass auf den 'alten' vorstellen, und auch wie es in mir aussah und wie es um meine seele bestellt war...

    viele jahre spaeter hat meine erste spirituelle lehrerein ('die tante') bei ihrer arbeit mit mir diese verwundungen aufgedeckt und mir ein ritual gezeigt, ihm zu vergeben, denn: vergebung ist die groesste heilung (buchtitel g. jampolsky)

    ich hab also vater in gedanken in einen sessel gesetzt, der real vor mir stand (der sessel), und dann hab ich ihm all meinen schmerz und mein leid ins gesicht geschrien, ihn beschimpft, verurteilt fuer all das vergangene, meine wut und meinen hass rausgelassen (auch durch heftiges atmen), hab auf den sessel eingeschlagen und dabei geheult - und dann hab ich ihm vergeben, ihn frei sein lassen von schuld, einfach anerkannt dass er es nicht besser wusste, dass er aus seinen verhaltensmustern und vergangenheitsprogrammierungen nicht rauskonnte - denn: wir sind alle opfer ...von opfern ...von opfern

    (sein vater war ein vagabund, und mit 17 hat man ihn zum toeten in den krieg geschickt...)

    dieses vergeben hab ich laut und deutlich und mehrmals ausgesprochen, ihn in licht gehuellt, ihm meine liebe und dank (auch fuer mein leben) gegeben, und ... ihn verabschiedet, aus meinem bewusstsein freigelassen

    dies war ein erloesungsprozess - fuer mich! die vergangenheit kann man nicht aendern, die ist fertig wie ein geschriebenes buch, da kann man keine seite rausreissen - aber die belastenden energien auf diesen erinnerungen, die kann man aufloesen, sich davon erloesen, dann wird man frei!

    die beziehung zu ihm wurde nie richtig heil, war zeitlebens gepraegt von missachtung, verurteilung und hausverbot - aber nach diesem vergebungsprozess stoerte mich das nicht mehr!

    dann kam eines nachts von meiner schwester der anruf: "papa ist tot, kannst du zu mama fahren?" - 3 stunden spaeter war ich da, mutter voellig aufgeloest und kreidebleich, sein leichnam lag oben in seinem zimmer auf dem bett, ein tuch um den kopf gebunden damit der mund nicht aufklappt - vormittags wurde er dann abgeholt...

    nun wusste ich da schon, dass menschen nicht nur einen koerper haben, sondern auch einen unsterblichen teil, die seele - und auch, dass diese seele beim tod nicht sofort ins licht geht, sondern noch ein paar tage hier verweilt (zumindest ein teil von ihr) und hier noch alles mitkriegt, was die lieben so reden und tun

    so hab ich mutter um ein foto von ihm gebeten, das neben seinem bett aufgestellt, daneben hat sie eine von seinen geliebten rosen gestellt, und wir haben eine kerze angezuendet und auf die andere seite gestellt

    diese kerze musste nun 3 tage und naechte ununterbrochen brennen, also auch immer erneuert werden - die seelen verstorbener finden dann immer wieder dorthin zurueck

    so hatte mutter einen platz, wo sie mit ihm reden konnte - und ich auch. sie hat es nicht so mit dem glauben, eher mit dem zweifeln, aber das konnte sie annehmen, dass er sie hoert...

    dann waren an die drei tage um, und abends war es an der zeit, die kerze auszublasen, seine seele ins licht zu schicken - ich habe mutter ein bisschen erzaehlt, was nun kommt und wir haben uns neben sein bett gesetzt

    dann hab ich mit ihm gesprochen, laut, damit auch mutter es mitkriegt, ihm erklaert dass er ohne angst sein kann, dass ich ihm helfe auf seinem weg zurueck zu gott zu gehen, dass alles in ordnung ist, dass er frei von schuld ist, dass er hier auf erden nichts mehr zu tun hat, diese runde leben nun vorbei ist, und er jetzt diese wunderbare reise ins licht vor sich hat

    dann hab ich eine lichtsaeule visualisiert (im blog 10 ansatzweise beschrieben), die 5 erzengel angerufen (die 4 bekannten plus zadkiel mit seinem violetten licht der reinigung und transformation) und vaters seele die engel gezeigt - und dann alle zusammen in der lichtsaeule nach oben geschickt

    dann hab ich die kerze ausgeblasen - es war stockdunkel und ganz still, und dann sagt meine mutter zu mir: 'du, eben hat er zu mir gesagt JETZT BIN ICH ENDLICH FREI!'

    das war ein sehr bewegender moment, das war so real! - sie konnte es schon wenige tage spaeter nicht mehr glauben, dass 'er' das gesagt hat, war wohl einbildung usw usw usw...

    aber fuer mich war das ein sehr wichtiger moment: die erkenntnis, dass wir mit unserem bewusstsein dinge auf feinstoflichen ebenen bewirken koennen, und dass es dazu keiner intelligenz (kopf) bedarf, sondern nur unseres mitgefuehls, unserer liebe (herz), und dass wir anderen menschen / seelen helfen und sie unterstuetzen koennen mit dieser liebe!

    JETZT BIN ICH ENDLICH FREI - was fuer ein schoener satz! frei von aengsten, leid, krankheit, schuldgefuehlen, zwaengen, frei von allem belastendem, einengendem und bedrueckendem - FREI!

    nur warum muss man erst sterben, um dieses gefuehl zu er-leben? ich fuer mich setze alles daran, diese freiheit zu lebzeiten hier auf erden zu leben - auch darum: aussteiger!
     
  2. Wandalin

    Wandalin Mitglied

    Registriert seit:
    11. April 2009
    Beiträge:
    59
    Ort:
    Oberösterreich
    Hat mich sehr berührt,und ich muß sagen Deine Geschichte ist fast ident mit meiner,nur anders rum.Man verbringt Jahre seines Lebens um die Liebe und Anerkennung die einem durch einen Elternteil versagt wurde,wieder zu finden.Mit dem Verzeihen,das ist ein ganz schwerer Weg,weil man nicht vergessen kann.Schön,daß Du von dieser Last befreit bist.Liebe Grüße,Wandalin
     
  3. aussteiger

    aussteiger Guest

    danke fuer deine worte - es ist schoen zu wissen, dass sie ankommen - und vielleicht ein bisschen helfen...

    lg, aussteiger
     
  4. hallo

    hallo Aktives Mitglied

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    Beiträge:
    2.321
    Ort:
    Ö
    berührender text, - und erhellend auch.
    danke.
     
  5. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    als mein vater starb blieb einfach liebe übrig:)
     
  6. aussteiger

    aussteiger Guest

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    wie schoen fuer dich!

    mein bruder hat seinen hass nie ueberwunden - und hat heute krebs...
     
  7. daljana

    daljana Guest

    hab deinen text nun paar mal gelesen.es zeigt:frei sein,bringt freiheit:)
    danke fürs teilen,birgt viel wahres
     
  8. Sternenatemzug

    Sternenatemzug Sehr aktives Mitglied

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    er war ein ewiggestriger aber auf seinem sterbebett habe ich auch was anderes wahrgenommen ...er hat mich immer nur glückselig angelächelt...das hat mich zuerst durcheinandergebracht ...weil ich dachte jetzt wartet die hölle auf ihn ..aber so hat er absolut nicht ausgeschaut ...sein gesicht war voller liebe und frieden ...so war es nun mal ...ich kann nichts anderes sagen ...deshalb hab ich das auch so geschrieben...in seinem gesicht war nicht die spur von angst...das hat mich sehr überrascht und mich für meine eigenes sterben gut gerüstet....das leben wurde dadurch sehr viel einfacher und leichter....
     

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