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Abyss

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von Vajrakila, 14. April 2014.

  1. Vajrakila

    Vajrakila Mitglied

    Registriert seit:
    11. April 2014
    Beiträge:
    33
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    Abyss

    Du schicktest mir
    das grausamste Gesicht
    Deiner Liebe.

    An meinen tiefsten Sehnsüchten
    bandest Du mich
    unentrinnbar
    auf dem Richtplatz.

    Eisiges Schwert,
    mächtig geführt,
    tötete
    unterschiedslos
    alles in mir,
    schnitt mich
    mitten entzwei
    bis hinunter
    zur tiefsten Wurzel.

    Die halbtoten Reste
    zerfielen zu Staub
    durch die Kraft
    dieses Schwertes.

    Wüste,
    endlos,
    pfadlos,
    bis hinter den Horizont,
    breitete sich
    vor meinen inneren Augen.
    Hiroshima.
    Totale Vernichtung
    einer Seelenlandschaft
    bis ins kleinste Partikel.


    Tot – in einem lebendigen Leib,
    stieg Erinnerung auf
    an innere Bilder,
    und Lehren
    von diesem Land der Pfadlosigkeit,
    die Du einst mir gegeben
    zusammen mit Deiner Liebe.

    Gewandelter Blick,
    der mondlichtgleich
    das Klare Licht des Todes
    in sich trägt
    zeugt hier Leben,
    in diesem Land
    an der Grenze zur Ewigkeit.

    Ausharrend,
    den Blick leer,
    zu mondlichtgleicher Klarheit
    gewandelt,
    lies ich zu,
    - endlich -
    dass Du neu
    mich erschufst
    aus der grenzenlosen Kraft
    Deiner Liebe.


    Ein Mensch,
    stehend am Abgrund,
    fragt nach Hilfe,
    und plötzlich
    sehe ich mich,
    neu erschaffen,
    die Flügel entfaltet,
    mit beiden Füßen
    fest gegründet
    in der bodenlosen Schwärze
    der Abyss
    stehend
    den Weg weisen.

    Ich bin Dein
    Auf ewig.

    Perino Heydemann, 23.07. 2006
     
  2. lumen

    lumen Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. Dezember 2008
    Beiträge:
    7.517
    Ort:
    Weltenbummler

    Kalt den Rücken runter lauf....
     
  3. SPIRIT1964

    SPIRIT1964 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. Oktober 2011
    Beiträge:
    33.861
    Ort:
    Raum Wien
    Ein sich Krümmen im Schmerz
    bis hin zur endgültigen Erschöpfung
    Tränen die leer machen - Stille -
    nur mehr sein, bewegungslos, gefühllos.

    Dann der kurze Moment des Wachwerdens
    die Position des Beobachters einnehmend
    was geschieht jetzt?

    Und dann die erlösende Befreiung aus dem
    zu engen Kokon - das Abstreifen, sich Befreien.

    Sich des neu geschlüpften Körpers gewahr werden
    - die Flügel ausbreitend.

    Sich erheben, lächelnd, nickend zurücksehend
    und den Blick nach vorn gerichtet, nach oben -
    mit dem Gefühl des Neugeborenseins.
     
  4. Vajrakila

    Vajrakila Mitglied

    Registriert seit:
    11. April 2014
    Beiträge:
    33
    Hallo Spirit1964,

    das ist wunderschön - danke. Das berührt mich tief, hat dieselbe Wellenlänge eben. Noch mal Danke!

    Alles Liebe
    Vajrakila (Perino)
     
  5. Vajrakila

    Vajrakila Mitglied

    Registriert seit:
    11. April 2014
    Beiträge:
    33
    Hallo Lumen,

    ja, das war eine sonderbare Erfahrung - einige Zeit, nachdem es mich so komplett zerlegt hatte, etwa 2 Jahre später, als ich innerlich nach und nach wieder Struktur bekam, hatte ich eines Tages ein starkes inneres Bild. Ich habe lange gebraucht, um das anzunehmen.

    Ich stand als riesenhafte Gestalt zwischen 2 Welten, dieser materiellen und der geistigen, die wir mit dem Tod aufsuchen. Dazwischen ein bodenloser, scheinbar unüberwindlicher Abgrund. Meine Beine standen aber nicht auf den Rändern dieser Welten, so wie die Pfeiler einer Brücke, sondern hatten festen Stand mitten im bodenlosen Nichts zwischen diesen Welten. Kein Fallen, sondern eben felsenfester Stand. Und seitdem weiß ich, spüre ich immer wieder, dass mit dieser totalen inneren Zerstörung zumindest ein Teil meines Seins in diesem alles seienden Nichts bewusst geworden ist. Denn dort ist seitdem für mich innere Heimat, wo ich hingehen werde, wenn dieser irdische Teil sich auflöst.

    Alles Liebe
    Vajrakila
     
  6. chocolade

    chocolade Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. November 2012
    Beiträge:
    3.476
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    Wow !
    Ich liebe diese intensive Bildsprache.
    Da freu ich mich auf mehr.
    Aber ja, ohne intensive Erlebnisse keine intensive Kunst und so frage ich mich: Bist du tatsächlich um dieses Erlebnis zu beneiden ?


    Der Phönix, der aus der Asche stieg, wie schön ist's wenn's ist vollbracht, doch die Feuersglut davor hat dich erst mal umgebracht.
    Abgründe gibts im Leben viele und oft wünscht man sich dass man für immer fiele in die unendliche Nacht,
    doch der Morgen der kommt wieder und mit goldenem Licht ist man erwacht.
     
  7. SPIRIT1964

    SPIRIT1964 Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. Oktober 2011
    Beiträge:
    33.861
    Ort:
    Raum Wien
    Ja, dieselbe Wellenlänge scheint wohl dazu geführt zu haben, dass ich das hier aufschreiben wollte.

    Ich danke Dir für's Teilen Deiner Gedanken - und für's Berühren...

    Namasté, Spiri
     
  8. Vajrakila

    Vajrakila Mitglied

    Registriert seit:
    11. April 2014
    Beiträge:
    33
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    Hallo Chocolade,

    ich hab sozusagen "gelernt zu Sterben", immer weiter, immer tiefer, Schritt für Schritt. Nicht umsonst liebe ich die "zornigen" Gottheiten im tibetischen Buddhismus. Vajrakila ist mit der radikalste, macht "Tabula rasa", ohne Pardon, ist unwiderstehlich. *lach* Ich hab seine Energie nach einem Ritual mal spontan für mehrere Stunden in mir getragen, bis in die letzte Zelle hinein - und mich dabei sauwohl gefühlt *lach*.

    Wenn zuletzt das "ich" fast komplett zu Asche verbrannt wird, ist das brutal, aber meine Vorerfahrungen haben es möglich gemacht, diesen Zustand volle 2 Jahre auszuhalten, eben ohne Suizid zu begehen, auch wenn der Pfad schmaler war als der Tanz auf der Schneide einer Rasierklinge und sehr viel schmerzhafter.

    Grad vor ein paar Wochen hab ich meinen allertiefsten Schmerz zu fassen gekriegt, den, der mich vor 10 Jahren noch in Stücke gerissen hat, als er durch ein bestimmtes Ereignis kurzzeitig hoch kam, ohne das ich seine Ursache fassen konnte. Jetzt, ausgerechnet durch eine Filmmusik, ist alles hoch gekommen und klar geworden. Es ist sooo lange her. Ich war gerade mal zwei Jahre alt, als mein Innerstes, Heiligstes verletzt wurde, wohl durch eine unwissende Bemerkung. Ich rannte weg und fiel, zerschlug mir den Kopf an einem eisernen Fußabstreifer. Der körperliche Schmerz hat den seelischen dann wohl regelrecht versiegelt - bis heute, wo ich endlich die Kraft habe ihn komplett anzuschauen.

    Alles Liebe
    Vajrakila
     

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