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18 Monate

Dieses Thema im Forum "Trauer" wurde erstellt von Hagall, 5. März 2009.

  1. Hagall

    Hagall Sehr aktives Mitglied

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    Die Geschichte werden einige hier schon teilweise kennen, trotzdem wollte ich sie zum heutigen Anlass mal ausführlich hier her schreiben. Ich hoff, sie ist nicht zu lang.

    Heute vor eineinhalb Jahren, am 5.9. 2007, ist Monika, mein Ein und Alles, mein nach wie vor über alles geliebter Schatz, ums Leben gekommen.

    Wir waren zusammen auf Urlaub in Skandinavien, so wie wir jedes Jahr zumindest einmal mehrere Wochen waren. Diesmal bin ich etwas früher zurück gefahren, weil ich zu einem Prozess wollte (ein Freund von uns ist ein halbes Jahre davor erstochen worden). Monika ist noch dort geblieben und hat vorgehabt, noch 2 Tage in Schweden zu sein, danach wollte sie dann noch Freunde in Oslo besuchen. Wir haben ausgemacht, dass sie sich jeden 2. Tag meldet. Am Montag, den 3.9. 2007, haben wir uns von einander verabschiedet.

    Da ich mit dem Zug gefahren bin, hat meine Heimreise eineinhalb Tage gedauert, hab mich dann am 5.9. in der Früh vom Bahnhof abholen lassen und bin direkt zum Gericht gefahren, da der Prozess genau zum Zeitpunkt meiner Ankunft angefangen hat. Danach war ich noch mit anderen Freunden und Angehörigen des Opfers bis 23 Uhr am Abend in einem Lokal und bin erst gegen Mitternacht heimgekommen. Hab Mails geschaut und hatte eins von Monika, wo sie geschrieben hat, dass sie nach Gäddede fährt und sich dort eine Hütte nimmt und herumwandern wird. Das hat mich etwas beunruhigt, weil Gäddede ziemlich in der Wildnis liegt und ich nicht erwartet hab, dass sie dort hinfährt. Am Anrufbeantworter war sie auch, mit der Nachricht, dass sie bereits in Gäddede ist und alles super ist. Zu dem Zeitpunkt, als ich die Nachricht abgehört hat, dürfte in Wirklichkeit das Unglück bereits geschehen gewesen sein. Aber ok, ich war erstmal ein kleines bisschen beruhigt und hab mich hingelegt.

    In der Nacht bin ich dann aufgewacht mit dem Gefühl, dass da was ganz und gar nicht passt. Den ganzen nächsten Tag war ich völlig außer mir vor Sorge (das war ich vorher auch schon oft, aber in diesem ganz extremen Ausmaß noch nie). Spätestens am Abend sollte sie sich wieder melden, und die Stunden sind vergangen, keine Nachricht. Ungefähr um 21:15 hab ich es nicht mehr ausgehalten, hab mir im Internet den einzige Campingplatz von Gäddede rausgesucht und dort angerufen. Die Besitzerin hat mir gesagt, dass Monika bereits seit einem Tag gesucht wird, da ihr Rucksack und ihre Jacke beim Hällingsåfall, einem riesigen Wasserfall in der Nähe von Gäddede, von Waldarbeitern gefunden worden waren. Die Waldarbeiter hatten die Sachen zuerst dort stehen gelassen, aber nach ein mehreren Stunden noch mal vorbeigeschaut, und nachdem die Sachen dann immer noch dort standen, hatten sie reingeschaut und Monikas Buchungsbestätigung vom Campingplatz gefunden. Danach ist relativ schnell die Suchaktion eingeleitet worden, die aber erst ein Monat später zu Ende gehen sollte.

    Im ersten Moment hab ich es noch nicht realisiert, hab es noch geschafft, in der Arbeit Bescheid zu geben, dass ich wohl längere Zeit ausfallen werde und Monikas Schwester zu verständigen. Meine Eltern hab ich dann ebenfalls angerufen, die sind auch beide gekommen. 3 Tage danach bin ich mit meiner Mutter, meinem Bruder sowie dem Mann von Monikas anderer Schwester und dessen Vater zum Unglücksort gereist. Eigentlich war diese Reise völlig sinnlos, aber immerhin haben wir Monikas Sachen gekriegt und mit der – sehr einfühlsam agierenden – lokalen Polizei geredet. Ich hab dort auch gleich deponiert, dass ich will, dass der Körper in Schweden bleibt, wenn er gefunden wird, und dort eingeäschert wird und dass ich die Asche in der schwedischen Natur verstreuen will.

    Einen Tag nach der Rückkehr war ich bei einer Neurologin, die mir Antidepressiva verschrieben hat, die ich aber zunächst nicht genommen hab. Außerdem hat sie mir eine Astrologin empfohlen, bei der ich auch bereits am nächsten Tag war, was aber wenig gebracht hat, obwohl sie sehr nett war. Eine Freundin hat mir dann ein Medium empfohlen, das zum Teil auch schon mit der Polizei zusammengearbeitet und erfolgreich bei Suchaktionen geholfen hatte. Bei der war ich dann natürlich auch. Sie hat mir gleich gesagt, dass Monika umgekommen ist und nimmer lebt, und dass sie (Monika) Schwierigkeiten hat, zu realisieren, dass sie gestorben ist. Bei dem Medium war ich dann noch einige Male. Sie hat zum Teil Dinge gewusst, die wirklich beeindruckend waren, zum anderen Teil konnte ich aber auch mit ein paar Dingen gar nix anfangen.

    Zu Hause haben sich dann einige Leute wochenlang fast permanent um mich gekümmert, am meisten meine Mutter, meine Schwester, aber auch mein Vater, mein Bruder und einige Freunde. Glücklicherweise war mir selbst klar, dass ich unbedingt alles durcharbeiten musste, jeden Gedanken, und jedes Gefühl zulassen, jede Träne weinen. Alles andere hätte ich als Verrat an der Liebe gesehen. Die Suchaktion ist derweil weitergegangen, mit Tauchern und Hunden, aber zunächst erfolglos. Dann ist das Tauchen abgebrochen worden, weil der Wasserspiegel zu hoch war und man angenommen hat, dass der Körper unterhalb eines Strudels direkt beim Wasserfall ist. Es hat geheißen, dass erst Anfang November weitergesucht wird. Das hätte für mich weitere eineinhalb Monate Ungewissheit bedeutet. Jedes Mal, wenn das Telefon geläutet hat, hab ich gehofft, aber vergeblich. Die Vormittage waren eine einzige Katastrophe, hab eigentlich nur geheult. Am Nachmittag war es meistens ein bissl weniger schlimm.

    Am 5.Oktober ist der Körper dann schließlich von der Polizei im Fluss gefunden worden. Nachdem ich davor natürlich auch an die Möglichkeit gedacht hab, dass sie entführt worden ist und ärgstens missbraucht wird, und so war ich mir da nicht mal sicher, ob die Nachricht jetzt gut oder schlecht ist. Die darauf folgende Zeit war natürlich weiterhin der reine Horror.

    Danach hat es Ewigkeiten gedauert mit der Obduktion und Freigabe sowie Einäscherung, und niemand hat sagen können, ob ich jetzt die Asche haben kann oder nicht. Das Theater um die Asche sollte sich noch viele Monate weiter ziehen. Riesiger, unermesslicher Dank gebührt Heli, dem Mann von Monikas Schwester, der die ganze Zeit unermüdlich die Kontakte mit der Botschaft gehalten und sich um die ganze Bürokratie hat. Ich selber hätte ja gar keine Auskunft gekriegt, da wir nicht verheiratet waren. Dankbar bin ich in dieser Sache auch Monikas Eltern, mit denen Monika zwar ein alles andere als einfaches Verhältnis gehabt hat, aber die trotz ihrer eigenen, sehr christlichen Einstellung, akzeptiert haben, dass eine Einäscherung und Verstreuung der Asche in Skandinavien viel eher Monikas Willen entspricht als ein christliches Begräbnis in ihrem Herkunftsort. Sie haben allerdings eine Messe für sie lesen lassen, was ich auch für völlig in Ordnung halte, obwohl Monika und ich alles andere als Freunde der christlichen (oder sonst irgendeiner) Religion sind.

    Anfang Oktober hatte ich derweil mit einer Therapie angefangen, die ich bis Ende 2008 gemacht hab und die sehr geholfen hat (auf die Dinge, die mir weitergeholfen haben, bin ich zwar allein gekommen, aber das Reden in der Therapie hat unheimlich gut getan), und Mitte Oktober hab ich wieder zu arbeiten begonnen. In der Arbeit musste ich mich allerdings öfters mal für 20 Minuten ins Klo sperren und dieses mit meinen Tränen überschwemmen.

    Am meisten hab ich darunter gelitten, dass Monika so ein schweres Leben gehabt hat (hab ich im „Wird es je Erinnerungen…“- Thread beschrieben) und bis zum Schluss sehr darunter gelitten hat. Ich wollte immer, dass die Leute mit ihren ganzen Beileidsbekundungen an mich aufhören, und lieber an Monika denken und ihr alle positive Energie schicken.

    Eine Gedenkfeier in Österreich wollte ich natürlich von Anfang an auch machen, mit der Asche in der freien Natur. Aber es hat ja immer noch niemand gewusst, ob und wann wir die Asche kriegen. Anfang November 07 hat meine Schwester mich dann überzeugt, mit der Gedenkfeier nicht mehr auf die Asche zu warten. Ich hab dann für 25.11. eine Gedenkfeier im Wald außerhalb von Wien organisiert, zu der 95 Personen gekommen sind. Jeder hat einen Stein mitgebracht und wir haben eine Steinpyramide, wie sie oft in der Natur im Norden stehen, gebaut. Ich hab selbst die Rede gehalten (was mir wirklich erstaunlich gut gelungen ist) und eine Freundin von mir hat was auf der Flöte gespielt. Über diesen Tag war ich sehr froh und zufrieden, da ist einiges an Druck von mir abgefallen. Inzwischen war klar, dass wir die Asche kriegen, aber erst im Frühjahr, nach der Schneeschmelze, in Schweden verstreuen dürfen, an einem genehmigten Ort. Nach der Gedenkfeier am Bisamberg konnte ich das jetzt aber in aller Ruhe abwarten. Die Asche ist in dieser Zeit in Schweden geblieben.

    Fortsetzung im nächsten Beitrag
     
  2. Hagall

    Hagall Sehr aktives Mitglied

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    In der Zeit danach hatte ich ein paar bemerkenswerte Erlebnisse. Eins davon hab ihr hier schon beschrieben und zitier es jetzt aus Faulheit einfach wieder mal:

    Und zum anderen gibt’s sogar einen Link: http://www.esoterikforum.at/threads/77513


    So vieles hab ich zum ersten Mal wieder ohne Monika machen müssen. Es war fast, als wäre ich ein Kind, das alles erst lernen muss. Nach und nach hab ich mich daran gewöhnt, auch wenn es teilweise fast unerträglich war und ein paar Dinge gehen bis heute kaum oder gar nicht.

    Anfang November 07 hatte ich mich übrigens im Esoterikforum angemeldet und dort ein paar Trauerthreads mit meiner und Monikas Geschichte bereichert, aber keinen eigenen angefangen. An dieser Stelle noch mal alle nur erdenklichen guten Wünsche an Ines („Favole“), die sich monatelang sehr lieb per PN um mich gekümmert hat, aber jetzt leider nimmer im Forum ist (oder zumindest nimmer unter diesem Namen).

    Mein nächstes Projekt war dann ein Gedenkkonzert für Monika mit ihrer Lieblingsband Månegarm aus Schweden, die auch persönliche Bekannte von uns sind, und die ich für dieses eine Konzert nach Wien geholt hab, das dann schließlich am 26.4. stattgefunden hat, worüber ich unendlich froh bin. 3 hiesige Bands, die Monika mögen hat bzw. bei denen Freunde von uns spielen, waren auch dabei. Die Schweden haben auch Steine aus Schweden mitgebracht und sie an Monikas Gedenkplatz zur Pyramide ergänzt. Es war einfach großartig, sie damit ehren zu können.

    3 Wochen danach war es dann endlich so weit, das Theater um die Asche hatte endlich ein Ende (dazwischen war nämlich die Verstreu-Genehmigung widerrufen worden, netterweise hat sich aber bald ein anderer Grundeigentümer gefunden, der nix dagegen hatte) und ich bin mit meinem Vater und meiner Schwester nach Schweden, um die Asche zu holen und zu verstreuen. Genialerweise ist kein Aufpasser dabei gewesen, der geschaut hätte, was wir mit der Asche wirklich machen, sodass ich sie an vielen geliebten Plätzen in ganz Schweden und Norwegen verstreuen hab können, zum Teil zusammen mit norwegischen Freunden von Monika. Steinpyramiden sind dabei natürlich auch noch ein paar entstanden. Einen kleinen Teil der Asche hab ich dann nach Hause geschmuggelt und größtenteils zusammen mit Freunden an Monikas Gedenkplatz verstreut.

    Damit waren die wichtigsten Dinge erledigt, aber in mir war noch lang keine Ruhe. Schon seit Anfang 2008 hatte mich immer mehr der Gedanke gequält, ob es vielleicht doch Selbstmord und kein Unfall war. Immer wieder bin ich diese und jene Möglichkeiten durchgegangen, vieles hat auf Unfall hingedeutet, weniges auf Selbstmord, aber befassen musste ich mich halt trotzdem mit beiden Möglichkeiten. Es hat Momente gegeben, wo ich mit ihr geschimpft hab, was ihr einfällt, mich allein zu lassen (unabhängig von der Frage ob Unfall oder Selbstmord), gleichzeitig hab ich ihr aber auch immer gesagt, dass sie ihren Weg gehen soll und zu Liebe, Heilung und Erkenntnissen finden soll und sich bitte nicht selbst aus schlechtem Gewissen daran hindern soll.

    So richtig gehen lassen konnte ich sie aber noch nicht, weil ich immer ein Zeichen wollte, dass es ihr eh gut geht, bevor ich sie gehen lassen kann. Und wohl auch deshalb, weil ich ja bis heute nicht weiß, was eigentlich passiert ist. Ab Juli waren dann meine Tränen weitgehend versiegt und ich konnte immer nur noch kurz weinen, und nicht mehr intensiv so wie vorher. Mittlerweile war ich wieder weitgehend im Leben drin, wenn auch natürlich vieles nicht mehr so war wie vorher. Ich war wieder politisch und musikalisch aktiv, hab einiges unternommen und in der Arbeit ist es mir meistens auch gut gegangen. Sonderlich viele Zeichen hab ich in dieser Zeit zwar nicht gekriegt, aber das eine oder andere war wohl doch dabei und hat mir etwas Mut gemacht.

    Mitte September war ich dann wieder bei einem Medium, aber das war leider weniger toll. Irgendwie halte ich nix davon, wenn man einem Medium von Anfang an konkrete Fragen stellen muss. Ich kenne zwar wen, dem der Herr tatsächlich geholfen hat, aber bei mir sind da doch eher einige Zweifel geblieben.

    Aber irgendwie bin ich in der Zeit danach langsam so weit gekommen, mit jeder Möglichkeit (Unfall, Verbrechen du Selbstmord) meinen Frieden zu finden.

    Ende Oktober 2008 hatte ich dann mein Loslass-Erlebnis. War wieder beim Gedenkplatz und am Weg durch den Wald, kurz bevor ich am Gedenkplatz angekommen bin, war mir von innen heraus klar, dass ich es falsch herum angehe. Ich wollte immer ein Zeichen von ihr, dass alles ok ist und ich sie gehen lassen kann. Aber da hab ich dann irgendwie vom Herz her kapiert, dass es ihr nur dann gut gehen kann, wenn ich sie ihren Weg gehen und ihre Erkenntnisse sammeln lasse, und dass das auch für mich das Beste ist. Und da hab ich das erste Mal seit 3 oder 4 Monaten wieder richtig heulen können, allerdings waren es das erste Mal Tränen der Erleichterung, ja fast schon der Freude.

    Seit diesem Moment ist mir klar, dass „Loslassen“ nur dann passieren kann, wenn nicht nur die Person, die losgelassen wird, sondern auch die, die loslässt, wirklich von Herzen so will und selbst als Erleichterung empfindet. Ein anderes Loslassen gibt es meiner Ansicht nach nicht. Alles andere ist gewaltsamer Selbstbetrug. Loslassen dagegen ist weder gewaltsam, noch lieblos, noch gleichgültig, noch trennend, sondern das genaue Gegenteil von all dem. Loslassen kann nur das Herz, und dem Herz kann man nix nefehlen, das macht das von selbst oder gar nicht. Daher nochmal: Der Satz „Du MUSST loslassen“ ist vollkommen verblödet. Müssen tut man da gar nix. Man kann nur konsequent und geduldig trauern und auf sein Herz hören.

    Danach hab ich fast 2 Monate lang wirklich Schwierigkeiten gehabt, mich zu konzentrieren, wenn ich an Monika gedacht hab. Vielleicht war das nach diesem ersten Loslassen ja notwendig, mal einfach eine Zeitlang nicht an sie zu denken, was weiß ich….

    Aber auf Dauer konnte das so natürlich auch nicht gehen. Und tat es auch noch. Am 21.12. (Wintersonnenwende!) 2008 wollte ich an Abend eigentlich zu einem Konzert gehen, war dann aber doch zu müde. Hab dann meine Mails abgerufen, und es ist u.a. irgendwas mit einer Weihnachtsverlosung im Esoterikforum gekommen. Die Verlosung hat mich zwar genau wie das ganze Weihnachten genau Nüsse interessiert, aber ich hab mir trotzdem gedacht, schau ma doch wieder einmal rein (das letzte Mal war zu dem Zeitpunkt gut 8 Monate her). Bin zuerst kurz bei den außerkörperlichen Erfahrungen herumgelümmelt, aber eigentlich hat mich das dann doch nicht interessiert (getan hat sich in dieser Hinsicht übrigens nicht mehr viel bei mir), sodass ich mich dann dem Trauerbereich zugewendet hab.

    Dort hatte Bambie an diesem Tag den „12.12. 2008 mein Freund ist nicht mehr bei uns – Thread“ eröffnet. Die Beiträge von Bambie und Kenshin in diesem Thread haben mich von Anfang an zum Teil sehr an meine eigene/Monikas Geschichte erinnert, und durch das viele Schreiben in diesem Thread hab immer mehr wieder an Monika gedacht und auch bemerkt, wie viel ich in den 15 Monaten davor gelernt hatte. Und dieses Denken an Monika ist jetzt viel ruhiger und die Liebe viel weniger verzweifelt und mehr voller Gewissheit über die untrennbare Verbundenheit als die ganzen Monate davor.

    Natürlich geht das nicht ununterbrochen so, und die Trauer überkommt mich manchmal immer noch ganz ordentlich. Aber das Vertrauen setzt sich meistens relativ schnell durch. Trotzdem müssen viele Erkenntnisse immer wieder neu erarbeitet werden (wie ich gerade in den letzten Tagen bei mir selbst bemerkt hab) – aber zu dieser Arbeit bin ich gern bereit, wenn ich dafür so ruhig und vertrauensvoll an Monikas Gedenkplatz stehen kann wie heute am späten Vormittag.

    Die Trauer verschwindet nicht. Und das braucht sie auch nicht. Ich hab sie so in mein Leben integrieren können, dass sie mich meistens nicht behindert. Mein Leben besteht auch aus anderen Dingen.


    Folgendes gilt sogar dann, wenn all die Überlegungen fürn Hugo sein sollten und nach dem Tod eh nix mehr kommt (wobei an diese Möglichkeit kann ich irgendwie nur schwer glauben kann):

    Monikas Liebe zu mir und meine Liebe zu ihr werden immer da sein, die kann ich nie verlieren. Monikas Leben und mein Leben mit ihr ein dein Teil von mir, der mich entscheidend mitprägt. Das kann nie verloren gehen. Monika kann mir nie verloren gehen. Das ist kein verzweifelter Treueschwur oder Festhalteversuch, sondern ein vollkommen ruhiges Wissen.
     
  3. Kenshin

    Kenshin Mitglied

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    ach hagall..ich musste erstmal wieder richtig weinen (aber mehr innerlich)... ich kenne deine geschichte ja..aber sie jetzt komplett in einem zu hören... ich hab mich soo in die geschichte reinversetzt als wären ich und yasmine das gewesen..die das erlebt haben...
    und das hat mich so unendlich traurig gemacht und mir sind die gedanken gekommen wie ich wohl reagiert hätte...und was ich gefühlt hätte..

    leider bin ich noch nicht so weit das ich ein "vollkommen ruhiges wissen" besitze..in jedem bezug..sei es das leben nach dem tod und alle andren dinge... das macht mir noch sehr zu schaffen...

    ich hab grade wieder eine folge einer unserer lieblingserie gesehen(eine neue folge die sie nicht sehen konnte..und darin ging es um verlust und tod)

    darin wurde folgendes gesagt :

    Memories are our way of keeping the past alive. Some are so painful we never
    want to visit them again.But a memory can also be a gift,
    something we can open again and again in orderer to fill ourselves with happiness.

    ich hoffe ich hab die kraft das alles durchzustehen...
     
  4. Hagall

    Hagall Sehr aktives Mitglied

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    das einzige, wo ich dieses ruhige wissen hab, ist das, was ich im letzten absatz beschrieben hab. und in dem bereich bin ich mir fast sicher, dass es irgendwann auch bei dir kommen wird, auch wenn ich ansonsten mit solchen prognosen eher vorsichtig bin.

    bzgl. leben nach dem tod hab ich gar nix, außer der tatsache, dass ich mir nicht gut meine nicht-existenz vorstellen kann.
     
  5. JoyeuX

    JoyeuX Sehr aktives Mitglied

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    Die ganze Geschichte finde ich schlimm!!! :(
    Darf ich fragen, warum Monikas Jacke und Tasche da bei dem Wasserfall gefunden wurde? Weiß man da was?
    Beim wandern legt man doch nicht einfach so das Zeug ab, und wandert ohne weiter?

    War sie des öfteren alleine wandern?


    Ich kann mir vorstellen, dass man nach so einem Unfall Zweifel hat, wie es wirklich passiert ist...und die Unwissenheit eines der schlimmsten Dinge sein kann. :(


    Ich weiß nicht was ich von Mediums halten soll.
    Letztens war ich auf einer Seite, die sehr überzeugend geschrieben war. Mit einem Protokoll eines Hinterbliebenen mit einem (amerikanischen) Medium, ins Deutsche übersetzt.
    Der Hinterbliebene fragte von selber so gut wie nichts, und gab auch nichts preis, nicht mal mit wem er in Kontakt treten möchte, und das Medium schrieb von selber, und kam auf Dinge die man so nciht wissen könnte.
    Also sehr überzeugend.
    Dann durchsuchte ich die Seite weiter...und melden konnte man sich bei einer Mailadresse wo der Vorname einer Frau mit drin war.... (der Hinterbliebene war ein Mann, und die ganze Geschichte wurde aus seiner Sicht geschrieben) aus dem deutschsprachigem Raum, die verschiedene Sitzungen anbot, und die fingen bei 79€ aufwärts an.
    Und da fängts für mich schon an, sehr dubios zu werden...
    Auch wennd das Protokoll noch so schön zu lesen war, aber wenn dann mal sowas ist, und eine richtige Preisliste, je nach "Hilfestellung"...lässt man wohl am Besten die Finger davon. :(
     
  6. Hagall

    Hagall Sehr aktives Mitglied

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    nachdem keienr weiß, was passiert ist, weiß man natürlich auch das nicht.
    naja, das ist dort schon erklärbar. aber da müsstest du die dortigen gegebenheiten kennen. beim wasserfall ist eine brücke, unter der sind die sachen gefunden worden. da fließt der bach durch, und unmittelbar nach der brücke fängt der wasserfall an. es war warm an dem tag. man kann das zeugs dort abstellen, um den wasserfall aus allernächster nähe zu beobachten. oder um den canyon entlangzugehen, durch den der fluss nach dem wasserfall fließt. es weiß ja auch keiner, an welcher stelle sie reingestürzt ist.

    ja. meistens waren wir miteinander, aber wenn ich mal nicht können hab, ist sie auch allein gegangen. wobei sie die gegend dort gekannt hat, wir waren 2004 miteinander dort.

    in der tat...aber man lernt auch damit zu leben.

    was die 2 medien betrifft, bei denen ich war: die erste wollte kein geld. hat mich als notfall gesehen und wollte dafür nix haben außer einem bussi am schluss. beim zweiten war das dann anders, aber das hab ich vorher gewusst, und da war ich ja auch kein notfall mehr.

    ja, vielleicht erwisch ich irgendwann mal so ein wirklich supertolles medium...aber eigentlich arbeite ich ja eher dran, ohne das zurecht zu kommen. ich würde gar nimmer so dringend wissen wollen, was genau passiert ist. viel wichtiger wär mir, zu wissen, dass es ihr jetzt gut geht.
     
  7. Atreya

    Atreya Mitglied

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    lieber hagall,
    es hat mich sehr berührt, von eurer liebe, monikas verschwinden, der verzweifelten suche und trauer, deiner entwicklung bis zum loslassen zu lesen. darüber schreiben ist eine gutes werkzeug zur verarbeitung, ventil und auch die möglichkeit andere menschen zu erreichen. ich danke dir.

    ich denke eine möglichkeit ist, darauf zu vertrauen, dass es ihr gut geht. Vielleicht kann man vertrauen pflegen, auch über die grenze zum anderen sein, nach dem tod. ich hoffe, das klingt jetzt nicht aufdringlich. du hast in dieser heftigen zeit so tiefe emotionen erlebt und für mich klingt es nach riesigem wachstum und reifungsprozess, den du notgedrungen und aus liebe erlebt/bewältigt hast. ich empfinde große achtung vor dir.

    lieben gruß
    atreya
     
  8. JoyeuX

    JoyeuX Sehr aktives Mitglied

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    Achso, dann wäre das ja eigentlich eine erklärbare Sache....
    hm, ich denk mir, auch wenn ich Monika nicht kannte, aber bei einem Selbstmord legt man nicht erst seine Sachen ab, um etwas weiterzugehen, und es dann zu tun...
    Ich glaub auch irgendwie nicht, dass man erst wandern geht, und sich dann das Leben nimmt.
    Wandern und Sport ist ja im Grunde gut für die "Laune", Selbstmord begeht man gerne im stillen Kämmerchen...
    Ich hoff ich misch mich jetzt nicht zu sehr ein, oder so, obwohl ich im Grunde nichts über sie weiss,.....das waren momentan nur so meine Gedanken.


    Dann ist das auch ein Anzeichen, dass das Wandern nicht irgendwie absonderlich war, denke ich...

    hm, mich interessiert das vorher auch immer weniger, obwohls eben doch noch etliches an Fragen gibt, als eher die Fragen, wo sie jetzt ist, und ob sie überhaupt noch ist, hoffentlich, und dass sie glücklich ist.
    Das zu wissen wäre, und zu wissen dass sie glücklich ist, mit ihren Liebsten zusammen, die ihr vorgegangen sind, wär für mich das Schönste überhaupt...

    Sollte ich mal zu einem Medium gehen, möchte ich allerdings schon vorher sowas wie einen Beweis haben, denn erzählen wo jemand Unbekannter gerade ist, und was er macht und denkt, kann jeder...
     
  9. poschlb

    poschlb Aktives Mitglied

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    Straubing
    lieber hagall,kann nur sagen es tut mir leid das mit monika!!
    sonnige grüße poschlb
     
  10. mongol

    mongol Mitglied

    Registriert seit:
    3. Januar 2009
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    Steiermark
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    Lieber hagall!

    Danke, daß du deine Erfahrungen mit uns teilst!

    Viel Liebe auf deinem weiteren Weg! :umarmen:
     
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