Esoterik-Forum

Zurück   Esoterik-Forum > Esoterik > Religion & Spiritualität

Hinweise

Antwort
 
Themen-Optionen
  #1  
Alt 04.09.2003, 09:40
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
ERWACHEN - Advaita Vedanta

Hallo ihr Lieben,

hatte bis vor kurzem eine "spirituelle Pause"! Es waren einfach andere Dinge in meinem Leben wichtiger...

Seit kurzem finde ich wieder Zeit mich mit mir und meinem Leben zu beschäftigen. Und da tauchte plötzlich ein neuer esoterisches/spirituelles Thema auf!

))) ERWACHEN - ADVAITA VEDANTA (((

Hat sich von euch schon mal jemand damit auseinandergesetzt? Ich habe bis jetzt nur 2 Bücher zu diesem Thema gelesen.
Hat jemand mehr Erfahrung?
Würde mich sehr über einen Austausch freuen! Bin zur Zeit etwas verunsichert, weil diese "Nicht-Lehre" eigentlich im Gegensatz zu fast allem steht an das ich bis jetzt geglaubt habe. Und trotzdem ist diese "Nicht-Lehre" so faszienierend und ich habe tief in mir das Gefühl das sie die eine, die letzte Wahrheit ist!!!

Also bitte schreiben wenn Du schon mal einen Satsang mitgemacht hast und etwas mehr weißt als ich ....


Wünsche allen die Erfahrung die sie in diesem Leben brauchen um sich zu vervollkommnen oder um zu erwachen das sie schon vollkommen sind...


Thorsten
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 04.09.2003, 11:12
sam° sam° ist offline
Enthusiastisch
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 500
Hallo Thorsten,

mein Haupt-Nicht-Thema ist Meditation

Ich habe vor einiger Zeit einmal ein Thema über Advaita begonnen: http://www.esoterikforum.at/forum/sh...?threadid=1688

Viel Erfahrung mit der Nicht-Lehre Advaita, wie Du sagst, habe ich jedoch nicht. Ich habe ein paar Texte dazu gelesen (im Internet), und bei einem Satsang zugehört. Ich habe den Eindruck, dass Satsang derzeit so etwas wie "in" ist und sich hinter dem Begriff einiges an Ego verbirgt. Was ich an Texten gelesen habe, stimmt zwar größtenteils mit meinen Erfahrungen in Meditation überein - aber ich vermisse das "Herz" (die Seele, die Ruhe und das Leuchten in den Augen, die personenunabhängige und universelle Liebe) bei vielen Personen, die nun Satsang geben. Momentan würde ich nur Pyar (http://www.pyar.de/index_2/Pyar_frameset_1.htm) "empfehlen".

Aber es ist eigentlich vollkommen unerheblich, ob die - die sich da jetzt Erleuchtet nennen - auch wirklich erleuchet sind, denn das einzig wirklich Wichtige ist das EIGENE ERWACHEN


Alles Liebe Dir
sam
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 04.09.2003, 15:24
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
Erwachen - Advaita Vedanta

Hallo Sam,

dank Dir für Deine Nachricht... Von Pyar hab ich im Wegweiser auch schon gehört, allerdings hat mich ihre Ausstrahlung nicht so sehr angesprochen wie z.B. bei OM oder Madukar. Ich weiß im Moment gar nicht was ich denken soll... Nur das ich frei sein will und keinen sinnlosen Konzepten mehr hinterherrennen möchte!
Was meinst Du mit Meditation? Ich meine wie meditierst Du? Wie bekommst Du den Geist unter Kontrolle?
Bis jetzt habe ich die Erfahrung gemacht mit dem Satz:"Sei still und beobachte den Denker..." am besten zur Ruhe zu kommen.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl das das allein meditieren irgendwie nichts bringt...

Bis jetzt habe ich noch nicht die Erfahrung gemacht, das Erwachen ein Modetrend wird. Aber wenn viele Menschen erwachen würden, was wäre schlecht daran. Oder meinst Du das einfach viele auf diesen Guru-Zug aufspringen und dann verkünden sie würden die Wahrheit kennen?

Freue mich schon auf Post von Dir...

Liebe Grüße

Thorsten
__________________
Die Realität ist der Schatten des Verstandes
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 05.09.2003, 13:34
sam° sam° ist offline
Enthusiastisch
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 500
Hallo Thorsten,

Ja, sie sprechen größtenteils die Wahrheit, aber wenn Du genau hinschaust und zuhörst, spürst Du irgendwie, dass sie sie noch nicht erfahren haben.

Om C. Parkin hat im Satsang eine Zuhörerin, die nach 10 Minuten gehen wollte, quasi hinausgeworfen. Wozu, wenn sie doch sowieso gehen wollte? Auf kritische Fragen hat er ziemlich heftig und laut reagiert. Bei Menschen, die viel meditieren oder erleuchtet sind, siehst und spürst Du einfach, dass sie sich selbst (auch in Sinne von "sogar") beispielsweise beim "zornig sein" beobachten. Sie sind mit dem Zorn nicht identifiziert, sie beobachten sich dabei bewußt, sie spielen ihn nur - vielleicht um Dir etwas für Dich zu zeigen, damit Du eine Möglichkeit hast, Dich besser kennenzulernen. Du spürst - egal was sie tun - immer ihre Liebe dabei. Und oft huscht ein Lachen durch ihre Augen.

Der Satz "Sei still und beobachte den Denker ... " ist gut.
Aber probiere es vielleicht einmal ohne "Sei still". Du beobachtest einfach nur den Denker.

Dieses "Sei still" und der Wunsch, den Geist unter Kontrolle zu bringen, ist die Wahl, dass ein stiller Geist besser ist als ein unruhiger Geist. Das schränkt Dich in Deiner Freiheit schon wieder ein. Du beobachtest einfach das was ist.

Du hast eine unruhigen Geist, Gedanken kreisen wild in Deinem Kopf - Du beobachtest.
Du hast eine ruhigen Geist, Gedankenlücken - Du beobachtest.

Versuche nicht die Gedanken unter Kontrolle zu bringen, denn das geht nur, indem Du sie verdrängst. Und Meditation ist einfach ein bewüßtes Wahrnehmen von dem was ist - der Wahrheit. Wahrscheinlich wirst Du auch ohne dem "Sei still"-Teil zur Ruhe kommen, weil allein schon das Beobachten eine wundervolle Erfahrung ist. Und falls nicht, dann freue Dich, denn dann hast Du die falsche Ruhe entlarvt und wirst bald - wenn Du so weiter machst - wirkliche Meditation erfahren.

Wie ich meditiere?
Ich versuche, auch während meines Alltags mich möglichst oft bewußt an mich - mein Sein - zu erinnern und probiere verschiedene Meditationstechniken aus (http://www.esoterikforum.at/forum/sh...?threadid=1378)


Ein schönes Wochenende Dir !
sam
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 05.09.2003, 13:41
sam° sam° ist offline
Enthusiastisch
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 500
Meditationstechnik

Nochmal Hallo Thorsten,

hier noch eine Meditationstechnik für Dich, die oben geschriebenes verdeutlicht:


"Wo immer dein Geist hinwandern mag, innerlich wie äusserlich - genau an diesem Ort: Dies."

Eine Meditationstechnik aus der Zen-Tradition ist:

Wenn ich müde bin, schlafe ich.
Wenn ich hungrig bin, esse ich.
Und das ist alles.

Das ist die Antwort vieler Zen-Meister, auf die Frage was sie tun.
Das ist sehr schwer, auch wenn es einfach aussieht.

Wenn du beim Essen einfach nur essen kannst, wenn du beim Sitzen einfach nur sitzen kannst - ohne etwas anderes zu tun, wenn du in diesem Augenblick sein kannst, ohne dich von ihm zu entfernen, wenn du mit dem Augenblick verschmelzen kannst ohne Zukunft und ohne Vergangenheit, dann bist du ein Buddha.

Wenn wir essen, tun wir meist gleichzeitig viele verschiedene Dinge, sind vielleicht völlig geistesabwesend.
Der Körper isst zwar - genau wie ein Roboter - der Geist ist aber irgendwo anders (plant vielleicht gerade das kommende Wochenende).

Wenn deine Gedanken abwandern, versuche sie nicht aufzuhalten.
Versuche nicht die Gedanken auf einen Punkt festzuhalten, sie auf irgendetwas zu konzentrieren.
Lass sie einfach wandern und erinnere dich daran, dass du der Beobachter der Gedanken bist - und nicht die Gedanken. Mache dir den Beobachter bewusst und lass die Gedanken ziehen.

Du bist der leere Himmel.
Die Gedanken sind Wolken.
Die Wolken ziehen am Himmel vorbei.
Erinnere dich immer an den Himmel.
Du bist der Himmel, nicht die Wolken.

Wenn du den Wolken, den Gedanken zusiehst, entdeckst du früher oder später, dass sie sich verlangsamen und manchmal schon eine Lücke entsteht.

Sei dir bewusst, dass du der leere Himmel bist und eines Tages werden alle Wolken verschwunden sein.


Alles Liebe Dir
sam
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 05.09.2003, 17:27
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
Rauswurf...

Hallo Sam,

woher hast Du die Information mit dem Rauswurf von OM C. ....?
Ich denke ich werde ihn im Oktober einfach selbst mal kennenlernen müssen. Da ist ein Satsang in Köln... Ich glaube Dir was Du zum Rauswurf geschrieben hast, aber vielleicht war dies genau die Reaktion die diese Frau in diesem Moment brauchte? Spekulation, Spekulation....


Naja, egal! Schönes Wochenende...

Bis bald * Thorsten
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 05.09.2003, 18:21
Benutzerbild von Alia
Alia Alia ist offline
Erfahren
 
Registriert seit: Apr 2003
Ort: WestfALIA
Beiträge: 4.572
Hallo Thorsten

zu "Advaita" fand ich bis jetzt noc "nichts",- aber ich hab auch noch nicht ausgiebig gesucht.

Zum Wort "Vedanta" fand ich folgendes: .... ist eine philosophische Schule, deren Lehren in einer berühmten Abhandlung, dem ersten Brahmasutra, zusammengefasst wurden. Sie fand nach der vedischen Zeit weite Verbreitung, akzeptierte aber die vedischen Rituale.
Sie lehrt, dass der Mensch vielen von dem, was er weiß, misstrauen soll, und diese Kenntnisse durch "Wahres" Wissen ersetzen soll.
Die Vedanisten stehen dieser Welt gleichgültig gegenüber, so dass sie sich von ihr zurückziehen und Inaktivität bevorzugen. Sie lehren eine ART Monoismus: Die Materie ist eine Erscheinung des Geistes, d.h. des Brahma, der universellen Seele, und unsere sinnlichen Eindrücke sind Maya,- Illusion. Der Unterschied zwischen Brahma und einem Wurm ist nur ein stufenweiser. Menschen, die an die physikalische Wirklichkeit glauben, leben in einem Traum. Brahma, der mit Vishnu und Shiva indentisch ist, stellt die Höchste Wirklichkeit, der alle Dinge entspringen, dar. Diese Erkenntnis ist es, die uns zu unserem Ursprung zurückbringt.

Über das "andere" kann ich leider nicht mitreden und einen "Satsang" hab ich auch nch nicht gemacht- denke ich zumindest. Muss erst sehe, was es ist.....

Aha,- ein "Mensch"- wie ich gelesen habe- hoffe ich doch. Na ja,- Satsang oder Om.... sind nicht meine Lehrer,- sondern meiner ist mehr "das Leben" und in dem versuuche ich bei jeder Begegnung zu denken: "So-Ham Ham-So"

Sai Ram
Alia
-------------------------------------------------
The DEEPEST Dark inludes the BRIGTHNESS Ligth
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 06.09.2003, 12:26
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
Advaita

Hallo Alia,

danke dass Du Dir soviel Mühe machst... Zum Teil hast Du recht: Es geht sich wohl darum das Leben als die Illusion, der Traum der es ist zu durchschauen. Sich daran zu erinnern (aber nicht mit dem Verstand) woher man kommt. Wer man wirklich ist....!
Wenn ich es richtig verstanden habe, läßt sich darüber auch nicht spekulieren... Wie schrieb Lao Tse:

Das aussagbare Tao, ist nicht das ewige Tao.

Der nennbare Name, ist nicht der ewige Name.

Das "Sein", um das es wohl in vielen Techniken und spirituellen Wegen geht, läßt sich nicht einfangen oder in Worte fassen. Deshalb ist es wohl so schwer zu erwachen. Wir wollen alles immer mit dem Verstand durchschauen, erarbeiten und daran festkrallen... Aber das funktioniert nicht!
Die Advaita(Nicht)Lehre scheint von allem das ich in meinem jungen Leben erfahren durfe am nächsten dran zu sein.

Nun gut... würde mich freuen wenn ich nochmal was von Dir höre!


Liebe Grüße

Thorsten
__________________
Die Realität ist der Schatten des Verstandes
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 08.09.2003, 10:20
sam° sam° ist offline
Enthusiastisch
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 500
Hallo Thorsten,

der Satsang, bei dem ich zugehört habe, war von Om C. Parkin - ich habe den "nachträglichen" Rauswurf miterlebt. Ja, vielleicht hat ihn der Mensch "gebraucht", um etwas in sich selbst zu erkennen. Aber wie gesagt, es war keine Liebe, kein Bewußtsein ihn Om wahrnehmbar für mich. Aber schau ihn Dir einfach einmal an im Satsang.

Achte ein bisschen darauf, dass Du Dich jetzt nicht an der "Nicht-Lehre" festkrallst. Der Verstand kann mit dem Begriff "Nicht-Lehre" nämlich nichts anfangen, d.h. er wird ihn doch wie eine Lehre auffassen und nach Regeln suchen, nach einer gewissen Ordnung und nach Vorgaben suchen, eine Logik reinbringen wollen. Dadurch kann das ganze recht schnell zu einer reinen Theorie verkommen (d.h. zu einer rein verstandsmässigen Beschäftigung mit dem Thema), die dann vielleicht Deiner Erfahrung von Erwachen im Wege steht.


Alles Liebe Dir
sam
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 08.09.2003, 11:46
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
Vielen Danke...

Einen wunderschönen guten Morgen...

Ja, Du hast recht. Von Anfang an lehnte meine Freundin Advaita irgendwie ab. Da sie nicht viel mit spiritualität oder Esoterik zu tun hat, waren das eh alles nur Sekten!! Doch durch ihr ständiges drauf aufmerksam machen habe ich die Texte in den Büchern auch etwas anders gelesen und bin mittlerweile zu dem Schluß gekommen, das diese Lehre der "Nicht-Lehre" nicht ganz stimmt. Zum Beispiel eine Stelle:

"Jeder Lehrer der euch sagt tu dies, tu jenes, ist kein Lehrer sondersn ein Schlachter und nicht erwacht. Ich sage euch nur eins: Seit still und fragt euch:"Wer bin ich!!"."

Irgendwas stimmt da doch nicht, oder? Naja, trotzdem haben die Bücher in mir etwas wachgerüttelt. Die Frage nach dem wer bin ich! Bis vor kurzem dachte ich, wenn man von Selbstfindung spricht, geht es um die Person die ich bin. Darum was ich erreichen will, was ich mag, was ich nicht mag, für wen ich mich halte etc.! Jetzt weiß ich, das mehr gibt als die Person. Und das ich dieses mehr sein möchte (auch sein möchte). Aber auch das ist ja schon wieder ein Verlangen, das nicht von diesem "mehr" kommt...

Naja, es scheint nicht einfach zu sein... Vielleicht kannst du mir hin und wieder helfen! Ich glaube Du bist auf diesem Weg schon etwas weiter als ich... Einige Deiner Meditationstechniken sind, denke ich dafür sehr geeignet. Wobei ich auch zu diesem Thema bis vor kurzem eine "falsche" Vorstellung hatte...

Naja, so ist es halt! Man lernt immer dazu!

Ok, das war`s auch schon... Dir eine schöne Arbeitswoche!

Bleib bewußt * Thorsten
Mit Zitat antworten
  #11  
Alt 30.09.2003, 13:48
sam° sam° ist offline
Enthusiastisch
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 500
Erwachen

Hallo Thorsten,

folgender Text aus dem Buch Von P.D. Ouspensky "Auf der Suche nach dem Wunderbaren (Perspektiven der Welterfahrung und der Selbsterkenntnis)" ist mir noch zu dem Thema Erwachen eingefallen.

Darin berichtet Ouspensky über seine achtjährige Arbeit als Schüler von Gurdjieff. Mir gefällt nicht alles aus dem ca. 600 Seiten dicken Buch, aber dieser Auszug trifft vielen Dinge, meiner Erfahrung nach, auf den Punkt.

Es ist halt ein bisschen lang, aber es sind nicht alle 600 Seiten - ich schwör's


Auszug aus diesem Buch (7.Kapitel), ein Bericht über die Gespräche von Ouspensky mit Gurdjieff:


Wir haben alle die Möglichkeit von Bewusstsein und seltene Augenblicke des Aufblitzens.

Sie werden dann sehen, dass Sie denken, fühlen, handeln, sprechen, arbeiten können, ohne sich dessen bewusst zu sein und wenn Sie lernen, in sich selbst die Augenblicke von Bewusstsein und die langen Zeitspannen des Mechanisiertseins zu sehen, dann werden Sie ebenso sicher auch an anderen erkennen, ob sie sich dessen, was sie tun, bewusst sind oder nicht.

Was ist das wichtigste, was wir während der Selbst-Beobachtung bemerken?

Keiner von Ihnen hat bemerkt, dass sie sich nicht Ihrer selbst erinnern. Bei Ihnen "Beobachtet es" genau so wie "es spricht", "es denkt", "es lacht". Um sich wirklich zu beobachten, muss man zuerst sich seiner selbst erinnern. Versuchen Sie, sich Ihrer selbst zu erinnern, während Sie beobachten. Nur die Ergebnisse, die von der Selbst-Erinnerung begleitet werden, haben überhaupt einen Wert. Sonst sind Sie selbst gar nicht an Ihren Beobachtungen beteiligt.

Ouspensky's Versuche von Selbst-Erinnerung führten zu keinen Ergebnis, ausser dass sie ihm zeigten, dass wir uns tatsächlich nie an uns selbst erinnern.

Dies ist eine sehr wichtige Einsicht. Menschen, die dies wissen, wissen schon sehr viel. Die Hauptschwierigkeit ist, dass niemand es weiss. Wenn Sie einen Menschen fragen, ob er sich seiner selbst erinnern könne, wird er natürlich antworten, dass er es könne. Wenn Sie ihm sagen, dass er sich nicht seiner selbst erinnern könne, wird er entweder auf Sie wütend werden, oder er wird Sie für einen vollständigen Narren halten. Die ganze menschliche Blindheit beruht darauf. Wenn ein Mensch wirklich weiss, dass er sich nicht seiner selbst erinnern kann, dann ist er schon dem Verständnis seines Seins nahegerückt.


Im Folgenden macht Ouspensky zahlreiche Versuche, sich seiner selbst zu erinnern und schreibt darüber:

Ich hatte früher einige Experimente in der Richtung gemacht, meine Gedanken zum Stillstand zu bringen, wie es in den Büchern über Yoga-Übungen erwähnt wird. Und meine ersten Versuche, mich meiner selbst zu erinnern, riefen in mir diese meine ersten Experimente ins Gedächtnis. Tatsächlich war es fast das gleiche mit dem Unterschied, dass beim Anhalten der Gedanken die Aufmerksamkeit ganz auf die Anstrengung gerichtet ist, keinen Gedanken zuzulassen, während bei der Selbst-Erinnerung die Aufmerksamkeit geteilt wird, ein Teil wird auf die gleiche Anstrengung gerichtet und der andere Teil darauf, sich selbst zu empfinden.

Wenn ich etwas beobachte, wird meine Aufmerksamkeit auf den beobachteten Gegenstand gerichtet - eine Linie mit einer Pfeilspitze.

ich => der beobachtete Gegenstand

Wenn ich gleichzeitig versuche, mich meiner selbst zu erinnern, wird meine Aufmerksamkeit sowohl auf den beobachteten Gegenstand als auch auf mich gerichtet.

ich <=> der beobachtete Gegenstand

Nachdem ich dies definiert hatte, sah ich, dass das Problem darin bestand, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten, ohne die auf einen anderen Gegenstand gerichtete Aufmerksamkeit zu schwächen oder zu vernachlässigen. Ferner konnte sich dieser "andere Gegenstand" sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb von mir befinden. Es ist ein vollkommen neuer und sehr interessanter Zustand, der mir merkwürdig bekannt vorkam.

Zweitens erkannte ich, dass Augenblicke von Selbst-Erinnerung im Leben, wenn auch selten, vorkommen. Nur die absichtliche Erzeugung solcher Augenblicke schuf eine Empfindung von Neuheit. Tatsächlich war ich seit frühester Jugend mit ihnen bekannt. Sie traten entweder in neuen und unerwarteten Umgebungen auf oder an einem Ort, bei einer Reise unter neuen Menschen. Oder in Augenblicken sehr starken Gefühls, in Augenblicken von Gefahr, in Augenblicken, da es notwendig ist, den Kopf nicht zu verlieren, da man seine eigene Stimme hört und sich selbst von aussen sieht und beobachtet.


***


Manchmal war das Selbsterinnern nicht erfolgreich.

Ich spazierte einmal den Litejnij entlang in Richtung auf den Newsky (grosse Einkaufsstrasse in St. Petersburg, zumindest um 1914, Anmerk. von mir), und trotz aller Anstrengung war ich unfähig, meine Aufmerksamkeit längere Zeit auf das Selbst-Erinnern zu richten. Der Lärm, die Bewegung, alles lenkte mich ab. Jeden Augenblick verlor ich den Faden meiner Aufmerksamkeit, fand ihn wieder und verlor ihn wieder. Schliesslich fühlte ich eine Art lächerlichen Ärgers über mich und bog in die Strasse nach links ein; ich hatte mich fest entschlossen, meine Aufmerksamkeit wenigstens für einige Zeit, jedenfalls bis ich die folgende Strasse erreicht haben würde, darauf zu konzentrieren, mich meiner selbst zu erinnern. Ich erreichte die Nadejzdinskaja, ohne den Faden der Aufmerksamkeit, ausser vielleicht für kurze Momente, zu verlieren. Hierauf wandte ich mich wieder dem Newsky zu und erkannte, dass es in ruhigen Strassen für mich leichter war, den gedanklichen Faden nicht zu verlieren; deshalb wollte ich es auch lärmigeren Strassen versuchen. Beim Erreichen des Newsky erinnerte ich mich noch meiner selbst und begann bereits, den seltsamen Gefühlszustand inneren Friedens und Vertrauens zu verspüren. Gerade um die Ecke am Newsky war ein Tabakladen, wo meine Zigaretten angefertigt wurden. Immer noch meiner selbst erinnernd, dachte ich dort vorzusprechen und einige Zigaretten zu bestellen.

Zwei Stunden später erwachte ich in der Tawritscheskaja, das heisst weit weg von dort. Ich fuhr mit einem Iswostschik zu den Druckern. Die Empfindung des Erwachens war erstaunlich lebendig. Ich kann beinahe sagen, dass ich zu mir kam. Sofort erinnerte ich mich an alles. Wie ich entlang der Nadejzdinskaja spaziert war, wie ich mich meiner selbst erinnert hatte, wie ich an Zigaretten gedacht hatte und wie ich bei diesem Gedanken anscheinend in tiefen Schlaf versunken war.

Gleichzeitig hatte ich, während ich in diesen Schlaf versunken war, weiter zusammenhängende und nützliche Handlungen ausgeführt. Ich hatte den Tabakhändler verlassen, war in meine Wohnung in der Litejnij gegangen und hatte mit den Druckern telefoniert. Ich hatte zwei Briefe geschrieben. Dann war ich wieder aus dem Haus gegangen. Ich war auf der linken Seite des Newsky bis zum Gostinij Dvor gegangen in der Absicht, zur Offizerskaja zu gelangen. Dann hatte ich meine Absicht geändert, weil es spät geworden war. Ich hatte einen Iswostschik gedungen und war zur Kavalergardskaja zu meinen Druckern gefahren. Und auf dem Weg, während ich die Tawritscheskaja entlang fuhr, begann ich eine merkwürdige Unruhe zu verspüren, als ob ich etwas vergessen hätte. - Und plötzlich erinnerte ich mich, dass ich vergessen hatte, mich meiner selbst zu erinnern.



Alles Liebe Dir
sam
Mit Zitat antworten
  #12  
Alt 01.10.2003, 14:04
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
Selbsterinnerung...

Hallo Sam,

nochmal vielen Dank für die Mühe die Du Dir hier gemacht hast...

Ganz habe ich es nicht verstanden! Was meint er mit "sich an sich selbst erinnern"? Spricht er da von "sich an seinen Verstand zu erinnern" oder von "sich an sein wahres Selbst erinnern"? Und warum schreibt er zum Schluß:" ...ich habe vergessen mich an mich selbst zu erinnern!"??

Der Text war zwar schön zu lesen, aber um ehrlich zu sein konnte ich für mich da nicht so viel klären! Mittlerweile denke ich das Texte zum Thema "Erwachen" nur verwirren...
Der Verstand versucht den Text in irgendwelche Konzepte und Ideen zu überführen. Und wir beide wissen ja das der Verstand bei diesem Spiel gar nicht mitspielen sollte...

Das einzige was wirklich bedeutung hat, ist die Praxis. Nicht nur auf dem Meditationkissen, sondern mitten im Alltag! Wenn das ganze noch durch einen Lehrer/Meister begleitet wird ist es das beste das einem passieren kann.

OK, das soll`s gewesen sein...

Liebe Grüße an alle & bleibt bewußt...

Thorsten
Mit Zitat antworten
  #13  
Alt 01.10.2003, 15:58
sam° sam° ist offline
Enthusiastisch
 
Registriert seit: May 2003
Beiträge: 500
Hallo Thorsten,

ja, er meint sich an sein wahres Selbst erinnern. Vielleicht finde ich in dem Buch noch was kurzes , dass diese Selbsterinnerung gut beschreibt.

"Und warum schreibt er zum Schluß:" ...ich habe vergessen mich an mich selbst zu erinnern!"??"

Naja, er zieht doch los und versucht dabei, seine Aufmerksamkeit sowohl den zu beobachteten Gegenständen, als auch dem ich zu schenken. Immer wieder erinnert er sich daran und vergisst es wieder und erinnert sich wieder ... So geht das hin & her. In den ruhigeren Strassen fällt es ihm leichter, stellt er fest. Dann will er es in einer grossen und lauten Einkaufsstrasse auch probieren. Und Stunden später wacht er plötzlich auf und erinnert sich, dass er es komplett vergessen hat, dass er sich stundenlang nicht seiner selbst erinnert hat, seiner selbst bewusst war. In dieser Zeit hat er eine Menge Dinge getan. Dinge, die wir in unserem Alltag so erledigen. Unbewusst erledigen, weil wir meistens gar nicht - mit vollem Bewusstsein - dabei anwesend sind (weder bei den Gegenständen, Gedanken, Gefühlen noch beim ich). Ist es jetzt klarer für Dich?


"Das einzige was wirklich bedeutung hat, ist die Praxis. Nicht nur auf dem Meditationkissen, sondern mitten im Alltag!" JAAAA


Alles Liebe Dir
sam
Mit Zitat antworten
  #14  
Alt 02.10.2003, 13:43
Thorsten Göttel Thorsten Göttel ist offline
Neugierig
 
Registriert seit: May 2002
Ort: Heinsberg
Beiträge: 19
Wink VERSTANDen...

Hallo Sam,

jetzt habe ich es verstand(en)! Um ehrlich zu sein, habe ich an diese einfache Aussage so gar nicht gedacht. Ich habe versucht in dem Text die tollste Offenbarung zu erkennen...

Er hat recht! Bei den meisten Dingen die wir machen, erinnern wir uns nicht an unser wahres Selbst. Um ehrlich zu sein tu ich dies ganz bewußt nur bei der Meditation. Hin und wieder versuche ich mich im Alltag daran zu erinnern, bzw. mich (mein wahres Selbst) zu spüren... Leider (noch) viel zu selten!!

Werd diesen Monat übrigens mal auf ein Zen-Wochenende nach Neuss fahren. Bis jetzt habe ich die Erfahrung gemacht, dass man in der Gruppen sehr viel stiller wird und sich irgendwie getragen fühlt. Mal schauen wie es wird...

Alles Liebe & bleib bewußt

Thorsten
Mit Zitat antworten
  #15  
Alt 07.10.2003, 18:53
manosha manosha ist offline
Suchend
 
Registriert seit: Oct 2003
Beiträge: 123
Hallo,

ich bin gerade mal in diesen"Threat" gestolpert und habe den Ursprunbeitrag gelesen.

Da ich nicht die Zeit habe, alles zu lesen, möchte ich hier was über Advaita Vedanta sagen, was vielleicht schon thematisiert wurde, vielleicht auch nicht.

Advaita heißt "Nicht Zwei"

Es gibt im Prinzip nur zwei sprituelle Schulen:

1. diejenigen, die von einem Dualismus ausgehen. (Der Mensch muß sich mit dem Göttlichen vereinen)

2. diejenigen, die sagen: das, was Eins ist, kann nicht vereint werden, da es niemals zwei war.


Thorsten, Du fragst, ob jemand Erfahrung mit Advaita Vedanta hat.

Es gibt keine Erfahrung von Advaita Vedanta.

Advaita vedanta geht davon aus, daß man keine Erfahrung davon machen kann.

Advaita Vedanta ist nur ein philosophisches Konzept.

Es besagt, daß, wenn Du eine "Erfahrung" suchst, Du die "Welt" spalten mußt, nämlich in den Erfahrenden (Ich) und das Erfahrene (Welt).

Advaita sagt: Erfahrender und Erfahrenes sind eins. Erleuchtung ist der Zustand, wo es keinen Erfahrenden und keine Erfahrung gibt, sondern nur reines Sein. Wenn Du auf die Suche nach Erfahrung gehst, bewirkt eben jene "Bewegung" die Trennung von der Wahrheit.

Die Suche selbst führt Dich in die Zweiheit.


Gruß, manosha
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
advaita vedanta

Themen-Optionen

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 06:58 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2013, vBulletin Solutions, Inc.
(c) copyright 2001-2009 Walter Sommergruber