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  #46  
Alt 08.01.2008, 19:50
vittella
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von fliegende wurze Beitrag anzeigen

Niemand kann mir sagen wer ich wirklich bin
doch alles ist ein Teil von mir
hm....dann biste eben von allem etwas
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  #47  
Alt 05.03.2008, 19:20
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Walpf Walpf ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

...bleib immer bei der Wahrheit, auch wenn sie noch so schmerzt oder teuer ist...

...hat ein kluger Mann gesagt...
...hat vielleich nicht viel mit Fanatismus zu tun,....oder vielleicht doch?...

...lg Walpf...
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  #48  
Alt 18.03.2008, 23:43
pentakis pentakis ist offline
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Registriert seit: Mar 2008
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von Ziona Beitrag anzeigen
Holla! Hier werden einfach ein paar Aussagen eines Menschen zur Diskussion gestellt, ohne dass bis jetzt auch nur einer von Euch mal gefragt hat, wer ist dieser Bertrand Russell eigentlich!

Lord Bertrand Russell, einer der wichtigsten Betreiber der geistigen Manipulation der breiten Bevölkerung, nahm kein Blatt vor den Mund. In seinem 1951 erschienenen Buch Der Einfluß der Wissenschaft auf die Gesellschaft schrieb er: „Physiologie und Psychologie legen den Grund für wissenschaftliche Methoden, die noch auf ihre Entwicklung warten. Zwei große Männer, Pawlow und Freud, haben die Grundlagen geschaffen. Die Auffassung, es gebe irgendeinen wesentlichen Konflikt zwischen den beiden, lasse ich nicht gelten — aber welche Struktur man auf ihren Grundlagen aufbauen wird, ist noch zweifelhaft. Meiner Meinung nach wird die Massenpsychologie von überragender Politischer Bedeutung sein ... Ihre Bedeutung ist durch den Fortschritt der modernen Propagandamethoden erheblich gewachsen. Von diesen ist das, was man ,Erziehung’ nennt, das einflußreichste. Die Religion spielt eine Rolle, wenn auch eine abnehmende; die Presse, das Kino, und das Radio spielen eine wachsende Rolle ... Es ist zu hoffen, daß in einiger Zeit jeder jeden von allem überzeugen kann, wenn er sich den Patienten im jungen Alter greifen kann und vom Staat Geld und Ausrüstung erhält.“

Weiter heißt es dort: „In dieser Frage wird man große Fortschritte machen, wenn sie von Wissenschaftlern in einer wissenschaftlichen Diktatur aufgegriffen wird... Die Sozialpsychologen der Zukunft werden über Schulklassen verfügen, an denen sie verschiedene Methoden ausprobieren, um die unverrückbare Überzeugung zu verankern, der Schnee sei schwarz. Man wird bald bei verschiedenen Erkenntnissen anlangen. Erstens, daß der Einfluß des Elternhauses hinderlich ist. Zweitens, daß man wenig erreichen kann, wenn die Indoktrination nicht vor dem zehnten Lebensjahr einsetzt. Drittens, daß in Musik gesetzte Verse, die oft wiederholt werden, sehr wirksam sind. Viertens, daß man die Meinung, der Schnee sei weiß, als morbiden Ausdruck
einer exzentrischen Weltsicht hinstellen muß. Aber ich greife vorweg. Es bleibt den zukünftigen Wissenschaftlern vorbehalten, diese Maximen zu präzisieren und zu entdecken, wieviel genau es pro Kopf kostet, Kinder glauben zu machen, daß Schnee schwarz sei, und wie viel weniger es kostet, sie glauben zu machen, er sei dunkelgrau.“


„Diese Wissenschaft wird zwar eifrig erforscht werden, sie wird aber strikt auf die regierende Klasse beschränkt sein. Der allgemeinen Bevölkerung wird es nicht erlaubt sein zu wissen, wie ihre Überzeugungen erzeugt wurden. Wenn die Technik perfektioniert wurde, wird jede Regierung, die eine Generation lang für die Erziehung verantwortlich ist, in der Lage sein, ihre Untertanen sicher zu kontrollieren, ohne daß dazu Armeen oder Polizisten nötig sind.“



Russell hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits jahrzehntelang mit dem Gedanken einer wissenschaftlichen Diktatur auseinandergesetzt. In seinem Buch The Scientific Outlook aus dem Jahr 1931 widmete er dem Thema „Erziehung in einer wissenschaftlichen Gesellschaft“ ein ganzes Kapitel der unterschiedlichen Erziehung „gewöhnlicher Menschen“ und Kindern der "künftigen Herrenschicht“: „Von den gewöhnlichen Menschen wird man erwarten, daß sie fügsam, fleißig, pünktlich, geistig weniger interessiert und zufrieden sind. Von diesen Eigenschaften wird die Zufriedenheit wahrscheinlich als die wichtigste gelten. Um sie hervorzurufen, wird man sämtliche Forschungen der Psychoanalyse, des Behaviorismus und der Biochemie heranziehen.“ Für die Kinder, die auserwählt sind, der wissenschaftlichen Herrenschicht anzugehören, sollte die Erziehung ganz anders aussehen: „Mit der einen Ausnahme der Loyalität gegenüber dem Weltstaat und ihrer eigenen Ordnung wird man die Mitglieder der herrschenden Klasse ermutigen, abenteuerlustig zu sein und viel Initiative zu zeigen. Man wird erkennen, daß es ihre Aufgabe ist, die wissenschaftlichen Methoden zu verbessern und die untergeordneten Arbeiter mit dem Mittel immer wieder neuer Vergnügungen zufriedenzustellen.“

Allerdings fügt Russell an dieser Stelle einen starken Vorbehalt hinzu: „In den seltenen Fällen, in denen ein Junge oder Mädchen nach dem Zeitpunkt, an dem normalerweise der gesellschaftliche Status festgelegt wird, so merkliche Fähigkeiten aufweist, daß das Kind intellektuell mit den Herrschern gleichsteht, wird eine schwierige Situation entstehen, die ernsthafte Überlegung erfordert. Wenn der betreffende Jugendliche bereit ist, mit seinen früheren Gefährten zu brechen und sich von ganzem Herzen mit den Herrschenden zusammenzutun, könnte man ihn nach angemessenen Tests befördern, aber wenn er bedauerlicherweise irgendeine Solidarität mit seinen früheren Gefährten zeigt, werden die Herrschenden widerstrebend zu dem Schluß kommen, daß man
mit ihm nicht anders verfahren kann, als ihn in die Todeskammer zu schicken, bevor seine undisziplinierte Intelligenz Zeit hatte, Revolten zu schüren. Dies wird für die Herrschenden eine schmerzliche Pflicht sein, aber ich denke, sie werden sich ihr nicht entziehen.“


DAS spiegelt Russels wahre Meinung wieder! Er hat damit vor über einem Jahrhundert die geistige Grundlage der heutigen, bereits überall sichtbaren gesellschaftlichen Verkommenheit gelegt. Russell ist der wahre Fanatiker hier, auch wenn er sich den Anstrich des Liberalismus gibt. Der Liberalismus ist ohnehin nicht das, was man darüber in der Schule oder auf ARTE „lernt“. Der Liberalismus ist ein philosophisches Konstrukt, dass freie Entfaltung für jedermann propagiert, in Wirklichkeit sollen aber damit die breiten Massen in die Dekadenz hinabgeführt werden, um sie leichter beherrschen zu können.

So, jetzt lasst uns doch die Diskussion über Bertrand Russell neu starten!

LG

Z
Komisch, das Veto scheint niemanden zu interessieren und es ist mehr als begründet.Das heisst die Diskussion ist schon beendet bevor sie überhaupt begonnen hat.


Jaja Mythen und Idole. Schafe und Schafhirten

Fröhliches grasen noch

Thanks Ziona
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  #49  
Alt 19.03.2008, 04:21
pentakis pentakis ist offline
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Registriert seit: Mar 2008
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Edit: Ich nehme das jetzt mal unter dem Licht meines letzten Posts auseinander:



- Fühle dich keiner Sache völlig gewiss.

-Wunderbare Manipulationstechnik: Das Ausschalten innerer Glaubensgrundsätze(z.B. der Common Sense bzw. Wahrempfinden) durch die Einführung einer Wissenschaftlichen Doktrin. Gewissheit KANN nur durch sog. "wissenschaftliche Fakten" entstehen. Innere Wahrheit und inneres Erleben wird mehr oder weniger gegenstandslos - es zählt nur noch die wissensch. Verifikation.Kein Wunder das soviele Trottel durch die Gegend laufen die nur noch glauben was schwarz auf weiss geschrieben steht bzw. von unseren Authoritäten als "wahr" bestätigt bzw. vorgebetet wird.

- Trachte nicht danach, Fakten zu verheimlichen, denn eines Tages kommen die Fakten bestimmt ans Licht.

-Fakten werden nicht näher definiert (bzw. leiten sich direkt von Russels erstem "Gebot" ab),was im Umkehrschluss bedeutet, dass man sich Fakten so zurechtbiegen kann wie zur es Ingangsetzung bestimmter Prozesse notwendig erscheint.Die Wissenschaft machts möglich: Hurra!

- Versuche niemals, jemanden am selbständigen Denken zu hindern; es könnte dir gelingen.

-Was natürlich nur für die Masse der zu Beherschenden gilt, die sorgen von ganz allein dafür, sich selbständiges Denken gegenseitig abzusprechen - genial !

- Wenn dir jemand widerspricht, und sei es dein Ehegatte oder dein Kind, bemühe dich, ihm mit Argumenten zu begegnen und nicht mit Autorität, denn ein Sieg durch Autorität ist unrealistisch und illusionär.

-Ideologien wie der Nationalsozialismus haben eindeutig das Gegenteil bewiesen auf der inneren Ebene menschlicher Beeinflussung sogar bis heute. Die wahre Illusion ist, dass man diese Ideologien nicht entfernt sondern lediglich gegen effizientere, weiterentwickelte u. subtilere Herrschaftsformen ersetzt hat (nachdem man mit dem WWII gut verdient und praktischerweise eine ganz neue Welt-und Wirtschaftsordnung herstellen konnte - was sich ja nach dem "Zusammenburch(lol) des Ostblocks" auch prächtig gelohnt hat- übrigens wir stehen heute wieder vor der gleichen "Veränderungsmaßnahme"- nennt sich Globalisierung )
Nach wie vor bestehen alle Staats- und Gesellschaftsformen auf der Autorität einiger weniger über die zu beherrschenden Mehr- bzw. Minderheiten.

- Habe keinen Respekt vor der Autorität anderer, denn es gibt in jedem Falle auch Autoritäten, die gegenteiliger Ansicht sind.

-Klingt gut, aber wozu überhaupt Autoritäten ? Elitär faschistoider Denkansatz, denn letztlich soll man ja schön auf seine Autoritäten hören.

- Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hältst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich.

-Nun angesichts subtiler Machtausübung und Massenverdummung durch Massenmedien, Massenbewegungen, Massenkonsum, Massenausbeutung die niemand bemerkt und die wir sogar selbst finanzieren etc. hat das ja auch ganz hervorragend geklappt

- Fürchte dich nicht davor, exzentrische Meinungen zu vertreten; jede heute gängige Meinung war einmal exzentrisch.

-D.H. das jede Meinung, jedes Weltbild so abstrus, pervers oder idiotisch es auch sei kann zur Meinung aller gemacht werden- die komplette Pervertierung des "Freien Willens".

- Freue dich mehr über intelligenten Widerspruch als über passive Zustimmung; denn wenn die Intelligenz so viel wert ist, wie sie dir wert sein sollte, dann liegt im Widerspruch eine tiefere Zustimmung.

-Wie sich das in der Realität ausnimmt kann man in jedem einschlägigen Forum nachprüfen : Spaltung, Dissenz, Uneinigkeit, Flaming, Bashing, Beleidigung, Lächerlich machen, Herstellung von Gruppendominanz, Ignoranz, üble Nachrede, Verunglimpfung etc. pp - von der aktuellen "politischen Entscheidungsfindung" mal ganz abgesehen - Wow, ich bin begeistert Berti

- Halte dich an die Wahrheit auch dann, wenn sie nicht ins Konzept passt; denn es passt noch viel weniger ins Konzept, wenn du versuchst, sie zu verbergen.

-Wahrheit ist Wahrheit,von welchem Konzept redet der Mann, wenn nicht vom Konzept Wahrheit zu unterdrücken ?

- Neide denen nicht das Glück, die in einem Narrenparadies leben; denn nur ein Narr kann das für ein Glück halten.

-Auch hier die Herstellung von Wertigkeiten, Unterschieden, Differenzen, Intoleranz und Arroganz die nur eines erzeugen soll : Abgrenzung und die Herrschaft des vermeintlich Höherwertigen gegenüber dem vermeintlich Minderwertigen.

Besser sollte das Ganze in "10 Leitsätze zur erfolgreichen Verbereitung der Soziopathie" umbenannt werden.
Und Schwachköpfe wie Russell werden auch noch zu kulturellen Leitfiguren stilisiert - OMG!
Paradoxerweise sagt Russell sogar die Wahrheit: Dies sind alles Maxime nach denen unsere sogenannte freie westliche Welt heute funktioniert: Herzliches Beileid !
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  #50  
Alt 19.03.2008, 07:48
vittella
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von pentakis Beitrag anzeigen
Komisch, das Veto scheint niemanden zu interessieren und es ist mehr als begründet.Das heisst die Diskussion ist schon beendet bevor sie überhaupt begonnen hat.
Thanks Ziona
nee,das ist stille Zustimmung,was will man/frau da noch dazu sagen
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  #51  
Alt 26.04.2008, 14:00
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
- Wenn dir jemand widerspricht, und sei es dein Ehegatte oder dein Kind, bemühe dich, ihm mit Argumenten zu begegnen und nicht mit Autorität, denn ein Sieg durch Autorität ist unrealistisch und illusionär.
Das halte ich für eine schwierige Position, weil es voraussetzt, daß mein Gegenüber immer bereit und willens ist, auf die besseren Argumente einzugehen bzw. es müßte auch irgendein Kriterium für die Wertigkeit der Argumente geben ( das so einfach sicherlich nicht herzustellen ist).

Ich kann mir z.B. viele Situationen vorstellen, in denen der - sagen wir : rhetorisch begabte - Sohn seinem einfachen, aber gutmütigen Vater widerspricht und ihn argumentativ niedermacht bzw. " besiegt "; folgte man Russell konsequent, würde doch der Sohn daraufhin sich in der Familie durchsetzen können, was ich für falsch halte.
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keine Götter mehr zum Bitten,
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- Gottfried Benn
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  #52  
Alt 26.04.2008, 19:13
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Ahorn Ahorn ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von Einband Beitrag anzeigen
Das halte ich für eine schwierige Position, weil es voraussetzt, daß mein Gegenüber immer bereit und willens ist, auf die besseren Argumente einzugehen bzw. es müßte auch irgendein Kriterium für die Wertigkeit der Argumente geben ( das so einfach sicherlich nicht herzustellen ist).

Ich kann mir z.B. viele Situationen vorstellen, in denen der - sagen wir : rhetorisch begabte - Sohn seinem einfachen, aber gutmütigen Vater widerspricht und ihn argumentativ niedermacht bzw. " besiegt "; folgte man Russell konsequent, würde doch der Sohn daraufhin sich in der Familie durchsetzen können, was ich für falsch halte.
Wieso soll denn immer nur einer Recht haben? Und wieso sollte ein Sohn, der selber denken gelernt hat, nicht seinen Kopf benutzen und sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, wenn er alt genug zum denken ist, ist er auch alt genug, um Verantwortung zu übernehmen....

Oder soll der Vater der Alleinherrscher in der Familie sein???
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  #53  
Alt 26.04.2008, 19:41
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von Ahorn Beitrag anzeigen
Wieso soll denn immer nur einer Recht haben? Und wieso sollte ein Sohn, der selber denken gelernt hat, nicht seinen Kopf benutzen und sein Schicksal selbst in die Hand nehmen, wenn er alt genug zum denken ist, ist er auch alt genug, um Verantwortung zu übernehmen....

Oder soll der Vater der Alleinherrscher in der Familie sein???
Nein, aber in den meisten Familien gibt es eine gewisse Hierachie, die ihren Sinn hat, schließlich können nicht alle Entscheidungen, die oftmals auch für alle getroffen werden müssen, demokratisch abgestimmt oder ausdiskutiert sein; d.h. nicht daß einer immer Recht hat, d.h. aber daß einer oder auch zwei die letzte Richtungsinstanz besitzt bzw. besitzen.

Da - und darauf wies ich ja hin - in aller Regel nicht völlig klar ist, welches Argument das stichhaltigere, bessere etc. pp ist, kommt es auf diese Richtungsinstanz nun mal desöfteren an. Diese Instanz beruht auf elterlicher Autorität, und die ist keineswegs illusionär oder sonstwas, sondern völlig real.
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- Gottfried Benn
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  #54  
Alt 26.04.2008, 20:00
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Ahorn Ahorn ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von Einband Beitrag anzeigen
Nein, aber in den meisten Familien gibt es eine gewisse Hierachie, die ihren Sinn hat, schließlich können nicht alle Entscheidungen, die oftmals auch für alle getroffen werden müssen, demokratisch abgestimmt oder ausdiskutiert sein; d.h. nicht daß einer immer Recht hat, d.h. aber daß einer oder auch zwei die letzte Richtungsinstanz besitzt bzw. besitzen.

Da - und darauf wies ich ja hin - in aller Regel nicht völlig klar ist, welches Argument das stichhaltigere, bessere etc. pp ist, kommt es auf diese Richtungsinstanz nun mal desöfteren an. Diese Instanz beruht auf elterlicher Autorität, und die ist keineswegs illusionär oder sonstwas, sondern völlig real.
Allerdings sind Söhne (oder auch Töchter), die gut im Diskutieren sind, in der Regel schon etwas älter - und ich denke, ab einem gewissen Alter sollten sie bei grundlegenden Entscheidungen auch mitreden können.
Z.B. die Eltern eines 16-Jährigen Kindes möchten in eine andere Stadt ziehen. Der Sohn möchte aber seine Freunde nicht verlieren. Da könnte es auch die Möglichkeit geben, dass der Sohn (je nach Reife) in der Stadt bleibt, vielleicht zur Tante zieht oder sonst was, wenn er nicht mitgehen möchte. Bei einem 10-jährigen sieht es natürlich anders aus, weil er noch nicht so selbstständig ist (und auch nicht sein kann). Doch 10-Jährige können in der Regel noch nicht so gut diskutieren wie 16-Jährige. Und selbst dann kann man dem 10-JÄhrigen zuhören und seine Bedenken und Gefühle ernst nehmen. Mitkommen muss er natürlich, doch ernstgenommen möchte auch er werden. Vielleicht kann man ihm den Ortswechsel durch irgendetwas leichter machen, wenn man versteht, was in ihm passiert...
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  #55  
Alt 26.04.2008, 20:06
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Einband Einband ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Klar, ich sage auch nicht, man solle nicht diskutieren, auf vernünftige Einwände nicht eingehen oder derartiges - natürlich, das soll man, von einem produktiven Diskutieren profitieren im Optimalfall schließlich alle; bloß : in letzter Konsequenz ist immer der Vater, gegebenenfalls zusammen mit der Mutter, das Oberhaupt einer Familie, besitzt eine selbstverständliche Autorität, die genauso natürlich wie vernünftig ist. Ich kann an diesem Punkt den quasi anti-autoritären Ansatz des Herrn Russell schlichtweg nicht nachvollziehen.
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- Gottfried Benn
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  #56  
Alt 26.04.2008, 20:25
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Ahorn Ahorn ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von Einband Beitrag anzeigen
Klar, ich sage auch nicht, man solle nicht diskutieren, auf vernünftige Einwände nicht eingehen oder derartiges - natürlich, das soll man, von einem produktiven Diskutieren profitieren im Optimalfall schließlich alle; bloß : in letzter Konsequenz ist immer der Vater, gegebenenfalls zusammen mit der Mutter, das Oberhaupt einer Familie, besitzt eine selbstverständliche Autorität, die genauso natürlich wie vernünftig ist. Ich kann an diesem Punkt den quasi anti-autoritären Ansatz des Herrn Russell schlichtweg nicht nachvollziehen.
Sorry, aber manchmal besitzt auch die Mutter mehr Autorität als der Vater. Das hängt wohl vom Paar ab und nicht vom Geschlecht.
Und bei Russell geht es darum, dass andere Meinungen auch ihre Gültigkeit haben (für die andere Person). Und wenn meine Wahrheit für mich genau richtig ist, dann ist das so - genauso wie für andere ihre Wahrheit genau richtig ist. Und solange ich die Verantwortung für meine Kinder habe, entscheide ich. Später, wenn sie in ihre eigene Verantwortung gewachsen sind, entscheiden sie selbst. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich ihre Bedürfnisse und Gefühle nicht ernst nehmen würde (auch wenn ich dann - aus welchen Gründen auch immer - dagegen entscheide). Nuja, ich hab keine Kinder - kann mich aber auch nicht daran erinnern, dass meine Eltern etwas grundsätzliches gegen meinen Willen entschieden hätten (ausser vor meiner Geburt, da sind sie in eine beschissene Gegend gezogen, doch da konnten sie mich noch nicht fragen).
Und ich kenne niemanden, der als Jugendlicher nicht mindestens einmal seinen Eltern etwas verschwiegen hat, was sie vielleicht gerne gewusst hätten... In dem Alter verlieren die Eltern nämlich ihre Macht.
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  #57  
Alt 08.06.2008, 09:50
Elli Elli ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von Ziona Beitrag anzeigen
Holla! Hier werden einfach ein paar Aussagen eines Menschen zur Diskussion gestellt, ohne dass bis jetzt auch nur einer von Euch mal gefragt hat, wer ist dieser Bertrand Russell eigentlich!
Ja und du kennst ihn natürlich persönlich und bist völlig vorurteilsfrei. Dein Nick belegt das ja auch schon schön *lol*

Zitat:
Zitat von pentakis Beitrag anzeigen
Komisch, das Veto scheint niemanden zu interessieren und es ist mehr als begründet.Das heisst die Diskussion ist schon beendet bevor sie überhaupt begonnen hat.
Vielleicht reagiert niemand darauf, weil es von Ahnungslosigkeit und den im Eingangspost erwähnten Fanatismus zeugt?

Da nimmt jemand einen allgemeinen Text von Russell aus seinem Kontext heraus und verdreht ihn völlig.

Die Zitate, die diese Zionisten-Person sich herausgepickt hat, gehören zu einem Text, der eine von Russell vermutete Zukunft beschreibt und nicht seine Meinung darstellt.

Bertrand Arthur William Russell war Mathematiker und Philosoph. Er hat sozusagen die analytische Philsophie erfunden und hat - wo immer er war - Abrüstung und Frieden gefordert. Russel war und IST eine Leitfigur des Pazifismus. Als solcher muss er natürlich von Zionisten angegriffen werden.

Auf auf! Nicht gleich jeden Ernst nehmen, der oberflächlich betrachtet intelligent erscheint, weil er klug genug ist, Zitate aus dem Zusammenhang zu reissen und mit Copy/Paste umgehen kann.

Grüesslis
Elli

:-)

ps: Es ist bekannt, dass religiöse Fundamentalisten Russell noch nie ausstehen konnten. Immerhin hat er mit Einstein das Russel-Einstein-Manifest verfasst, was wiederum zur heute noch existierenden Pugwash-Konferenz führte, die 1995 (stellvertreten von Joze Rotblat) den Friedensnobelpreis erhielt.
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  #58  
Alt 08.06.2008, 11:50
Benutzerbild von Tarja
Tarja Tarja ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Zitat:
Zitat von TIGERMAUS Beitrag anzeigen
Am besten gefällt mir das zehnte Gebot.

LG Tigermaus

Genau beim 10. Gebot (lach, Gebote befolge ich eh nicht ...) stoße ich auf innere Ablehnung.
Wer will schon wissen wer ein "Narr" ist und sich wie ein solcher verhält, wenn man doch selbst nie genau wissen kann, ob man in Wirklichkeit nicht auch "närrisch" ist.

Narren sind keine "Idioten", und in ihrem Glück nicht auf "Irrwegen" ...

Vielleicht bin ich eine Närrin ...

LG

Tarja
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Wahre menschliche Kultur gibt es erst, wenn nicht nur die Menschenfresserei, sondern jede Art des Fleischgenusses als Kannibalismus gilt. (Wilhelm Busch)
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  #59  
Alt 17.07.2008, 21:04
Ampusia Ampusia ist offline
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AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Hallo!

Halte dich an die Wahrheit auch dann, wenn sie nicht ins Konzept passt; denn es passt noch viel weniger ins Konzept, wenn du versuchst, sie zu verbergen.

Schwachsinnigkeitswelle macht sich am meisten sinnlich breit.

Da muss man aufpassen.

Lg Ampusia
__________________
Liebe Grüsse

Ampusia

www.chandrastudent.zweipage.de
http://ampusias-universales-forum.xobor.de

"ich freue mich auf eure Gästebucheintragungen"
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  #60  
Alt 18.10.2008, 19:30
francesca531 francesca531 ist offline
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Registriert seit: Oct 2008
Beiträge: 8
AW: "Zehn Gebote gegen Fanatismus" von Bertrand Russell

Ich finde, es stimmt schon, was manche hier bereits angedeutet haben … alleine der Titel ‚10 Gebote GEGEN Fanatismus‘ hat ein bisschen was Widersprüchliches an sich … ich glaube, das einzige Gebot, das gegen Fanatismus helfen würde, wäre, sich niemals an irgendwelche Gebote zu halten bzw. daran zu binden und immer selbstständig zu denken … und wer weiß, ob nicht selbst das widersprüchlich ist. Die ‚Gebote‘ an sich sind aber schon ziemlich zutreffend.
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