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  #91  
Alt 08.05.2012, 18:57
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Sayalla Sayalla ist offline
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Sooo, liebe Loop- warum ich das erzählt habe >>
Als Erwachsene bin ich hingegangen... (heute sind die Schläuche viel schmaler) und hab so eine Bronchoskopie vorwitzig ohne Narkose machen lassen.
Ich brauche dir nicht zu erzählen, dass ich dafür beinahe Pampers gebraucht habe? Aber ich habe damit meine alte Angst ausgetrickst, indem ich mich ihr gestellt habe.
Dann habe ich meinen Rettungsschwimmer gemacht... und einen DRK-Schein- um Wiederbelebung im Aussen (der Vollständigkeit halber) erfolgreich durchführen zu können
und dem Tod echt ein Schnippchen geschlagen.
Und willst du mir jetzt erzählen, das was ich kann, kannst du nicht?
__________________
~ "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen: man weiss nie, was drin ist." Forest Gump ~
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  #92  
Alt 08.05.2012, 19:20
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:
Zitat von Sayalla Beitrag anzeigen
Sooo, liebe Loop- warum ich das erzählt habe >>
Als Erwachsene bin ich hingegangen... (heute sind die Schläuche viel schmaler) und hab so eine Bronchoskopie vorwitzig ohne Narkose machen lassen.
Ich brauche dir nicht zu erzählen, dass ich dafür beinahe Pampers gebraucht habe? Aber ich habe damit meine alte Angst ausgetrickst, indem ich mich ihr gestellt habe.
Dann habe ich meinen Rettungsschwimmer gemacht... und einen DRK-Schein- um Wiederbelebung im Aussen (der Vollständigkeit halber) erfolgreich durchführen zu können
und dem Tod echt ein Schnippchen geschlagen.
Und willst du mir jetzt erzählen, das was ich kann, kannst du nicht?

Ohne Narkose?

Weiß nicht, ob das Mut oder Wahnsinn ist, klingt nach beidem.
Wie geht denn das, da ist doch der Hustenreiz, hast Du da was dagegen gekriegt?
Heftig!

Ich würde schon bei einer Gastroskopie sterben, ganz ehrlich.
Ich kenne eine aus einem anderen Forum, die das hat nur mit Beruhigungsspritze machen lassen, obwohl jeder dort ihr zu einer Narkose geraten hat, ihr ist es danach noch wochenlang psychisch schlecht gegangen.

Eine Bronchoskopie ohne Narkose, das hat schon was von Bungee-Springen ohne Seil.
Also das kann ich nicht.

Ich weiß nur jetzt nicht, was Du meinst mit was ich kann? Was soll ich denn können?
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  #93  
Alt 08.05.2012, 19:32
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:
Zitat von Loop Beitrag anzeigen
Ohne Narkose?

Weiß nicht, ob das Mut oder Wahnsinn ist, klingt nach beidem.
Wie geht denn das, da ist doch der Hustenreiz, hast Du da was dagegen gekriegt?
Das ist nicht ganz korrekt. Es gibt viele Lebenslagen, wo Ärzte dir das sogar unbedingt anraten.

Was ich meine? Das kann der Verstand nicht erfassen, aber das Hineinfühlen schafft es
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  #94  
Alt 08.05.2012, 19:51
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PsiSnake PsiSnake ist offline
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Als Kind war ich zum Glück immer gesund, bin nur 1 1/2 Monate zu früh auf die Welt gekommen, und hatte dann Gelbsucht und musste noch einige Zeit im Krankenhaus bleiben. Wobei die Schwangerschaft mit mir wohl auch kompliziert war. Meine Mutter hatte vorher schon mindestens 2 Kinder verloren und gab auch bei mir Abbruchsblutungen, so dass der Arzt da schon gemeint hat, dass ich nicht überlebt haben kann.

Aber davon weiß man glücklicherweise nichts.

Muss schon nochmal extra hart sein wenn man als Kind richtig krank ist. Für mich waren da kleinere Krankheiten auch viel härter als sie es sind, wenn man erwachsen ist.

LG PsiSnake
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Wenn das Bewusstsein Wasser ist und die Welt das Meer, dann bin ich eine Welle.
Ich bin ICH ist die einzige Wahrheit. Wir sind uneins.
Realität ist eine Bewusstseinsmatrix.
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  #95  
Alt 08.05.2012, 22:28
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Trixi Maus Trixi Maus ist offline
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Smile AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals irgendwie gesund gewesen zu sein. Na gut: es gab eine Zeit, so zwischen 20 und 30, wo ich symptommässig im Vergleich zu sonst recht gut aufgestellt war.

Aber als Kind: das war wirklich nicht schön. Man hat das Glück, daß man es als Kind nicht so sehr bewertet und daß man es hinnimmt, wie es nunmal ist.

Aber die Sorge der Mutter. Der Kummer der liebenden Mutter, der sich auf das Kind überträgt. Ich weiß, daß ein grosser Teil meines Kummers, den ich in mir erlebe, eigentlich der Kummer meiner Mutter ist. Und sie weiß das auch, wir haben darüber gesprochen. Seitdem versucht sie, bemüht sich, ihren Kummer und ihre Sorge, den sie mit ihrem heute 41-jährigen Sohn hat, nicht so sehr zu zeigen.

Mir selber bleibt die Idee, nicht genug sein zu können wegen der Einschränkungen, die nunmal vorhanden sind. Es war nicht leicht anzunehmen, als Erwachsener dann, als ich meine Erkrankung zu verstehen begann. Es ist nach wie vor schwer, sehr schwer, mit dieser Eigenart zu leben, die nun einmal vorhanden ist. Es ist nicht schön, zu wissen, daß man Vieles, was man eigentlich wollte, nicht tun wird, weil es sich nicht gut auf einen selber auswirken würde. Es ist nicht schön, unter Einschränkungen "zu leiden".

Das Leiden kann man auch nicht besiegen, es gehört zum Leben dazu, zu leiden, sagt der Buddhist. Das Leiden sei Illusion, sagt er auch. Aber meine Lebensrealität sagt etwas Anderes, zeigt es mir eigentlich in schöner Regelmässigkeit.

Toll, wirklich super sind aber die Kompetenzen, die man gewinnt durch den Umgang mit Krankheit und Tod und der Nähe zu ihm, anders als bei Gesunden. Wer wüsste schon vom Tod, wenn Lebende ihn nicht erlebten? Wer könnte sich das schon leisten, sich dem Tod zu nähern, wenn das Leben keinen Anlass dazu bieten würde? Wer könnte sich schon mit dem Leiden und dem Tod versöhnen, wenn es Krankheit nicht gäbe? Wer könnte also daher Kranken helfen, wenn er nicht selber wüsste, was es heisst, krank zu sein?

Kranksein ist eine Stärke, meine Stärke. Ich darf heute wirklich froh sein, das so zu empfinden. Es ist das, was mich ausmacht, was meine Aufgabe ist, mein Leben, meine Ein-sicht. Meine Liebe sogar, meine Art und Weise, mein Ich, mein Alles und Ein, mein Aus und Ende. Ich habe mich damit versöhnt und ich werde daran gerne sterben.

lg

Geändert von Trixi Maus (08.05.2012 um 22:31 Uhr)
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  #96  
Alt 08.05.2012, 22:32
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Zitat:
Zitat von PsiSnake Beitrag anzeigen
Als Kind war ich zum Glück immer gesund, bin nur 1 1/2 Monate zu früh auf die Welt gekommen, und hatte dann Gelbsucht und musste noch einige Zeit im Krankenhaus bleiben. Wobei die Schwangerschaft mit mir wohl auch kompliziert war. Meine Mutter hatte vorher schon mindestens 2 Kinder verloren und gab auch bei mir Abbruchsblutungen, so dass der Arzt da schon gemeint hat, dass ich nicht überlebt haben kann.

Aber davon weiß man glücklicherweise nichts.
Ich glaube, daß man davon weiß, PsiSnake. Es ist einem aber vielleicht noch nicht bewusst, daß man davon weiß. Ich wünsche Dir, daß das auch bei Dir noch kommt und ich weiß, daß es auch bei Dir so kommen wird, zu wissen, warum Du so bist, wie Du bist und daß Du es so annimmst ohne Hadern und Zweifeln.

lg und: Liebe
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  #97  
Alt 08.05.2012, 22:34
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

@TrixiMaus

...
Zitat:
Kranksein ist eine Stärke, meine Stärke
Beeindruckender Beitrag !!
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  #98  
Alt 08.05.2012, 22:35
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Zitat:
Zitat von Asaliah40 Beitrag anzeigen
@TrixiMaus

...

Beeindruckender Beitrag !!
Ja, hat mich jetzt auch selber beeindruckt.

41 Jahre Übung.... es gibt in mir auch die andere Seite. *heul*

und dennoch, oder gerade deshalb:
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  #99  
Alt 08.05.2012, 22:57
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:
Zitat von Sayalla Beitrag anzeigen
Das ist nicht ganz korrekt. Es gibt viele Lebenslagen, wo Ärzte dir das sogar unbedingt anraten.

Was ich meine? Das kann der Verstand nicht erfassen, aber das Hineinfühlen schafft es

Was meinst Du mit dem ersten Satz, was anraten?

Das andere hab ich auch nicht verstanden.
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  #100  
Alt 08.05.2012, 23:01
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:
Zitat von Trixi Maus Beitrag anzeigen
Ja, hat mich jetzt auch selber beeindruckt.

41 Jahre Übung.... es gibt in mir auch die andere Seite. *heul*

und dennoch, oder gerade deshalb:
Beides
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  #101  
Alt 08.05.2012, 23:02
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:
Zitat von PsiSnake Beitrag anzeigen
Als Kind war ich zum Glück immer gesund, bin nur 1 1/2 Monate zu früh auf die Welt gekommen, und hatte dann Gelbsucht und musste noch einige Zeit im Krankenhaus bleiben. Wobei die Schwangerschaft mit mir wohl auch kompliziert war. Meine Mutter hatte vorher schon mindestens 2 Kinder verloren und gab auch bei mir Abbruchsblutungen, so dass der Arzt da schon gemeint hat, dass ich nicht überlebt haben kann.

Aber davon weiß man glücklicherweise nichts.

Muss schon nochmal extra hart sein wenn man als Kind richtig krank ist. Für mich waren da kleinere Krankheiten auch viel härter als sie es sind, wenn man erwachsen ist.

LG PsiSnake

Ich hab es gehasst, krank zu sein, hab es gehasst, schwach zu sein, hab Angst gehabt, daß ich wieder ins Krankenhaus muß, wollte nicht, daß man sich um mich sorgen muß.

Hab einmal Fieber gehabt, das ist bis 39,2 Grad gestiegen, meine Mutter hat mich ins Krankenhaus gefahren, weil es für mich ja noch ein Stück gefährlicher ist als für andere Kinder, dort hab ich so eine Angst gekriegt, daß ich da bleiben muß, so daß ich das Thermometer in der Achsel immer wieder heimlich gelüftet habe, die Ärztin hat es natürlich gemerkt und geschimpft, aber ich hab es immer weiter getan.
Hab dann glücklicherweise wieder nach hause dürfen.
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  #102  
Alt 08.05.2012, 23:13
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:Ich glaube, daß man davon weiß, PsiSnake. Es ist einem aber vielleicht noch nicht bewusst, daß man davon weiß. Ich wünsche Dir, daß das auch bei Dir noch kommt und ich weiß, daß es auch bei Dir so kommen wird, zu wissen, warum Du so bist, wie Du bist und daß Du es so annimmst ohne Hadern und Zweifeln.


Ich denke nicht, dass das so relevant ist für irgendwelche Probleme die ich habe Trixi. OK, klar, ich bin quasi krank in die Welt gestartet, aber danach ging es mir körperlich immer gut (klar hat man mal die Grippe usw. aber das war es auch schon)

@ Loop

Zitat:Ich hab es gehasst, krank zu sein, hab es gehasst, schwach zu sein, hab Angst gehabt, daß ich wieder ins Krankenhaus muß, wollte nicht, daß man sich um mich sorgen muß.


Ja, du hattest wohl wirklich sehr viel "Pech" im Leben.

Wenn Kinder krank (oder behindert) sind kommt dann ja auch noch die soziale Komponente dazu, was dann dazu führen kann, dass sie sich ausgeschlossen fühlen oder sogar ausgeschlossen werden, vor allem von anderen Kindern.

LG PsiSnake
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  #103  
Alt 08.05.2012, 23:22
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AW: Schwer krank als Kind - das Leben danach

Zitat:
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Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals irgendwie gesund gewesen zu sein. Na gut: es gab eine Zeit, so zwischen 20 und 30, wo ich symptommässig im Vergleich zu sonst recht gut aufgestellt war.

Aber als Kind: das war wirklich nicht schön. Man hat das Glück, daß man es als Kind nicht so sehr bewertet und daß man es hinnimmt, wie es nunmal ist.

Aber die Sorge der Mutter. Der Kummer der liebenden Mutter, der sich auf das Kind überträgt. Ich weiß, daß ein grosser Teil meines Kummers, den ich in mir erlebe, eigentlich der Kummer meiner Mutter ist. Und sie weiß das auch, wir haben darüber gesprochen. Seitdem versucht sie, bemüht sich, ihren Kummer und ihre Sorge, den sie mit ihrem heute 41-jährigen Sohn hat, nicht so sehr zu zeigen.

Mir selber bleibt die Idee, nicht genug sein zu können wegen der Einschränkungen, die nunmal vorhanden sind. Es war nicht leicht anzunehmen, als Erwachsener dann, als ich meine Erkrankung zu verstehen begann. Es ist nach wie vor schwer, sehr schwer, mit dieser Eigenart zu leben, die nun einmal vorhanden ist. Es ist nicht schön, zu wissen, daß man Vieles, was man eigentlich wollte, nicht tun wird, weil es sich nicht gut auf einen selber auswirken würde. Es ist nicht schön, unter Einschränkungen "zu leiden".

Das Leiden kann man auch nicht besiegen, es gehört zum Leben dazu, zu leiden, sagt der Buddhist. Das Leiden sei Illusion, sagt er auch. Aber meine Lebensrealität sagt etwas Anderes, zeigt es mir eigentlich in schöner Regelmässigkeit.

Toll, wirklich super sind aber die Kompetenzen, die man gewinnt durch den Umgang mit Krankheit und Tod und der Nähe zu ihm, anders als bei Gesunden. Wer wüsste schon vom Tod, wenn Lebende ihn nicht erlebten? Wer könnte sich das schon leisten, sich dem Tod zu nähern, wenn das Leben keinen Anlass dazu bieten würde? Wer könnte sich schon mit dem Leiden und dem Tod versöhnen, wenn es Krankheit nicht gäbe? Wer könnte also daher Kranken helfen, wenn er nicht selber wüsste, was es heisst, krank zu sein?

Kranksein ist eine Stärke, meine Stärke. Ich darf heute wirklich froh sein, das so zu empfinden. Es ist das, was mich ausmacht, was meine Aufgabe ist, mein Leben, meine Ein-sicht. Meine Liebe sogar, meine Art und Weise, mein Ich, mein Alles und Ein, mein Aus und Ende. Ich habe mich damit versöhnt und ich werde daran gerne sterben.

lg

Sorgen, Du sagst es, ständig die Angst von anderen, der Versuch es wieder gut zu machen mit brav sein, mit hilfsbereit sein, sich um den kleinen Bruder kümmern, damit man seine Existenz rechtfertigt.
Und sie schmieren es einem auch immer wieder aufs Brot, "du warst ja soooo krank und wir haben uns solche Sorgen gemacht und ich war völlig fertig" und ich denk mir, dann hättet ihr mich halt sterben lassen sollen, wenn das so eine Belastung war! Ich weiß, daß ich eine Belastung war und ein Problem, ich weiß das ja, ich hab nicht darum gebeten, daß ihr mich am Leben haltet, ganz und gar nicht!
Ich versuch meine Existenz zu rechtfertigen und mach, aber ich bin schon müde und wenn ich aufhöre, dann gibt es gar keinen Grund mehr, warum ich hier bin, dann hab ich meinen Nutzen verloren. Ich weiß nicht, ob ich mich mittlerweile rentiert habe.
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  #104  
Alt 08.05.2012, 23:25
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Zitat:
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Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals irgendwie gesund gewesen zu sein. Na gut: es gab eine Zeit, so zwischen 20 und 30, wo ich symptommässig im Vergleich zu sonst recht gut aufgestellt war.

Aber als Kind: das war wirklich nicht schön. Man hat das Glück, daß man es als Kind nicht so sehr bewertet und daß man es hinnimmt, wie es nunmal ist.

Aber die Sorge der Mutter. Der Kummer der liebenden Mutter, der sich auf das Kind überträgt. Ich weiß, daß ein grosser Teil meines Kummers, den ich in mir erlebe, eigentlich der Kummer meiner Mutter ist. Und sie weiß das auch, wir haben darüber gesprochen. Seitdem versucht sie, bemüht sich, ihren Kummer und ihre Sorge, den sie mit ihrem heute 41-jährigen Sohn hat, nicht so sehr zu zeigen.

Mir selber bleibt die Idee, nicht genug sein zu können wegen der Einschränkungen, die nunmal vorhanden sind. Es war nicht leicht anzunehmen, als Erwachsener dann, als ich meine Erkrankung zu verstehen begann. Es ist nach wie vor schwer, sehr schwer, mit dieser Eigenart zu leben, die nun einmal vorhanden ist. Es ist nicht schön, zu wissen, daß man Vieles, was man eigentlich wollte, nicht tun wird, weil es sich nicht gut auf einen selber auswirken würde. Es ist nicht schön, unter Einschränkungen "zu leiden".

Das Leiden kann man auch nicht besiegen, es gehört zum Leben dazu, zu leiden, sagt der Buddhist. Das Leiden sei Illusion, sagt er auch. Aber meine Lebensrealität sagt etwas Anderes, zeigt es mir eigentlich in schöner Regelmässigkeit.

Toll, wirklich super sind aber die Kompetenzen, die man gewinnt durch den Umgang mit Krankheit und Tod und der Nähe zu ihm, anders als bei Gesunden. Wer wüsste schon vom Tod, wenn Lebende ihn nicht erlebten? Wer könnte sich das schon leisten, sich dem Tod zu nähern, wenn das Leben keinen Anlass dazu bieten würde? Wer könnte sich schon mit dem Leiden und dem Tod versöhnen, wenn es Krankheit nicht gäbe? Wer könnte also daher Kranken helfen, wenn er nicht selber wüsste, was es heisst, krank zu sein?

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lg

Du hast viel mitgemacht, es ist toll, daß Du es geschafft hast, so damit zurecht zu kommen.
War sicher sehr schwer und hat auch lange gedauert.
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  #105  
Alt 08.05.2012, 23:28
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Zitat:Ich glaube, daß man davon weiß, PsiSnake. Es ist einem aber vielleicht noch nicht bewusst, daß man davon weiß. Ich wünsche Dir, daß das auch bei Dir noch kommt und ich weiß, daß es auch bei Dir so kommen wird, zu wissen, warum Du so bist, wie Du bist und daß Du es so annimmst ohne Hadern und Zweifeln.


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@ Loop

Zitat:Ich hab es gehasst, krank zu sein, hab es gehasst, schwach zu sein, hab Angst gehabt, daß ich wieder ins Krankenhaus muß, wollte nicht, daß man sich um mich sorgen muß.


Ja, du hattest wohl wirklich sehr viel "Pech" im Leben.

Wenn Kinder krank (oder behindert) sind kommt dann ja auch noch die soziale Komponente dazu, was dann dazu führen kann, dass sie sich ausgeschlossen fühlen oder sogar ausgeschlossen werden, vor allem von anderen Kindern.

LG PsiSnake

Ich hab mir immer Mühe gegeben, nur ja nicht anders zu sein als andere Kinder. Gegen jede Spezialbehandlung hab ich protestiert und wenn eine Sportlehrerin gesagt hat, ich soll mich schonen, dann hab ich mich noch mehr angestrengt.
Keine Schwäche oder Andersartigkeit zeigen.
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