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  #1  
Alt 02.05.2010, 12:38
Stormcrow
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Masochistische Veranlagung?

Liebe Foris

Sagt mal, haltet ihr es für möglich, dass jemand eine masochistische Veranlagung hat, das selber aber gar nicht merkt? Oder es ihm nicht bewusst ist...?


Gruss
Stormy
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  #2  
Alt 02.05.2010, 12:49
Sepia
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Beiträge: n/a
AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von Stormcrow Beitrag anzeigen
Liebe Foris
Sagt mal, haltet ihr es für möglich, dass jemand eine masochistische Veranlagung hat, das selber aber gar nicht merkt? Oder es ihm nicht bewusst ist...?
Stormy
jeder hat wohl alles in sich, manche mehr, manche weniger...
Beispiel Lowen:
http://www.i-p-p-m.de/personlichkeit...chistisch.html
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  #3  
Alt 02.05.2010, 15:45
Benutzerbild von tschü
tschü tschü ist offline
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Registriert seit: Jan 2009
Beiträge: 494
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AW: Masochistische Veranlagung?

Hallo Stormcrow,

zu deiner Frage versuche ich eine Antwort zu finden:

Grausamkeit und Märtyrertum, Sadismus und Masochismus- beides sind letztlich nur Ausdrucksformen der Abwesenheit von Liebe, des Spiels von Macht und Ohnmacht.

Der unbewusste Massochismus ist vor allem im „Märtyrertum“ zu finden. Man findet es auch in der zB christlichen Religion, wo mit dem Kreuzestod von Jesu den Menschen suggeriert, dass Märtyrertum und somit Masochismus von Gott gewünscht sind. Das ist aus meiner Sicht vollkommen falsch. Diese Einstellung ist nur von den Herrschenden gewünscht, die damit ihre Grausamkeit besser ausleben können (zum Thema innere Grausamkeit habe ich heute hier einen Thread geschrieben).

Im täglichen Leben begegnen wir zB den inneren Masochismus, indem zB, dass zB Aufopferung mit Liebe verwechselt werden. Oder dass wir einfach mit uns selber grausam umgehen, uns in Jobs oder Beziehungen zwängen, die uns nicht gut tun usw.

Letztlich glaube ich, dass es sich beim "Märtyrertum" und Masochismus um eine der Ausdrucksformen der Angst handelt. Man verausgabt sich beispielsweise in der Arbeit oder in der Beziehung, bekommt aber keine Anerkennung, man wird nicht wertgeschätzt. Letztlich ist das aber auch ein Spiegel des Inneren, indem man sich selber angstvoll als nicht gut genug hält. Doch nützt der Einsatz in einer Beziehung oder in der Arbeit nichs, auch wenn er noch so stark ist, wenn man sich selbst angstvoll unterbewertet oder selbstentwertet. Das Sich Umgeben mit Menschen, die den eigenen Selbstwert hinuntermachen, ist dann nur mehr die logische Folge der masochistischen Märtyrereinstellung.

Abgesehen von dieser Angsterscheinung ist letztlich der Schmerz in unserer polaren Welt immer eine Begleiterscheinung. Du bist verliebt und leidest und sagst, vielleicht wird die Beziehung doch noch erfüllend. Denn letztlich fehlt immer etwas, es fehlt die göttliche Essenz, die man eben versuchen kann, immer mehr ins tägliche Leben zu integrieren. Geht aber letztlich nicht oder noch nicht ganz ohne Leid. Denn das Leid ist vor allem das "sich-abschleifen-des Egos", welches nicht ganz freiwillig von Gewohnheiten oder Illsionen abrücken will.

Vieleicht geht es auch einfach darum, mehr Bewusstheit in sein Leben zu bringen anstelle von Verdrängung.

Zumindest ein paar Gedanken dazu, vieleicht kannst du damit was anfangen,

Liebe Grüße,
Tschü

Geändert von tschü (02.05.2010 um 15:48 Uhr)
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  #4  
Alt 02.05.2010, 17:17
Stormcrow
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AW: Masochistische Veranlagung?

Hallo zusammen

@Vitella: ja, das sowieso. Nur gewisse Ausprägungen sind einfach auffallend. ;-)

@Tschü: danke erst mal. Es beantwortet meine Frage nicht, insofern, dass es um andere Situationen geht, als jene, die du schilderst. Das mit der Bewusstheit finde ich spannend, aber warum quält man sich dafür? Kann man nicht auch in friedvollen Handlungen / Zuständen zur Bewusstheit kommen?

Ich werde mal etwas genauer. Wenn jemand zB sich nach einer bestimmten Person sehnt, diese jedoch unerreichbar ist. Man empfindet nun ein starkes Bedürfnis, Herzschmerz-Musik zu hören, obwohl man weiss, dass das einem nur noch mehr fertig macht. Statt dieses Bedürfnis aber zu ignorieren und fern zu sehen oder zu lesen oder so, um es nicht zu provozieren, provoziert man es gerade absichtlich indem man eben genannte Art von Musik hört. Das ist Selbstquälerei - und zwar völlig bewusste. Kann so etwas damit zusammenhängen, das man vielleicht ein bisschen so veranlagt ist, das aber nicht weiss. Und dann leidet.

Oder auch wenn man einen Film sieht, der eine Szene enthält, die einem emotional qäult. Man sieht sich die Szene aber immer wieder an, kann kaum genug davon bekommen, obwohl man weiss, dass man danach nur gefrustet ist.

Das birgt natürlich auch eine gewisse Inspiration, möglicherweise auch einen Grund. Ich frage mich nur, ob es eine Art Persönlichkeitsstörung oder Krankheit ist.

lg
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  #5  
Alt 02.05.2010, 17:43
Benutzerbild von tschü
tschü tschü ist offline
Inspiriert
 
Registriert seit: Jan 2009
Beiträge: 494
Blog-Einträge: 2
AW: Masochistische Veranlagung?

Hallo Stormcrow,

ja ich glaube es gibt da noch viele Möglichkeiten. Die Frage ist, welches Muster da genau zu Grunde liegt, da müsstest du mal hinspüren.
Zum Beispiel könnte es bei der unerreichbaren Person das "Muster des Pechs" sein. Also wenn du eine Person unbedingt haben möchtest obwohl es unüberwindbare Hindernisse gibt und das Glück auch wo anders liegen kann. Auch darin kann ein Bestrafungsmuster liegen (und andererseits das Aufmerksamkeit bekommen, weil man ja Pech hat).
Letztlich gibt es jede Menge Ablenkungsmanöver des Egos, aber vieleicht genügt es, das Leben mehr als Spiel anzusehen, anstelle von Fixierungen, dass diese und jene Person in mein Leben treten muss.
Und hinspüren und hinfühlen führt auch zu Bewusstheit bzw. die Erforschung der eigenen Tiefen. Sei es mit dem anderen (Liebe) oder alleine (Meditation, Clearing etc).

War jetzt nur ein Impuls, ich wünsche dir viel Erfolg beim Eintauchen in die Tiefen,

liebe Grüße,
Tschü
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  #6  
Alt 05.05.2010, 09:09
Rumpelstil Rumpelstil ist offline
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Registriert seit: Feb 2008
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Beiträge: 114
AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von Stormcrow Beitrag anzeigen


"
...Wenn jemand zB sich nach einer bestimmten Person sehnt, diese jedoch unerreichbar ist. Man empfindet nun ein starkes Bedürfnis, Herzschmerz-Musik zu hören, obwohl man weiss, dass das einem nur noch mehr fertig macht. Statt dieses Bedürfnis aber zu ignorieren und fern zu sehen oder zu lesen oder so, um es nicht zu provozieren, provoziert man es gerade absichtlich indem man eben genannte Art von Musik hört. Das ist Selbstquälerei - und zwar völlig bewusste. Kann so etwas damit zusammenhängen, das man vielleicht ein bisschen so veranlagt ist, das aber nicht weiss. Und dann leidet.

Oder auch wenn man einen Film sieht, der eine Szene enthält, die einem emotional qäult. Man sieht sich die Szene aber immer wieder an, kann kaum genug davon bekommen, obwohl man weiss, dass man danach nur gefrustet ist.

Das birgt natürlich auch eine gewisse Inspiration, möglicherweise auch einen Grund. Ich frage mich nur, ob es eine Art Persönlichkeitsstörung oder Krankheit ist.

lg

Hm. Für mich klingt das einfach nach bewusster Schmerzverarbeitung.
Um etwas zu bearbeiten muss mans bewusst herbeiführen. Und der Anlass ist hja da, warum also sollte der so geartete Umgang n krankhafter Wesenzug sein?

Grüße
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  #7  
Alt 07.05.2010, 10:19
Gaia0 Gaia0 ist offline
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Registriert seit: Jan 2009
Beiträge: 5.995
AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von tschü Beitrag anzeigen
Hallo Stormcrow,

zu deiner Frage versuche ich eine Antwort zu finden:

Grausamkeit und Märtyrertum, Sadismus und Masochismus- beides sind letztlich nur Ausdrucksformen der Abwesenheit von Liebe, des Spiels von Macht und Ohnmacht.

Der unbewusste Massochismus ist vor allem im „Märtyrertum“ zu finden. Man findet es auch in der zB christlichen Religion, wo mit dem Kreuzestod von Jesu den Menschen suggeriert, dass Märtyrertum und somit Masochismus von Gott gewünscht sind. Das ist aus meiner Sicht vollkommen falsch. Diese Einstellung ist nur von den Herrschenden gewünscht, die damit ihre Grausamkeit besser ausleben können (zum Thema innere Grausamkeit habe ich heute hier einen Thread geschrieben).

Im täglichen Leben begegnen wir zB den inneren Masochismus, indem zB, dass zB Aufopferung mit Liebe verwechselt werden. Oder dass wir einfach mit uns selber grausam umgehen, uns in Jobs oder Beziehungen zwängen, die uns nicht gut tun usw.

Letztlich glaube ich, dass es sich beim "Märtyrertum" und Masochismus um eine der Ausdrucksformen der Angst handelt. Man verausgabt sich beispielsweise in der Arbeit oder in der Beziehung, bekommt aber keine Anerkennung, man wird nicht wertgeschätzt. Letztlich ist das aber auch ein Spiegel des Inneren, indem man sich selber angstvoll als nicht gut genug hält. Doch nützt der Einsatz in einer Beziehung oder in der Arbeit nichs, auch wenn er noch so stark ist, wenn man sich selbst angstvoll unterbewertet oder selbstentwertet. Das Sich Umgeben mit Menschen, die den eigenen Selbstwert hinuntermachen, ist dann nur mehr die logische Folge der masochistischen Märtyrereinstellung.

Abgesehen von dieser Angsterscheinung ist letztlich der Schmerz in unserer polaren Welt immer eine Begleiterscheinung. Du bist verliebt und leidest und sagst, vielleicht wird die Beziehung doch noch erfüllend. Denn letztlich fehlt immer etwas, es fehlt die göttliche Essenz, die man eben versuchen kann, immer mehr ins tägliche Leben zu integrieren. Geht aber letztlich nicht oder noch nicht ganz ohne Leid. Denn das Leid ist vor allem das "sich-abschleifen-des Egos", welches nicht ganz freiwillig von Gewohnheiten oder Illsionen abrücken will.

Vieleicht geht es auch einfach darum, mehr Bewusstheit in sein Leben zu bringen anstelle von Verdrängung.

Zumindest ein paar Gedanken dazu, vieleicht kannst du damit was anfangen,

Liebe Grüße,
Tschü
Du haust sehr viel in einen Topf und das auch noch wissenslos.


Mach dich erstmal schlau, bevor du über etwas sprichst, was du scheinbar gar kaum kennst.

LG
Gaia
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  #8  
Alt 07.05.2010, 10:31
Gaia0 Gaia0 ist offline
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Registriert seit: Jan 2009
Beiträge: 5.995
AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von schostacowicz Beitrag anzeigen
Hm. Für mich klingt das einfach nach bewusster Schmerzverarbeitung.
Um etwas zu bearbeiten muss mans bewusst herbeiführen. Und der Anlass ist hja da, warum also sollte der so geartete Umgang n krankhafter Wesenzug sein?

Grüße
Jep, ganz genau. Es geht um Freisetzung von Schmerz und somit in die Verarbeitung und Entwicklung, bzw. Aufbau von Vertrauen.

Beispiel, wenn jemand stark unter Kontrollverlust leidet und Angst hat, dann kann er durch eine devote Haltung, die Kontrolle abgeben, was KEIN Machtverlust bedeutet. Es wirkt genau umgekehrt, als angenommen wird.

LG
Gaia
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  #9  
Alt 07.05.2010, 10:37
Trichter1970 Trichter1970 ist offline
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AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von Stormcrow Beitrag anzeigen
Liebe Foris

Sagt mal, haltet ihr es für möglich, dass jemand eine masochistische Veranlagung hat, das selber aber gar nicht merkt? Oder es ihm nicht bewusst ist...?


Gruss
Stormy
wenn man sich wie Scheiße behandeln lässt, ist das eine masochistische Ader...
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  #10  
Alt 07.05.2010, 10:43
Einfach Mensch Einfach Mensch ist offline
Erfahren
 
Registriert seit: Sep 2007
Ort: Oberschwaben
Beiträge: 8.236
AW: Masochistische Veranlagung?


Die Aufgabe der Kontrolle kann der erste Versuch sein, Vertrauen zu gewinnen.

Und Masochismus ist nicht nur das Erleiden von Schmerz. Es gibt da unzählige Zwischenstufen.



crossfire

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  #11  
Alt 07.05.2010, 11:24
marlon marlon ist offline
Erfahren
 
Registriert seit: Aug 2008
Beiträge: 2.575
AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von Stormcrow Beitrag anzeigen
Liebe Foris

Sagt mal, haltet ihr es für möglich, dass jemand eine masochistische Veranlagung hat, das selber aber gar nicht merkt? Oder es ihm nicht bewusst ist...?


Gruss
Stormy
ohne ins Detail zu gehn und brutal gesagt, es gibt ebenso genug Idioten die rumlaufen und es sich nicht bewusst sind, manch einer fühlt sich sogar göttlich dabei
letztendlich spielen wir aber alle nur unsere Rolle, bewusst oder nicht.
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  #12  
Alt 07.05.2010, 12:08
Sepia
Gast
 
Beiträge: n/a
AW: Masochistische Veranlagung?

Zitat:
Zitat von Trichter1970 Beitrag anzeigen
wenn man sich wie Scheiße behandeln lässt, ist das eine masochistische Ader...
nicht unbedingt, es kann auch der dauernde Hinweis darauf sein wie man sich selber behandelt......dann zeigt der Andere nur den Spiegel, aber ist wohl nicht für jeden dasselbe..
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