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Keine Lügen über Rügen (I)

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Veröffentlicht: 15.10.2007 um 01:54 von Tommy
Aktualisiert: 17.10.2007 um 06:26 von Tommy

Der folgende Reisebericht will sich als Entscheidungshilfe bei der Urlaubsplanung verstanden wissen. Das Für und Wider der Insel sind von mir sorgfältig erwägt worden.

1. Annäherung und Begrüßung

Um Urlaub auf der Insel machen zu können, muß man sich ihr zunächst einmal räumlich annähern. Tut man das als Autofahrer, so fällt sogleich die überdurchschnittliche Zahl der toter Tiere auf, die platt auf der Fahrbahn liegen. Das läßt zwei Deutungsalternativen zu: entweder werden die Tiere immer dämlicher oder die sich annähernden Rügen-Urlauber immer rücksichtsloser, je weiter sie in den hohen Norden vorstoßen. Reichhaltige Entschädigung für diese optisch häßlichen Eindrücke gibt es dann allerdings am Ziel der Reise:

[IMG]http://img502.**************/img502/4379/willkommenvl1.jpg[/IMG]

Wer so herzlich auf der Insel willkommen geheißen wird, spürt: Hier ist er richtig, hier ist er angenommen, hier hat man auf ihn gewartet, hier will man nur das beste von ihm. Für ihn, meine ich.

2. Das Meer vor der Nase

Ohne das angrenzende Meer wäre die Insel nur halb so viel wert. Das wissen die Bewohner auch sehr genau, deshalb haben sie ihre Hotels, Straßen und Campingplätze an die Küste gebaut, wo die Touristen das Meer direkt vor der Nase haben. Im Grunde besteht die Insel aus nichts anderem als aus Küste. Zumindest habe ich nichts anderes gesehen. Meine These ist auch, daß es nichts anderes auf Rügen gibt. Nur Küste.

[IMG]http://img85.**************/img85/4995/womanauchfp6.jpg[/IMG]
Wo man auch hinschaut....

[IMG]http://img98.**************/img98/7359/meerlv7.jpg[/IMG]
Meer...............

[IMG]http://img502.**************/img502/6580/nichtsalsmeerfq6.jpg[/IMG]
Nichts als Meer.

[IMG]http://img99.**************/img99/9000/undnochmehrmeernl3.jpg[/IMG]
Und noch mehr Meer.

Das macht eben den eigentümlichen Charme der Insel aus, die man auch "Insel am Meer" nennen könnte. Und die Ostsee könnte man auch nennen: "Meer an der Insel."

3. Über Pläne und Zufälle

Urlauber, die am Ziel ihrer Reise angekommen sind, haben in der Regel das seltsame Bedürfnis, einen Plan über das weitere Vorgehen zu entwerfen - ein häufig gemachter Anfänger-Fehler. Das ist auch auf Rügen nicht anders. Hier demonstriert unser Drummer Wolf-Rüdiger, wie er sich die weitere Gestaltung des Bandurlaubs vorstellt:

[IMG]http://img170.**************/img170/6305/demonstrationgz7.jpg[/IMG]

Aber eindenk eines mahnenden Dürrenmatt-Zitats ("Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen") beschlossen wir, auf einen Urlaubsplan zu verzichten und die Dinge sich selbst zu überlassen. Und das klappte wunderbar. Der Zufall hatte keine Chance, seinen Stachel zu löken, da ohnehin alles zufällig geschah und keiner erkennbaren Logik folgte.

4. Der Berg ruft

Die Insel Rügen ist nicht nur für ihre vorteilhafte Nähe zum Meer bekannt, sondern auch für eine geologische Kuriosität, die berühmten "Kreidefelsen". 70 Millionen Jahre haben sie bereits auf dem Buckel. Doch sollte sich beeilen, wer sie noch in natura erleben möchte, denn ihre Tage sind gezählt. Besonders sehenswert ist der "Königsstuhl", eine fulminante Aussichtsplattform auf dem Felsen selbst, an der Küste der Halbinsel Jasmund. Der Sage nach wurde derjenige zum König gekrönt, der es fertigbrachte, den Felsen von der Seeseite her zu bezwingen. Ein Versuch lohnt sich also allemal.

Der Bekannheitsgrad der Kreidefelsen verschärfte sich dramatisch, nachdem sie sich einer der Hauptvertreter romantischer Landschaftsmalerei, Caspar David Friedrich, vorknöpfte und ihnen ein bleibendes Denkmal setzte. Unter unsäglichen Opfern und Entbehrungen gelang es dem Autor dieses Reiseberichts, also mir, nach tagelangem Kampf mit den Naturgewalten, die Stelle ausfindig zu machen, wo Caspar David Friedrich vermutlich sein berühmtes Gemälde auf die Leinwand bannte.

(Nun gut, vielleicht ist es nicht ganz dieselbe Stelle, aber durchaus in etwa. Außerdem sind seit Friedrichs Tagen ganze 187 Jahre vergangen und die eine oder auch andere Felsspitze ins Meer abgebröckelt)

Caspar David Friedrich: Kreidefelsen auf Rügen (1818)
[IMG]http://img81.**************/img81/1428/kreidefelsenaufruegenhf1.jpg[/IMG]

Tommy: Kreidefelsen auf Rügen (2005)
[IMG]http://img90.**************/img90/9595/kreidefelsen2zx4.jpg[/IMG]

Ein kritischer Vergleich der beiden Kunstwerke zeigt überdeutlich, wer hier den Hut aufhat. Aber Caspar David Friedrichs Bild ist auch gut.

(Fortsetzung folgt)
Kategorie: Lebenshilfe , Reisetipps
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Kommentare 8

Kommentare

  1. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Alana Morgenwind
    Das mit den Tieren auf der Fahrbahn , das tut weh - ist dann schon ein herber Empfang. So kurz nach der Wiedervereinigung war eine Bekannte von mir auf Rügen, und da war ja noch nicht viel Tourismus, muß sehr schön gewesen sein.

    Und mein höchstes Lob für diese Opferbereitschaft, den Felsen ausfindig zu machen - da ist doch ein Gemälde GAR NIX dagegen.
    Überhaupt bröckelt die Kreide ja immer wieder ab, hab ich mal gelesen.
    Veröffentlicht: 15.10.2007 um 08:50 von Alana Morgenwind Alana Morgenwind ist offline
  2. Alter Kommentar
    Die Bilder sind wunderschön, Tommy - da kriegt man Sehnsucht nach Rügen - ehrlich! Obwohl - plattgefahrene Tiere sind ja nicht so meins...

    Naja, und Dürrenmatts Zitat war eine Bereicherung für mich heute.

    Dein Foto toppt das Gemälde nur knapp

    Freu mich auf die angekündigte Fortsetzung!
    Veröffentlicht: 15.10.2007 um 09:23 von
  3. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Catman
    Liegt ein Tier flach auf der Fahrbahn
    sicher ist einer drüber g'fahrn
    Veröffentlicht: 25.10.2007 um 19:33 von Catman Catman ist offline
  4. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Nithaiah
    Aja, Tommy, das hätte ich jetzt fast vergessen. Warum kriegen wir Wolf-Rüdiger zu sehen, aber dich nicht?
    Veröffentlicht: 25.10.2007 um 23:06 von Nithaiah Nithaiah ist offline
  5. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Tommy
    Das habe ich ja ständig versucht. Habe abgedrückt und bin wie der Blitz ins Sichtfeld rein, aber der Fotoapparat war schneller als der Fotograf.



    War immer nur unser blöder Schlagzeuger drauf (der das hier hoffentlich nicht liest).
    Veröffentlicht: 05.11.2007 um 22:56 von Tommy Tommy ist offline
    Aktualisiert: 05.11.2007 um 22:58 von Tommy
  6. Alter Kommentar
    Benutzerbild von Nithaiah
    Jajajajajaja...so kann das ja auch nix werden! Du musst den Fotoapparat natürlich hochwerfen und dann schnell drunter durchrennen - dann klappt es.
    Veröffentlicht: 06.11.2007 um 00:34 von Nithaiah Nithaiah ist offline
  7. Alter Kommentar
    Schau mal www.wahrsagen24h.de und lass dir dort weiterhelfen.
    Veröffentlicht: 05.04.2009 um 19:20 von Mario221
  8. Alter Kommentar
    schade das man die bilder nicht mehr sehen kann. ich war dieses jahr zwei wochen auf rügen und ich würde immer wieder hinfahren!
    Veröffentlicht: 12.10.2012 um 21:11 von Engelchen84 Engelchen84 ist offline
 

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